Tag der offenen Tür der Feuerwehr Farnheim

Am 10. September beging die Feuerwehr Mülheim einen Tag der offenen Tür, bei dem Sie ihre tägliche Arbeit dem interessierten Publikum rundherum erlebbar machte. Auch die Feuerwehr Farnheim präsentierte sich dort mit einer großen Fahrzeugschau. Soagr die beliebte Monorail, der „Feuerwehr-Zug“, zog emsig ihre Runden.

Huwi, bekannt für seine wirklichkeitsgetreuen Technic-LKWs, stellte seinerseits ein paar große und imposante Blaulicht-Funktionsmodelle dem staunenden Publikum vor.

Feuerwehr Farnheim bei der Feuerwehr Mülheim

Jawohl, so ist es. Denn beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr Mülheim auf der Feuer- und Rettungswache 1 in MH-Broich stellen Huwi, ein Kumpel von mir, der Funktionsmodelle aus Technic baut, und ich eine kleine Fahrzeugschau aus. Auch die Monorail wird dabei ihre Runden drehen.

Neben der kleinen Modellausstellung stellt sich natürlich auch die Feuerwehr Mülheim mit Fahrzeugpräsentationen, einigen Vorführungen und Rundgängen durch das Gebäude dem interessierten Publikum vor. Es gibt also viel zu sehen, entdecken und erleben.

Wer also kommen mag, ist herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Euch und einen kleinen Schnack! Der Eintritt ist frei.

Feuer- und Rettungswache 1
10. September 2022
11-18 Uhr
Zur alten Dreherei 11
45479 Mülheim an der Ruhr

TLF-W Typ N (Erprobungsfahrzeug)

Seit 2018 haben Waldbrände nicht allein nur in Niedersachsen signifikant zugenommen. Doch dort, in der Waldbrandleitstelle in Lüneburg, wurden bis Mitte August diesen Jahres insgesamt bereits 500 Warnmeldungen alleine für Niedersachen herausgegeben, sondern warenähnlich über die gesamte Saison. Ein Neagtivrekord – und Trockenheit und Hitze sind noch lange nicht vorbei.

Damit sich die Feuerwehren des Landes dabei in naher Zukunft besser aufstellen können, hat man in Zusammenarbeit mit Ihnen und dem Landesfeuerwehrverband, gemeinsam mit einem Fahrzeug- und Aufbauhersteller, die „Fachempfehlung Pflichtenheft Waldbrand-TLF“ für einen neuen Fahrzeugtyp erarbeitet und festgeschrieben. Die ersten 10 Erprobungsfahrzeuge auf Basis dieser neuen technischen Anforderungen werden nun den Feuerwehren im Land Niedersachen zur Verfügung gestellt und ersetzen das TLF-W 3500 (Typ N). Zu den ersten Feuerwehren zählt auch die Feuerwehr Farnheim, die eines dieser Fahrzeuge zugeteilt bekam.

Es handelt sich um einen Unimoc A580UF dessen 6-Zylinder-Dieselmotor 174 KW (236 PS) leistet. Der permanente Allradantrieb macht das rund 13 Tonnen schwere Fahrzeug auch für äußerst unwegsames Gelände einsatzfähig. Der eingebaute, tiefliegende Löschwassertank fasst 3.000 L, der Sicherheitstank für die Selbstschutzanlage weitere 360 L, und der integrierte Schaummitteltank nimmt 140 L auf. Die Kreiselpumpe ist eine kombinierte Hoch-/Niederdruckpumpe und für den „Pump and Roll“-Betrieb ausgelegt. Sie fördert im Normalmodus 2.000 L/Min. bei 10 bar; im Hochdruckbetrieb 250 L/Min. bei 40 bar. Die Besatzung beträgt 1/3. Durch eine Dachluke kann mittels handgeführten Hohlstrahlrohren Löschmittel ausgebracht und/oder der Dachwerfer manuell bedient werden. Zusätzlich schützt die Besatzung in inneren eine 300bar-Atemluftflasche über Versorgungsschäuche mit Atemanschlüssen.

Neben dem Haupteinsatzgebiet bei Wald- und Flurbränden lässt sich das Fahrzeug auch bei Hochwasserlagen nutzen. Dazu ist es mit bis zu 1,2 Meter Wassertiefe watfähig und kann auf dem verstärkten Aufbaudach bei einer Evakuierung aus überschwemmten Gebieten bis zu 10 Personen befördern.

