Einsatzbereitschaften der Feuerwehr

In der jüngeren Vergangenheit konnte man desöfteren das Wort „Einsatzbereitschaft“ aus der Presse vernehmen, insbesondere dann, wenn die Bilder dazu eine schier endlose Kolonne an Feuerwehreinsatzfahrzeugen zeigten. Eilten diese dann zur überörtlichen Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort. Eines der bekanntesten Ereignisse der letzten Jahre war sicherlich die Elbe-Hochwasserkatastrophe von 2013, als Feuerwehren, Bundeswehreinheiten und Kräfte des THW und der Hilfsorganisationen aus ganz Deutschland entlang der Elbe im Einsatz waren.

Aber was sind eigentlich Einsatzbereitschaften?

Einsatzbereitschaften sind ein Zusammenschluss taktischer Einheiten von Einsatzmitteln aus benachbarten Städten oder Landkreisen eines Regierungsbezirkes eines Bundeslandes zu einem autark agierenden Verband. Ein solcher Zusammenschluss beeinhaltet für gewöhnlich vier Löschzüge, ein Logistikzug und ein FüKom-Zug (Führung und Kommunkation) und besteht aus etwa 25-30 Fahrzeugen mit ca. 150 Einsatzkräften. Je nach Lage und Einsatzanforderungsprofil können weitere Zusatzmodule, wie Waldbrand, Hochwasserschutz, Technische Hilfeleistung, ABC und Instandsetzung hinzugezogen werden. Angefordert und alarmiert werden diese Bereitschaften über die Bezirksregierungen.

In Nordrhein-Westfalen ist jeder Regierungsbezirk in bis zu fünf Bereitschaften aufgeteilt, die sich aus Kräften benachbarter Städte und Gemeinden zusammenstellen. Alarmiert über die Bezirksregierungen können im Einsatzfall folgende Einsatzbereitschaften zusammengezogen werden:

Regierungsbezirk Düsseldorf
Bereitschaft I      Duisburg, Kreis Kleve, Kreis Wesel
Bereitschaft II     Mülheim, Essen, Oberhausen
Bereitschaft III    Mönchengladbach, Krefeld, Kreis Viersen
Bereitschaft IV    Düsseldorf, Rheinkreis Neuss, Kreis Mettmann
Bereitschaft V     Wuppertal, Remscheid, Solingen

Regierungsbezirk Arnsberg
Bereitschaft I      Bochum, Herne, Gelsenkirchen, Recklinghausen
Bereitschaft II     Dortmund, Ennepe-Ruhrkreis
Bereitschaft III    Hagen, Märkischer Kreis
Bereitschaft IV    Unna, Hamm, Kreis Soest
Bereitschaft V     Hochsauerlandkreis, Olpe, Siegen

Regierungsbezirk Köln
Bereitschaft I      Kreis und Stadt Aachen, Kreis Heinsberg
Bereitschaft II     Kreis Düren, Kreis Euskirchen
Bereitschaft III    Köln, Rhein-Erft-Kreis
Bereitschaft IV    Bonn, Rhein-Sieg-Kreis
Bereitschaft V     Leverkusen, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis

Regierungsbezirk Detmold
Bereitschaft I      Stadt Bielefeld
Bereitschaft II     Kreis Minden-Lübbecke/Kreis Herford
Bereitschaft III    Kreis Paderborn, Kreis Höxter
Bereitschaft IV    Kreis Lippe, Kreis Gütersloh

Regierungsbezirk Münster
Bereitschaft I      Kreis Borken, Stadt Bottrop
Bereitschaft II     Kreis Coesfeld, Stadt Gelsenkirchen
Bereitschaft III    Kreis Recklinghausen
Bereitschaft IV    Kreis Steinfurt
Bereitschaft V     Kreis Warendorf, Stadt Münster

Weiterführende Infos:

Die neuen Feuerwehruniformen

Es tut sich wieder etwas an der Bekleidungsfront. In schöner Regelmässigkeit renoviert TLC alle Jahre wieder die Optik seiner Feuerwehruniformen (aber nicht nur die). Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf das, was seit Anfang dieses Jahres erhältlich ist.

2019 ist ein besonders Jahr, denn es gibt, neben der bekannten schwarzen Kluft, die bereits 2016 renoviert wurde, eine neue Arbeitskleidung in darktan und einen weiteren neuen Arbeitsoverall in bright light orange. Das beige Vorbild ist sicher wieder in den USA zu suchen, wenngleich auch hierzulande Feuerwehren mit dieser Arbeitskluft ausgestattet sind. Ergo, mich erfreut’s ganz besonders. Und nun bin ich versucht, die neuen Uniformen bei den Feuerwehren in Farnheim einzuführen.

