Feuerwehr Farnheim on Tour – IX

Bau.Stein.Spiel.Spaß. Unter diesem Motto stand nach der Auftaktveranstaltung im Vorjahr dieses Jahr erneut die kleine Ausstellung des Organisators MBFR in der Alten Cuesterey inmitten Essen-Borbecks. Wer diese Örtlichkeit kennt, schätzt sein uriges Inneres. Einbettet in altem Gemäuer, behutsam saniert und ausgestattet mit viel warmem Holz und altem kirchlichem Charme. Einst wartete auf dieses Kleinod jedoch beinahe die Abrissbirne, aber der Kultur-Historische Verein Borbecks bewahrte die 200 Jahre alte Geschichte und sanierte von das Gebäude von Grund auf. Als offenes Kulturzentrum und Kunstmuseum erfreut es heute seine Besucher.

Nichtsdestotrotz war auch die Feuerwehr Farnheim erneut mit der Absicherung des Brandschutzes beauftragt und nahm jedes einzelne MOC persönlich ab.

Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 (Euro 6)

Nachdem 2013 die Ersatzbeschaffung bei den Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen der Berufsfeuerwehr zunächst abgeschlossen schien, wurde im Herbst letzten Jahres ein weiteres Baulos für zwei weitere Fahrzeuge ausgeschrieben. Grund ist der vor dem Bezug stehende Neubau der FRW 6 (F16). Dort wird eines der beiden Neufahrzeuge stationiert; als Reservefahrzeug kann auf das von der F11 zurückgegriffen werden, während dort der zweite Neulinge dessen Platz einnimmt. Jedenfalls konnten sie nun beim Hersteller abgeholt werden. Auch wenn sich die beiden Neuen äußerlich von den bisherigen FLFs (Farnheimer Löschfahrzeugen) nur in Nuancen unterscheiden, so stellen sie doch technisch eine weitere Evolutionsstufe dar. Zum einem sind auch die Motoren dieser Fahrzeuge seit dem Facelift Euro 6 konform, zum anderen wurde die feuerwehrtechnische Beladung insofern optimiert, als dass auf der linken Fahrzeugseite sämtliche Gerätschaften für die Brandbekämfung verlastet sind, während man auf der rechten alles Nötige zur Technischen Hilfleistung vorfindet.

Das Modellbauerleben schreibt manches Mal schon recht merkwürdige Geschichten. So entstand entstand dieses MOC spontan vor einem Ausstellungsbesuch in der Alten Cuesterey in Essen-Borbeck. Da ich plante erneut Fotos von einigen meiner Modellen in den dort ausgestellten MOCs anzufertigen, kam mir der Gedanke, dass nach einigen Facelift-Modellen in der Vergangenheit nun auch das FLF an der Reihe sei. Gesagt, getan. Schließlich kann man dort ja nicht mit alten Zeug auflaufen.  Neben den wesentlichen kosmetischen Korrekturen an der Fahrzeugfront erhielt das Löschfahrzeug insgesamt ein paar kleine Aufwertungen, die es von seinen älteren Geschwistern unterscheiden: eine andere Rad-/Reifenkombination, geänderte Fahrgestelllänge, ein optimiertes Belldungskonzept und eine andersartige signaltechnische Anlage – insbesondere auf dem Kabinendach.

Derart modern ausgestattet bekam das Modell auf der Ausstellung auch sogleich seine offizielle Feuertaufe und gesellt sich fortan als viertes echtes Modell in dieser Fahrzeugreihe zu seinen Geschwistern. Nur noch neun, und die Sollstärke der Feuerwehr Farnheim wäre erreicht. 😉

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2x8er + 2x6er Platte)

RIV 1200/300 (Rapid Intervention Vehicle)

Als Teil des abwehrenden Brandschutzkonzepts des FAirport (Farnheim International Airport) bei Kleinbränden setzt die Werkfeuerwehr u. a. zwei baugleiche Rapid Intervention Vehicle, zu deutsch Schnellangriffsfahrzeuge, oder kurz VLFs ein.

