GPLF 12000 – Der zweite Koloss des Faun-Trios

Ich hatte es ja bei der Präsentation des GFLF 6/18-2 bereits angekündigt, dass irgendwann das GPLF folgen würde. Nun, jetzt ist es fertig.

Neben den beiden Großflugfeldlöschfahrzeugen stellte die Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main AG (FAG) in enger Zusammenarbeit mit dem Feuerschutzanbieter Total Anfang der 70er Jahre das hier vorgestellte GPLF 12000 (Großpulverlöschfahrzeug) in Dienst. Zu dem Zeitpunkt befanden sich die Druckgasbehälter noch unverkleidet mittig auf beiden Aufbauseiten. Nach einer Revision im Frühjahr 1971, die zahlreiche Nachbesserungen beeinhaltete, wurde das Fahrzeug schließlich  im Juli 1971 wieder in den Dienst der FAG gestellt. Bei diesen zahlreichen Optimierungen verschwanden auch die gewaltigen Treibgastanks für das Löschpulver in einen zentralen Zylinder, der fortan, wie die beiden großen Pulvertanks oben aus dem Aufbaudach ragte. Die Seitenflächen wurden mit Türen verschlossen, und boten zusätzlichen Stauraum für feuerlöschtechnische Gerätschaften. Alsbald stellte sich jedoch heraus, dass die 12.000 kg Löschpulver zu überdimensioniert waren, was bei der Anschaffung der nächsten Generation an Großlöschfahrzeugen berücksichtigt wurde. 1986 folgte schließlich die Ablösung durch die neuen 8×8 Simba GFLFs von Rosenbauer.

Auch die technischen Daten des Montrums sind gewaltig. So verfügte das Fahrzeug zwei Kessel mit insgesamt12.000 kg Löschpulver mit zwei Dachmonitoren mit je 50 kg/Sek. Durchsatz. Vier riesige Druckgasbehälter mit je 275 L Inhalt erzeugten einen Druck von 200 bar. Als Treibsatz verwendete man getrocknete Pressluft oder Stickstoff. So benötigte das Fahrzeug allerdings 40-50 Sekunden, um den benötigten Betriebsdruck aufzubauen, was viel zu lange dauerte. Nach der Revision verbaute man einen Kompressor, der das Löschpulver konstant auf 32 bar hielt. Ebenso installierte man eine Selbstschutzanlage inkl. Bodensprüdüsen und einen 800L fassenden AFFF-Tank, die man bereits aus den GFLFs kannte.

Mein Modell ist eine Zwitterlösung. Zum einen zeigt es die Treibgasanordnung zum Auslieferungsdatum, allerdings sind diese hier bereits durch die in der Revision angebrachten Geräteraumtüren verschlossen. Ebenso musste ich, aufgrund der Teileverfügbarkeit bei den Frontwerfern einen Kompromiss eingehen. Im Original waren die Werfer getrennt von einander dreh- und schwenkbar. Dieses Problem werde zu gegebener Zeit aber nochmals angehen. Der Rest des Modell basiert im wesentlichen auf dem des GFLF 6/18.

Jetzt sollte nur noch das zweite GFLF folgen, dann wäre das Faun-Trio wieder komplett – zumindest aus LEGO®.

Fahrgestellbasislänge: 2×8 (vorderes Achspaar) + 2×6 (hinteres Achspaar)

GFLF 6/18-2 – Eine Vision wird Wirklichkeit

Die Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main präsentierte, nachdem man 1968 die visionäre „Frankfurter Konzeption“ unter der Leitung von Prof. Dipl-Ing. Ernst Achilles (seines Zeichens Direktor der Branddirektion der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main) ins Leben rief, pünktlich zur damaligen Interschutz 1972 zwei baugleiche Jumbo-Löschfahrzeuge GFLF 6/18 (Bj. 01/70 und 08/70) und ein GPLF 12.000 (Bj. 07/71). Grund für diesen revolutionären Schritt war der Beginn des Jetzeitalters, bei dem die Passagierflugzeuge von nun an zehntausende Liter Kerosin an Bord hatten und damit ein ungleich höhreres Risiko bedeuteten.

Die zwei ersten Faun bekamen Aufbauten von Metz in Karlsruhe und das PLF einen Aufbau von Total-Walter. Das Gesamtgewicht der drei ersten ihrer Art betrug je rund 50-52 Tonnen. Ihre Daimler-Benz-Motoren lieferten je 1.000 PS und ihre Höchgeschwindigkeit betrug schon damals 110 km/h. Ausgestattet waren die beiden GFLFs mit 18.000 Litern Löschwasser und 2.000 L Schaumbildner. Das PLF hatte 12.000 kg Löschpulver in zwei Tanks zu je 6.000 kg an Bord.