Neben blütenweißen Diensthemden für die Branddirektion gibt’s für die FF neue Dienstbekleidung

Insgesamt bietet der Feuerwehr-Dresscode für Minifigs im Lego-Kosmos genug Stoff, um sich in einem gesonderten Artikel mit den Dienstuniformen der vergangen 40 Jahre in erschöpfender Breite zu beschäftigen. Dazu später mehr.

Nun aber zunächst zurück ins hier und jetzt. Die ebenso neue orangefarbene Uniform entspricht NICHT der der Waldbekämpfer aus dem Jahr 2012. Auch wenn sie sich auf den ersten Blick gleichen, bietet der neue Arbeitsanzug ein eigenständiges Design, und die retroreflektierenden Streifen werden diesmal, anstelle des alten, hellen Graus, mit einem echten Silberaufdruck immitiert.

 

Zudem spendiert TLC seinen Feuerwehrleuten neue Diensthemden. Einmal ausgehfertig mit gebundener und standesgemäß roter Krawatte und einmal als Shirt mit Polohemd-artigem Kragenabschluss. Aber alle verfügen über ein mittlerweile übliches Feuerlogo in Wappenform und einem Sprechfunkgerät angeklipst an der rechten Brusttasche. Die Rückseiten sind erfreulicherweise ebenfalls dekoriesiert und bei beiden idetisch.

Die Designer durften diesmal aus dem Vollen schöpfen: Vier neue Feuerwehroberteile und zwei neue Hosen sind das Resultat

Teile und ihre Geschichte: Der Feuerwehrhelm

in den Jahren bis 2019 ist die Farbpalette der Helme tüchtig angewachsen

In dieser Rubrik sollen zukünftig interessante Teile für den Feuerwehrkosmos vorgestellt werden. Den Start markiert der Feuerwehrhelm der Minifigs. Da es ihn seit Beginn des Jahres 2019 in einer neuen Farbe gibt, Grund genug, ihn einmal näher zu beleuchten.

Sein Vorbild ist unverkennbar der amerikanischen Feuerwehrhelm. Dass die Wahl als europäischer Spielzeughersteller ausgerechnet auf eine US-amerikanische Vorlage fiel, überrascht keineswegs. Der nordamerikanische Kontinent war und ist ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Handelsmarkt für TLC überhaupt. Und für einen besseren Abverkauf ihrer Produkte dort, empfiehlt sich der typische amerikanische Feuerwehrhelm eben wohl am besten. Aber auch in anderen Teilen der Welt lässt sich diese Helmform recht zweifelsfrei als Feuerwehrhelm identifizieren.

Eines der ersten Sets mit dem neuen Feuerwehrhelm

Eingeführt in das Produktprogramm wurde er in der Farbe Schwarz im Jahr 1978 mit einer Flut von fünf Sets in jenem Jahr. Damit standen auf Anhieb acht neubehelmte Wehrleute bereit –  vorausgesetzt, man konnte alle Sets sein Eigen nennen. Vor dieser Zeit gab es ausschließlich die sog. „Kaulquappen“, die lediglich beschirmmützt daherkamen.

Schon damals Aufkleber – 1978 war selbst die Oberkörpergestaltung aufzukleben

Bereits 1982 brach die langewährende Ära der weißen Feuerwehrhelme an, die übrigens in der City-Sparte – mit Pausen – bis 2016 anhielt. Sicher finden weiße Helme auch in Zukunft wieder den Weg in die Großserie. In einer nicht lange währenden Periode zwischen 1994 und 1997 fanden sich allerdings auch bedruckte Helme in zwei Sets (#6571 – Flame Fighters und #6554 – Blaze Brigade). Auf der Stirnseite war das flammenschlagende Wappen jener Zeit aufgedruckt. Das erste und einzige Mal übrigens.

2004 wurde zunächst mit dem Fire Truck (#7239) in nur einem Set ein silbermetallicfarbener Helm eingeführt, bis er sich schließlich seit 2007 (Die „Community Worker“ des Dacta-Sets #9247 aus 2006 wegen ihrer begrenzten Verfügbarkeit mal nicht mitgerechnet) einer größeren Verbreitung erfreut.

Zeitgemäße Farbenparade: Gold, Silber, Weiß, Gelb, Rot, Dunkelrot und Schwarz (v.l.)

