Es kommt doch auf die Größe an

Die Heckansicht des dienstältesten Löschfahrzeugs der BF

LF 24/3 auf MB 1726 F, Aufbau Schlingmann, Bj. 1993, a. D. 2014 (nach einigen Dienstjahren als Reserve-LF)

1980 – während sich Mülheim an der Ruhr mit über 192.000 Einwohnern auf dem großstädtischen Höhepunkt befand, läutete man bei der Berufsfeuerwehr eine neue Ära in der Fahrzeugtechnik ein: Das erste LF 24 wurde in Dienst gestellt. Um zu verstehen, warum seinerzeit die Wahl auf diese damals noch neue, ungenormte und außergewöhnliche Fahrzeugkonzeption fiel, muss man sich einmal vor Augen führen, in welcher ausrüstungstechnischen Lage sich die Feuerwehr zum Planungszeitpunkt befand. Bis Ende der 1970er Jahre fuhr man mit einem damals zwar recht modernen aber für die technische Hilfeleistung nahezu ungeeigneten LF 16 (Bj. 1973) zum Einsatz. Daher folgte auch immer der mit allerlei technischem Gerät beladene GF 2 auf Magirus Rundhauber (Bj. 1967).

Das neue Konzept trug in erster Linie dem gestiegenen Verkehrsaufkommen Rechnung. Nicht zuletzt durch die Fertigstellung des Ruhrschnellwegs, der A 430, der von nun an ein nicht unerhebliches Unfallrisiko barg. Zudem konnte das neue Konzept zwei Fahrzeuge in einem kombinieren und half Personal zu reduzieren, ohne aber an der Sicherheit zu sparen. Fortan war es möglich, drei Kernbereiche der Feuerwehr mit nur einem einzigen Fahrzeug gleichzeitig zu bedienen: Retten, Bergen und Löschen. Ein weiterer Kaufanreiz war sicherlich die Bezuschussung mit nordrhein-westfälischen Landesmitteln. Was gleichzeitig einen regelrechten Beschaffungsboom bei diesem Fahrzeugtypen vor allem in den Großstädten in ganz NRW auslöste. Und man ebnete, insbesondere in Mülheim, den Boden in Punkto Gleichartigkeit bei künftigen Fahrzeugbeschaffungen dieses Typs.

Die Planungen sahen vor, ein solches Löschgruppenfahrzeug oberhalb des damals standardisierten und dementsprechend weit verbreiteten LF 16 zu platzieren. Ihm sollten, dank 16-Tonnen-Fahrgestell, eine höhere Nutzlast sowie eine eine größere Gewichtsreserve zugute kommen. Eine entsprechend kräftigere Motorisierung trug dem Vorhaben Rechnung. Der Fahrzeugtyp legte in allen Belangen zu: der Löschwassertank wuchs von 600 Litern beim LF 16 auf 1.600 L Wasser, die Feuerlöschkreiselpumpe war nun in der Lage 2.400 L/Minute zu fördern, und Dank der Zusatzbeladung für den Bereich der technischen Hilfeleistung waren ein Generator, ein zusätzlicher Lichtmast mit zwei 1000-Watt-Strahlern, hydraulische Rettungsschere und -Spreizer sowie weiteres Material und Werkzeug verlastet, um selbsttätig kleinere Hilfeleistungseinsätze abzuarbeiten. Für größere Einsatzszenarien hielt die Berufsfeuerwehr auch immer noch einen RW 2, Bj. 1981 (als Ersatz für den mittlerweile in die Jahre gekommenen GF 2) bereit.

Mit der DIN V 14530 Teil 10 wurde das LF 24 1981 schließlich in die Vornorm aufgenommen, aber – trotz Novellierung jener Vornorm 1987 – jedoch nie wirklich genormt. Nach Normungsreformen von 1991 und 2011 wurde diese Vornorm später dann entgültig herausgestrichen. Interessanterweise ist aber, dass sich die Anzahl eingesetzter Rüstwagen, so hatte man es sich durch den neuen Fahrzeugtypus wohl erhofft, lt. DLV-Statistik ab 1970 in Deutschland letztlich nie signifikant reduzierte.

