# 6354 – Pursuit Squad (1990)

1990 startete der Verkauf des sog. „Pursuit Squad“. Er verstand sich durchaus als vorlaufendes Ergänzungsset der „Pier Police“ (# 6540) und kam mit einem hochgeländegängigen Pickup-Truck samt Trailer, auf dem ein kleines Boot transportiert werden konnte, sowie einem Motorrad-Cop und einem Überwachungshelikopter. Somit war die Polizei in der Lage Verbrecher zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu verfolgen und dingfest zu machen.

Neu war allerdings das Farbschema der Einsatzfahrzeuge, das von der anfänglich schwarzen Bauchbinde, was sehr us-amerikanisch anmutete, hin zu einem nahezu unifarbenen Dekor wechselte. Lediglich Zierleisten und Fahrgestellteile waren/blieben schwarz eingefärbt. Schon ein Jahr zuvor startete TLC mit dem „Precinct Cruiser“ (# 6506) mit der Umfärbung der polizeilichen Einsatzfahrzeuge, ehe schließlich 1992 wieder vermehrt Schwarzanteile ins Farbschema zurückzukehrten.

Der Hubschrauber dieses könnte durchaus die behördliche Version des Stunt-Helikopter aus dem Set # 6357 sein. Auch 1993 kam ein ähnlicher Typ in dem abgepeckten Nachfolger-Set # 6664 – „Chopper Cops“ zum Einsatz. Der Zusammenbau und die dabei verwendete Bauteile ähneln sehr stark einander.

Nach der Beseitung des „Staub der Jahrzehnte“ steht nun wieder ein sehr tageslichttaugliches Set auf dem Schreibtisch, dem man seine 25 Jahre kaum ansieht – den Sammler freut’s.

Jahr: 1990
Teile: 171
Minifig: 3

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# 6530 – Sport Coupe (1990)

Dieses Modell war mir persönlich nie wichtig genug, um Zugang zu meiner Sammlung zu erhalten. Zu futuristisch, zu eigenwillig im Design, und vor allem OHNE Türen.

Jetzt jedoch, als mir kürzlich eine große Sammlung klassischer Sets zukam, war auch eben jenes Coupé dabei. Als ich es vom Speck und Staub der Jahrzehnte befreite und  anschließend so erstaunlich hochglänzend vor mir stand, war ich doch froh, es nun mein Eigen nennen zu dürfen.

Zugegenermaßen stört mich nach wie vor der Umstand, dass das Fahrzeug über keinerlei Autotüren verfügt und damit als Beginn der türlosen Ära gelten darf. Aber bei genauerer Betrachtung braucht es sie gar nicht, denn die große windschnittig geformte Kabinenscheibe lässt einen bequemen Ein- und Austieg zu, den so mancher noch von der guten, alten BMW Isetta oder den Kabinenrollern von Messerschmitt der 1950er Jahre her kennen dürfte.

Als im Jahr 1990 dieses kleine Set in den Handel gelangte, war es zeitgleich die beginnende Abkehr von dem alten, blockigen 1980er-Jahre-Kubismus. Aber was gab es an neuen Teilen in diesem Set? Als neue Farbvariante in transparenten hellblau das große Fensterteil, und als neues Bauteil, die angeschrägte Fahrzeugfront mit integriertem Kotflügel.

Übrigens, ein ähnliches Modell erschien sechs Jahre später in einer Behördenversion der Polizei in dem Set (# 6625 – Speed Trackers).

Jahr: 1990
Teile: 43
Minifigs: 1

#6644 – Road Rebel (1990)

Der Nachfolger des alten „Motorcycle Transport“ (#6654) von 1983 sieht nicht nur schnittiger aus, sondern kommt auch direkt mit einem bissigeren Set-Namen daher: „Road Rebel“. Der Protagonist, eine Minifig im Rennoverall, scheint in seiner Freizeit der Beschäftigung von Rennen mit seinem Rennmotorrad nachzugehen, während er im täglichen Straßen auch nicht gerade unsportlich unterwegs ist.

Das Zugfahrzeug ist ein flottes Sportwagen-Cabrio, sattem Heckspoiler und ein gelben Zierstreifen an der Seite, die in Korrespondenz zu gelben Trailer stehen. Die abgeschrägte Motorhaube mit integriertem Kotflügel stellte zum Erscheinungstermin 1990 eine Formneuheit dar, die damals zudem in gelb erschien. Basis für den Bau des Sportwagens mit Anhängerkupplung (eine in der Realität nicht alltäglich anzutreffende Kombination) ist das bekannte kurze Chassis mit 7 Noppen Länge.