Erst die jüngere Geschichte brachte mehr farbliche Abwechselung in die Kopfbedeckung hinein. 2009 nämlich durfte in der #10197 – Fire Brigade erstmalig ein goldener Helm Platz finden. Ehe er ab 2013 immer mal wieder ins reguläre City-Programm aufgenommen wurde – vornehmlich dienstgradtechnisch besetzt für den Feuerwehrchef. Ab 2012, mit der Einführung der sog.
Waldbrandfeuerwehr gab es den Helm für kurze Zeit auch in dunkelrot. 2015 war mit dieser Farbe auch schon wieder Schluss. Aber dieser Farbton wurde während dieser Zeitspanne durch etliche Sets weit verbreitet und ist daher die zweithäufigste Helmfarbe. Wer hätte das gedacht.

Als 2016 bei den damals populären Mixels auch eine kleine Serie mit feuerwehrthatisierten Sets erschien, gab es in nur einem einzigen Set (#41564) einen gelben Helm – bis heute.

Und nun, mit dem Beginn des Jahres 2019, wurde der Helm nun breitgefächert in rot etabliert.

Wer bei Bricklink schaut, entdeckt desweiteren Helme in Sonderfarben, wie Orange, Tan (Beige), Dunkelgrau und Light Bluish Gray. Diese fanden nie den Weg in die Großserie und waren sicher lediglich als Testspritzungen o. ä.  gedacht. Dennoch gibt es sie als Q-Parts, wenngleich sie nicht als offizielle Farbgebung gelten. 1000steinler Jojo glaubt, die Farben Light Bluish Gray und Tan zumindest könnten als farbige Basis für die silber- und goldmetallisch bedampften Helme dienen.

Unterweisung der Wehrleute durch den Gruppenführer während der Ausbildung

Und wie nutze ich für die Feuerwehren in Farnheim die vielen verschiedenen Farben? Ganz einfach, über sie definiere ich den Dienstgrad. Weiße Helme bekommen all jene, die für den abwehrenden Brandschutz zuständigt sind. Also die Mannschaft. Schwarze Helme bekommen Zug- oder Gruppenführer. Silber sind all die Helme der Figuren, die dem Vorbild des gehobenen Dienstes angehören (ab Brandinspektoranwärter/In aufwärts). Goldene Helme sind ausschließlich dem höhreren Dienst (ab Brandreferendar/In) vorbehalten. Dunkelrote Helme kleiden die Damen und Herren der Werkfeuerwehren ein, wobei auch hier das Führungspersonal über dieselbe Farbstruktur wie die städtische Feuerwehr verfügt. Gelb und Rot sind sind derzeit noch nicht besetzt.

 

Europäischer Tag des Notrufs

Alljährlich seit 2009 wird heute (11.2.) der europäische Tag des Notrufs begangen, um auf die europaweite Gültigkeit und Vorteile einer einzigen Notrufnummer hinzuweisen. Denn noch 2008 waren nur 22 % der europäischen Bevölkerung die einheitliche Notrufnummer 112 bekannt. In Deutschland übrigens nur 16 % .

Am heutigen Tag (von 08:00-20:00 Uhr) beteiligen sich dazu 41 Feuerwehren allein aus Deutschland beim Twitter-Gewitter #112live. Dabei wollen sie über ihre tägliche Arbeit, ihre vielfältigen Einsätze und ihre umfangreiche Ausbildung und Ausrüstung, auch mit etwas Augenzwinkern, berichten und aufklären.

Doch was tun, im Falle eines Notfalls? Für das richige Absetzen eines Notrufs helfen die nachfolgenden sog. 5 Ws:

1. – Was ist geschehen? (kurze, präzise Schilderung des Schadenereignisses)
2. – Wo ist es gesehen? (präzise Ortsangabe von Straße, Hausnummer, Etage, etc.)
3. – Wieviele Verletze/Erkrankte? (realisitische Schätzung betroffener Personen)
4. – Wer meldet? (Angabe von Name, Standort und Telefonnummer)
5. – Warten auf Rückfragen! (ggf. werden noch weitere Informationen benötigt)

Helfen Sie anschließend beim Einweisen der Rettungskräfte. Jede Sekunde zählt!

