Allgemeines zur Feuerwehr Farnheim

Wie in den anderen Städten Deutschlands üblich, ist auch in Farnheim das stätische Amt 37 für die Belange der Feuerwehr zuständig. So hört es auf den etwas sperrigen Namen Amt für Gefahrenabwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. In dem folgenden Organigramm präsentieren sich einzelnen Fachbereiche in aller Übersichtlichkeit.

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GW-ATF (Analytische Taskforce)

GW-ATF00Die neue Frontgestaltung mit vertikal gesnotteten Lampensteinen

Bei sog. CBRN-Lagen (Chemisch, Biologisch, Radiologisch und Nuklear) kann zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort die Analytische Taskforce herangezogen werden. Sie ist ein Team speziell ausgebilder Einsatzkräfte in der Bewältigung solcher Gefahrenlagen. Ihr steht dazu leistungsfähige Messfahrzeuge zur Verfügung.

Ein solches Fahrzeug ist der Gerätewagen-ATF. Mit ihm können nach Ausbau die Wartung der Messtechnik vorgenommen werden oder er dient als Laborfahrzeug. Zudem kann er grundsätzlich zu jedweder Art von Logistikaufgaben herangezogen werden. Stationiert ist er auf der Wache 3 in Westerwede.

An insgesamt acht vom BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) eingerichteten bundesweiten Standorten (Feuerwehr München, Hamburg, Köln, Dortmund und Mannheim, LKA in Berlin und das Institut der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt sowie nun auch bei der Feuerwehr Farnheim) sind die Spezialeinheiten, deren zentraler Aufgabenbereich den Schutz der Bevölkerung sowie der Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen vor CBRN-Gefahren umfasst, tätig. In einem Umkreis von bis zu 200 km können die ATF-Züge innerhalb Deutschlands eingesetzt werden. Die CBRN-Bezeichnung löst aufgrund der sich verändernden globalen Gefahrenlage im übrigen die alte ABC-Formulierung ab.

Vorbildtechnisch ein eher unspektakuläres Fahrzeug, das aber im Zug mit dem ELW-ATF und zwei weiteren Messfahrzeugen laut AAO den ATF-Zug bildet. Dennoch stand ein solches Fahrzeug noch auf meinem Arbeitsplan. Hierbei gab ich dem Modell erstmalig ein neues Gesicht, indem ich die Scheinwerfer hochkant snottete (es soll ja keinen MAN darstellen). Sicherlich ist solch eine Optik gewöhnungsbedürftig, hat aber durchaus seinen Reiz. Wie beim Original ist der Aufbau thermoisoliert und im Modell durch seine zusätzlichen Hecktüren, versteckt hinter der Ladebordwand, erkennbar. Im wesentlichen habe ich versucht bis auf Fahrgestellanbaudetails dem Vorbild zu entsprechen. Ich hoffe, es ist mit einigermaßen gelungen.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (2x2er + 2x10er + 2x3er Platte)

LF 20-KatS (Löschgruppenfahrzeug)

Der umfangreiche Fahrzeugpark der freiwilligen Feuerwehr umfasst, neben den HLF 20/6 KatS, auch mehrere Löschfahrzeuge der aktuellen Baureihe der vom Bund beschafften und der Stadt Farnheim zugewiesenen LF 20-KatS. Erstmals wurde eines mit dem neuen Facelift-Fahrerhaus bestückt. Dies ist zeitgleich Teil einer neuen Auslieferungstranche, die das BMI beim Feuerlöschgerätehersteller Steinert in Auftrag gab. Somit ist Zuteilung der neuen Bund-Fahrzeuge – zumindest für Farnheim – abgeschlossen. Das Fahrzeug wird der FF 27 Altengroden und damit der Fachgruppe Löschwasserrückhaltung (FG-LöWaRüHa) unterstellt.

Ein Modellbau eines solchen Fahrzeugtyps stand schon länger auf meiner To-Do-Liste. Sollte es sich an den eingangs beschriebenden Fahrzeugtyp optisch und bautechnisch anlehnen. Im Verlaufe des Baus über die zwei Tage, die es dauerte, optimierte ich das Modell mehr und mehr, wobei es durchaus eine Wandlung vollzog: die Front erhielt durch den Verzicht des Brackets ein sog. „Facelift“. Zudem kamen einige wesentliche Details (z. B. Pumpenabgänge, Verkehrswarnanlage, Federungsnachbildung am Radträger, etc.) zur Urversion hinzu. Auch der hintere Zugang zum Mannschaftsraum, der ja vorbildlicher Weise Teil der Aufbaus ist, wandelte sich von einem zunächst verwedetenen 1x2x3er Glaspaneels zur jetzigen Version mit Autotür und kleinerem 1x2x2er Paneel mit Fenstereinsatz. Selbst die Bereifung erhielt im Verlauf größere, weil geländefähigere Gummis. Während ich diese Zeilen schreibe, wird mir klar, dass ich bei einem der nächsten MOCs mal Fotos von den Baustadien festhalten werde – versprochen.

