Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 30/20)

An die Farnheimer Feuerwehr wurden kurz vor Weihnachten noch drei sog. Farnheimer Löschfahrzeuge vom Typ (HLF30/20) ausgeliefert. Es sind die ersten einer neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug-Generation in der Jadestadt. Der Fahrzeughersteller hatte im Rahmen der IAA, im Herbst 2021, seine neue mittelschwere Nutzfahrzeugklasse dem Fachpublikum vorgestellt. Nun sind die ersten Fahrzeuge mit bereits nach Euro 7 reglementierten Dieselmotoren ausgestattet und ausgeliefert worden. Die zwangsbeatmeten 6-Zylinder-Motoren arbeiten noch effizienter und verfügen leistungsgesteigert statt über 299 nun über 312 PS. Der hier vorgestellte Neuzugang wird zunächst an der Hauptfeuerwache, der FRW 2 im Nordosten der Stadt gelegen in Dienst gehen.

Wir erinnern uns: 2018-2019 befanden sich im Verlaufe bis zu drei potenzielle Nachfolgerfahrzeuge für das Modernisierungsprojekt „FLF25“ im ausführlichen Testbetrieb. Diese verfügten über größere Löschwassertanks von insgesamt 2.000 L statt 1.600 L sowie eine leistungsfähigere Pumpe (FP 10/3.000). Das Konzept hat sich in der Praxis hervorragend bewährt, sodass mittlerweile die Beschaffung über insgesamt 30 Fahrzeuge angelaufen ist, wobei 13 Stück von ihnen auf die Freiwillige Feuerwehr entfallen werden, sodass erstmalig in der Geschichte der gesamten Farnheimer Feuerwehr auf einen einheitlichen Fahrzeugtypus zurückgegriffen werden kann. Das gestaltet Fahrzeugrotationen effizienter, da sich die Manschaften nicht mehr auf andere Fahrzeugbedienungen ein- bzw. umstellen müssen. Voraussichtlich 2024 sollen die letzten Exemplare der neuen „FLFs“ ausgeliefert und indienstgestellt sein. Somit wird neben der vereinfachten Fahrzeugausbildung auch die Wartung und Instandsetzung, Ersatzteilbevorratung und die Anschaffung aller Fahrzeug überhaupt erheblich günstiger.

Die Finanzierung des Gesamtinvestitionsvolumens von über rund 11 Millionen Euro in die Modernisierung des abwehrenden Brandschutzes in Farnheim übernimmt zu einem Drittel das Land.

Zum Modell. An einem wolkenbedeckten Tag Mitte Dezember entstand auf meinem Bautisch ein vollkommen neues Fahrzeuggesicht. Ich war dabei eine Ablösung für mein bisheriges, auch nach einem erfolgten Facelift, nun in die Jahre gekommenes Frontdesign zu finden. Ein sog. Hausfrauentest bei Freunden ergab, dass die neue Optik offensichtlich Anklang fand. Also entschied ich mich als erstes mein „Mädchen für Alles“, das HLF damit auszustatten. Und es passte auch ganz gut in die zeitliche Abfolge, denn gemäß eines alten Artikels sollte nun ein Generationswechsel bei der Fahrzeuggattung anstehen.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Nachfolger, mal abgesehen von dem neuen Frontdesign, nur in Details vom (Testfahrzeug-)Vorgänger. Allerdings konnte ich dabei ein paar konstruktive Schwächen abstellen und fand noch ein wenig Raum für Modernierungen. So ist die Dachbeladung mit nun 2 (!) Leitern eine völlig andere, die Gruppenkabine geräumiger, die Geräteräume G1/G2 um eine Plattenhöhe tiefer platziert und die Haspelaufnahmen ansatzweise stabiler gehalten. Neben einer komplett neuen Sondersignalanlage bietet die das neue Frontdesign die gesetzmäßig folgerichtige Umsetzung von nur noch einem erlaubten Paar Straßenräumern. Es könnte aber sein, dass hierüber noch nicht das letzte Wort – trotz erfolgter Gesetzesnovellierung – gefallen ist. Und auch darüber, ob ich hiervon tatsächlich mal 30 Fahrzeuge bauen werde und will…

3 Gedanken zu “Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 30/20)

  1. Lyse schreibt:

    Die alte Front finde ich einen Ticken hübscher, aber nichtsdestotrotz ein sehr gelungenes Modell. Mir gefällt die Blaulichtanordnung vorne auf dem Dach. Die mitgeführte Ausstattung ist gewohnt irre. 😉