4w ist Geschichte…

Die Feuerwehr Farnheim feiert ja bekanntlich dieses Jahr ihr 30jähriges Bestehen. Mit einer Pause zwischendurch hat sich diese Modellfeuerwehr dennoch stetig weiterentwickelt. Damit dies auch in Zukunft vorangehen kann, habe ich somit beschlossen, die bisherige nostalgische Baubreite von vier Noppen aufzugeben, um  zukünftig verstärkt 6w-Modelle (insbesondere bei LKWs) zu bauen. Die breiteren und damit einhergehenden größeren Modelle bieten gleich mehrere Vorteile: Höhere Detaildichte, noch mehr vorbildgerechtere Funktionen und ein noch realistischeres Größenverhältnis von PKW zu LKW. Wie heißt es so schön: Alte Zöpfe soll man abschneiden…

Die alten Modelle werde ich nach und nach zerlegen und die Flut der so freigewordenen Teile in neue Projekte fließen lassen. Erste Modelle stapeln sich indes schon auf dem Schreibtisch, damit rechtzeitig zum Relaunch der Seite im Frühsommer, einiges an neuem Content online gehen kam – „4w“ wäre dann ein abgeschlossenes Kapitel und somit Geschichte.

Eine Feuerwehr zieht um

Am Freitag Abend am bekamen die Mannheimer ein besonderes Blaulicht-Spektakel geboten. Die städtische Feuerwehr zog mit Mann und Maus und über 80 Einsatzfahrzeugen (unterstützt von Fahrzeugen der FF, des CityFlughafens, WF Roche, WF GKM, WF Daimler, WF SCA, WF Rheinchemie, der WF BASF und der Berufsfeuerwehr aus Ludwigshafen) in die neue Hauptfeuerwache in MA-Neckerau. Der alte Standort am Lindenhof wird aufgegeben.

Das hohe Interesse der Bevölkerung an dem lange im voraus geplanten Umzug überwältigte die Wehrleute dann doch. Mit rund 50.000 Menschen, die die Straßen säumten, hatte sie nicht gerechnet. Ein schönes Beispiel, welch hohen Stellenwert und großes Vertrauen die Feuerwehr innerhalb der Bevölkerung doch genießt, trotz der in letzter Zeit vermehrt aufkommenden Übergriffe von renitenten Zivilisten auf das Rettungspersonal.

Noch am gleichen Abend erfolgte der erste Einsatz von der neuen Wache: Im Porschezentrum brannt die angrenzende Fahrzeugwerkstatt völlig aus. Es entstant hoher Sachschaden.

Eiige ausgewählte Links zum Thema:

NRW-Tag in Düsseldorf

Anlässlich des 70. Jahrestages seit der Gründung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen beging die Landeshauptstadt Düsseldorf am letzten August-Wochenende bei feinstem Kaiserwetter großräumige Feierlichkeiten.

Grund auch für die zahlreichen Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie Polizei, Bundeswehr und THW sich und ihre Arbeit auf den Rheinwiesen dem interessierten Besucher ausführlich zu präsentieren. Selbst aus den niederländischen und belgischen Nachbarländern waren Gesandschaften der Polizei zu Gast.

Einige weiterführende Links zum Thema

Interschutz 2015

Interschutz2015001 Nach einem Besuch der Internationalen Messe für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz 1988, war es abermals an der Zeit für einen neuerlichen Messerundgang in Hannover. Nach Intermezzi in Augsburg und Leipzig findet die Interschutz nun im Fünf-Jahres-Rhythmus bis 2025 in Hannover statt. Auf dem Außengelände spielte sich erwartungsgemäß das Meiste ab.

Während hinter der zentralen Halle 26 auf Freigelände Hersteller ihre Innovationen im Praxiseinsatz vorführten, reckten sich die Hubretter in einem wahren „Drehleiterpark“ gen Himmel und konkurierten mit dem knapp 89 Meter hochgewachsenen Hermesturm. Gleich nebenan, unter dem atemberaubenen, hölzernen Expodach präsentierten sich die „Big 5“ mit ihren Ausstellungsfahrzeugen: Rosenbauer, Ziegler, Magirus, Schlingmann und Gimaex. In den umliegenden Hallen bot eine Vielzahl an Unternehmen und Zulieferer eine große Produktschau ihrer neuesten Innovationen.