Die Zwillinge, Baujahr 2015, deren Basis ein New World T-850 Greyhound bildet, verfügen über je einen V6-Turbodiesel mit 4,2 L Hubraum, die 340 PS bei 580 Nm entfesseln. Für die nötige Tration sorgt ein permanenter Allradantrieb und einem 10-Stufen-Automatikgetriebe von AliceOn. Den feuerlöschtechnischen Aufbau realisierte die Feuerlöschgerätefabrik Studsfire in Form eines Kofferaufbaus in dessen inneren 1.200 L Wasser und 300 L AFFF-Schaummittel in GFK-Tanks gelagert sind. Die verbaute Feuerlöschkreiselpumpe fördert 2.000 L Flüssigkeit/Min. zu Tage.

Ein Vorbildfoto von einem RIV vom österreichischem Feuerlöschgerätehersteller Rosenbauer brachte mich auf den Gedanken, mal ein persönliches Novum auszuprobieren, Teile des Modells auf dem Kopf stehend zu verbauen. Und so ist bei dem Fahrzeug das mittlere Aufbausegment samt hinterem Radkasten „upside down“ verbaut. Wie in Bild 13 zu erkennen nutzte ich dazu 1×1 Rundpättchen mit Loch und eine verkehrtherum eingesteckte 1×1 Tile round with Bar and Pin Holder. Der Rest des Aufbaus erfolgte in klassischer Bauweise. Als eine weitere Besonderheit dienen verschieden große Fliesen als Gerätefachabdeckungen. Leider nimmt diese Art der Umsetzung gerade bei 4 Noppen breiten Modellen recht viel Platz im innern weg. Außerlich verpasste ich dem Modell die zuletzt vorgestellte Farbgebung bei meinen Flughafenlöschfahrzeugen und versah den Brummer mit der selben Rad-/Reifen-Kombination wie auch schon beim KEF.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (1×2 +2×10 + 2x4er Platte)

FLF 9500-500 (Flughafenlöschfahrzeug)

Als Ersatzbeschaffung für zwei in die Jahre gekommene Vorgänger stehen seit kurzem zwei neue FLFs im Dienst der Flughafenfeuerwehr. Unter den Funkrufnamen Florian Flughafen 01/26-01 und -02 sorgen sie als Crash 17 und 18 fortan für mehr Sicherheit. Befüllt sind sie, wie die Fahrzeugbezeichnung bereichts vorgibt, mit 9.500 L Wasser und 500 L AFFF-Schaummittel. Die Abgabe erfolgt über einen 50 Meter Schnellangriff aus einem formstabilen Druckschlauch, per Front- oder Dachwerfer, das Löschmittel je 25 bzw. 55 Meter. Der technischen Vollständigkeit halber fördert die Kreiselpumpe 6.000 L/Min. bei 10 bar.

Erneut knöpfte ich mir ein altes Modell vor, um es in Punkto Optik wieder auf einen zeitgemäßen Stand zu hieven. Diesmal erwischte es eines der Flughafenfeuerwehr. Obschon mir die ursprüngliche Version optisch noch immer zusagte, dachte ich mir, ob nicht ein paar wenige aber signifikante Detailänderungen bereits reichen würden. Die Antwort dann auch relativ kam schnell: Nein. Und so verselbstständigte sich das „Makeover“, bis beinahe ein komplett neues MOC daraus entstand. Nachdem nach einigem Ausprobieren die neue Bereifung feststand – erstmals benutzte ich für meine Modelle die heutzutage sehr gängigen LKW-Reifen, folgte der Umbau auf die weiße „Teillackierung“ im unteren Karosseriebereich. Obwohl dieses Farbschema eigentlich der Werkfeuerwehr vorbehalten ist, macht dieses wohl noch einen Findungsprozess durch. Mal sehen, wo das enden will, um sich dennoch genug von der Farbgebung der WF Jade Öl zu unterscheiden. Jedenfalls. Nachdem auch Frontgestaltung eine größere Veränderung mitsamt neuem Frontwerfer erfuhr, musste schließlich auch noch der alte Aufbau dran glauben. So bekam das „neue“ Modell einen schlanken und flachen Aufbau verpasst und darin eine überarbeite Pumpenvorrichtung. Im Hinterkopf schwang während des Umbauprozesses immer auch ein wenig das Buffalo-FLF der Flughafenwehr Kassel-Calden mit.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (1×2 + 2×10 + 2x4er Platte)