Wer hätte das gedacht. Das alte Modell war bereits auch wieder vier Jahre alt. Und natürlich blieb auch die technische Entwicklung im „real life“ nicht stehen, sodass es Zeit für eine Überarbeitung wurde. Und tatsächlich wurde die Neuauflage kein kompletter Neubau, sondern es blieben weite Teile des Vorgängers erhalten. Lediglich die Kabine wurde verlängert und der Aufbau um das vordere Gerätefachsegment gekürzt und insofern modifiziert, als dass es ein wenig dem Stuttgarter Vorbild entsprach, das in diesem Jahr auf der Interschutz in Hannpver vorgestellt wurde. Einige neue Details am Modell, wie die stilisierten Astabweiser an der Kabine, das handführbare Strahlrohr auf dem Kabinendach sowie ein paar neue Anbauteile am Fahrgestell machten letzlich das Finish aus.

Der Seehafen Farnheim

Das neue Logo mitsamt des doppeldeutigen Claims.

Um das nebulöse Bild des Lesers über die Stadt Farnheim ein wenig mehr zu klären, möchte ich die Gelegenheit nutzen und etwas über den Seehafen Farnheims erzählen. Wenn der große Stadtplan mal fertiggestellt ist, wir alles klar. Bis es aber soweit, ist gibt hiermit ein weiteres, kleines Stadtgebietshäppchen.

DER HAFEN

Der Farnheimer Hafen, ein tideunabhängiger Seehafen und deutschlands zweitgrößter Universalhafen, ist weit über die Regionsgrenzen das Tor in die Welt. Seine geografische Lage und die ausgezeichnete Performance der Hafenwirtschaft machen aus dem Farnheimer Hafen eine attraktive Außenhandelsdrehscheibe. Er ist für die Versorgung der europäischen Binnenmärkte somit von entscheidender Bedeutung. Der FarnheimPort beschäftigt direkt und indirekt rund 50.000 Menschen.

DIE INFRASTRUKTUR

Der Freihafen prägt seit jeher die Stadt. Heute ist er bedeutender Wirtschaftsstandort dank zahlreicher hochmoderner Hafenanlagen und leistungsstarker Umschlagbetriebe, Werften sowie einer umfassenden maritimen Serviceindustrie. Schwerpunkte sind neben dem Schiffsbau der Warenumschlag für die Bereiche Energie und Chemie, die Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie der Maschinen-, Anlagen- sowie Automobilbau. Eine moderne Tankfarm bietet große Lagerkapazitäten für Rohöl, Treibstoffe und weitere petrochemische Erzeugnisse.

Modernste Infrastruktur, effiziente und großzügig ausgebaute Verkehrswege mit exzellenter Hinterlandanbindung und eine leistungsfähige Warenverteilung schaffen die Voraussetzungen für den Warenaustausch mit Handelspartnern in aller Welt. Darüber hinaus übernimmt der Freihafen eine zentrale Funktion in der Ex- und Importlogistik für Industrie und Handel in Farnheim und der Metropolregion.

Die Farnheim Port Authority (FHPA) verwaltet das gesamte Hafengebiet, verpachtet dortige Flächen und kümmert sich um die Instandhaltung und Modernisierung der Infrastruktur, wie z. B. Kaianlagen, die Straßen, Brücken oder auch das Ausbaggern der Fahrrinne. Rund 800 ansässige Unternehmen kümmern sich indes um ihre Gebäude und Krananlagen.

Das aktuelle Logo der Farnheim Port Authority.

DIE ZUKUNFT

Durch die voranschreitende Digitalisierung sind die Akteure im Farnheimer Hafen bereits jetzt sehr gut für die Zukunft vorbereitet. Die FHPA und die Hafenunternehmen verschaffen dem Standort Farnheim eine Führungsrolle in den Bereichen Nachhaltigkeit und Innovationen. Das neugeschaffene Farnheim Vessel Coordination Center (FVCC) übernimmt die komplexe wassergestützte Verkehrssteuerung.

DIE GESCHICHTE

Bereits im 13. Jahrhundert existierte an der Beevemündung ein Anlandeplatz für eine kleine Siedlung sowie Wege ins Hinterland. Das Hafenrecht bekam der Jadehafen am Ostufer schließlich ab 1655 übertragen. Ein Hafen mit einigen Becken existierte ab etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zu der Zeit focierte die Stadt den Ausbau größeren Hafenanlagen am Westufer der Jade, während sich infolge dessen zahlreiche Quartiermannsbetriebe und Werfen ansiedelten und für eine florierende Handelswirtschaft sorgten.