Fahrgestellbasislänge 12 Noppen (2x12er Platte)

GW-San

Durch sich verändernde Gefahrenlagen, wie den 11. September 2001 oder Sport-Großereignisse, wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, bei dem ein sog. MANV, ein Massenanfall von Verletzen/Erkrankten eintreten kann, beschäftigen nicht alleine nur die Hilfsorganisationen. Schnell geraten dabei Rettungsdienste an ihren Leistungsgrenzen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es bei beim MANV-Konzept verschiedene Versorgungsstufen (1 bis 4). Entsprechend der Rückmeldungen ersteintreffender Kräfte am Einsatzort wird entschieden, welche MANV-Stufe ausgelöst wird. Entsprechend vordefinierte Rettungsmittel setzen sich daraufhin umgehehend in Bewegung, um die Einsatzkräfte vor Ort massiv zu unterstützen und entsprechend zu entlasten.

Solch schnelle Eingreiftruppen, die bei Terroranschlägen, Großunfällen, wie bspw. Zugunglücken oder Flugzeugabstürzen, Epidemien oder auch ABC-Einsätzen zum Einsatz kommen, setzen sich aus kombinierten Kräften der städtischen Feuerwehr und den zahlreichen Hilfsorganisationen Farnheims zusammen.

Ein Fahrzeug, das in das MANV-Konzept der Stadt Farnheim eingebettet ist, ist der hier vorgestellte GW-San. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe lieferte in der ersten Tranche 40 Fahrzeuge aus, wobei einer an die Feuerwehr Farnheim geliefert wurde. Dieser GW-San ist ausgegestattet, einen Behandlungsplatz für 25 Verletzte zu betreiben, wenn der Abstransport in Krankenhäuser kurzfristig nicht möglich ist.

Der Gerätewagen ist ab sofort auf der Feuerwache 4 stationiert und Teil der Fachgrupe MANV.

Ein gefühlte halbe Ewigkeit lag ein genotteter Aufbau (ich wollte schon seit längerem diese Cupboards um 90 Grad gekippt verbauen) und ein halbfertig montiertes Fahrgestell auf meinem Schreibtisch herum. Bis jetzt fehlte mir die zündende Idee, beides detailreich und wohlproportioniert zu kombinieren. Nachdem ich den halben nachmittag damit verbrachte, den Aufbau immer mal wieder nach dem Zusammenbau auseinander zu rupfen und umzubauen, überzeugte mich persönlich dann endlich der letzte Anlauf. Ich hoffe, dem geneigten Leser ebenso.

Fahrgestellbasislänge: 11 Noppen (2x3er + 4x4er + 2x4er Platte)

HLF 20/6 KatS (Hilfeleistungslöschfahrzeug)

Das Einsatzkonzept der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt sieht neben einer Vereinheitlichung des Fuhrparks vor, dass jeder Stützpunkt über mindestens ein neues HLF 20/6 KatS verfügt. Dieses neue Fahrzeugkonzept bildet das Rückgrat bei der Unterstützung durch die Freiwilligen Wehr. Ausgestattet mit einer FP20/10 Hochdruckpumpe, 50 L Class A Schaummittel, CAFS und 600 L Löschwassertank, Lichtmast, Schere und Spreizer für kleinere technische Hilfeleistungen sowie einem unverzichtbaren Allradantrieb mit Singlebereifung.

Von der Stadt ausgeschrieben steht die Beschaffung von 12 weiteren Fahrzeugen an, wovon die Hälfte noch dieses Jahr ausgeliefert werden soll. Gleichzeitig räumte man sich eine Option auf acht weitere Fahrzeuge dieses Typs ein, um weitere Altfahrzeuge ab 2015 zu ersetzen.

