# 6357 – Stunt ‚Copter N‘ Truck (1988)

1988 startete Lego eine Serie, von der man damals noch nicht wusste, dass es eine werden würde. Als in jenem Jahr das Set „Stunt Copter N‘ Truck“ erschien, war dies der Auftakt für viele gleichartige Modelle in der Zukunft. Zugegebenermaßen gab es vor diesem bereits viele Sattelschlepper, auf denen alles mögliche verlastet war, aber eben noch kein Hubschrauber.

Das Set, ein Tieflader, auf dem ein kleiner Ein-Mann-Hubschrauber verladen ist, mit einer us-amerikanisch anmutenden Hauber-Zugmaschine und zwei Minifigs in der bekannten Rennoverall-Kluft, bietet mit seinen 177 filigranen Bauteilen ein Menge Aufbauspaß. Das Farbschema erinnert schon etwas, lokalpatriotisch betrachtet, an Deutschland oder, noch etwas weiter herunterskaliert, an Mülheims Stadtfarben.

Jedenfalls. Diese Farbgebung fand, wie auch die bedruckten Türen, lediglich noch ein weiteres Mal in einem Set Anwendung. Thematisch passend bei einem sportlichen Monstertruck. Apropos Farbigkeit. Gleichermaßen lackiert erschienen noch die weiteren Sets „# 6669 – Diesel Daredevil“ und das eher selten anzutreffende Set, da US-only „# 1475 – Airport Security Squad“ – beide von 1991.

Natürlich hielten mit diesem Set auch einige neue Bau- und Formteile Einzug in große Teilevielfalt. Als da wären: die Windschutzscheibe am Helicopter, die roten Geländer auf dem Trailer, den großen althellgrauen Propeller, die schwarze 2x2er Fliese mit Pin als Königzapfen.

Jahr: 1988
Teile: 177
Minifigs: 2

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# 6675 – Road & Trail 4×4 (1988)

Nach dem Monstertruck (#6641) kam bereits ein Jahr später für dessen Ersatz ein neuer Monstertruck auf den Markt, der seinem Namen wahrlich alle Ehre machte und seinen „Bruder“ wahrlich in den Schatten stellte. Eine solche Größe und eine solche (fast) mannshohe Bereifung kannte man bislang noch nicht in der klassischen Stadt.

Doch der Reihe nach. Das Modell unterstreicht sein gewaltiges Erscheinungsbild durch die böse schwarz-gelbe Farbgebung. Dazu passen auch die mit gelben und roten Streifen verzierten Türaufdrucke. Dass diese Gerätschaft nur so vor Kraft strotzt verdeutlichen die gleichfalls hier verwendeten großen Ansaugtrichter in der Motorhaube sowie die riesige Dragster-Look-Alike-Auspuffanlage. Man sieht sie förmlich Flammen spucken. Zudem rollt das Modell standesgemäß auf einem luftgefederten Keilfahrwerk. 4 mächtige Technikreifen pro Achse schlagen wahre Wellen in den Asphalt. Auf der Ladefläche klemmt ein Schraubenschlüssel, falls mal etwas nachgezogen werden muss.

Die Minifig in diesem Set trägt ebenso, wie die Figur aus der #6641, ihr Hobby als Aufdruck auf der Brust. Lediglich eine rote Hose unterscheidet sie von ihrem Pendant aus dem Jahr zuvor.

Jahr: 1988
Teile: 81
Minifigs: 1

# 6674 – Crane Truck (1988)

Eigentlich hatten die verschiedenen frühen Stadtthemen über viele Jahre ihr festes Farbschema (Polizei: Schwarz/Weiß, Feuerwehr: Rot, Küstenwache: Blau/Weiß) – eigentlich. Bis 1988 dieser Abschlepp-LKW auf den Markt kam. Erstrahlte dieser plötzlich in feschem rot/gelb. Wir erinnern uns: der Highway Maintenance Truck (#6653) erschien 1982 in Blau, der Emergency Repair Truck (# 6521) 1987 in Anlehnung an den ADAC und Co. in Gelb. Ich vergleiche die Farben deswegen, da auf allen beschriebenen Sets das Autobahnsymbol aufgedruckt war.

