Führungsebenen bei der Feuerwehr

Bis die nächsten Modelle präsentationsreif sind, nutze ich die Zwischenzeit, um zum allgemein besseren Verständnis etwas Einblick in verschiedene interne Prozesse bei der Feuerwehr zu geben. In diesem konkreten Beispiel sollen einmal die Führungsebenen beschrieben werden.

Entscheidend für eine effektive Einsatzabwicklung ist, neben einer klaren und unmissverständlichen Kommunikation, eine hierarchische Struktur, die sich seinerzeit aus jener des Militärs herausgebildet hat. Für eine reibungslose Funktionalität sind die Einsatzfelder der Führungsebenen klar definiert. Dazu gibt es mehrere Führungsebenen, die bei entsprechenden Alarmierungsschemata hinzugezogen werden. Diese werden allgemein hin, so auch in Farnheim, als A-, B-, und C-Dienst bezeichnet. Richtigerweise sind sie rückwärts zu lesen, also C-, B- und A-Dienst, wobei der C-Dienst die tiefste Ebene darstellt. Hierzu zählt bspw. auch der Wachabteilungsleiter (WAL).

Der Dienstwagen des WAL.

Der C-Dienst ist die unterste Führungsebene und rückt bei jedem Einsatz aus, bei dem ein Einsatzleiter vonnöten ist und nicht mehr vom Gruppenführer übernommen werden kann. Er fährt als Zugführer im Löschzug- oder Rüstzugverband im ELW mit. Sein Fahrer (Maschinist) fungiert vor Ort als Führungsgehilfe. Bei größeren Szenarien wird der C-Dienst auch als Abschnittsleiter mit Sonderaufgaben eingesetzt.

Der ELW 1, mit dem der C-Dienst zum Einsatz ausrückt.

Der B-Dienst, die nächst höhere Instanz, ist Verbandsführer. Während der C-Dienst meist ausschließlich in seinem Wachgebiet eingesetzt wird, kann der B-Dienst in das gesamte Stadtgebiet ausrücken. Er übernimmt die Leitung bei Einsätzen mit mind. zwei Löschzügen und bei besonderen Schadenlagen. Besetzt ist er mit einer Führungskraft des gehobenen Dienstes.

Der B-Dienst rückt mit einer erweiterten Kleinbus-Version zum Einsatz aus. Erkennungsmerkmal ist das sog. „Battenburg„-Muster entlang des Hochdachs.

Die oberste Führungsebene ist der A-Dienst. Er wird durch den Amtsleiter und seine Stellvertreter bei größeren Einsätzen (ab vier eingesetzten Löschzügen) besetzt. Diese sind Mitarbeiter des höheren Dienstes. Spätestens mit Ausrücken des A-Dienstes wird auch der Fernmeldezug alarmiert, um mit dem ELW 3 eine großzügig dimensionierte technnische Befehlskomponente mit entsprechend funktionaler Informations- und Kommunaktionsinfrastruktur vor Ort zu haben. Dieser dient als Schnittstelle zwischen den Einsatzgruppen vor Ort und der Feuerwehr-Leitstelle.

Der Amtsleiter und seine Stellvertreter sind mit solchen Kommandowagen (KdoWs) unterwegs.

Als Sonderfall gibt es in Fahrheim noch den sog. U-Dienst, den Umweltschutzdienst, der immer dann mit alarmiert wird, wenn bspw. der Gefahrschutzzug ausrückt, oder bei sonstigen Einsatzlagen ein umweltschutztechnischer Berater benötigt wird.

Der Einsatzleitwagen des Umweltschutzdienstes.

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Einsatz der Feuerwehr Farnheim bei ABSolut Steinchen 2016

Als hätte die Feuerwehr Farnheim nicht schon genug Arbeit für das Ausstellungswochenende in Sankt Augustin gehabt. Daher kam es, wie es kommen musste. Murphy’s Gesetz eben! Auf dem Römerdiorama von Andreas alias friccius brach am späten Sonntag nachmittag ein Feuer aus. Der Limesturm stand in hellen Flammen und die anwesende Römergarnison war in ebensolcher Aufregung. Denn einer ihrer Wachmänner war durch den Brand der Fluchtweg aus dem Gebäude versperrt. So rettete er sich auf die Balustrade auf wartete dort auf die Retter.