Einsatz der Feuerwehr Farnheim bei ABSolut Steinchen 2017

Kurz vor Ende der Ausstellung ABSolut Steinchen ereignete sich am Sonntag nachmittag noch ein Zwischenfall auf der Anlage von Schwabenstein. Gegen 14:20 Uhr erreichte die Leitstelle der Feuerwehr Farnheim ein Notruf, dass ein Auto ins Hafenbecken gestürzt sei und sich darin noch eine Person befinde.

Umgehend setzte der dortige Disponent den Wasserrettungszug der Wache 3 in Bewegung und alarmierte den Rettungsdienst, der nur wenige Minuten später die Einsatzstelle erreichte. In der Zwischenzeit konnte sich der Fahrer des in das Hafenbecken gestürzten PKWs selbsttätig befreien. Die Polizei begann indes mit der Zeugenbefragung. Zusätzlich entsendete die Leitstelle der Berufsfeuerwehr noch das WLF 5 der Hafenwache (F13), beladen mit dem AB-Umwelt und Gewässer und dem AB-MUG (Mulde Umwelt und Gewässer), um die Ausbreitung etwaig austretender Betriebsstoffe mittels Ölsperren schnell unterbinden zu können.

Der Rettungsdienst samt Notarzt und vorsorglich hinzubeordertem Rettungshubschrauber, Christoph 50, konnten den geretteten Patienten schließlich von den Taucher-Kollegen der Berufsfeuerwehr aus dem Mehrzweckboot übernehmen und transportfähig bekommen. Die erste Diagnose durch den Notarzt attestierte lediglich einen Schock sowie eine leichte Unterkühlung. Sicherheitshalber wurde er aber zu einem ambulanten Checkup ins Krankenhaus verbracht.

Verantwortlich für die Ursache des Unfalls sei laut Polizeiangaben ein Fahrfehler des Fahrzeughalters, der offenbar das Brems- mit dem Gaspedal verwechselte. Er war mit seinem Auto als erster zunächst völlig unauffällig auf die Fähre gefahren, doch anstelle das Fahrzeug vorn auf dem Deck des Schiffes zu parken, gab der Fahrer plötzlich und unvermittelt Gas, sodass die Bugklappe der Fähre dem Aufprall nachgab und das Auto in den Kanal stürzte.

Der nachträglich zur Einsatzstelle beorderte Feuerwehr-Kranwagen half, wie auch ein herbeigeeiltes Wasserflugzeug, bei der Bergung des Fahrzeugs, das nur noch Schrottwert haben dürfte.

Gegen 15:45 Uhr meldete die Einsatzleitung den Einsatz für beendet und übergab diese schließlich der Polizei.

Einsatzdauer: 1 Stunde, 25 Minuten

Personalstärke: 12 Mann

Eingesetzte Einheiten:
• Einsatzleitwagen ELW 1-3 (Florian Farnheim 03-ELW-1)
• Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-3 (Florian Farnheim 03-FLF-1)
• GW-Taucher
• GW-Boot
• FwK 60
• Wechselladerfahrzeug WLF (Florian Farnheim 03-WLF-2)
• AB-Umwelt und Gewässer
• AB-Mulde Umwelt und Gewässer
• RTW 19 (Florian Farnheim 03-RTW-2)
• NEF 6 (Florian Farnheim 02-NEF-6)
• RTH Christoph 50

Abschließend möchte ich noch Christian alias BricksCorner und dem gesamten Team von Schwabenstein danken, der das dramatische Szenario auf der Anlage von Schwabenstein erst möglich machte. Glückerlicherweise nahm keine Minifig ernsthaft Schaden.