Zudem kam 1987 in begrenzter Stückzahl der Big Rig Truck Stop (# 6393) als großes Set in den Handel. Dieses enthielt u. a. einen großen, dreiachsigen Tow Truck in rot/gelber Farbgebung. Dies veranlasste die Setplaner bei LEGO offenbar ein Jahr später eine regulär erhältliche und etwas reduzierte Variante (quasi als „kleiner Bruder“) zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Ein zweiachsiger Hauben-LKW mit einem Abschleppausleger und -haken. Über eine Schlauchhaspel/Kabeltrommel konnte der Haken abgelassen werden. Zudem stehen etwas Werkzeug  der mit blauem Overall samt Autobahnsymbolaufdruck und rotem Basecap bekleideten Minifig für Reparaturen zur Verfügung. Hübsche Details wie zwei aufragende Auspuffrohre hinter der Fahzeugekabine, gelbe Zusatztanks am Fahrgestell, Gelblicht und Funkantenne auf dem Dach komplettieren den Bausatz. Kleine Wehrmutstropfen: dem Fahrzeug vorne wurde leider keine Stoßstange spendiert, und der Aufstieg der Minifig ins Fahrerhaus gestaltet sich ohne Trittstufen auch etwas mühsam.

Alles in allem ein sehr filigran wirkendes Set mit schöner Farbgebung und aufgedruckten statt geklebten Autobahnsymbolen auf der Seiltrommel.

Jahr: 1988
Teile: 94
Minifigs: 1

Interschutz ’88

Ich habe ein wenig in meinem Archiv gekramt und vielleicht für den einen oderen anderen durchaus interessantes zu Tage gefördert: Fotos von der „Interschutz“ in Hannover anno 1988. „Times they are changing!“ Was damals als „State of the Art“ galt ist heute vielerorts schon nicht mehr im Dienst.

Manches ist auch durch die Revision der DIN, wie z. B. der RW 1 für den Zivilschutz oder das TLF 8/18 bereits überholt, bzw. weggefallen. Die Firma Bachert verschwand zwischenzeitig knapp 20 Jahre komplett vom Markt, Metz ist bereits seit vielen Jahren ein Teil von Rosenbauer und der Actros noch lange nicht erfunden.

1988 – die Aufbauhersteller Magirus und Metz versuchten ihrerseits durch neue, teils revolutionäre Entwicklungen die Standardisierung im Fahrzeugpark bei „Brot- und Butterfahrzeugen“, wie RW 1, LF 8, LF 16 und TLF 16 zu forcieren. Auf wenn sich solche Bemühungen nicht vollends durchsetzten, schafften es aber sinnvolle Details, wie z. B. die Umfeldbeleuchtung bis in die heutige Zeit.

Zahlreiche Drehleiterfahrzeuge jenseits der 30 Meter Steighöhe, die überwiegend für den Export vorgesehen waren, konnten bestaunt werden. Aber auch viele neue Fahrzeuge für deutsche Feuerwehren, wie die LB 30-CC von Magirus oder das TLF 24/50 auf Mercedes Benz SK 1928 AK mit Ziegler-Aufbau für die Berufsfeuerwehr Frankfurt, sowie das spektakuläre (noch nicht genormte) LF 24 der BF Karlsruhe, einen Rettungswagen der Landeshauptstadt Kiel auf dem damals recht neuen Düsseldorfer Transporter von Mercedes mit Miesen-Ausbau, sowie die DLK 37-S für die Flughafenfeuerwehr Frankfurt/Main, wurden der Öffentlichkeit auf den weitläufigen Freiflächen präsentiert. In den Messehallen befanden sich überwiegend alte Schätzchen, wie ein TLF 15 auf Magirus Deutz Rundhauber der WF Hannover Messe, oder Zivilschutzfahrzeuge der Wasserförderungsbereitschaft, oder einen RW 1 des Bundes auf MAN VW 8.136.

Ein spannender Rundgang, der sich 2015 an gleicher Stelle sicherlich wieder lohnen würde. Bis es jedoch soweit ist gibt’s nun erst mal ein kleines, ursprünglich analoges und nun nachdigitalisertes Fotoalbum von damals. Das altersbedingte „Gegriesel“ in den Aufnahmen bitte ich zu entschuldigen.

# 6394 – Metro Park & Service Tower (1988)

1988 und nur zwei Jahre nach Erscheinen der optisch sehr gelungenen Tankstelle (#6378 – Shell Service Station) legte man im Hause LEGO® mit diesem Bausatz noch einmal einen drauf und veröffentlichte ein wirklich großes und spektakuläres Tankstellen-Set. Dieses Riesenset ist gleichzeitig ein bis heute andauerndes Novum – es beinhaltete nämlich das erste und einzige waschechte Parkhaus.