Apropos Drehleiter. An den Fahrzeugen aus dem Rosenbauer-Konzern konnte man beobachten, dass das Metz-Logo beinahe vollständig verschwunden ist. Grund ist, dass sich der österreichische Feuerwehrgerätehersteller ab Juni 2015 neu positioniert. Somit soll ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet werden, und Feuerwehren in Deutschland haben fortan nur noch einen Ansprechpartner für alle Bereiche. Hubrettungsprodukte von Rosenbauer bekommen zukünftig das Siegel „Metz Technology“ versehen. Zur Erinnerung: 1998 ging der Feuerwehrgerätehersteller in die österreichische Rosenbauer Holding über. Während Rosenbauer die Entwicklung und den Bau sämtlicher Feuerwehrfahrzeuge übernahm, oblag die Produktion von Hubrettungsfahrzeugen markentechnisch getrennt weiterhin bei Metz. Künftig firmiert die Metz Aerials GmbH & Co. KG unter dem neuen Namen Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG.

Mit Pomp und einer gewissenen schauspielerischen Dramaturgie wurde von den Verantwortlichen der Berufsfeuerwehr Hannover und der Firma Magirus explarisch eines von 16 neuen HLF 20 auf Mercedes Econic-Fahrgestell feierlich enthüllt. Inklusive symbolischer Schlüsselübergabe in luftiger Höhe. Die Kombination klassischer Tanklöschfahrzeuge und LKWs für Logistikzwecke waren sicher einer der Trends auf der Interschutz 2015. Dieses ungewöhnliche Fahrzeugkonzept sieht neben einem großen Wassertank, Platz für eine Staffel (1+5 Mann), sowie – dank mittschiffs verbauter Pumpe – zusätzlichen Stauraum für diverse Rollcontainer im Heck vor.

Dass die Weltleitmesse in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfand, erkannte man auch daran, dass die Feuerwehr Hannover auf dem Gelände omnipräsent war: Neben zahlreichen Neufahrzeugen war sie auch abseits des Ausstellungstrubels anzutreffen, so bspw. beim Wiederherrichten des Vorführgeländes.

Lokalpatriotischerweise sei zu erwähnen, dass auch die Feuerwehr Mülheim mit einem Fahrzeug auf der Messe vertreten war: Mit ihrem nagelneuen ELW auf Mercedes-Benz Sprinter mit 4matic. Den Ausbau übernahm der französische Hersteller Gimaex. Hierüber berichtete ich etwas ausführlicher in einem separaten Artikel. Ein Fahrzeug war mir allerdings entgangen. Die neue Drehleiter-Generation niedriger Bauart der Berufsfeuerwehr München.

Insgesamt war es eine rekordverdächtige Messe: 157.000 Besucher informierten sich bei den rund 1.500 Aussteller aus über 51 Ländern an den sechs Ausstellungstagen. Somit war die 2015er Ausgabe die größte und best besuchte Interschutz aller Zeiten.

Übung des Zweckverbandes der Feuerwehr Kohlfirst (CH)

Kürzlich probten die Frauen und Männer der Feuerwehr Kohlfirst den Ernstfall. Überraschenderweise hielten sie im Bereitsstellungsraum genau vor meiner Haustür. Somit konnte ich dem wuseligen Treiben ein Weile zuschauen und in einigen Fotos festhalten.

Ziel der Übung war der Einsatz der Tragkraftspritzen der insgesamt drei Ersteinsatzfahrzeuge (EEFs) inkl. Aufbau der Wasserversorgung über eine größere Distanz sowie die entsprechende Löschwasservergabe über mehrere Verteiler hin zu den Angriffstrupps. Gleichzeitig hatten die Mannschaften die Gelegenheit den Umgang und die Bedienung des jeweils fahrzeugfremden Materials zu üben.

Angenommen wurde hierfür ein Flächenbrand auf einer Wiese am Ortsrand. Einsatztaktisch ließ man die EEFs um das Areal herum in Stellung gehen. Ein auf der nahen Hauptstraße positionierter Sanitätswagen der Feuerwehr hatte die Aufgabe den fließenden Verkehr an der Einsatzstelle einzubremsen.

Im Verlaufe der Übung stellte sich übrigens heraus, dass eine der eingesetzten Tragkraftspritzen keine einwandfreie Wasserförderung zuließ. Dieser Mangel offenbarte sich glücklicherweise während dieser Übung, und konnten direkt im Anschluss am Stützpunkt instandgesetzt werden.

EEFs ähneln von ihrer Funktionsbeschreibung am ehesten den deutschen TSF-W. Ebenso ist der Sanitätswagen nicht mit einem deutschen Rettungswagen vergleichen. Moderne schweizer RTWs sind wie in Deutschland von den üblichen Aufbauherstellern montierte Kastenaufbauten auf Transporterfahrgestellen.

