Feuerwehr Farnheim on Tour – IX

Bau.Stein.Spiel.Spaß. Unter diesem Motto stand nach der Auftaktveranstaltung im Vorjahr dieses Jahr erneut die kleine Ausstellung des Organisators MBFR in der Alten Cuesterey inmitten Essen-Borbecks. Wer diese Örtlichkeit kennt, schätzt sein uriges Inneres. Einbettet in altem Gemäuer, behutsam saniert und ausgestattet mit viel warmem Holz und altem kirchlichem Charme. Einst wartete auf dieses Kleinod jedoch beinahe die Abrissbirne, aber der Kultur-Historische Verein Borbecks bewahrte die 200 Jahre alte Geschichte und sanierte von das Gebäude von Grund auf. Als offenes Kulturzentrum und Kunstmuseum erfreut es heute seine Besucher.

Nichtsdestotrotz war auch die Feuerwehr Farnheim erneut mit der Absicherung des Brandschutzes beauftragt und nahm jedes einzelne MOC persönlich ab.

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KEF (Kleineinsatzfahrzeug)

Hin und wieder stelle ich mir gerne vor, wie ein MOC mit selbstproduzierten Aufklebern aussähe

Gemeinsam mit der Feuerwehr Mülheim entwickelten die Farnheimer ein neues Fahrzeugkonzept für die Abarbeitung keinerer Einsätze mit wenig Personalbedarf: Abstreuen von Ölspuren, Löschen von Kleinstbränden oder als Unterstützungsfahrzeug für den Löschzug, z. B. bei Türöffnungen oder Absicherung von Einsatzstellen.

Man entschied sich aus Kostengründen gegen einen gesonderten Auf- und für den günstigeren Ausbau der gewöhnlichen Kastenwagenvariante mit zwei seitlichen Schiebetüren. Als Besonderheit bestückte man das Fahrzeug auf dem Dach mit einer LED-Matrix-Verkehrswarnanlage für insbesonders stark frequentierte Stadtstraßen und Autobahnen und einen Allradantrieb samt grob profilierten Geländereifen. Grund für letztere Entscheidung sind die zahlreichen Einsatzszenarien, die sich abseits befestigter Straßen und Wege ergeben.

Während die Berufsfeuerwehr Mülheim zwei Fahrzeuge abnahm, orderte die Feuerwehr Farnheim indes sechs KEFs dieses Typs. Jeder Wache wir fortan eines zugeteilt. Es ersetzt somit die Generation bestehender Kleineinsatzfahrzeuge.

Als die Berufsfeuerwehr meiner Heimat gestern ihre Neubeschaffungen offiziell vorstellte, fesselte mich gleich die wuchtige Erscheinung. „Was die können, kann ich auch“, fuhr es mir durch den Kopf. Also machte ich mich ans Werk, ohne aber vorher noch einmal geschaut zu haben, wann ich denn das alte KEF zusammenbaute: vor knapp fünf Jahren – Zeit für einen Wechsel.

Der Transporter war schnell auf die Beine gestellt, jedoch sollte er über ein paar Gimmicks verfügen. So bekam er ebenfalls wie das Original grobstollige Geländereifen, ein filigranes Trittbrett hinten sowie eine Verkehrswarnanlage auf dem Dach (bereits bekannt in ihrer Bauweise vom Polizei-Bus). Schließlich verbaute ich bei dem Transporter noch zwei echte seitliche Schiebetüren, die sich wie beim Vorbild nach hinten schieben. Was allerdings zur Folge, dass im Innenraum etwas Platz für die Beladung verloren geht. Aber irgendwas ist ja immer.

Fahrgestellbasislänge:  11 Noppen (2×3 + 4×4 + 2x4er Platte)

 

Einsatz der Feuerwehr Farnheim beim 4. Berliner SteineWAHN

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Am Sonntag, den 06.09.2015 gegen 14:27 Uhr kam es für die Feuerwehr Farnheim beim 4. Steinwahn zu einem ungewöhlichen Einsatz. In der Zentrale liefen zu der Zeit mehrere Notrufe von Passanten auf, in dem sie von einer offenbar hilflosen Person auf dem Dach des Funkturmrestaurants berichteten. Kaum waren die unverzüglich alarmierten ersten Rettungskräfte vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen, konnten die Meldungen bestätigt werden.