Dieses Parkhaus ist natürlich erwartungsgemäß mit zwei stattlichen Parkdecks, einem funktionstüchtigen Lift, einer ganzen Autowaschstraße (ebenfalls eine tolle Neuheit) und einem Staubsauger ausgestattet. Platziert ist das ganze auf einer Sonderstraßenplatte, die mittels Scharnieren mit der zweiten (gleichartigen) Bodenplatte, auf der die Tankstelle steht, verbunden ist, und somit neben- oder – zusammengeklappt – hintereinander platziert werden kann.

Die Tankstelle selbst kann man getrost als „kleinen Bruder“ des oben angesprochenen Sets (#6378) aus 1986 ansehen. Trotzdem bietet auch sie eine Fülle an Details und Spielmöglichkeiten, wie einen kleinen Shop, eine überdachte Werkstatt, eine Zapfsäule mit zwei Tankplätzen, einen Autosauger, Ersatzreifen und etwas Werkzeug.

3 verschiedenfarbige, kleine Stadtflitzer, ein Shell-Pickup, ein Motorrad und 6 Minifigs vervollständigen dieses tolle Set.

Positiv anzumerken sei zu guter letzt noch, dass bis auf wenige Ausnahmen, sämtliche Motive auf die Steine aufgedruckt sind. Egal ob es sich um die Türen am Shell-Lieferwagen, das „Shop“-Schild über der Eingangstür oder die Sonderfliesen mit den Werkzeug- oder Waschstraßensymbolen handelt.

Und das Beste: es ist nach 22 Jahren alles noch vollständig! 😀

Jahr: 1988
Teile: 620
Minifigs: 6

# 6590 – Vacation Camper (1988)

Mit dem Vacation Camper (#6590) aus dem Jahr 1988 reiht sich ein weiteres klassisches Town-Set in meiner Sammlung ein. Dieses Set erschien, als die typische Legoland-Town-Ära allmählich der System-Reihe Platz machte. Mehr und mehr modernere Bauteile, wie das kurze PKW-Chassie (4×7 Noppen), die Dachantenne und Panele am und auf dem Wohnwagen, oder der Winkelstein, der die Basis für die Gestaltung der PKW-Front darstellt, fanden Verwendung. Dennoch konnte es seine ursprüngliche Herkunft durch klar transparenten Scheiben, die typisch lächelnden Minifigs oder auch das alte Anhängerachspaar, wenn auch mit weißer Nabe, nicht verleugnen.

Das Set besteht aus einem blauen Kleinwagen/Kombi, dem Zugfahrzeug, einem großen Wohnwagen mit Tandemachse in weiß/rotem Farbschema, zwei Urlauber-Minifigs (Frau und Mann) und einigen Extras, wie Kaffeebechern und einem Koffer. Der Wohnwagen bietet darüber hinaus eine angedeutete Inneneinrichtung, die aus einem Tisch und einer Spüle besteht, sowie an der Vorderseite über ein stilisiertes Gasflaschen-Staufach verfügt, das in Form eines mit Rippendekor bedruckten 2x2er Dachsteins dargestellt wird. Einmal abgekoppelt kann der Wohnanhänger vorbildgerecht auf herabklappbaren Stützen sicher zum Stehen gebracht werden. Zugang zum Innenraum erfolgt dank einer aufklappbaren Seitenfläche.

Der PKW glänzt mit einigen weiß abgesetzten Karosserieteilen, einem Sonnendach sowie einem Dachspoiler und hellgrauen Steckfelgen, die hier gut als Alufelgenimitationen durchgehen. Vorbei scheinen nun auch entgültig die Zeiten, in denen die Modelle keine Rückleuchten besaßen. Die Fahrzeugfront erscheint mittels tief angebrachter Winkelplatte (1×2 auf 1×4) und darüber montierter zweier Plattenhöhen optisch im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig – solch eine Bauweise sah man so meines Wissens nicht wieder. Die beiden Minifigs sind natürlich dem Anlass entsprechend sportlich-leger gekleidet.

Besonderheit hierbei ist die bislang nur in diesem Set einmalig eingesetzte  2x2er Fliese in klar transparent.

Ein toller Bausatz, der sich Dank pfleglicher Behandlung seiner Vorbesitzer nach gut 22 Jahren noch immer in tadelosem Zustand befindet.

Jahr: 1988
Teile: 116
Minifigs: 2