Während der Hauptmann die Garnisonsschar zwecks Bildung einer Wasserkette auf dem Vorplatz aufexerzieren ließ, erreichte ein Notruf eines flinken römischen Melders um 14:50 Uhr die Farnheimer Leitstelle. Die Profis mussten ran. Umgehend setzte sich eine Abgesandschaft der Feuerwehr, die sich mittels Zeitportal erfolgreich in die Szenerie beamen konnte, in Bewegung. Dort angekommen begann der Trupp des Löschfahrzeugs nach kurzer Einweisung des Einsatzleiters umgehend mit der Brandbekämpfung, während man versuchte auf den römischen Wachmann beruhigend einzuwirken. Die Drehleiter wurde in Stellung gebracht, allerdings konnte sie zur Menschenrettung nicht eingesetzt werden, so bließ man umgehend das Rettungskissen auf. Während der Einsatzleiter die Alarmierungstufe erhöhte und für Nachschub sorgte, da das Feuer im Turm durch eine abrupte Sauerstoffzufuhr durchzündete.

Die Löschwasserversorgung stellte sich als äußerst kompliziert heraus, da zwar nahe Wasserstellen vorzufinden waren, die sich aber aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht für die professionelle Brandbekämpfung eigneten. Die inzwischen gebildete Wasserkette verschafffte nicht den erwünschten Löscherfolg. So rückte die Wehr mit einem weiteren Wechsellader samt zweier Container mit großen Mengen Löschmitteln an.

Während die Brandbekämpfung über die Drehleiter und einen Monitor des Löschzug-Tanklöschfahrzeugs lief, landete der leicht schockige Wachmann – nach einigem Überredungsgeschick – sicher im rettenden Sprungkissen. Äußerlich unbeschadet wurde er dennoch zu einem kurzen Check-up ins Krankenhaus verbracht. Die Fachgruppe Spüren und Messen behielt indes die Rauchsäule im Auge, konnte glücklicherweise aber keine signifikante Gefahr für die umliegende Bevölkerung feststellen.

Um 15:26 Uhr konnte die Einsatzleitung, dank des massiven Wassereinsatzes, schließlich „Feuer aus!“ vermelden. Eine anschließend großvolumige Belüftung des Gebäudes stellte die letzte Aktion der Feuerwehr dar, ehe sie die Einsatzstelle wieder verließ und über das Zeitportal zur Wache zurückkehrte.

Während die Mauern des Turms und weite Teile des hölzernen Dachs sowie des Balkons den Flammen und der Hitze standhielten, muss innen wohl nun kernsaniert werden. Glücklicherweise kamen keine Minifigs zu Schaden.

Einsatzdauer: 43 Minuten

Personalstärke: 13 Mann

Eingesetzte Einheiten:
Einsatzleitwagen ELW 1-1 (Florian Farnheim 02-ELW-1)
Einsatzleitwagen ELW 1-1 (Florian Farnheim 04-ELW-1)
Einsatzleitwagen ELW B-Dienst (FLorian Farnheim 02-ELW-B-Dienst-1)
Einsatzleitwagen ELW 3 (Florian Farnheim 02-ELW-3-1)
Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-1 (Florian Farnheim 02-FLF-1)
Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-2 (Florian Farnheim 04-FLF-1)
Tanklöschfahrzeug TLF 30/50 (Florian Farnheim 02-TLF-1)
Tanklöschfahrzeug TLF 30/50 (Florian Farnheim 03-TLF-1)
Drehleiter DLK 23/12 (Florian Farnheim 01-DLK-1)
Gerätewagen-Großlüfter (Florian Farnheim 04-GW-GL-1)
Gerätewagen-Sprungretter GW-SPR (Florian Farnheim 04-GW-SPR-1)
Gerätewagen-Messtechnik GW-Mess (Florian Farnheim 04-GW-Mess-1)
Wechselladerfahrzeug WLF (Florian Farnheim 03-WLF-2)
AB-Tank
AB-Großbrand
RTW 37 (Florian Farnheim 02-RTW-2)
NEF 3 (Florian Farnheim 01-NEF-1)

Aufs Herzlichste sei an dieser Stelle Andreas alias friccius gedankt, der freundlicherweise sein Diorama für diesen kurzweiligen Farnheimer Schabernack zur Verfügung stellte.

ELW 3 (Befehlswagen)

Das alte Jahr endet doch noch mit der Auslieferung eines neuen Großfahrzeugs: einem neuen Befehlswagen für große Schadenlagen. Er löst zukünftig den alten Bus ab, der aufgrund seiner hohen Dienstzeit mittlerweile engmaschige und damit kostenintensive Wartungsintervalle einfordert, damit seine Einsatzbereitschaft weiterhin gewährleistet werden kann. Seine mittlerweile 15 Jahre im Einsatzsatzdienst sowie weitere 8 Jahre zuvor im Farnheimer ÖPNV sind nicht ohne Spuren geblieben und nagen bereits seit längerem an der automobilen Substanz.

