Fachgruppe Kampfmittelräumdienst

Im Bundesland Niedersachsen ist die Beseitigung von Kampfmitteln eine Aufgabe der Gemeinden. Diese werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unterstützt. Vorrangig ist in Farnheim dafür der Fachbereich Feuerwehr zuständig. Farnheim war im zweiten Weltkrieg, bedingt durch seine Hafen- und Werftanlegen und nicht zuletzt als Stützpunkt der ehemaligen Kriegsmarine, ein bevorzugtes Angriffsziel alliierter Bomberangriffe. Bei den insgesamt 235 Angriffen sollen nach Schätzungen rund 33.000 Tonnen Bomben abgeworfen sein, von denen man animmt, dass rund 10 Prozent nicht explodiert sind und bis heute eine mögliche und tw. erhebliche Gefahrenquelle darstellen. Es ist davon auszugehen, dass noch zahlreiche Verdachtspunkte über das Stadtgebiet Farnheims verteilt sind.

Da das Land Niedersachsen zum 02.01.2012 das Landesräumprogramm für die Gefahrenabwehrbehörden eingestellt hatte, wurde in Farnheim zuletzt nicht mehr präventiv nach Kampfmitteln gesucht. Die Maßnahmen beschränkten sich lediglich auf Vorgaben im bauordnungsrechtlichen Verfahren bzw. auf Spontanfunde. In einer Ratsversammlung im August 2018 erfolgte schließlich der Beschluss für eine systematische flächendeckende Suche nach Kampfmitteln bedingt durch das nach wie vor vorherrschende unkalkulierbare Risiko für die Bevölkerung. Ziel des Beschlusses ist es, die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und pro Jahr bis zu vier geplante Kampfmittelbeseitigungen (ausgenommen sind Spontanfunde) durchzuführen.

Der städtischen Feuerwehr fällt hierbei eine wesentliche Rolle zu. Seit dem 01.01.1996 ging der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes an die Zuständigkeiten der Gemeinden und damit an die Feuerwehren. Seitdem wurde die Feuerwehr um eine weitere Fachgruppe personell und materiell erweitert. Rund 100 Einsätze absolviert die Fachgruppe KRD so jedes Jahr. Zu den Aufgaben zählen das Sicherstellen und Entschärfen bzw. Sprengen der Kampfmittel sowie der Abtransport und deren endgültige thermische Vernichtung. Ferner ist sie verpflichtet geeignete Unternehmen der Kampfmittelbeseitung zu kontrollieren und zu registerführen.

Die Fachgruppe ist auf der Feuer- und Rettungswache 2 im Stadtteil Breedebeker Markt untergebracht und verfügt über folgende technische Ausstattung:

  • KdoW (Bj. 2019)
  • KdoW (Bj. 2019)
  • MZF (Ex GW-KRD, Bj. 2011)
  • GW-KRD 1 (Bj. 2014)
  • GW-KRD 2 (Bj. 2020)

MZF (Mehrzweckfahrzeug)

Der Zuständigkeit der Fachgruppe Logistik fallen insgesamt vielfältige Aufgabenbereiche zu. Neben der Einsatzgruppenversorgung bei umfangreichen und lang andauernden Einsätzen – das umfasst bspw. die Verpflegung der Einsatzkräfte sowie die Sicherstellung am Einsatzort benötigter Materialien oder Lösch- und Betriebsmittel und dem Aufbau und Betrieb eines Logistikstützpunktes –  ist die Fachgruppe auch mit dem Hochwasserschutz und der Deichverteidigung betraut. Hierbei befasst sie sich mit dem Befüllen von Sandsäcken und Big-Packs, dem Einsatz von Wasserpumpen, in der Beschaffung verschiedenster benötigter Materialien und Baustoffe, der Leitung und dem Betrieb von Füllplätzen sowie der Erkundung sowie der Schutz gefährderter Objekte im Einsatzgebiet. Je nach Einsatzstichwort liegen Vorplanungen mit Personal-, Fahrzeug- und Zeitbedarf bereit. Das Logistikbüro auf der FRW 4 (F14) ist durch einen Fachberater besetzt. Dieser Fahrzeugtyp hat sich im Praxiseinsatz in Farnheim bewährt, und seine hochgeländegängige Eigenschaft sowie seine große Wattiefe machen aus ihm ein exzellentes Einsatzfahrzeug selbst in schwierigen Situationen. Stationiert ist das Fahrzeug bei Freiwilligen Feuerwehr in Farmsen.