Der übende Zweckverband setzt sich aus insgesamt vier Ortsfeuerwehren zusammen.

Text & Fotos: Adrian Matzinger, Schweiz

Video

Feuerwehren in der Schweiz – Das Ausbildungszentrum Andelfingen (2)

FWCH023Oben: Die Übungsanlage in Vollbrand. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Während am Freitagabend die Jugendfeuerwehr noch mit nur einem TLF einen Gasbrand bekämpfte, war es am nächsten Tag bei Orts- und Stützpunktfeuerwehr schon ein Verkehrsunfall, dessen Feuer auf das Gebäude übergreift. Hierzu kam von der Stützpunktfeuerwehr Weinland noch ein Pionierfahrzeug (PIF) mit einem kompletten Einsatztrupp angereist. Auf Grund des Besucherandrangs mussten der Einsatzleiter und sein Gehilfe zu Fuß zum Einsatzort gehen. Gleich erging es den rund 30 Mann die nun gleichzeitig einen Brand löschen und einen Verletzten retten mussten. Die Aufgabenverteilung ist eindeutig: Die Ortsfeuerwehr Andelfingen ist für den Brand im zweiten Stock des Gebäudes verantwortlich, die Stützpunktfeuerwehr Weinland übernimmt das Kommando und mit Hydraulikspreizer und -zange die Rettung des Autofahrers. Die Erfahrung als Autobahnstützpunkt kam den Einsatzkräften zu Gute und nach rund 15 Minuten waren der Verletzte in Sicherheit und alle Brände gelöscht. Dank dem Kommandanten der Feuerwehr Andelfingen wurden alle Zuschauer über die genauen Arbeitsabläufe und das Eintreffen – aus Platzgründen nicht vorhandener – weiterer Einsatzkräfte informiert.

Als beinahe perfekt erwiesen sich für die Zuschauer die Balkone der angrenzenden Übungsgebäude. Den Blick aus dem dritten Stock nutzte auch ich am Sonntag um die dritte und größte Vorführung mit der Kamera zu dokumentieren.

Um halb zwei Uhr Nachmittags begrüßte der Kommandant die Messebesucher zum letzten Mal zu einer Feuerwehrdemo. Das Szenario war gleich wie am Vortag, nur dass diesmal noch etwas mehr Bezug zur Realität hergestellt wurde. 90 Sekunden nachdem der „Augenzeuge“ die 118 gewählt hat, fuhr der First Responder mit dem leitenden Offizier auf den Schadensplatz und begutachtete die Sachlage, bevor nach einer weiteren Minute das TLF mit 10 Mann Besatzung eintraf. Kurze Zeit später kam aus einer Seitenstraße auch schon das PIF, gefolgt von einem Ford MTW, angefahren und rangierte, dicht an den Zuschauern vorbei, auf den abgesperrten Übungsplatz. Nach kleinen Startschwierigkeiten mit dem Löschangriff verlief der restliche Einsatz reibungslos. Während mit einem Elektrolüfter das Treppenhaus vom Rauch befreit wurde, begannen zwei Trupps mit Schnellangriff den Brand am Auto zu löschen. Weitere Einsatzkräfte stützen das umgestürzte Fahrzeug ab und begannen am anderen Fahrzeug mit dem Abtrennen des Daches. Während drei Mann unter Atemschutz das Treppenhaus betraten, um an den Brand im zweiten und dritten Stockwerk zu kommen, trugen vier Mann den Verletzten aus der Gefahrenzone, wo ein weiterer Feuerwehrmann bereits mit einem Rettungsrucksack wartete.

FWCH028Oben: Entfernung des Autodaches. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Schon bald hörte der Kommandant über Funk „Das Feuer ist aus“ und er erklärte die Übung für beendet. Nun stand auch der Junglenker wieder von der Bahre auf und verließ den Platz. Ein letztes Mal galt es nun für dieses Wochenende die Schläuche aufzurollen und die Scherben zusammen zu kehren. Die beiden Unfallfahrzeuge wurden fachgerecht mit dem Gabelstapler wieder zurück zu den anderen Übungsautos gebracht.

Wenn auch die Feuerwehren Andelfingen und Weinland noch etwas größere Fahrzeuge hätten zeigen können, waren diese Vorführungen für mich garantiert ein Highlight des Jahres.

(Zu Teil 1 des Artikels)

Zu guter letzt noch Bewegtbilder von der Übung:

Weiterführende Links:

Text & Fotos: Adrian Matzinger, Schweiz