Minifigs Sammelfiguren Serie 18

Es gibt sie schon seit einigen Wochen, die neue Sammelserie der Minifiguren, doch diesmal feiert sich TLC einfach mal ausgiebig selbst. Recht so. Denn 2018 jährt sich das Patent auf den klassischsten aller Legosteine, der 2x4er, zum 60sten Male, und auch die Minifigur wird 40 Jahre alt – herzlichen Glückwunsch! 1978 erschien erstmalig die Minifig so wie wir sie bis heute kennen: mit beweglichen Armen und Beinen und einem sympathischen Lächeln im gelben Gesicht. Die sog. „Kaulquappen“ zuvor boten mit ihren angedeuteten Armen und steifen Beinen nur unzureichenden Bewegungsspielraum.

Aber nun zu etwas völlig anderem. Keine Minifiguren-Sammelserie ließ sich in der Vergangenheit derart einfach ertastend bestimmen, als die aktuelle Serie 18. Sie allumfasst diesmal 17 Figuren, wobei die siebzehnte eine klassische Polizeifigur aus den 1980er Jahren darstellt – samt bedruckter 1x2er Fliese, die einen Aufdruck des ersten Streifenwagens (#600) mitsamt vollbeweglicher Figur enthält und nur einmal pro konfektionierter Verkackungseinheit mit 60 Figurentüten vorkommt. Doch wie identifiziere ich nun diese und alle anderen Figuren? Wie gesagt, einfacher denn je.

1.- Beginnen wir mit der Polizistenfigur. Diese dürfte die flachste Tüte mit dem geringsten Inhalt darstellen. Zu identifizieren ist sie an der Schirmmütze und der 1x2er Fliese, bzw. Platte. Die letztgenannten sind in diesem Figurenset einzigartig.
Anzahl pro Box: 1x

2/3.- Die beiden Figuren mit dem Legostein-Kostüm lassen anhand der 2x3er Noppen auf dem Stein sehr schnell ertasten. Schwieriger wird es, den Unterschied herauszufinden. Dazu muss man die Frisuren erfühlen und festellen, ob sie über einen seitlichen „Wildstyle“-Schopf verfügt oder nicht.
Anzahl pro Box: je 5x

4.– Den Clown macht man am besten am seinem hohen, konkav geformten Zylinder aus.
Anzahl pro Box: 3x

5.- Der Raketenmann bietet ein denkbar einfach zu ertastendes zylindrisches Kostüm mit  entsprechend charakteristischer, kegelförmiger Spitze.
Anzahl pro Box: 4x

6.- Die Dame mit dem Kaktuskostüm bietet ein ähnlich geartetes Formteil, jedoch ist dieses mit einigen Dornen bestückt, die sich es einfach vom Böllerkostüm und natürlich allen anderen unterscheidbar machen.
Anzahl pro Box: 3x

7.- Der Tortenjunge mit seinen Bauteilen ist die dickste Tüte der Serie. Die runde und zweistufige Form der Torte ist das größte Teil der Serie und sicher Erkennungsmerkmal genug.
Anzahl pro Box: 4x

8.- Das Mädchen mit dem Elefantenkostüm lässt sich recht einfach über das gerippt erscheinende Tutu bestimmen.
Anzahl pro Box: 3x

9.- Den Cowboyjungen identifiziert man am besten an seinem Hut mit seiner ausladenen Krempe.

10/11.- Die beiden Kinder mit Geschenk und Luftballon lassen von den anderen Figuren sowie schon einmal an der 2x2er Presentbox und der entsprechenden Fliese als Deckel sowie den Ballon (hier sind der Ballon und Stil ein Teil) identifizieren. Das Auseinanderhalten der beiden Figuren ist mit etwas Feingefühl über den Inhalt der Geschenkeboxen möglich. Denn dieser besteht beim Mädel aus 1x1er Rundfliesen und beim Jungen aus dem eckigen Pendant. Außerdem lässt sich die Mädchenfrisur mit ihren zwei angedeuteten Zöpfen als Unterscheidungsmerkmal gut ausmachen.
Anzahl pro Box: je 4x

12.- Die Katzenfrau lässt sich mit etwas Geduld an der Fischform oder/und dem zusätzlichen Teil des Katzenschwanzes erkennen. Letzterer besteht aus gummiartigen Kunststoff und ist somit flexlibel.
Anzahl pro Box: 3x

13.- Der „Spiderman“ gibt sich an dem achtbeinigen Rückenteil zu erkennen. Diese Form ist insgesamt leicht gewölbt und erfordert etwas Feingefühl.
Anzahl pro Box: 4x

14.- Der Junge mit seinem Rennauto lässt sich über die beiden Steckachsen und über die Autoform an sich bestimmen.
Anzahl pro Box: 3x

15.- Das Einhorn gibt seine Verkleidung leicht erkennbar anhand des Schildes und des Schwertes preis.
Anzahl pro Box: 4x

16.- Der Bursche mit der Drachenverkleidung ist am besten über das separate Flügelteil mit seiner Oese für den Hals zu identifizieren. Auch die stachelige Maske, die er trägt ist einzigartig aber etwas schwieriger zu bestimmen.
Anzahl pro Box: 4x

17.- Das Blumenkind ist wieder sehr leicht zu hrauszutasten. Obacht: Es kann aber allzu vorschnell mit dem Tortenjungen verwechselt werden. Hier helfen der Blumenkelch und das Blumentopf, der kleiner als die Torte und hohl auf der Unterseite ist, bei der Verifizierung.
Anzahl pro Box: 4x

Kubismus vs. Dynamik

Im TS-Forum läuft derzeit ein schöner Vergleich eines alten Cabrios aus den 80er Jahren (#6627) mit dem hochaktuellen Cabrio aus dem nagelneuen Polizei-Verfolgungsset (#3648). Dies brachte mich auf die Idee, mal ein wenig darüber zu sinnieren, wieso die Autos aussahen und -sehen, wie sie aussahen und -sehen.