35 Jahre später lässt sich jedoch rückblickend konstatieren, dieses Fahrzeugkonzept hat sich in Mülheim bewährt und diese Fahrzeugtypen sind einsatztaktisch „Mädchen für Alles“. Ob bei der Brandbekämpfung, bei Gefahrgut- und Verkehrsunfällen oder der Beseitigung von Sturmschäden. Mittlerweile stehen die LF 24 in der nun dritten Generation im Dienst zum Schutze der Bevölkerung. Insgesamt sieben verschiedene Fahrzeuge dieses Typs versahen über die Jahrzehnte hinweg zuverlässig ihren Dienst. Auch wenn einigen von ihnen, insbesondere den Allerersten später der Lochfraß arg zusetzte, werden die aktuellen LF 24 sicher nicht die letzten gewesen sein.

LF 24/1 auf MB 1624 AK, Aufbau Metz, Bj. 1980, a. D. 2005 (nach zwei Jahren im Dienst der FF)

LF 24/1 auf MB 1624 AK, Aufbau Metz, Bj. 1980, a. D. 2005 (nach zwei Jahren im Dienst der FF)

LF 24 der 1. Generation

  • Mercedes-Benz 1624 F der „Neuen Generation“
  • Aufbau Metz
  • FP 24/8
  • 1.600 L Löschwassertank
  • Rettungsschere und Spreizer sowie weiteres Material zur Abarbeitung kleinerer technischen und mittlerer Hilfeleistungen
  • Lichtmast (2 x 1.000 W), Seilwinde und Generator
  • Schlauchhaspel

Drei Fahrzeuge wurden hiervon in den Folgejahren in Dienst gestellt.
LF 24/1, MB 1624 F, Bj. 1980, a. D. 2005, Aufbau Metz (MH-2205)
LF 24/2, MB 1625 F, Bj. 1984, a. D. 2007, Aufbau Metz (MH-2011)
LF 24/3, MB 1726 F, Bj. 1993, a. D. 2014, Aufbau Schlingmann (MH-2394)


LF 24-2 MB 1528 F MB Atego mit Ziegler-Aufbau aus dem Jahr 2005

LF 24-2 MB 1528 F MB Atego mit Ziegler-Aufbau aus dem Jahr 2005 (heutige Reserve)

LF 24 der 2. Generation

  • Mercedes-Benz 1528 F Atego
  • Aufbau Ziegler
  • FP 24/8 mit festeingebautem Zumischer
  • 1.600 L Löschwassertank
  • Rettungsschere und Spreizer sowie weiteres Material zur Abarbeitung kleinerer technischen und mittlerer Hilfeleistungen
  • Lichtmast (2 x 1.000 W), Seilwinde und Generator
  • 2 Einarmhaspeln

Zwei Fahrzeuge wurden hiervon in einem Zweijahresabstabd in Dienst gestellt.
LF 24/1, MB 1528 F, Bj. 2003, Aufbau Ziegler (MH-2341)
LF 24/2, MB 1528 F, Bj. 2005, Aufbau Ziegler (MH-2342)


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LF 24 der 3. Generation

  • Mercedes-Benz 1629 F Atego (Facelift)
  • Aufbau Ziegler mit Ziegler Z-Cab
  • FP 10-3.000 mit festeingebautem Zumischer
  • 1.600 L Löschwassertank + 200 L Schaummitteltank
  • Rettungsschere und Spreizer sowie weiteres Material zur Abarbeitung kleinerer technischen Hilfeleistungen
  • Lichtmast (4 x LED) und Generator
  • 2 Einarmhaspeln

Zwei Fahrzeuge wurden hiervon zeitgleich in Dienst gestellt.
LF 24/1, MB 1629 F, Bj. 2014, Aufbau Ziegler
LF 24/2, MB 1629 F, Bj. 2014, Aufbau Ziegler (MH-2154)

Mit den letzten beiden Generationen stehen derzeit vier (!) LF 24 – so viele wie nie – im Dienst. Sei es im aktuellen Einsatzdienst, zu Aus- und Fortbildungszwecken oder als Reservefahrzeug im dritten Löschzug.

Die Letzten ihrer Art

Was als Überschrift auf den ersten Blick ein wenig schwermütig klingen mag, ist aber tatsächlich so gemeint. Denn es geht um zwei Fahrzeuge, die, wenn man sich den aktuellen Fahrzeugpark der Mülheimer Feuerwehr ansieht, wahrlich als die letzten Fahrzeuge ihrer Art gelten.