Innerhalb kürzester Zeit trafen, neben einem kompletten Löschzug, einem MLF (zur personellen Unterstützung) und einem KEF, auch die Höhenretter der Feuerwehr am Einsatzort ein. Wie sich herausstellte, war bedauerlicherweise der Aufzug defekt, und so musste der Höhenunterschied mitsamt der kompletten Ausrüstung über die Außentreppe überwunden werden.

Oben angekommen wurden entsprechende rettungsdienstliche Maßnahmen ergriffen und den verwirrten Patienten beruhigt, betreut und transportfähig gemacht. Da sich aufgrund der vorherrschenden starken Winde mit Böen von rund 70 km/h kein Abseilen vom Restaurantdach empfahl, musste folglich der Patient auf der Trage liegend erneut die Außentreppe hinab transportiert werden. Der mühsame und schweißtreibende Abstieg war nach einigen Anstrengungen, aufgrund der baulichen Enge, schließlich erfolgt, und der Patient konnte anschließend dem Krankenhaus zugeführt werden. Somit rückten nach den Aufräumarbeiten auch die restlichen Kräfte wieder ein.

Einsatzdauer: 19 Minuten

Personalstärke: 9 Mann

Eingesetzte Einheiten:
Einsatzleitwagen ELW 1-1 (Florian Farnheim 01-ELW-1)
Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-1 (Florian Farnheim 01-FLF-1)
Tanklöschfahrzeug TLF 24/48-SL-1 (Florian Farnheim 01-TLF-1)
Mittleres Löschfahrzeug MLF-1 (Florian Farnheim 01-MLF-1)
Kleineinsatzfahrzeug KEF 2-1 (Florian Farnheim 02-KEF-1)
Gerätewagen-Höhenretter GW-H (Florian Farnheim 03-GW-H-1)
Drehleiter DLK 23/12 (Florian Farnheim 01-DLK-1)
RTW 37 (Florian Farnheim 01-RTW-3)
NEF 3 (Florian Farnheim 01-NEF-3)

Abschließend sei 1000steine-Mitglied Nico alias Gummibär herzlich für die Erlaubnis zur Inszenierung und den damit verbundenen Spaß mit und auf seinem Modell gedankt.

Zugkombinationen – Teil 5

Die hochinfektiöse Viruserkrankung Ebola erlebte jüngst eine große mediale Aufmerksamkeit und sensibilisierte die Bevölkerung und gleichfalls auch die Behörden, ihre aktuellen Sicherheitskonzepte zu überdenken. So stellte die Feuerwehr Farnheim jüngst einen sog. erweiterten Hochinfektionstransport (HIT) vor, der die sichere Patientenverlegung auf die Isolierstation des ortansässigen Tropeninstituts gewährleistet. Im Ernstfall wird eine umfangreiche Einsatzmittelkette, bestehend aus sieben Fahrzeugen von Feuerwehr und Rettungsdienst, alarmiert, bei der sämtliche medizinischen Mittel redundant ausgeführt sind, um ständig autark arbeiten zu können. Selbst eine Fahrzeugpanne soll somit ausgeschlossen werden. Überdies ist es möglich, wenn nötig, während des Einsatzes einen Helfer „auszuschleusen“. Notarzt und Rettungsassistenten, die sich in unmittelbarer Nähe zum Patienten aufhalten, tragen während des Transports zum Eigenschutz Gebläse-Überdruckanzüge. Folgende Fahrzeuge gehören der Einsatzmittelkette an (Bild 1 von rechts nach links):

  • ELW (besetzt mit dem OrgL RD)
  • KdoW LNA (besetzt mit dem LNA des städt. Gesundheitsamtes)
  • KEF (mit Zusatzbeladung für Dekontamination, bzw. Desinfektion)
  • NEF (besetzt mit Notarzt und Rettungsassistenten)
  • ITW (Infektionstransportwagen für den sicheren Transport hochinfektiöser Patienten)
  • RTW (ITW-Reservefahrzeug, wie auch zum Eigenschutz der Einsatzkräfte)
  • FLF (erweiterer Geräteträger für autarkes Arbeiten)

Als neuer Bestandteil der AAO ist diese Einsatzmittelkette ein Zugverband per Definition.

KEF (Kleineinsatzfahrzeug)

Es gibt auch bei der Raffinerie-Werkfeuerwehr Jade Öl AG Einsätze, die nicht immer das sog. „große Besteck“, also den Industrie-Löschzug auf den Plan rufen. Für eben solche Einsätze ist das neue KEF zuständig. Ausgerüstet mit Materialien und Werkzeugen für die Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung kleineren Umfangs, sorgt es, wie die großen Fahrzeuge gleichermaßen für mehr Sicherheit auf dem Betriebsgelände. Es ersetzt ein altes Fahrzeug mit der selben Einsatzanforderung, das allerdings zu klein und untermotorisiert erschien.