Da ich nach wie vor dabei bin, meine Logistiker auf- und auszubauen, entstand zunächst ein weiterer Anhänger (diesen stelle im Anschluss vor). Allerdings fehlte ihm ein passendes Zugfahrzeug. In Düsseldorf zieht man den Hänger mit einem Unimog. In Farnheim erledigt den Job nun der bereits mehrfach verwendete leichte Allradler – diesmal aber in einer anderen Karosserieausprägung. So allmählich ist meine Fachgruppe komplett, so dass ich auch diese dann auch im Gesamten vorstelle.

Tesla Cybertruck

Die Feuerwehr Farnheim gilt gemeinhin als Innovationstreiber im Feuerwehrwesen und hat sich mithilfe von Partnern aus der Industrie eine ausgezeichnete Reputation durch technische Neuerungen und Entwicklungen erarbeitet, die mittlerweile auch bei vielen anderen Feuerwehren im Einsatz sind. Gleichzeitig versucht sie auch den CO2-Ausstoß der eigenen Fahrzeugflotte sukzessive zu reduzieren. Der Anfang wurde bereits mit der Beschaffung erster vollelektrischer bzw. PlugIn-Hybrid-Fahrzeuge gemacht. In naher Zukunft sollen erste RTWs vollelektrisch über Farnheims Straßen fahren. Jüngst aber kam über sehr gute Kontakte, über die die Wehr auch in die USA verfügt, einer mit Tesla zustande. Bei der Suche nach alternativen Antriebskonzepten jenseits der PKW-Klassen, rückte der neu vorgestellte Cybertruck ins Blickfeld der Technikabteilung der Wehr. Nach einigen Verhandlungen, bei denen auch Elon Musk zugegen war, bekam die Feuerwehr Fahrnheim nun als erste Feuerwehr überhaupt weltweit einen solchen Prototypen überreicht. Die auf ein Jahr begrenzte Testphase soll der Wehr und Tesla helfen, das Fahrzeug serienreif zu entwickeln. Dabei legt die Wehr ihr Augenmerk neben den elektrischen Antriebskomponenten vor allem auf die Variabilität, Zuladung, Handling und Fahrdynamik unter Realbedingungen sowie auch die Wartung und Reparatur.

Und nun zum Modell. In einem kurzen Chatgespräch auf 1000steine, brachte mich Thomas52xxx auf die zündende Idee. Obwohl ich die Präsentation des echten Cybertrucks verfolgte, habe ich bis zu dem Gespräch zwischen Thomas und mir im Leben nicht daran gedacht selbst einen Cybertruck, geschweige denn eine Behördenversion daraus zu bauen. Aber wie heißt es schön: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!“. Uns so entstand zwar nicht das erste MOC dieses sehr gewöhnungsbedürftigen Pickup-Trucks, aber bestimmt das erste mit Blaulicht. Die größte Herausforderung war, trotz der vielen geraden Flächen mit seinen Abschrägungen, das Profil einigermaßen wiedererkennbar zu treffen. Denn je kleiner man baut, desto kniffeliger ist bekanntlich die Umsetzung. Ich hoffe, es ist hierbei dennoch gelungen.
Natürlich sollte sich auch eine Minifig darin platzieren lassen und überdies als „Play Feature“ über die, wie beim Vorbild auch, zu öffnende Ladefläche verfügen. Da der Truck nicht nur in Natura über stattliche Präsenz verfügt, sondern auch auf dem technischen Datenblatt Imposanz ausstrahlt (5,89 m Länge, Anm. d. Red.), ist er im Vergleich zu meinen übrigen Fahrzeugen wohl nicht zu groß geraten. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass mich das MOC von hachiroku24 in Teilen inspiriert hat und für technischen Detaillösungen als gleichzeitig hervorragender Ideengeber fungierte.

Elon Musk höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen den Cybertruck dem Chef der Feuerwehr Farnheim feierlich zu erreichen. Die Wahl im Hause Tesla fiel sicher nicht ohne Grund auf die Farnheimer: Ist ihr Chef schließlich oft mit dem Dienstfahrrad unterwegs.

Mehrzweckfahrzeug (MZF)

Der Branddirektion steht im Pool auch eine gewisse Anzahl an Mehrzweckfahrzeugen bereit. Mit ihnen werden unterschiedlichste Boten- und Arbeitsfahrten absolviert. Im Heck ist u. a. Platz für die Aufnahme der Ausrüstung.