TLF 16/24-Tr. der BF MH, MB LN2 917 AF, Aufbau Metz, Bj. 1996

TLF 16/24-1, MB LN2 917 AF, Aufbau Metz, Bj. 1996

TLF 16/24-2, MB 917 AF (LN2/Facelift), Aufbau Metz, Bj. 1997

TLF 16/24-2, MB 917 AFE (LN2/Facelift), Aufbau Metz, Bj. 1997

In den Jahren 1996 und 1997 beschaffte die Berufsfeuerwehr als Ersatz zweier in die Jahre gekommener Löschfahrzeuge diese zwei TLF 16/24-Trupp. Neben der Reduktion der Personalstärke reichte fortan eine Trupp-Fahrerkabine, zudem fiel die Wahl auf die kleine Nutzfahrzeugklasse „LN2“ von Mercedes-Benz auf einem hochgeländegängigen Fahrgestell mit Singlebereifung für enge Altstadtstraßen und Einsätze abseits befestigter Wege. Denn ein nicht unerheblicher Teil der Mülheimer Stadtfläche besteht aus Feldern, Wäldern und Wiesen. Durch ein zum Produktionsjahr ’97 vorgenommenes Facelift bei Mercedes-Benz, trägt die Kabine des zweiten Fahrzeugs auch dessen karosserietechnische Modifikationen. Das (mittlerweile) Besondere stellen jedoch jeweils die Fahrzeugaufbauten dar. Sie wurden durch die Metz Feuerwehrgeräte GmbH mit Sitz in Karlsruhe hergestellt.

Kurz zur Unternehmensgeschichte: Die Carl Metz GmbH wurde als Maschinenfabrik 1842 in Heidelberg gegründet, 1998 vom österreichischen Feuerlöschgerätegiganten Rosenbauer übernommen, verschwanden der Markenname und Fahrzeugprogramm durch rosenbauereigene Produkte. Lediglich die Drehleitersparte blieb unter dem alten Firmennamen als „Metz Aerials“ zunächst erhalten. Seit 2015 firmiert diese allerdings unter „Metz Technologies“ mit mehrheitlichen Rosenbauer-Logos auf den Fahrzeugen. Heute ist Metz der zweitgrößte Hersteller von Hubrettungsfahrzeugen nach Magirus in Ulm.

Zurück nach Mülheim. Auch hier, wie bei vielen anderen Feuerwehrwehren Deutschlands, standen neben den beiden TLFs zahlreiche weitere Feuerwehrfahrzeuge mit Metz-Aufbauten im Fuhrpark. Die TLFs waren viele Jahre Teil des ersten, bzw. zweiten Abmarsches. Nach der Übernahme durch Rosenbauer beschaffte die Mülheimer Wehr 2001 ein neues TLF 24/50, nun allerdings mit Schlingmann-Aufbau. Das 1997er TLF 16-2 wurde schließlich Reservefahrzeug und ist 2010, mit der Beschaffung eines zweiten TLF 24/50 (genau genommen ist es ein TLF 24/48-SL) diesmal mit Ziegler-Aufbau, in den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr, Löschzug Broich überstellt worden. Das Fahrzeug aus 1996 steht nach wie vor bei BF in Dienst – vornehmlich als Reserve im dritten Abmarsch.

Mittlerweile sind alle übrigen Lösch- und Rüstfahrzeuge mit Metzaufbauten bei der Feuerwehr Mülheim außer Dienst gestellt worden (abgesehen von den Drehleitern). Bis 2020 könnte durchaus mit einem Ersatz für das erste schwere TLF 24 auf MAN zu rechnen sein, so dass eines der TLF 16 aller Wahrscheinlichkeit nach vor seiner Außerdienststellung steht. Bis es aber soweit ist zählen die kleinen, wendigen und sehr zuverlässigen TLFs in Mülheim eben zu den Letzten ihrer Art. Mögen sie uns doch noch ein wenig erhalten bleiben.