Der Neubau entstand auf der Basis des alten LF 16/12, was optisch nun so gar nicht mehr in meinen Fuhrpark passen wollte. Radstand, Kabine und große Teile des Aufbaus behielt ich bei, während die große Bereifung weichen musste. Gleichzeitig tauschte ich die abgeranztesten Bauteile gegen neue aus, und versah das Fahrzeug mit einer zusätzlichen Schlauchhaspel, die schon vom FLF (Farnheimer Löschfahrzeug) bekannt ist. Desweiteren tauschte ich die modernen Leiterteile auf dem Dach gegen ein schmaleres Exemplar aus den 1970er Jahren. Ein paar kleine Details, wie ein neue Verkehrswarnanlage am Heck, eine andere Sondersignalanlage, Reservereifen und eine etwas modizifierte Beladung vervollständigen das Modell – das nun zu einer kleinen Ausgabe des Farnheimer Löschfahrzeugs wurde.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2x12er)

GW-SAN25

Als Teil der EE (Einsatzeinheit) stehen dem Farnheimer Roten Kreuz seit Herbst letzten Jahres zwei sog. Gerätewagen Sanitätsdienst für den Einsatzfall bereit. Da die Beladung eines solchen Fahrzeugtyps derzeit noch nicht in genormt ist, beschaffte der hiesige Kreisverband diese Fahrzeuge nach nordrhein-westfälischem Vorbild.

Beladen sind die baugleichen Fahrzeuge für eine Ausstattung eines Verbandplatzes mit einer optimalen Grundversorgung für 25 Verletzte. Dieser Verbandplatztypus kann in Kombination mit den Abrollbehältern MANV (Massenanfall von Verletzten) und UHS (Unfallhilfsstelle) samt entsprechendem Personal, sowie einer weiteren Einsatzeinheit mit ihren GW-SAN25 zu einem Behandlungslatz 50 (und größer) aufgestockt werden.

Darüber verfügt der Kreisverband über einen GW-SAN50 auf einem 12-Tonnen-LKW-Fahrgestell, der an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden soll.

Das Modell ist dem Fahrzeugtyp nach die einsatztechnische Version des kleinen Hauben-Lieferwagens. Die Farbwahl des Fahrzeugs entspricht dem farblichen Erscheinungsbild der übrigen Rot-Kreuz-Fahrzeuge. Der Kofferaufbau verfügt über zwei große, seitliche Geräteräume, in denen in diversen Koffern verstautes Sanitätsmaterial, EKG- und Beatmungsgeräte, Sauerstoff, Decken, Medikamente, Decken und Tragen, sowie einiges Material der Logistik verladen ist. Im Heck befinden sich zwei sog. „Ulmer Koffer“, spezielle Rettungskoffer mit einer rudimentären Ausstattung zur Notfallmedizin. Details, wie Blaulichter, seitliche Poitionsleuchten oder auch die Funkantenne vervollständigen das kleine, aber sanitätsdienstlich sehr wichtige Fahrzeug.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x10er Platte)

SW 2000 (KatS)

Der Zivilschutzverband Niedersachsen sieht u. a. die Bereitstellung einige Fahrzeugtypen speziell für den Brandschutz dar. Dazu wurden in der Vergangenheit vom Bund entsprechende Schlauchwagen geplant, gebaut und an die Wehren im Land verteilt. So verfügt der Stadtfeuerwehrverband Farnheim über vier solcher SW 2000-Tr. (Trupp), die als SW-KatS laufen und der freiwilligen Feuerwehr unterstellt sind.

Sie sind speziell für den Teil der Wasserförderung eingeteilt und ausgelegt. D. h., man setzt sie vorwiegend dort ein, wo Wasser über weite Strecken und schlecht zugängliche Wege transportiert werden muss. Die Berufsfeuerwehr alarmiert in solchen Fällen automatisch die freiwilligen Kräfte mit, damit ihre kompletten Schlauchkapazitäten alleinig für die unmittelbaren Löschmaßnahmen vor Ort zur Verfügung stehen.

Das Modell basiert in lockerer Weise auf den im realen Katastrophenschutz vorkommenen und in Dienst befindlichen SW 2000 auf überwiegend montiertem Iveco Eurofire-Fahrgestell. Ebenso wie sein Vorbild verfügt die Verkleinerung über einen großen, in der Fahrzeugmitte verbauten, Geräteraum, in dem u. a. die Tragkraftspritze (TS 16/8) untergebracht ist, und einen Pritsche/Plane-Laderaum für die 2.000 m B-Schlauch. Dieser fällt proportional gesehen allerdings zu kurz aus, was aber aufgrund der verbauten Teile nicht anders zu realisieren war. Natürlich bekam am Ende auch dieses MOC als Finish die gewohnte Konturmarkierung in gelb.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2×12 Platte)