Der Hänger ist, im Gegensatz zu den Anfängen der Classic-Town-Serie, kein Sonderteil mehr, sondern wird aus zahlreichen Bauteilen montiert, und fällt naturgemäß detailreicher aus. Rückleuchten oder auch ein wirklichkeitsgetreue Abstützung des Vorderwagens sind nur einige der Besonderheiten.

Die Beladung des Anhängers stellt ein schwarzes Motorrad dar. Das außer mit einer schwarzen „3“ bedruckten 1x1er Fliesen keine weiteren Anbauteile bekam. Als weiteres Zubehör liegt dem Set ein Helm mit klappbarem Visier bei, womit man die Minifig für den Ritt auf dem Feuerstuhl ausstaffieren kann.

Jahr: 1981
Teile: 68
Minifig: 1

# 6673 – Solo Trainer (1990)

Nach dem Marktstart des mittelgroßen Flugzeugs (#6687 – Turbo Prop I) drei Jahre zuvor veröffentlichte man bei LEGO 1990 einen Nachfolger – eine Maschine gleichen Kalibers. Sogar die Länge und die Position des Fahrgestells sind identisch. Der „Solo Trainer“ unterschiedet sich daher optisch in nur wenigen Punkten von seinem Vorgänger: zu allererst in der Farbe und in der höheren Anordnung der Tragflächen.

Dennoch ist dieses Modell nicht als simpler Abklatsch anzusehen. Dafür sorgt unter anderem auch ein wenig Zubehör, wie ein kleine Betankungsanlage und etwas Werkzeug. Es sorgt auf einem kleinem Flugplatz-Diorama für eine willkommene Abwechslung neben dem ganzen Jet-Einerlei, und wirkt neben dem roten Vorgänger alles andere als ein Zwilling. Zudem bietet die blaue Farben einen netten Farbtupfer zu den übrigen Sets im „Flight“-Thema, und sollte vermutlich dem Set-Namen nach als Teil einer Flugschule dienen.

Jahr: 1990
Teile: 74
Minifig: 1

# 6375 – Trans Air Carrier (1990)

Bei dem Zusammenbau dieses Flugzeugsets wurde mir wieder einmal klar, weshalb LEGO-Bausätze einen so hohen Spielwert besitzen: nicht nur, dass die Steine immer wieder beliebig zusammengesetzt werden können, sie glänzen eben mit vielen durchdachten Details, etwaigen Zusatzmodellen und Zubehör, und sorgen so für mächtig viel Drumherum-Spielspaß.

So auch bei diesem hier vorgestellten Frachtflugzeug aus dem Jahr 1990. Neben einem vierstrahligen Jet in schöner, dreifarbiger Farbgebung unterstützen zwei Bodenfahrzeuge (ein Transportbuggy und ein Gabelstapler) das Be- und Entladen der Maschine. Wie schon beim Airport Container Truck (#1772) dienen gelben „Briefkasten“-Boxen als Ladung. Hier sind sie jedoch leer.

Was mir allerdings bei solchen zusätzlichen „Dreingaben“ bislang immer wieder aufgefallen ist, und was sich bis in die Gegenwart durchzieht, ist die Tatsache, das sie meist einfach gestaltet sind und mit weniger Teilen auskommen müssen. So ist hier besonders der Gabelstapler ein simpler Bausatz und ohne viele Details. Lampen fehlen völlig und auch keine Spur von einem Dach oder Auspuffrohren.

Um aber auch auf die spielerisch nützlichen Details zu sprechen zu kommen, verfügt der Flieger über zwei Möglichkeiten der Beladung: einmal durch eine große, nach oben schwenbare setiliche Ladeluke und, was mir persönlich besonders gefällt, durch die hintere Öffnung, in dem man das komplette Flugzeugheck zur Seite schwenkt (eine Boeing B-377 Super Guppy stand wohl Pate). Und hier kommt der Mehrwert der zusätzlichen Modelle zum Tragen: man kann mit ihnen die Be- und Entladung des Fliegers erspielen.

Zu guter letzt sei noch positiv anzumerken, dass sämtliche Dekore auf die Teile aufgedruckt sind, und nicht als Sticker verklebt werden müssen. Eine schöne Sache, der sich die TLC doch bitte wieder verstärkt annehmen sollte. Dann gehören auch endlich die Diskussionen über die verknickten Stickersheets der Vergangenheit an.

Jahr: 1990
Teile: 208
Minifigs: 2