Optisch glichen sie bei der Indienststellung den Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Frankfurt, d. h. Rumpf in rubinrot RAL 3003 mit im oberen Teil weiß abgesetztem Führerhaus, sowie weißen Ecken am Heck mit einem darin diagonal verlaufendem rubinroten Streifen. Ingesamt erfolgten im Laufe der Zeit insgesamt fünf optisch mehr oder weniger auffällige Lackiervarianten. Das aber nur am Rande.

Als 1986 das erste SIMBA 8×8-Löschfahrzeug von Rosenbauer am Franfurter Flughafen seinen Dienst aufnahm, folgte das, was kommen musste: die Außerdienststellung des ersten GFLF 6/18-1. Es wurde im Dezember des Jahres dem Flughafen Budapest übergeben. Das Trio bestand fortan nicht mehr. Das zweite GFLF, welches das Vorbild meines Modells ist, wurde 1988 an den Flughafen Saarbrücken-Ensheim verkauft. Im Herbst 1989 begann für das letzte verbliebene GPLF eine wahre Odysee: zwischen 1989 und 1991 hatte es mindestens drei Besitzer. Erst 1993 konnte der Verbleib des Fahrzeuge zweifelsfrei ermittelt werden.

24  bzw. 25 Jahre nach Indienststellung wurden zwei der Flughafenlöschfahrzeuge mit hohem Aufwand zurück nach Frankfurt geholt: das GPLF und das GFLF aus Saarbrücken. Am 29. Juni 1994 kehrte der „Saarbrücker“ mit Motorschaden (weshalb es dort ausgemustert wurde) „heim“ und am 03. August 1994 folgte das GPLF. Geplant war, die beiden Flughafenlöschfahrzeuge in einem neuen Flughafenmuseum der Öffentlichkeit als Ausstellungsexponate zu präsentieren. Jedoch wurde der Plan des Museums nie realisiert. Das dritte Fahrzeug aus dem Bunde wurde nach seiner Außerdienststellung in Ungarn verschrottet.

Am 22.03.2003 erfolgte die Überstellung des GFLF 6/18-2 von Frankfurt an das Technikmuseum in Speyer. Dort wurde es ab 2009 einer Generalsanierung unterzogen und erstrahlt seitdem in einer Halle in jenem rubinroten Blechkleid, das es zum Zeitpunkt um 1971 gehabt hatte.

Inspririert durch EROLs 8-W-Monstrum versuchte ich mich daran, den Koloss auch in die 4er-Breite zu transferieren. Was ich zum Start noch nicht wusste, war, dass ich während der kompletten Bauphase die Konstruktion für den Löschmitteltank bis zuletzt immer immer wieder änderte. Ich wollte die charakteristische Darstellung des Originalfahrzeug auf auf mein Modell übertragen. Dank der winkligen Adapterplatten (1×2 auf 1×4) und der neuen 2x4er Fliesen klappte dann mein Vorhaben. Zudem bekam das Modell alle typischen optischen Merkmale, wie Abgasanlagen, Blaulichter, Tankklappen auf dem Dach, Frontwerfer und den großen Dachwerfer. Optisch entspricht das Modell im Wesentlichen dem Lackierschema kurz nach seiner Indienststellung.

Ach ja, irgendwann soll auch noch das GPLF folgen…

Fahrgestellbasislänge: 2×8 (vorderes Achspaar) + 2×6 (hinteres Achspaar)

PLF 750 (Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main)

Dies ist mein erstes MOC mit einem direkten Vorbild: das PLF 750-2 auf Mercedes-Benz Unimog S 404 des Frankfurter Flughafens Rhein/Main. 1958 beschafft, versah das Fahrzeug 16 Jahre lang dort seinen Dienst. Der Aufbau stammt von Total-Walther. Signifikantester Unterschied zu später gebauten Fahrzeugen war der erheblich kleinere Gerätekasten direkt hinter dem Fahrerhaus. 1969 erhielt das PLF nach einem Unfall mit einem anderen Einsatzfahrzeug u. a. eine neue Fahrerkabine ohne Dachluke, neue Gerätekästen, ein neues Farnschema und man demontierte zudem den Rammschutz.

