Zugkombinationen – Teil 3

In dieser kleinen Serie möchte ich auch solche Kombinationen vorstellen, die nicht Teil der städtischen Feuerwehr sind. In diesem Falle ist es die erste von zwei Löschzugzusammenstellungen der Flughafenfeuerwehr. Der ICAO-Löschzug (intern Löschzug 2) ist immer dann der erste Abmarsch, wenn sich ein Problem bei einer Maschine im Landeanflug oder auf dem Flugfeld abzeichnet. Gleichfalls rückt dieser auch zu Alarmierungen rund um das Flughafengelände aus, desweiteren kann er in speziellen Fällen auch zu Unterstützungseinsätzen der Berufsfeuerwehr herangezogen werden. Dabei muss es sich nicht immer nur um Flugnotfälle handeln.

Im Gegensatz dazu rückt die Berufsfeuerwehr bei gemeldeten Flugnotfällen technischer Art (z. B. Rauch in der Kabine, Triebwerksschaden, etc.) mit einem Löschzug aus den beiden umliegenden Wachen in Beklum und Farmsen aus, um auf den Flughafenvorfeld in Bereitstellung zu gehen. Gleichzeitig wird der Fachgruppe MANV alarmiert). Ein ähnliches Konzept der Zusammenarbeit zur Schadenabwehr verfolgen seit einigen Jahren die Flughafen- und die Berufsfeuerwehr Hamburg.

Dieser ICAO-Löschzug setzt sich aus dem Führungsfahrzeug, dem HTLF 30/50-5, drei GFLF 100/125-15 + 500P und dem Rettungstreppenfahrzeug, sowie einem Rettungswagen zusammen. Dieser Rettungswagen dient in erster Linie, wie es auch bei den städtischen Zugkombinationen der Fall ist, dem personellen Eigenschutz. In den Löschfahrzeugen stehen im Einsatzfall, bei dem binnen 2 Minuten jeder Punkt auf dem Flughafengelände erreicht werden muss, insgesamt 42.500 L Wasser, 5.000 L Schaummittel und 1.500 kg Löschpulver für einen Erstangriff zur Verfügung. Diese Mittel erfüllen somit die Anforderungen der höchsten ICAO-Brandschutzkategorie 10.

Nebenbei noch der Link vom selbigen Löschzug anno 2009.

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Fahrzeuge der BF Essen

Auf dem Heimweg fiel der überraschte Blick auf einige Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr Essen, die ich bei einem spontanen Pitstop fotografisch einfangen konnte. Offensichtlich waren die Damen und Herren von der nahen Feuer- und Rettungswache 1 an der Eisernen Hand gelegen zum Betriebssport ausgerückt.

Neben dem (fast) kompletten Löschzug samt brandneuer Drehleiter und dem Fahrzeug des WAL (Wachabteilungsleiter), fand sich mit dem Rüstwagen noch ein wahrlich spektakulär ausschauendes Fahrzeug am Straßenrand.

Die Feuerwehr Essen verfolgt mit dem LRF (Löschrettungsfahrzeug) ein recht ungewöhnliches wie interessantes Konzept zur Personenrettung. In der mittlerweilen zweiten Fahrzeuggeneration ist das LRF zum einen wie ein Vorausrüstwagen, zum anderen wie ein Rettungswagen ausgestattet. Damit kann bei Verkehrsunfällen eine sog. „Crashrettung“ – das Herausschneiden eingeklemmter Personen aus den Unfallfahrzeugen, oder eine mögl. Brandbekämpfung – unmittelbar vorgenommen werden. Dazu sind ein hydraulischer Hilfeleistungssatz sowie ein 400 L-Löschwassertank (Unterflur verbaut) samt Schnellangriff auf dem Fahrzeug verlastet. Den Ausschlag für dieses Fahrzeugkonzept gab vor einigen Jahren ein schwerer Verkehrunfall, bei dem eine eingeklemmte Person vor den Augen der RTW-Besatzung im Fahrzeug verbrannte. Nach wie vor gibt es in Essen für die gängige Notfallrettung aber auch das sog. Rendevous-System, bestehend aus Noteinsatzfahrzeug und gewöhnlichem Rettungswagen.