Dem aufmerksamen Beobachter mag sicher aufgefallen sein, dass es sich hierbei um eine Karosserievariante des KdoW des Wachabteilungsleiters handelt. Ebenso sind die kürzlich vorgestellten Streifenwagen aus dem gleichen „Plastik“ gesteckt. Ich wählte bewusst eine bereits bekannte Form, um auch in dieser Fahrzeugklasse die Vereinheitlichung des Fuhrparks weiter voranzubringen. Die Basis bildet allerdings nicht die gute, alte PKW-Plattform, sondern eine Variante mit verlängerter Sitzwanne für die Minifigs. Dadurch haben zwei Figuren hintereinander tiefliegenden Platz. Diese Basis wird zuküftig sicher noch für weitere Fahrzeuge der Brandditektion herhalten.

Fahrgestellbasisplatte: 10 Noppen (4x10er PKW-Bodenplatte)

NRW-Tag in Düsseldorf

Anlässlich des 70. Jahrestages seit der Gründung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen beging die Landeshauptstadt Düsseldorf am letzten August-Wochenende bei feinstem Kaiserwetter großräumige Feierlichkeiten.

Grund auch für die zahlreichen Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie Polizei, Bundeswehr und THW sich und ihre Arbeit auf den Rheinwiesen dem interessierten Besucher ausführlich zu präsentieren. Selbst aus den niederländischen und belgischen Nachbarländern waren Gesandschaften der Polizei zu Gast.

Einige weiterführende Links zum Thema

Mehrzweckfahrzeug (MZF)

Die Feuerwehr Farnheim verfügt über mehrere baugleiche Mehrzweckfahrzeuge (MZFs). Sie dienen unter anderem Namen u. a. auch als Gerätewagen bei der Kampfmittelräumung. In diesem Fall handelt es sich um ein MZF, das der FF Eppenwerder unterstellt ist, und dort in erster Linie als Zugfahrzeug für den Generator-Anhänger fungiert. Es kann aber auch für andere Aufgaben, z. B. für den Materialtransport oder zu Nachschubzwecken eingesetzt werden.

Aufgrund der verschiedentlichen Einsetzbarkeit verfügt das Fahrzeug über permanenten Allradradantrieb und kann sich u. a. auch abseits befestigter Straßen bewegen.

Das Modell ist ein Umbau, bzw. Erneuerung des 2009 hier vorgestellten MZWs. Das Fahrzeug ist sicher wiederzuerkennen, allerdings wuchs es in der Länge, damit auf der Ladefläche nun hinreichend Stauraum für Ausrüstung jedweder Art zur Verfügung steht. Ein optimiertes Farbschema und ein paar zusätzliche Details vervollständigen dieses kleine MOC.

Fahrgestellbasislänge: 13 Noppen (1x2er Bracket, 2x10er Platte, 2x2er Anhängerkupplung)

MZW

Aus dem selben Beschaffungszeitraum 2007, in dem die beiden VLFs angeschafft wurden, stammen auch dieser MZW und der KdoW. Das hier beschriebene Mehrzweckfahrzeug dient zur Unterstützung der Kräfte und kann mit unterschiedlichen Containern schnell, je nach Einsatzbeschaffenheit, bzw. -anforderung, bestückt werden. Im Tagesdienst werden u. a. mit diesem Fahrzeug zahlreiche Besorgungs- und Organisationsfahrten getätigt.

Diesem MOC, wie auch dem KdoW, habe ich auf dieselbe Basis wie das VLF gestellt. Lediglich der heckseitige Stoßfänger und die Leuchteneinheit unterscheiden ihn im Grundaufbau. Dieses Modell verfügt über eine Ladefläche und einen, durch ein Fenster abgetrennten Fahrgastraum.

Fahrgestellbasislänge: 11 Noppen (1x2er + 2x2er + 2x8er)

MZW

Für besondere Aufgaben sind in den Reihen der BF gleich mehrere Mehrzweckfahrzeuge im Einsatz. Sei es für Unfälle am Strand, als Zugfahrzeug für Anhänger oder Brandschutz-, Nachschub-, bzw. Hilfeleistungsfahrzeug in extrem unzugänglichem Gelände. Schnell kann man die MZWs dazu mit verschiedenen Gerätschaften bestücken.

Bautechnisch basiert dieses Modell in groben Zügen auf dem Bausatz des Sets #1773 (Airport Specialty Set). Allerdings modernisierte ich die Frontgestaltung des Offroaders, strickte ein komplett anderes Fahrgestell mit 2er-Platten und arbeitete das Streifendesign in das MOC ein. Details, wie Nebelscheinwerfer, eine Anhängerkupplung und Blaulichter mit schwarzen „Gummifuß“ runden das Modell ab.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x10er)

Die Galerie musste aus Platzgründen entfallen.