TLF 16/24 Tr., MB 917 AF, Aufbau Metz, Bj. 1997

Blick auf Heck und Beladung des TLF 16-2

Noch der Blick auf die feuerwehrtechnische Beladung

Die feuerwehrtechnische Beladung der Gerätefächer G1 und G3

Dieses Fahrzeug mit Metz-Aufbau ist Bj. 1997

Heckansicht des Reserve-TLF

Man muss schon sehr genau hinschauen, um die Unterschiede der „Zwillinge“ zu erkennen. Oben TLF 16-2, und das 1996er-Fahrzeug

Technische Daten:

  • Fahrzeug: Mercedes-Benz 917 AF(E) LN2 4×4 mit permanentem Allradantrieb
  • Leistung: 125 kW (170 PS)
  • Hubraum: 5.958 ccm
  • Schaltgetriebe – Permanenter 
Allradantrieb, Differenzial-Sperren und Untersetzung
  • Zul. Gesamtgewicht: 9.000 kg
  • Aufbau: Metz Feuerlöschgeräte GmbH, Karlsruhe
  • Pumpe: FP 16/8 (1.600 L/Min. bei 8 bar)
  • Löschmittel: 2.400 L Wasser im Fahrzeugtank
  • 60 L Schaummittel in Kanistern

Neuer ELW der Feuerwehr Mülheim

Die auffällige Heckbeklebung nach DIN

Die auffällige Heckbeklebung nach DIN

2014 geliefert – 2015 in Dienst gestellt. Wir erinnern uns: Beim Tag der offenen Tür der Mülheimer Feuerwehr im Spätsommer vergangenen Jahres konnte man in der Tiefen der Fahrzeughallen die neuen ELWs vorab betrachten. Noch völlig unausgebaut und ungebeklebt. Nun endlich konnte einer der beiden Fahrzeuge auf der Interschutz 2015 in Hannover der interessierten Öffentlichkeitkeit präsentiert werden.

Rückblick: Ende 2013 beschaffte die Feuerwehr Mülheim zwei neue, baugleiche Mercedes-Benz Sprinter 519 CDI KA als Ersatz für die beiden in die Jahre gekommenen VW Transporter T4.

Aufgrund verschiedener Verzögerungen wurde in der ersten Hälfte 2015 die Firma Gimaex in Wilnsdorf mit dem Innenausbau betraut. Auf der Interschutz im Sommer wurde dann eins der beiden komplett ausgestattete Fahrzeuge offiziell vorgestellt.

Warn- und Sicherheitseinrichtungen (komplett in LED ausgeführt):
2 Leuchtbalken Standby W2W inkl. Umfeldbeleuchtung
2 Intersection Lights L88 in den vorderen Kotflügel
2 Intersection Lights L52 seitlich im vorderen Kennzeichenträger
Umfeldbeleuchtung
Martin Horn Pressluftanlage

NACHTRAG 17.12.2015:

Mittlerweile konnte ich auch einige Informationen zur Ausstattung zusammentragen. Am den Fahrzeugen selbst wurde eine 360°-Rückfahrkamera installiert, sowie, neben der oben beschriebenen Sondersignalsignalanlage, auch eine LED-Matrix zur Anzeige von zahlreichen (auch vordefinierten) Textinformationen.

Im fahrzeuginneren verfügen beide ELWs über je einen Funktisch mit Konsole, ein VoIP Kommunikationsmanagementsystem, Sprechfunkgeräte für 2- und 4-Meter-Band, CAN-BUS-Steuerung, Laptop, Industrie-Box-PC, 17-Zoll-Touchscreen, spezielle Trackingsoftware der Einsatzkräfte, zwei 19-Zoll-TFT-Monitore, und ein 32-Zoll-Display, GSM-Modul, LTE-Router, TK-Anlage, Druck, Fax, Wechselrichter-Kombigerät, sowie einen maßgefertigten Einbauschrank und Heckregal für Magnettafeln, Dokumentationsmaterial (bspw. Einsatztagebuch), Absperrmaterial etc. Eine 230-Volt-Stromeinspeisung mit ISV-Rettbox sichert schließlich die Energieversorung von außen.

Weitere Informationen finden sich unter www.gimaex.com

Tag der offenen Tür bei der BF Essen

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Lange war er geplant und angekündigt. Lange war auch das Wetter ordentlich. Nun war der Tag gekommen. Ausgerechnet jetzt (am Sonntag) spielte das Wetter einfach nicht mit. Aus tiefverhangenen Wolken regnete es gnadenlos unablässig. Trotzdem beging die Feuerwehr Essen traditionell am ersten Wochenende nach dem Sommerferien ihren Tag der offenen Tür an der Hauptfeuerwache an der Eisernen Hand.