Mit Beginn der Industrialisierung verdrängten leistungsfähigere Dampfschiffe die alten Lastensegler. Schon jetzt zeichnete der Farnheimer Hafen ein Bild großer Geschäftigkeit. Der Stückgutumschlag fand in immer tieferen Hafenbecken an immer ausgedehnteren Kais mittels Dampf- und Elektrokränen statt.

Mit der Zeit der Kolonialisierung änderte sich auch das Angebot der Waren. Nun wurden Gewürze, Tee und Seide zum Hauptwarenumschlag. Der Welthandel und die Gründung von Reedereien und Schifffahrtslinien führten zu erheblichem Reichtum, Aufstieg und Berühmtheit einiger Farnheimer Reeder- und Kaufmannsfamilien. In den 1920er Jahren begann man mit dem Ausbau der Hafenanlagen und dem Aushub zahlreicher Verbindungskanäle und der Errichtung von größeren Schleusenanlagen.

In der folgenden Zeit legten die Werften vermehrt Schiffe für die Kriegsmarine auf Kiel. Während des zweiten Weltkrieges sah sich der Farnheimer Hafen mehr und mehr großen Flächenbombardements ausgesetzt. In der Nacht vom 13. auf 14. Juli 1944 wurden bei einem alliierten „1000-Bomber-Angriff“ die Hafen- und Werftanlagen beinahe vollständig zerstört. Bei Kriegsende waren rund 80 % der Hafenanlagen, die Speicherstadt zu drei Vierteln und die Hälfte sämtlicher Hafenbrücken zerstört. In den Hafenbecken und Wasserwegen lagen ingesamt über 1.500 Schiffswracks.

Nachdem die Herkulesaufgabe, die Beseitung der Kriegsschäden, erledigt war, begann mit dem Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren auch der erneute Aufstieg des Farnheimer Hafens. Er wurde Zollfreigebiet und der Warenausstausch in alle Welt war in voller Blüte. Er hatte sich durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder, vor allem in Asien, wirtschaftlich wieder zu einem Hafen von Weltruhm entwickelt. Allein von 1994 bis 2007 hatte man den Warenumschlag mit 80 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt.

Trotz aller Krisen der letzten Jahre stehen die Weichen weiter auf Wachstum. Heute sind im Hafen Dependancen fast aller großen internationalen Reedereien zu finden. Die Fahrrinnenvertiefung wurde bereits 2019 beschlossen und bis 2021 umgesetzt. Somit ist der FarnheimPort fortan Megaship-ready.

Einige der Unternehmen, die im Farnheimer Hafen ansässig sind.

DIE SICHERHEIT

Neben einer Station der Wasserschutzpolizei gibt es im Hafen auch eine Wache der Berufsfeuerwehr, die Feuer- und Rettungswache 3 oder auch Hafenwache genannt. Dort befindet sich auch der Anleger für das Feuerlöschboot 1 „Oberbranddirektor Lübben“. Neben Fahrzeugen zur Absicherung des Grundschutzes sind dort Spezialgerätschaften zur Schiffsbrandbekämpfung und andersartige Zwischenfälle auf, in und an den Wasserstraßen stationiert. Auch wird bei drohenden Sturm- und Springfluten von hier aus die Deichverteidigung koordiniert.

TLF 24

Mal etwas anderes, das zu keinem der üblichen Kategorien passt. Durch die schrecklichen Ereignisse, die uns seit Ende Februar täglich aus der Ukraine erreichen, veranlassten mich zum Bau eines etwas anderen und nicht alltäglichen MOCs, das ich wohl unter normalen Umständen nicht gebaut hätte.

Vorbild war ein Fahrzeug, das noch immer zahlreich in Russland und (in diesem Fall) der Ukraine im Einsatz ist. In diesen Wochen wohl so häufig wie noch nie. Lange Zeit war dies dort eines der Standard-Löschfahrzeuge. Das unverwüstliche Monstrum, ein ZIL-131, wurde im Original von Sawod imeni Lichatschowa ab 1967 bis 1990 in Serie gebaut.