Ich wollte mich beim Modell in der traditionellen 4er-Breite so nah wie Möglichkeit am Original halten, und versuchen Proportionen und den Look des Fahrzeugs einzuhalten bzw. möglicht genau wiederzugeben. Nun bei dieser recht kleinen Modellgröße kein leichtes Unterfangen. Wie sich im Verlauf des Zusammenbaus dann auch heraustellte, musste ich bei der Reservereifenanordnung (längs zum Auto und nicht wie originalerweise am Fahrgestell befestigt), der Gerätekastenfunktionalität am Fahrzeugaufbau (bedauerlicherweise nicht zu öffnen) und in der Bauhöhe der Fahrerkabine (Problem mit der Sitzhöhe einer Minifig inkl. Helm) leichte Kompromisse eingehen.  Mit letzterem bin ich aber noch nicht fertig. Dadurch, dass meine Modelle normalerweise eine hohe Funktionalität aufweisen sollen, geht in diese Falle eine nicht vernünftig hinter das Steuer zu setzende Minifig eigentlich gar nicht. Jetzt ist guter Rat teuer, denn eine höhere Windschutzscheibe ist zwar möglich, macht aber die flache Optik des Original-Fahrerhauses leider zunichte.

Dennoch verfügt das MOC über die nötigen Details, die auch schon das 50 (!) Jahre alte Vorbild auszeichneten. Im einzelnen sind das der Rammschutz an der Front, der große Arbeitsstellenscheinwerfer an der Beifahrerseite, die div. Handfeuerlöscher auf der Ladefläche, die Druckgasflaschen inkl. Bedienfeld für die Pulverlöschanlage, die Dachluke und heckseitig eine Anhängerkupplung.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x8er + 2x2er)

Die Galerie musste aus Platzgründen entfallen.

Florian Flughafen 61..

Ich möchte heute mal kein neues MOC, sondern einen Bildband vorstellen, der mir als wunderbare Ideenquelle dient. Es handelt sich um das Buch „Florian Flughafen 61..“, das auf illustre Art die Geschichte der wohl größten und außergewöhnlichsten Flughafenfeuerwehr Deutschlands, von ihrer Enstehung 1953 bis zur Buchveröffentlichung 1998, beschreibt: der Flughafenfeuerwehr Frankfurt auf den Rhein-Main Airport. Auf insgesamt 176 Seiten hat der Autor Reinhard Merlau mit viel Aufwand und Liebe zum Detail ein großartiges Werk geschaffen, das fast schon Kompendiumcharakter genießt.

Die Flughafenfeuerwehr Frankfurt/Main kann als eine der innovativsten Werkfeuerwehren im Luftfahrtbereich auf einem der verkehrsreichsten und umschlagstärksten Luftfahrtdrehkreuze angesehen werden. Nicht umsonst war sie Wegbereiter und -begleiter der ersten Großflughafenlöschfahrzeuge auf Faun-Basis überhaupt. Die Arbeit der Ingenieure und Feuerwehrleute mündete schließlich in den leistungsfähigen und äußerst effektiven „Simba 8×8“. Neben dem geschichtlichen Werdegang der Feuerwehr, zeichnen insgesamt 447 überwiegend farbige Fotos die technologische Entwicklung, die jeweils zum „State-of-the-Art“ ihrer Zeit galten. Ein Fest für Fahrzeugliebhaber.

Zudem widmet der Autor den ersten GFLFs überhaupt, dem „Faun-Dreigestirn“, ein komplettes Kapitel, das auch über die Jahre nach ihren aktiven Diensten bei der Flughafenfeuerwehr hinaus geht, und letztlich gar deren Rücktransport an ihre alte Einsatzstätte beschreibt.

Ein weiterer großer Abschnitt im Buch berichtet zudem über die Geschichten, Aufgaben, Einsätze und Ausrüstungen der Flughafenfeuerwehr der US-Air Force Base, die als europäisches Drehkreuz des amerikanischen Militärs gilt, und ebenfalls auf dem großen Flughafengelände beheimatet ist, und sich somit der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Ein tolles Nachschlagewerk, das dank der beiden offiziellen Broschüren der Fraport AG geschichtlich und technisch bis in Gegenwart hervorragend ergänzt wird. Erhältlich ist dieses Buch-Set allerdings nicht im Handel, sondern nur diekt beim RMM-Verlag, Reinhard Merlau. Wer allerdings das Buch schon haben sollte, kann aber die beiden Ergänzungsbroschüren für auch einzeln bestellen.

Buch „Florian Flughafen 61.. – Die Geschichte der Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Rhein-Main-Flughafen 1953 bis 1998“
gebundene Ausgabe, inkl.
Jubiläumsbroschüre und Ergänzungsbroschüre
RMM-Verlag, Reinhard Merlau
176 Seiten, 447 Fotos
Preis: 15 Euro