RTF – Rettungstreppenfahrzeug

Im Zuge der umfangreichen Modernisierung der Fahrzeugflotte der Flughafenfeuerwehr beschaffte die Werkfeuerwehr jüngst ein neues Spezialfahrzeug. Als Ersatz für das alte Rettungstreppenfahrzeug, stellte die Abteilung Technik einen hochmodernen Nachfolger in Dienst, der auch den neuen Einsatzanforderungen augenblicklicher Großraumjets mehr als gerecht wird. Als logische Konsequenz wuchs somit auch das Fahrzeug in der Größe. Ebenso vergrößerte sich der Löschwassertank für den Erstangriff auf 1.000 L, und der für Schaummittel auf 100 L. Die fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe liefert 2.000 L/Min. bei 8 bar. Geräte zur technischen Hilfeleistung, sowie Co2-Löscher runden die Beladung ab.

Lange Zeit schon beschäftigte ich mich mit dem Gedanken, das alte Modell gegen ein neues auszutauschen. Bei dem Nachfolger sollte vor allem die Treppe nun wesentlich filigraner ausfallen, wenn möglich verkleidet sein und darüber hinaus auch über sämtliche beweglichen Merkmale des Originals verfügen. Bei einer Baubreite von nur vier Noppen eine echte Herausforderung. Und so kam es, dass das Treppesegment insgesamt dann auch etwas breiter ausfiel. Aber dadurch ließen sich alle weiteren, und daran anschließenden Bewegungsfunktionen und -abläufe realisieren. Und so sind nun die vorderen Plattformen vorbildgerecht nach vorne fahrbar, die Treppe aufrichtfähig und die hintere Bordwand nach unten schwenkbar. Zudem erhielt das Fahrzeug Geräteräume, einen Generator, eine entsprechende Verkabelung und sonstige, dem Fahrzeugtyp entsprechende Accessoires. Schlussendlich sollte sich auch hier die optische Vereinfachung des Fahrzeugparks bemerkbar machen, indem das Modell über ein „Gesicht“ verfügt, dass als mittelschwere bzw. schwere Klasse meiner Modell-LKWs nun hinlänglich bekannt sein dürfte.

Fahrgestellbasislänge:  15 Noppen (1 x 2 auf 1 x 4 Bracket, 2 x 12er Platte + 2 x 2er Platte)

# 6480 – Hook And Ladder Truck (1986)

Parallel zum „Mobile Police Truck“ erschien mit diesem Bausatz 1986 ein weiteres sog. „Light & Sound“-Set. Denn auch dieses wies die typischen Bauteile der Elektrifizierung auf. Da TLC 1986 noch nicht vorsah den Batteriekasten auch in anderen Farben herzustellen (Rot bspw. folgte erst mit dem „Airport Shuttle“ 1990), musste aus der Not eine Tugend gemacht werden: ein großer schwarzer Aufkleber mit einem Feuerwehrsymbol mit gekreuzten Äxten, Flammen und Helm hinterließ – sorgsam montiert – einen umlaufend gleichmäßig weißen Rahmen um den Sticker, was durchaus als ein Gestaltungselement gewerten werden konnte und noch immer kann.

Um dem Modell darüber hinaus auch einen gewissen Spielwert mitzugeben, wurde um den wuchtigen Batteriekasten allerlei Zubehör drappiert und eine heckseitige Schnellangriffsvorrichtung verbaut und obenauf eine drehbare, zweiteilige Leiter angeflanscht. Somit wirkt das Fahrzeug eher wie ein Zwitter: halb Tanklöschfahrzeug, halb Drehleiter. Aber den Realismus erkaufte man sich bei den Sets von jeher in eher homöopathischen Dosen. Den Kinder schien es egal. Dass dieses Fahrzeug als „Mädchen für Alles“ gilt, zeigt der obendrein mitgeführte Anhänger, der mitsamt zusammenbaubauer Feuerlöscher (soviel zum Thema Realismus) und einiger Saugschläuche ein Pumpenaggregat mitführt. Das generelle Fahrzeugdesign, allen voran das Fahrerhaus, passt zu den übrigen Modellen jener Zeit. Die Lampensteinen-Scheinwerfer samt Leiter als wuchtiger Kühlergrill machen im Wesentlichen das typische Gesicht jener Fahrzeug-Ära aus. Apropos Beleuchtung. Immerhin verfügt dieses Zugfahrzeug mal über einen Satz Rückleuchten, jedoch bleibt der Anhänger im Dunkeln verborgen.

