Einsatzleitwagen (ELW 1) – Facelift

Die Unterschiede bei der Modernisierung könnten größer kaum sein

Als letztes Jahr ein ELW bei einer Einsatzfahrt verunglückte und der entstandene Schaden dem Gutachten nach irreparabel erschien, sprang der hiesige Autohändler am Platz – zu dem die Feuerwehr übrigens gute Beziehungen pflegt – mit einem Ersatzfahrzeug ein. Fertig um- und ausgebaut konnte es nun der Berufsfeuerwehr übergeben werden. Somit ist die Flotte dankenswerter wieder komplett. Randnotiz: Die damals am Unfall beteiligten Personen erlitten allenfalls leichte Verletzungen, von denen sie heute mittlerweile wieder völlig genesen sind.

Wie das ja so ist. Alles entwickelt sich weiter. Auch Modellautos. Bisweilen werden sie dabei einem, neudeutsch, Facelifting unterzogen. Nach fast fünf Jahren war die Zeit nun reif, meine vielseitig eingesetzte Kleinlasterflotte zu aktualisieren – ein längst überfälliger Modellwechsel, wie mir erschien. Selbstverständlich werden die bestehenden Fahrzeuge nicht geliftet. Lediglich Neuindienststellungen bekommen die neue Fahrzeugoptik verpasst. Ansonsten blieb beim ELW selbst auch beinahe alles beim alten. Lediglich die Signalanlage auf dem Dach und die Beladung im Heck wurden etwas angepasst.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x 2x3er + 1x4er Platte)

Sonderlöschmittelfahrzeug (SLF 30/60-6)

2011 betraute man die Technikabteilung der Berufsfeuerwehr in enger Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr Jade Öl AG mit der Entwicklung eines Sonderlöschmittelfahrzeuges mit Schwerpunkt auf größere und größte Flüssigkeitsbrände. Dementsprechend orientiert sich daran die Beladung. Es fungiert einsatztaktisch bei der BF aber als klassisches Großtanklöschfahrzeug.

Jedoch markiert dieses Fahrzeug eine einmalige Beschaffung, da solche Einsatzfahrzeugtypen in keinster genormt und letztlich bezuschusst sind. Somit sind die Beschaffungskosten, gerade bei einer Sonderanfertigung besonders hoch, da sie von der Stadt zu 100 % geleistet werden müssen und stellen in Zeiten klammer Kassen eine immens hohe finanzielle Belastung des Haushalts dar.

Die Planung und zu einem solchen Fahrzeug und schließlich seine Indienststellung erfolgte nach einer Serie von Großbränden auf dem Raffineriegelände zwischen 2006 und 2009, als die Werkfeuerwehr die BF jeweils um Unterstützung bat. In den Folgejahren nach Indieststellung leistete es gute Löschdienste u. a. bei zwei Großfeuern in Quartiermannsbetrieben im Hafen 2013 und 2014, als zwei mehre tausend Quadratmeter große Schuppen niederbrannten.

Das Besondere an dem Fahrzeug sind sicher seine beiden Monitore, die unabhängig voneinander eingesetzt werden können. 6.000 L Wasser und 600 L Mehrbereichsschaummittel fassen die innenliegenden Tanks. Die Pumpe leistet 3.000 L bei 10 Bar. Entgegen sonst üblicher Konfigurationen ist dieses SLF zur Einsatzwertsteigerung mit Allradantrieb ausgestattet. Als Randnotiz sei vermerkt, dass ein entprechend baugleiches Schwesterfahrzeug bei der Werkfeuerwehr in Dienst ging.

Nun, was modellbaut man einer Feuerwehr, die bereits alles hat? Man entdeckt interessante Fahrzeugtypen quer über das Internet, die eigentlich nicht so wirklich in das Konzept einer Großstadtwehr passen und konstruiert eine Geschichte drumherum – so dass es passt.

Das Original (zweitletztes Fahrzeug von unten) ging bei der WF Esso in Köln 1980 in Dienst und nach wenigen Jahren, nach Schließung der Raffinerie, an die FF Pulheim. Mir gefiel die Form des abgestuften Aufbau des Vorbilds, und die Möglichkeit des Einsatzes von zwei Dachwerfern fand ich spannend. Somit entstand ein Modell, das in weiten Teilen dem des GTLF entspricht. Jedoch wollte ich das Abbild nicht streng dem Original nachempfinden, und somit entschied ich gegen die vorderen Geräteräume zugunsten zweier Schnellangriffseinrichtungen. Aus Gründen der Gleichheit wählte ich als Kabine die Variante, die ebenfalls u. a. bei dem Großtanklöschfahrzeug Anwendung fand.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (2x8er + 2x3er + 2x2er +1x2er Platte + 1×2 auf 1×4 Bracket)