Sie präsentierte sich mit einer großen Fahrzeugschau, bei der die Flut an neuen KTWs vorgestellt wurden, Vorführungen der Brandbekämpfung und Personenrettung brachten dem Publikum den Arbeit der Feuerwehr näher, Live-Musik sorgte für Unterhaltung und fürs leibliche Wohls gab’s frisch Gegrilltes. Denn die wenigen Besucher, die sich bei dem Sauwetter auf dem Gelände der Feuerwehr einfanden, verbrachten ihre Zeit dort lieber im Trockenen.

Somit sind die Flecken auf einigen Bildern kein Staub auf/in dem Objektiv, sondern vielmehr herniederprasselnde Regentropfen.

Interschutz 2015

Interschutz2015001 Nach einem Besuch der Internationalen Messe für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz 1988, war es abermals an der Zeit für einen neuerlichen Messerundgang in Hannover. Nach Intermezzi in Augsburg und Leipzig findet die Interschutz nun im Fünf-Jahres-Rhythmus bis 2025 in Hannover statt. Auf dem Außengelände spielte sich erwartungsgemäß das Meiste ab.

Während hinter der zentralen Halle 26 auf Freigelände Hersteller ihre Innovationen im Praxiseinsatz vorführten, reckten sich die Hubretter in einem wahren „Drehleiterpark“ gen Himmel und konkurierten mit dem knapp 89 Meter hochgewachsenen Hermesturm. Gleich nebenan, unter dem atemberaubenen, hölzernen Expodach präsentierten sich die „Big 5“ mit ihren Ausstellungsfahrzeugen: Rosenbauer, Ziegler, Magirus, Schlingmann und Gimaex. In den umliegenden Hallen bot eine Vielzahl an Unternehmen und Zulieferer eine große Produktschau ihrer neuesten Innovationen.

Apropos Drehleiter. An den Fahrzeugen aus dem Rosenbauer-Konzern konnte man beobachten, dass das Metz-Logo beinahe vollständig verschwunden ist. Grund ist, dass sich der österreichische Feuerwehrgerätehersteller ab Juni 2015 neu positioniert. Somit soll ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet werden, und Feuerwehren in Deutschland haben fortan nur noch einen Ansprechpartner für alle Bereiche. Hubrettungsprodukte von Rosenbauer bekommen zukünftig das Siegel „Metz Technology“ versehen. Zur Erinnerung: 1998 ging der Feuerwehrgerätehersteller in die österreichische Rosenbauer Holding über. Während Rosenbauer die Entwicklung und den Bau sämtlicher Feuerwehrfahrzeuge übernahm, oblag die Produktion von Hubrettungsfahrzeugen markentechnisch getrennt weiterhin bei Metz. Künftig firmiert die Metz Aerials GmbH & Co. KG unter dem neuen Namen Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG.

Mit Pomp und einer gewissenen schauspielerischen Dramaturgie wurde von den Verantwortlichen der Berufsfeuerwehr Hannover und der Firma Magirus explarisch eines von 16 neuen HLF 20 auf Mercedes Econic-Fahrgestell feierlich enthüllt. Inklusive symbolischer Schlüsselübergabe in luftiger Höhe. Die Kombination klassischer Tanklöschfahrzeuge und LKWs für Logistikzwecke waren sicher einer der Trends auf der Interschutz 2015. Dieses ungewöhnliche Fahrzeugkonzept sieht neben einem großen Wassertank, Platz für eine Staffel (1+5 Mann), sowie – dank mittschiffs verbauter Pumpe – zusätzlichen Stauraum für diverse Rollcontainer im Heck vor.

Dass die Weltleitmesse in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfand, erkannte man auch daran, dass die Feuerwehr Hannover auf dem Gelände omnipräsent war: Neben zahlreichen Neufahrzeugen war sie auch abseits des Ausstellungstrubels anzutreffen, so bspw. beim Wiederherrichten des Vorführgeländes.

Lokalpatriotischerweise sei zu erwähnen, dass auch die Feuerwehr Mülheim mit einem Fahrzeug auf der Messe vertreten war: Mit ihrem nagelneuen ELW auf Mercedes-Benz Sprinter mit 4matic. Den Ausbau übernahm der französische Hersteller Gimaex. Hierüber berichtete ich etwas ausführlicher in einem separaten Artikel. Ein Fahrzeug war mir allerdings entgangen. Die neue Drehleiter-Generation niedriger Bauart der Berufsfeuerwehr München.