Grund genug nun für einen adäquaten Ersatz zu sorgen, der – wie es heute üblich ist – auf einem dreiachsigen LKW-Fahrgestell mit Kofferaufbau realisiert wurde. Den Zuschlag für den Auf- und Ausbau erhielt die Firma Brickfire GmbH in Steinheim, die seinerzeit auch schon mit dem Ausbau der ELW 1 betraut wurde. Letzte Bestückungen werden ab Anfang Januar in den feuerwehreigenen Zentralwerkstätten durchgeführt. Nachdem die Fachkräfte an dem Fahrzeug hinreichend ausgebildet wurden, folgt gegen Frühjahr 2016 die Indienststellung.

Die Vorbilder für ein solches Modell sind heutzutage gar nicht so selten. Für meine Version standen Vorbilder aus Düsseldorf und Hannover Pate. Grundsätzlich verfügen viele Großstadtwehren ab etwa 450.000 EW über ELWs dieser größten Kategorie.

Zu Beginn experimentierte ich noch, ob sich der Aufbau mit dem seitlichen Auszug (der war modellbauerisch unbedingt gesetzt) nicht in 4w realisieren ließe. Jedoch konnte dabei der Auszug nur 3w breit werden, was ingesamt etwas schmal wirkte. So entschied ich mich für die komplexere Bauweise des Aufbaus in fünf Noppen Breite – eine Sonderlösung und eine seltene Ausnahme. Ich begann mit der Dachfläche und seinen Aufbauten (Satellitenschüssel, Klimaanlage, Lautsprecher ein kleiner Antennenwald etc.), so konnte ich zugleich die Kofferaufbaulänge ausloten, um nicht zu lang zu werden und arbeitete mich Richtung Fahrgestell voran. Für die Optik des Fahrerhauses entschied ich mich für eine Version, die ich schon beim SLF 100/180 realisierte. Sie stellt eine Modifizierung dieser Variante dar.

Etwas kniffelig wurde die Verbindung des in der Breite ungeraden Aufbaus mit der gerade Anzahl Noppen des Fahrgestells. Mittels AZMEPs/Jumper in 1×2 und 2×2 ließ sich das aber relativ stabil an mehreren Punkten realisieren. Die Auszugführung und -auflage des Anbaus erfolgte mittels Fliesen. Zur Vollendung dieser recht lange schon schwelenden Idee bekam der ELW ein graues Trittpodest, um den Minifigs zu Zugang zum höhergelegenden Innenraum zu erleichtern sowie ein Markise.

Fahrgestellbasislänge 18 Noppen (2x16er + 2x2er Platte)

ELW 3 (Einsatzleit- oder Befehlswagen)

Große und größte Schadensereignisse erfordern immer auch eine äußerst komplexe und vor allem autark funktionierende Befehlsinfrastruktur vor Ort. Um den zahlreichen Rettungsmannschaften von Feuerwehr, HiOrgs und THW gleichermaßen einen koordinierten Einsatzablauf in ihren Abschnitten zu gewährleisten, rückt in solchen Fällen der Befehlswagen (ELW) der Berufsfeuerwehr mit dem A-Dienst aus. Bei ihm laufen sämtlicher Funkverkehr rund um die Einsatzstelle zusammen, und ist gleichermaßen die Schnittstelle zu anderen Leitstellen. Aufgebaut auf einem Bus-Chassie und eingerichtet mit mehreren festen Funk-Arbeitsplätzen, einem Überwachungsarbeitsplatz, Besprechungsräumlichkeiten, Stromerzeuger und allerlei kommunikationstechnischen Einrichtungen, wie PCs, 2- und 4m-Band, Digitalfunk, UMTS, LTE und einem ganzen Antennenwald.

Der alte ELW 3 war nun ebensfalls reif für ein Facelift. So erhielt der Bus eine umfangreichere „Konturbeklebung“. Zudem optimierte ich seine „Segelohren“ genannten Außenspiegel größentechnisch und montierte ein paar zusätzliche Extras, wie eine Klimaanlage und neue Warnsignaleinrichtungen aufs Dach. Ebenso ersetzte ich die übelsten Steine gegen neue. Die großen Antennen verlegte ich dabei kurzerhand ans Fahrzeugheck. Auch der Innenraum wurde neu einmöbliert: nun haben dort zwei gegenüberliegende PC-Arbeitsplätze, ein Kartenschrank, Funkgeräte und ein Telefonapperat Platz.

Fahrgestellbasislänge: 18 Noppen (2x12er + 2x6er)