Die Feuerwehrversion umfasst einen 2.450 Liter fassenden Löschwasser- sowie einen 150 L großen Schaummitteltank. Die eingebaute Pumpe fördert 2.400 L/Min. und verfügt auch über ein Hochdruckteil. Diese Fahrzeuge waren auch in der ehemaligen DDR anzutreffen. Dort waren sie vornehmlich für die brandschutztechnische Sicherung in den Braunkohletagebauen vorgesehen. Später übernahmen einige Feuerwehren in den neuen Bundesländern einige der als TLF 24 klassifizierten Ungetüme und pflegen sie mitunter bis heute.

In der Ukraine leisten sie derzeit eine wichtige Aufgabe im abwehrenden Brandschutz – die vielleicht wichtigste überhaupt seit Bestehen des Landes.

будь сильною Україно!

Der Ukraine-Krieg und die Retter in der Not

An dieser Stelle sei mal über etwas berichtet, das mich seit Kriegsbeginn in der Ukraine, seit dem die Nachrichtensendungen mit brennenden Häuserkomplexen voll sind, beschäftigt.

Wie wir ja alle wissen ist seit dem 24. Februar das alltägliche Leben in der Ukraine nicht mehr dasselbe. Seither füllen die Nachrichtenkanäle unzählige Bilder von Zerstörung und Tod. Und mittendrin immer wieder Menschen, die löschen, retten, bergen. Unter einer dauerhaften enormen psychischen wie physischen Belastung retten und versorgen sie schwerstverletzte Zivilisten und Soldaten und kämpfen unzählige Großbrände nieder, und all das in ständiger Gefahr vor neuen Bombeneinschlägen.

Dadurch erfahren auch sie selbst immer wieder viel Leid und Zerstörung. Ob durch den Verlust eigener Kamerad*Innen und Kolleg*Innen oder bei der technischen Ausrüstung. Auch Feuer- und Rettungswachen wurden durch die russischen Angriffe bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen oder gar vollständig zerstört.

Durch die großen Verluste immer schwieriger werdende Arbeit, die das Rettungspersonal und die zahlreichen Feuerwehrangehörigen unter Einsatz ihres Lebens derzeit vor Ort verrichten, ist gar nicht hoch genug zu würdigen. Es scheint kein Tag zu vergehen, dass in den umkämpften Städten und Regionen ganze Wohnblocks oder Industrieanlagen in Vollbrand stehen.

Mittlerweile kommt humanitäre Hilfe aus ganz Europa in die Ukraine. Auch für die Feuerwehren und Rettungsdienste. Nachfolgend einige Beispiele. In Großbritannien entsendete die sog. Charity Fire Aid und das National Fire Chiefs Council (NFCC) insgesamt 24 ausgesonderte, aber voll funktionstüchtige Löschfahrzeuge ins Krisengebiet. Aus Portugal machte sich ein Hilfskonvoi aus Feuerwehrfahrzeugen und Gütern auf den Weg, aus weiten weiten Teilen Frankreichs macht sich ein Konvoi aus 40 Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeugen auf den Weg, Falck entsendete 30 Rettungswagen. Auch in ganz Deutschland sammeln und spenden die Feuerwehren dringend benötigte Aussrüstung, wie Pumpen, Schläuche und wasserführende Armaturen, technisches Gerät, Kompressoren und Generatoren sowie persönliche Schutzausrüstung und natürlich Tanklöschfahrzeuge, Rettungswagen, Rüstwagen und Drehleitern. Die angelaufene Hilfe ist mittlerweile so immens, dass eine (umfassende) Linksammlung unmöglich wird. Jeder ist aber angehalten bei Interesse gerne selbst danach zu googlen. Man wird schnell fündig.

Jüngst nahm Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, insgesamt 20 weitere Einsatzfahrzeuge aus Deutschland entgegen. Insbesondere die Krankenwagen sollen in Butscha, Irpin oder auch Borodjanka eingesetzt werden.

Eine weitere bemerkenswerte Meldung ist die von Validus, einem ukrainischen Sonderfahrzeughersteller. Dessen Mitarbeiter sorgen unter Hochdruck dafür, den Feuerwehren weiterhin dringend benötigtes Equipment zur Verfügung zu stellen. Allein in neun aufeinander folgenden Tagen konnte das Unternehmen drei neue Spezialfahrzeuge für die Personenrettung und die Kampfmittelbeseitigung fertigstellen und der Zivilschutzbehörde übergeben. Und ihre Arbeit geht unermütlich weiter.

(Quelle: Validus Special Auto Ltd.)