Das MOC entstand ursprünglich aus der Idee eines neuen Manntransportwagens für die Berufsfeuerwehr heraus (wenngleich die Idee noch nicht vom Tisch ist), und gestaltete sich während des Entwicklungsprozesses mehr und mehr zu einem kleinen Einsatzfahrzeug mit einem umfangreicherem Einsatzzweck, als lediglich Personal an oder von der Einsatzstelle zu kutschieren. Neben den vier Geräteräumen, und der (ungewöhnlichen) Staffelkabine wollte ich auch meinen CO2-Löscher verfrachten, den ich schon vor einer Weile montierte. Der Platz, besser gesagt Einschub, bot sich während der Bauphase förmlich an. Das für die Werkfeuerwehr Jade Öl AG bekannte Zweifarben-Lackierschema vervollständigt die optische Erscheinungsweise. Das alte Modell bekommt eine neue Funktion zugesprochen – die eines Teilespenders.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x6er Platte + zwei 2x2er Achsenplatte)

KEF (Kleineinsatzfahrzeug)

Das Einsatzkonzept der Berufsfeuerwehr sieht u. a. bei Einsätzen kleinen Umfangs, überwiegend bei einfachen technischen Hilfeleistungen, vor, dass ein KEF zur Einsatzstelle beordert wird. Entweder allein als selbsttätiger Trupp, oder als Teil eines Fahrzeugverbandes (mit Löschfahrzeugen oder in Verbindung mit RTW und NEF), wenn sich hinter verschlossenen Türen Personen in aktur Gefahr befinden. Das Einsatzspektrum umfasst kleinere technische Hilfeleistungen, das Beseitigen von Ölspuren, Notfalltüröffnungen oder das Löschen von Kleinstbränden. Ebenso können hiermit Personen aus öffentlichen Gewässern in Ufernähe gerettet werden.

Dieses Fahrzeug ist Teil der Beschaffungsmaßnahme die alte Generation der ersten KEFs zu ersetzen. Nachdem bei den ersten beiden Nachfolgefahrzeugen allerdings eine derart hohe Störanfälligkeit und gar ein gebrochener Rahmen auftrat, sah sich die Abt. Technik nach etlichen werksseitigen Nachbesserungen genötigt von der Bestellung Abstand zu nehmen, die bereits in Dienst gestellten Fahrzeuge zurückzugeben, und neu auszuschreiben. Ein anderer Hersteller konnte gar mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis gefunden werden. Zudem verfügen die Fahrzeuge, dank des neuen Herstellers, ab Werk bereits über eine höhere Gewichtsreserve. Da jede Feuerwache im Stadtgeboet eines dieser Fahrzeugtypen in seinem Fuhrpark vorhält, stehen noch weitere fünf Lieferungen bis Jahresende aus.

TroLF 250

Von 1984-1989 besaß die Feuerwehr auch ein solches Unikat. In Eigenregie verpasste man dem Pickup einen Blechaufbau und installierte darin einen 250-kg-Pulvertank samt Schnellangriff. Dieses Fahrzeug gilt somit wohl als eines der ersten KEF (Kleineinsatzfahrzeuge) in der Geschichte. Doch dieser umgebaute Lieferwagen war zudem mit einer Doppelfunktion belegt: im Falle eines Großschadenfalls sollte die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsagen vor der drohenden Gefahr gewarnt werden. Die Lackierung fiel ebenfalls nach Frankfurter Vorbild (welches ursprünglich aus Dortmund stammte) aus. Vor dem Umbau lief das Fahrzeug überigens bereits sieben Jahre als LKW zur Abstreuung von Ölspuren.

Dieses Modell hat kein wirklich existentes Vorbild. Vielmehr wurde es mit seiner Farbgebung zu einem Teil der Oldtimer-Flotte. Um den Charakter eines Youngtimers zu wahren, verbaute ich runde Scheinwerfer und auch nur ein einzelnes Blaulicht auf dem Dach. Das Innere des Aufbaus besteht aus einem kleinen, runden Pulvertank, samt Bedieneinrichtung und einem verstaubaren Schnellangriffsschlauch.

Fahrgestellbasisplatte: 11 Noppen (4x10er PKW-Basisplatte + 1x4er Platte)