Insgesamt war es eine rekordverdächtige Messe: 157.000 Besucher informierten sich bei den rund 1.500 Aussteller aus über 51 Ländern an den sechs Ausstellungstagen. Somit war die 2015er Ausgabe die größte und best besuchte Interschutz aller Zeiten.

Neue LF 24 der BF Mülheim

Im Dezember 2014 holte eine Gesandschaft zwei baugleiche Fahrzeuge der neuen Löschgruppenfahrzeuge LF 24 von der Fa. Ziegler in Giengen an ihren neuen Bestimmungsort an der Ruhr. Ein knappes viertel Jahr später, nach Folierung, Ausbildung und der technischen Abnahme stehen diese Fahrzeuge im Einsatzdienst des jeweils ersten Abmarschs auf den Wachen 1 und 2. Sie lösen die Vorgängermodelle aus den Baujahren 2003 und 2005 ab.

Bei den beiden neuen Fahrzeugen handelt es sich um LF 24 auf Mercedes-Benz Atego 1629 F 4×2 Euro 5. Ziegler realisierte die Kabinenverlängerungen als sog. Z-Cab. Der Aufbau wurde aus der bewährten Serie ALPAS mit Aluminium-Profilen gefertigt. Rotzler lieferte die Seilwinde vom Typ „Treibmatic“. Ein Xenon-Lichtmast am Heck vervollständigt die hochmoderne Ausstattung.

Die Sondersignalanlage ist komplett in LED ausgeführt. Im einzelnen sind dies:

  • 2x FG Hänsch Nova LED Kennleuchten
  • 4x Premier Hazard XT4 Frontblitzer (im Kühlergrill)
  • 2x FG Hänsch TOP-Integro H LED am Aufbauheck
  • 1x FG Hänsch Comet LED am Lichtmast
  • 5x FG Hänsch Sputnik pico LED in Orange am Heck (Verkehrswarner)
  • 1x Pressluftanlage Max Martin 2298GM
  • Jumbo JU 57 & 61 Bullhorn

BF_MH30 BF_MH31 BF_MH32(Im Bild das zweite LF der FRW2 in MH-Heißen – Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Neues bei der Berufsfeuerwehr Mülheim/Ruhr

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Es hat sich in den letzten Wochen und Monaten einiges im Fahrzeugpark der Berufsfeuerwehr Mülheim getan. So sind mittlerweile drei neue Rettungswagen der neuen Generation auf Mercedes Benz 419 CDI Sprinter von Miesen aufgebaut und der BF überstellt worden. Die beiden letzten RTWs des Pakets werden in den kommenden Wochen in Eigenregie bestückt, beklebt und folglich in den Einsatzdienst gestellt.

Zudem ist das Anfang des letzten Jahres das verunfallte TLF 24/50 nach umfangreicher Reparatur wieder zurück an alter Wirkungsstätte. Es hat auch schon seine ersten Einsätze erfolgreich absolviert. Zudem bekam es auch, als allererstes Fahrzeug im Fuhrpark überhaupt, die lange angekündigte diagolale Streifenbeklebung am Heck nach DIN 14502-3 spendiert.

Deweiteren erfolgte im Januar die Ausschreibung für ein neues LF 24 mit einem Gesamtwert von ca. 500.000 Euro. Die Auslieferung sollte im Sommer erfolgen. Weitere Neuanschaffungen zeichnen sich hingegen schon ab: ELWs, GW-Wasserrettung und eine neue Drehleiter. Gerüchten zufolge könnte es sich dabei gar um eine Teleskopmastbühne handeln. Man darf also gespannt sein.

Eigene Fotos zu den Fahrzeugen folgen. Ansonsten gibt es bereits Infos und Bilder auf der Facebook-Seite der Berufsfeuerwehr Mülheim an der Ruhr.

NACHTRAG 16.09.2013
Die Ausschreibung für das neue LF 24 gewann Mercedes Benz, genauer gesagt die Fahrzeugwerke Lueg in Bochum (Kabine und Fahrgestell) und die Fa. Ziegler aus Giengen an der Brenz (Aufbau und feuerlöschtechnische Ausstattung).