Wer den Feuerwehrfrauen und -männern vor Ort direkt helfen möchte, kann dies im Besonderen über den folgenden Link tun:

https://www.feuerwehrverband.de/feuerwehrhilfe-ukraine-dfv-erstellt-spendenkonto-und-online-datenbank-fuer-sachspenden/

Gerätewagen-Sanität (GW-San)

Der Massenanfall von Verletzten (kurz MANV) beschreibt eine Situation, bei der eine große Anzahl an Verletzten versorgt werden muss. Dazu gibt es, je nach Einsatzlage, verschiedene Versorgungsstufen. Die höchsten Stufen (ab einer Größenordnung von 500 Verletzten und mehr), wurden seit dem 11. September 2001 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eingeführt.

Im Rahmen des Katastrophenschutzes wurden die Schnellen Einsatzgruppen (sog. SEGs) sukzessive mit Gerätewagen-Sanität ausgestattet, die in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen können. Der Kreisverband des DRK Farnheim hat nach aktuellen Vorgaben des Landes Niedersachsen zwei baugleiche 7,5 to. LKWs mit Truppkabine beschafft. Mit jedem der beiden Fahrzeuge können zukünftig vollausgestattete Patientenablagen für bis zu 15 Personen gleichzeitig betrieben werden. Sie kommen als Kern der Teileinheit “Behandlung” der Medizinischen Task Force (MTF) zum Einsatz und lösen die alten GW-San der ersten Generation ab.

Der Groschen für den Bau des Fahrzeuges fiel, als ich mich mit MoRaSt-Mitbetreiber und Modulnachbar René alias Meisterschnorrer über die Ende Mai in Bad Zwischenahn stattfindenden „Bricks am Meer“ austauschte. Das Thema seines Modul ist ein Metal-Konzert mit allem Pipapo. Nur eines fehlt: eine Patientenablage. Und so schufen wir für die Gesamtanlage über zwei Module hinweg ein Konzert samt Notfallmanagement abseits des Trubels. Soviel dazu. Wer mehr wissen möchte, den empfehle ich persönlich in Bad Zwischenahn vorbeizukommen oder möge sich Meisterschnorrer’s YouTube-Kanals anschauen: KLICK!

Notarztwagen (NAW „Jade-Jumbo“)

Mit den Weiterentwicklungen in der Notfallmedizin in den 1960er Jahren – nach den Clinomobilen – schlug die Stunde der Notarztwagen. In den Siebziegern war sogar eine 13-teilige Dokufiktion mit Namen „Notarztwagen 7“ im TV populär, die die rettungsdienstliche Arbeit der Besatzung eines in Frankfurt am Main im Einsatz befindlichen Notarztwagens veranschaulichte.

Hier das Intro zu der Serie (Copyright Hessischer Rundfunk):

Als Nebenbemerkung sei gesagt, dass der filmische Ausschnitt durchaus ein zeithistorisches Dokument darstellt. Aus medizinischer und zeitgeistlicher Sicht. Mit u.a. Thekla-Carola Wied waren sogar einige bekannte Schauspieler jener Zeit verpflichtet worden. Interessante Funfacts: Zum einen hat der Titelsong sich die typische „Martinshorn“-Zweiton-Fanfare zum musikalischen Thema gemacht, und zum anderen hieß der im Film verwendete Notarztwagen der BF Frankfurt NAW 7, um Verwechselungen mit dem echten NAW 3, der er eigentlich war, zu vermeiden.

Aber zurück zum Fahrzeug. Ein Notarztwagen, kurz NAW, war in der Regel ein Großraumtransporter, der mit einer erweiterten medizinischen Ausstattung bestückt war und den Arzt gleich mitbrachte. Stationiert waren diese Fahrzeuge meist an den städttischen Krankenhäusern und Kliniken.

So auch in Farnheim. 1970 beschaffte die Feuerwehr für den Rettungsdienst den ersten NAW für die Jadestadt. Stationiert wurde er am Universitätsklinikum Rechts der Jade (RDJ), aufgrund seiner zentralen Lage. Die Entscheidung den Notarztwagen auf ein 7-to-Chassis zu setzen bot gleich mehrere Vorteile: robuste LKW-Technik, ein größeres Platzangebot und eine höhere Nutzlast für das Plus an zusätzlich verlasteter notfallmedizinischer Ausstattung.