Feuerwehr Farnheim on Tour – VI

Einmal mehr war die Feuerwehr Farnheim in der Hauptstadt zu Gast und übernahm  sämtliche sicherheitsrelevanten Aufgaben rund um den Brandschutz und die Technische Hilfe beim Steinewahn 2016. Erneut gab es für Frauen und Männer der Wehr reichlich zu tun. Nachfolgend ein kurzer, bildlicher Abriss über die vielfältigen Tätigkeitsfelder an jenem Wochenende.

Die Farnheimer sind angekommen melden sich dienstbereit

Zwischendrin wird sogar kurz mal nach Langeoog übergesetzt

FLF 60/88-12 (Flughafenlöschfahrzeug)

FLF

Mit der Jahrtausendwende beschaffte die Flughafenfeuerwehr zwei baugeiche FLF 60/88-12, die intern auf den Namen FLF 10 hören. Aufgebaut auf einem hochgelängegängigen Allradfahrgestell mit besonderer Sandbereifung fassen die Löschmitteltanks 8.800 Liter Wasser und 1.200 l Schaum. Die Pumpe fördert 6.000 l/min. Der V8-Dieselmotor leistet 620 PS und beschleunigt das Ungetüm auf 120 km/h. Die Gesamtmasse beträgt 32.000 kg.

Mit der Indienststellung der neuen GFLFs und der entsprechenden beförderten ICAO-Klassifizierung des Flughafens in die höchste Kategorie sind die beiden nicht mehr Teil des ersten Abmarsches, aber weiterhin als Reservefahrzeuge im Dienst.

FLFs

Angefixt von einem alten fahrzeugbewerbenen Flyer aus dem Hause Ziegler, der die Zeit seit der Interschutz 1988 in meinem Archiv papierhaft geduldig überdauerte und von der ungebrochenen Faszination gegenüber dieses Fahrzeuges dachte ich mir, es sei durchaus an der Zeit, so etwas mal in meinen Lego-Kosmos zu schrumpfen.

Und zwar wollte ich die gewaltige Reifengröße auch in der 4er-Baubreite adäquat wiedergeben. Wer sich mit der Reifenmaterie bei Lego ein wenig beschäftigt, stößt schnell an Grenzen. Entweder sind die zu groß oder zu klein, zu breit, zu sportlich, zu ach, was weiß ich was. Da hilft nur die Komination zweier verschieden großer Pneus. Glücklicherweise passten dieser und jener hervorragend zusammen. Die unterschiedliche Beschaffenheit des Gummimaterials verschaffen dem Gesamtwerk Sandreifen anschließend eine, wie ich finde, interessante Optik.

Die Kabine stellt bewusst ein Ebenbild des zuvor vorgestellten FLF 450/50-5 dar. Jedoch ist diese hierbei kippbar ausgeführt und gibt einen Blick auf eine Motorblocknachbildung preis. Dem aufmerksamen Betrachter mag auch hierbei erneut aufgefallen sein, dass im Radkasten des Fahrerhauses ein großes, bauartbedingtes Loch klafft, welches unabdingbar ist, wenn noch eine Minifig hinter dem Steuer Platz finden soll. Der Aufbau ist im Bereich des Tank gesnottet ausgeführt. Zwei 1 x 2 x 5 großen Steinen mit eingelassener Nut. Die vertikale Lücke zwischen eben jenem Tank und Motorlüftungsgittern soll die modulare Bauweise des Vorbildes nachempfinden. Natürlich verfügt auch dieses Modell wieder über eine feuertechnische Beladung und eine im Heck installierte Pumpe. Eine zweifarbige Farbgebung rundet das äußere Erscheinungsbild ab.

Zum Vorbild sei erwähnt, dass der Stuttgarter Flughafen drei (!) dieser Fahrzeuge der sog. „Advancer“-Serie ab 1988 in Dienst stellte. Ab 2003 folgte dann die Ausmusterung und der Weiterverkauf zweier FLFs an den Flughafen Friedrichshafen und das Dritte im Bunde wechselte an den Flughafen Siegerland. Aktuell steht die Nummer „5“, die in Friedrichshafen ihren Dienst tat, bei autoscout24 für knapp 70.000 Euro zum Verkauf. Na, Interesse?

Fahrgestellbasislänge: 18 Noppen (2x12er + 2x2er Platte)