    Von der Blaulichtbeschränkung höre ich zum ersten Mal, was haben denn die wieder für Lack gesoffen!? O_o

    Viel Spaß mit den 29 weiteren Modellen. 😀

    • farnheim schreibt:

      Danke Dir für Deinen Kommentar. 30 Modelle, das hätte natürlich was. Da müsste ich wohl so einiges in größeren Gebinden bestellen. Uiuiui!
      Nun, offensichtlich haben einige Politiker etwas dagegen, dass ein Einsatzfahrzeug blitzt und funkelt wie ein Weihnachtsbaum. Dabei ist eine gute Wahrnehmbarkeit die Lebensversicherung des Personals auf einer Einsatzfahrt ist. Auch ich hatte die Meldung damals auch zunächst für einen Witz gehalten. Ich, der mit der Praxis zwar nichts zu tun hat, muss persönlich aus eigener Beobachtung sagen, viel hilft viel. Ich sage sogar, dass mir Fahrzeuge vor allem an den Seiten und hinten zu wenig leuchten. Da reißt es allein eine passive, reflektierende Warnfolierung, so auffällig sie auch sein mag, nicht raus. Da machen es die Skandinavier im Allgemeinen eindeutig besser. YT hält da zahlreiche überzeugende Videos bereit.
      Nicht nur, dass zukünftig an Neufahrzeugen die Beleuchtung reduziert wird, fällt mir schon länger auf, dass vor allem diese neuenartigen Elektronikhörner, die digital Pressluft emulieren viel zu leise sind. – auch das kann in YT-Videos gut vergleichen. So auch die SoSi-Anlagen, die auf unseren Streifenwagen in NRW verbaut sind. Das ist ein echter Witz. Die hört man erst sehr spät, selbst wenn das Radio nur auf normaler Lautstärke dudelt. Es geht einfach nichts über echte Pressluft!

      • Lyse schreibt:

        Eine Parade wird mit so vielen Fahrzeugen sicher richtig klasse aussehen, so viel ist klar. 😉 Oder auf dem Werksgelände des Herstellers bzw. Umrüsters wäre eine solche Fahrzeugansammlung bestimmt auch ein enormer Augenschmaus. 🙂

        Ich bin auch kein Feuerwehrler o.ä. und glücklicherweise nur wenig auf den Straßen unterwegs. Aber genau den Punkt mit der Wahrnehmbarkeit finde ich absolut wichtig. Wie Du sagst, seitlich und rückwärts wäre noch etwas Platz für mehr Blaulicht, gerade bei größeren Fahrzeugen. Die Verunsicherung der Verkehrsteilnehmer, die in dem Artikel als die (?) Begründung angeführt wird, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Also nicht mal im Ansatz. Wer davon verwirrt ist, sollte sich ernsthaft überlegen, sich aus dem Verkehrsgeschehen zukünftig rauszuhalten.

        Epileptiker sind vermutlich die einzigen, denen weniger Geblitze wirklich hilft. Einen anderen Vorteil kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Weniger Stromverbrauch durch weniger Leuchten, aber das sollte sich auch in engen Grenzen halten, vermute ich.

        Persönlich find ich die sich drehenden runden Lichter älterer Bauart wesentlich hübscher als die modernen Blitzer. Aber ich kann es verstehen, mechanisch drehende Teile sind mit Sicherheit fehleranfälliger als die Elektronik (wobei…). Und können sie auch deutlich kompakter gebaut werden. Das war’s aber auch.

        An Pressluftmartinshörner kommt nichts ran. Da stimme ich Dir absolut zu, die Elektrohörner sind zu leise, außer das Einsatzfahrzeug fährt direkt an Dir als Fußgänger oder Fahrradfahrer vorbei. Aber im Auto nimmt man es schon wirklich spät wahr. Wenn hier im Ort die Feuerwehr ausrückt (ich bin eine ganze Ecke von der Feuerwache entfernt), finde ich es auch immer wieder bemerkenswert, wie krass die Lautstärkeunterschiede zwischen den elektrisch und pressluftbetriebenen Martinshörnern sind.

        Nun werd ich mich doch glatt mal auf YT nach skandinavischen Einsatzfahrzeugen umsehen. 😉

        Zudem muss ich auch unbedingt meine Feuerwehr- und Rettungsdienstfreunde befragen, was die von der Aktion halten. Ich kann mir schon vorstellen, wie die Antworten ausfallen werden.

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