Fakt ist, dass (fast) nichts ist, wie es mal war. Die heutigen Automodelle sind, neben der gewachsenen Größe – dies ist auch ein wenig, wie im echten Autoleben – auch mittlerweile viel dynamischer anzuschauen. Gerade dieser roter Flitzer aus dem neuen Polizeiset ist ein Paradebeispiel dafür, was heutzutage formentechnisch möglich ist. Doch warum? Es gibt eine Vielzahl an abgerundeten Steinen, neuen Spezialteilen und natürlich viel mehr Farben und damit Kombinationsmöglichkeiten. Aber das ist nicht das eigentliche Warum. Eher lässt es sich mit der Zeit erklären. Denn wie alles, unterliegen auch die Entwicklungen bei LEGO® dem Zeitgeist. In den 80er Jahren waren echte Autos verhältnismäßig klein, eckig und eine wahre Schrankwand im Wind. Heute, im 21. Jahrhundert, gleichen PKWs massiven Blechmonstern mit aerodynamisch perfektioniertem Blechkleid. Die Luft umspielt förmlich die fließenden Formen der Designobjekte im Straßenverkehr. Indivualität ist angesagt. So war und ist es auch bei den Modellen aus Dänemark. Sie sind gewissermaßen Abbilder ihren jeweiligen Epoche. Und hier kommt auch wieder die gewachsene Größe ins Spiel: mehr Raum bedeutet auch mehr Möglichkeiten den zusätzlichen Raum zu gestalten; und eine bessere Handhabung für Kinderhände – denn LEGO® ist nach wie vor ein Kinderspielzeug. Der Zeitgeist ist für LEGO® ein Mischung aus Modellwachstum in Kombination mit der Vielzahl an neuen Bauteilen.

Doch wie war es früher? War früher alles anders? Ja! War früher alles besser? Jein! Es gab gerade am Anfang des minifig’schen Zeitalters nur fünf gängige Farben: Weiß, Gelb, Rot, Blau, Althellgrau und Schwarz. Erst (sehr viel) später kamen Dunkelgrau und Grün als weitere (baubare) Farben hinzu. Und man musste dann gar noch 20 Jahre warten, ehe es endlich auch Autotüren in grün gab. Das schränkte die Kombinationsvielfalt bereits erheblich ein. Aber dennoch schafften es die Entwickler mit den begrenzten Mitteln (und Farbkombinationen) ähnliche ausschauende Modelle in einen völlig neuen Kontext zu stellen.

Die neu etablierten Sonderteile für den Fahrzeugbau sorgten dann auch für einen wahren Boom in der Lego-Classic-Town-Geschichte: endlich konnten Figuren hinter dem Steuer Platz nehmen und ein Auto „lenken“. Die 4x10er PKW-Bodenplatte, die 4x5er Kotflügelplatte, die genoppten und glatten Kotflügel, die Autotüren, die SNOT-Steine, die als Lampensteine Verwendung fanden, oder auch die Klappdächer sind nur einige der Sonderteile aus dem neuen Fahrzeugbau. Sie schufen das hübsche, kubistische „Gesicht“ der Classic-Town-Reihe.

Es geht aber auch anders. Das ist dann etwas aufwändiger und kommt auch ohne Neuteile nicht aus.

Oder bautechnisch eher traditionell als SUV-Version:

So könnte es auch gehen. Nur ist der Teilebedarf ungleich höher, als bei den klassischen Bausätzen aus den 80ern. Aber MOCcern ist die Anzahl der verwendeten Steine ja zum Glück egal.

Könnte glatt eine Weiterentwicklung des 80-Jahre-Designs sein: Pickup-MOC auf Basis der Idee von Pierre Normandin.

In Sachen Bespielbarkeit bleiben allerdings heutige Fahrzeugemodelle teilweise hinter ihren alten Vorfahren zurück. Früher gab es klappbare Motorhauben, durchgängig Fahrzeugtüren oder auch die Klappdächer für einen besseren Zugang zum Innenraum. Heute drängt sich einem der Gedanke auf, dass die Bausätze für die Bespielung möglichst robust sein müssen, alles andere ist sekundär. Auch vermisst man bei den jüngst wieder eingeführten (1x3x1) Fahrzeugtüren eine durchgängige Linie im laufenden Programm – mal hat ein Modell Türen, dann wiederrum nicht. Und Klappdächer sucht man vergebens. Optik ist nicht alles.

Aber eines hat sich in all den Jahrzehnten der Entwicklung nicht geändert. Die Modelle (insbesondere die PKWs) basieren nach wie vor auf einer Plattform, aus denen sich im Verlaufe der Montage die unterschiedlichsten Modelle herauskristallisieren. Damals wie heute…

Dieser AFOL eingefärbte Gedankengang ist nicht wirklich objektiv, aber wir „alten Hasen“ empfinden so.