Eine Feuerwehr zieht um

Am Freitag Abend am bekamen die Mannheimer ein besonderes Blaulicht-Spektakel geboten. Die städtische Feuerwehr zog mit Mann und Maus und über 80 Einsatzfahrzeugen (unterstützt von Fahrzeugen der FF, des CityFlughafens, WF Roche, WF GKM, WF Daimler, WF SCA, WF Rheinchemie, der WF BASF und der Berufsfeuerwehr aus Ludwigshafen) in die neue Hauptfeuerwache in MA-Neckerau. Der alte Standort am Lindenhof wird aufgegeben.

Das hohe Interesse der Bevölkerung an dem lange im voraus geplanten Umzug überwältigte die Wehrleute dann doch. Mit rund 50.000 Menschen, die die Straßen säumten, hatte sie nicht gerechnet. Ein schönes Beispiel, welch hohen Stellenwert und großes Vertrauen die Feuerwehr innerhalb der Bevölkerung doch genießt, trotz der in letzter Zeit vermehrt aufkommenden Übergriffe von renitenten Zivilisten auf das Rettungspersonal.

Noch am gleichen Abend erfolgte der erste Einsatz von der neuen Wache: Im Porschezentrum brannt die angrenzende Fahrzeugwerkstatt völlig aus. Es entstant hoher Sachschaden.

Eiige ausgewählte Links zum Thema:

Mehrzweckfahrzeug (MZF)

Der Branddirektion steht im Pool auch eine gewisse Anzahl an Mehrzweckfahrzeugen bereit. Mit ihnen werden unterschiedlichste Boten- und Arbeitsfahrten absolviert. Im Heck ist u. a. Platz für die Aufnahme der Ausrüstung.

Dem aufmerksamen Beobachter mag sicher aufgefallen sein, dass es sich hierbei um eine Karosserievariante des KdoW des Wachabteilungsleiters handelt. Ebenso sind die kürzlich vorgestellten Streifenwagen aus dem gleichen „Plastik“ gesteckt. Ich wählte bewusst eine bereits bekannte Form, um auch in dieser Fahrzeugklasse die Vereinheitlichung des Fuhrparks weiter voranzubringen. Die Basis bildet allerdings nicht die gute, alte PKW-Plattform, sondern eine Variante mit verlängerter Sitzwanne für die Minifigs. Dadurch haben zwei Figuren hintereinander tiefliegenden Platz. Diese Basis wird zuküftig sicher noch für weitere Fahrzeuge der Brandditektion herhalten.

Fahrgestellbasisplatte: 10 Noppen (4x10er PKW-Bodenplatte)

TLad (Teleskoplader mit Zubehör)

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Auf der Feuerwache 4 (intern F14), der Technik- und Umweltwache, befindet sich seit  2012 ein besonderes Arbeitsgerät im Einsatz: Ein Teleskoplader samt Zubehör. Das Fahrzeug wurde für eine umfangreiche Nutzung im Einsatzdienst, für Wartungs- und Reparaturarbeiten auf den Feuerwachen sowie für die Feuerwehrschule beschafft. Dieses Zubehör umfasst eine Erdschaufel mit Übergreifer, eine Arbeitsbühne, ein Ballenspieß, ein Rundholzgreifer, eine Seilwinde, eine Kehrmaschine, ein Schneepflug, ein Salzsteuer, ein Aufsteckhaken, Kranhaken mit 4.000 kg Tragkraft und zwei Palettengabeln, davon jeweils eine lang und die andere kurz.

Der Teleskoplader selbst wird von einem wassergekühlten Vierzylinder-Turbodiesel mit 130 PS angetrieben und beschleunigt den knapp 9 Tonnen schweren Lader auf eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h. Der Teleskopausleger hat eine Tragfähigkeit von 4.000 kg und lässt sich auf 7 Meter ausfahren.

Mit einem Atemschutzgerät ausgestattet, welches das Fahren in Bereichen mit vorhandenen Atemgiften erlaubt, besitzt die Kabine einige weitere Merkmale. Unter anderem besitzt sie eine 360° Rundumsicht und bietet guten Schutz vor herabfallenden Gegenständen und Überschlag. Außerdem ist die Kabine mittels hydropneumatischer Schwingungsdämpfung federnd gelagert. Dies reduziert die Vibrations- und Geräuschentwicklung auf ein Minimum.