In den Jahren zuvor, ab 1967, gingen in der bayrischen Landeshauptstadt drei vergleichbare Fahrzeuge auf Magirus-Deutz-Fahrgestellen 110 D7 F mit Bonner Miesen-Aufbau in Dienst. An der Isar taufte man sie, wegen ihres Erscheinungsbildes, „Jumbo“, wobei man in Farnheim, in Anlehnung an die Münchner, den eigenen fortan als „Jade-Jumbo“ betitelte. Während die NAWs aus Bayern jeweils nur recht wenige Jahre im Einsatzdienst verblieben, war dem Farnheimer Pendant, bis einschließlich 1981, eine deutlich längere Dienstzeit beschienen. Sein langer Einsatzzeitraum war als Erfolg zu bewerten, denn er ebnete schließlich den Weg für zwei Nachfolge-Generationen, ehe die Feuerwehr ab 1995 auf das sog. „Rendevous-System“, bestehend aus einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und einem Rettungswagen (RTW), umstellte und den letzten verbliebenen NAW 1998 aus dem aktiven Dienst entließ.

Noch unwissend über welches technische Schmankerl man zu jener Zeit verfügte, wurde der NAW zunächst ab 1982 noch einige Jahre als zweiter Wasserrettungswagen eingesetzt. Die vollständige Außerdienststellung erfolgte schließlich 1987. Mit der FF Reuschenberg fand sich ein Käufer für das robuste Fahrzeug, die ihn bis etwa 1996 als in Eigenregie umgebauten Gerätenwagen-Atemschutz nutzte.

Als ihn die neugegründete Abteilung der Feuerwehrhistorik wieder aufspürte, zeigte sich bei der Besichtigung vor Ort, dass die Zeit ihm arg zugesetzt hatte. Die vollständige Restaurierung lässt ihn heute wieder im Auslieferungszustand erstrahlen. Die sog. „Frankfurter Lackierung“ bekam der NAW übrigens erst ein Jahr später.

Bei der Suche nach besonderen Fahrzeugen längst vergangener Zeiten stieß ich u.a. auf diesen NAW. Leider sind die historischen Details, die das Internet und die mir vorliegende Fachliteratur bereithält, nur wenig erschöpfend. Insofern können manche Details am Modell nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben sein. Aber, es soll ja schließlich auch ein Farnheimer sein und kein Münchner.

Dieses Modell baute ich zunächst vollständig in der 4er Breite (siehe Bilder weiter unten), bis ich auf ein Modellfoto stieß, das mir die Größe und vor allem die Breite des Fahrzeugs nachvollziehbarer machte. So baute ich kurzerhand alles ab der B-Säule auf 5w um. Dabei konnte ich glücklicherweise die zuvor in 4w festgelegten Proportionen in Punkto Länge und Höhe beibehalten. Lediglich den hinteren Hochdachabschluss und die Heckklappe musste ich aufgrund der neuen Baubreite ändern.

GW-Kampfmittelräumdienst Klein (GW-KRD-K)

Als Ersatz für seinen Vorgänger konnte die Abt. Technik zum Ende des vergangenen Jahres noch einen neuen Gerätewagen für die Fachgruppe der Kampfmittelbeseitigung in Dienst stellen.

Dadurch, dass die Stadt gegen Ende des zweiten Weltkriegs wiederholt Ziel alliierter Bomberverbände wurde – nicht zuletzt während des verheerenden Bombardements in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1944, werden bei Bauarbeiten auch nach über 70 Jahren immer noch alte Blindgänger ans Tageslicht gefördert.

Das neue Fahrzeug ist, wie sein Vorgänger, mit Allradantrieb und Sperrdifferenzial ausgestattet und verfügt über eine besondere EX-II-Zulassung. D. h., sämtliche elektrische Leitungen sind gekapselt und erfüllen die Anforderungen, die beim Explosionsschutz an Batterien, Kraftstoffbehälter und Auspuffanlage gestellt werden. Beladen ist er mit einer ex-geschützten Sicherheitsbox für kleinere Sprengkörper sowie Pulverlöscher, Atemschutzmaske und pers. Schutzausrüstung des Kampfmittelräumers.

Als ich über ein spezielles Modell des Erbauers de-marco stieß, wollte ich das Modell nachbauen, bzw. es für meine Zwecke anpassen. Und so entwickelte sich quasi wie von allein ein neuer, kleiner Gerätwagen mit einem festen Aufbau. Er soll fortan den alten Vorgänger ablösen. Als zusätzliches Detail habe ich die gelben Streifen mit Reflexfolie versehen und dem Heck eine Diagonalschraffur verpasst.