Dankeswerter Weise ist auch dieser Bausatz gut erhalten. Vor allem aber ist auch hier die Elektrik in vollem Umfang funktionstüchtig, und auch der Aufkleber weist nach all der Zeit keinerlei Gebrauchserscheinungen auf. Einmal mehr ein Indiz dafür, dass die Qualität der frühen Siebdruckaufkleber ganz hervorragend war. Mal schauen, ob heutige Aufkleber dies in einem Vierteljahrhundert auch von sich behaupten können.

Wer sich jetzt fragt, an welches Fahrzeug dieses Ungetüm erinnert, sei verdeutlicht, dass die Entwickler wohl maßgeblich hieran dachten:

Typische Fahrzeugfront mit Leiter als Kühlergrill

Typische Fahrzeugfront mit Leiter als Kühlergrill

Wer’s nicht mehr weiß: zu finden in der Allerersten der roten Feuerwachen: #6382 von 1982

Jahr: 1986
Teile: 118
Minifig: 1

# 6450 – Mobile Police Truck (1986)

Als die zweite Hälfte der 1980er Jahre anbrach, schritt die Elektrifizierung der LEGO®-Sets auch außerhalb des Eisenbahn-Themas zügig voran. Dazu zählte dieser Polizei-LKW, der durchaus als legitimer Nachfolger, des 1981 erschienenden „Police Vans“ angesehen werden konnte und kann. Denn auch hier ist eine Verkehrskontrolle augenscheinliches Einsatzszenario. Die Besonderheit, die dem hierbei vorgestellten Set zuteil wird, ist die Möglichkeit, es, dank 9-Volt-Batteriebetrieb, mit Licht- und Soundeffekten durch das Legoland brausen zu lassen. Dazu nimmt hier die beliebte Batteriebox, die in der Folge in zahlreichen Sets zum Einsatz kam, die Arbeit auf, und versorgt die neuen Spezialsteine, eine 2x2er Soundeinheit mit Drehschalter und einen 1x4er Lichtbalken mit Strom. Während der Sound eher ein mickriges Elektrogedudel (umschaltbar zwischen einer typisch amerikanischen Polizeisirene und des hierzulande eher bekannten Folgetonhorns) zustande bringt, lässt es der Leuchtbalken dagegen recht ordentlich blinken. Hierbei bietet das Bauteil die Möglichkeit zwischen Blinken und Dauerleuchten zu wählen, in dem man den Balken einfach um 180 Grad gedreht auf den Batteriekasten steckt. Letztendlich hielt die einfache Art der Verstromung abseits von Zügen und Schienen lediglich bis 1991 an. Aber dank der robusten Bauweise sämtlicher Teile ist die Art der „Effekthascherei“ vor allem bei uns MoRaStafaris noch heute sehr beliebt.

Visuell hat sich das Set nicht weit von seinem Vorgänger entfernt. Das bekannte schwarzweiße Farbschema wurde beibehalten. Nur blaue Accessoires, wie das Megafon (erstmalig hier in blau erhältlich) und der Kühlergrill trüben etwas das Gesamtbild. Ähnlich wie bei dem bereits zwei Jahre zuvor erschienenden „Police Patrol Squad„. Das Blau will optisch einfach nicht passen.

Dieses von mir erworbene Exemplar hat zwar über die Jahrzehnte etwas natürliche Patina angesetzt, jedoch ist das Weiß noch weiß, die Aufkleber hervorragend in Schuss, die Anleitung ungelocht und die Elektrik noch immer funktionstüchtig. Im Allgemeinen macht es den Eindruck nicht sonderlich bespielt worden zu sein, davon zeugen ein unverkratzter Batteriekasten, und ungetrübte Transparentteile.

Jahr: 1984
Teile: 82
Minifig: 1