Ein solches Modell stand bereits eine lange Zeit auf meiner To-Do-Liste. Jedoch fehlte mir bisher ein entsprechender Ansatz, das Vorhaben auch in 4wide umzusetzen. Schließlich sollte eine Minifig das Fahrzeug lenken können, während sich gleichfalls der Teleskoparm funktionstüchtig hebt, senkt, ein- und ausfährt. Ich entschied mich dazu zumindest die Fahrerkabine und eine Noppe nach außen zu rücken, was das Platzproblem in der Breite behob. Grundsätzlich bereitete mit der Teleskoparm gehöriges Kopfzerbrechen, denn eine Patentlösung für einen Arm in mittlerer Länge gibt es nicht. Aber ein Abend im 1000steine-Chat brachte viele Ansätze und letztlich den Durchbruch.

Trotz seiner optischen Feinheit durch viele Anbauteile und Details ist das Modell dennoch überraschend robust. Um aber dem Lader eine entsprechend der Anforderung und dem Vorbild an sich vielseitige Einsatzfähigkeit zu geben, baute ich zudem gleich zahlreiche Anbauteile wie oben eingangs beschrieben. So lassen sich mit ihnen zahlreiche Einsatzszenarien durchspielen. Ferner bekam der Lader noch eine Containerladeboden, um ihn mittels WLF zügig an benötigte Einsatzstellen zu verladen.

Fahrgestellbasislänge: 9 Noppen (2x8er + 1x2er Platte)

GW-A (Atemschutz)

Als Ersatz für seinen Vorgänger steht ab sofort dieser GW-Atemschutz zur Verfügung. Aufgebaut auf einem den Bedürfnissen der Feuerwehr Farnheim ausgerichteter und ausgestatteter Kofferaufbau lassen sich im Inneren Pressluftatmer befüllen, prüfen und instantsetzen. Die Aufbaukabine ist entsprechend klimatisiert, so dass bei längerfristigen Einsätzen unabhängig von der Witterung gearbeitet werden und die gebrauchten Atemschutzgeräte im Trockenen erneut einsatzbereit gemacht werden können. Verladen sind auf dem Fahrzeug überdies 25 Atemschutzgeräte PA 80 und 6 Langzeitatmer PA 200, 50 Rettungshauben und 20 spezielle Masken mit entsprechender Sprechfunkvorrichtungen sowie die notwendige Technik dazu.

Das alte Modell war bereits Baujahr 2009 und schon lange kein Fahrzeug mehr, das ich mit auf Ausstellungen nahm. Mit dem neuen Modell könnte sich das wieder ändern. Auch wenn sein Nachfolger ebensowenig eine bautechnische Besonderheit darstellt, entspricht es in Punkto Optik dem aktuellen Zeitgeist solcher Fahrzeuge. Trotz der hinzugekommenen Kabine im Aufbau konnte ich erneut die gleiche Anzahl an Atemschutzgeräten für die Minifigs unterbringen. In der Vergangenheit neigten meine Nachforlger-Fahrzeuge immer dazu etwas größer, vor allem länger zu werden. Hierbei konnte die alte Basis und Gesamtlänge beibehalten zu werden.

Fahrgestellbasislänge: 13 Noppen (2x4er + 2x6er Platte und der Platz für zwei 2×3-Noppen-große nebeneinander platzierte Cupboards)

AB-Schnellkupplungsrohre

Ergänzend zum Abrollbehälter Großpumpe fungiert dieser Container, der mit 10 Schnellkupplungsrohe mit F-Stulp beladen ist. Mit ihm können formstabile Saugvorrichtung, auch über längeren Distanzen verlegt werden. Mit entsprechend speziellen Kupplungsstücken in 15 Grad Abwinkelung verlegt werden, um materialschonend Hindernisse zu überwinden. Der Abrollbehälter ist der FG Löschwasserrüchaltung (LöWaRüHa) und der damit verbundenen Wasserförderung zugeteilt.

Auch dieses MOC existierte bereits länger. Auch schon, als die Container nur acht Noppen lang waren. Nur offiziell vorgestellt hatte ich ihn nie. Ich war lange auf der Suche nach einem schlüssigen Verwendungszweck für diese Rohre, die zu einem Bauunternehmen sicher leichter gepasst hätten. Außerdem weiß ich gar nicht mehr so genau, woher ich sie hatte. Jedenfalls stieß ich auf einen Abrollbehälter der Berliner Feuerwehr, der solche Schnellkupplungsrohre geladen hat. Tatsächlich sind solche Rohre wesentlich dünner im Durchmesser und aus festem Aluminium gefertigt. Sei’s drum. Ich habe mir mein eigenes Einsatzsprektrum dafür kreiert.