Zugkombinationen – Teil 1

Jede Feuerwehr Deutschlands beschreibt in der Alarm- und Ausrückeordnung (kurz AAO), in welcher Art und Weise sie auf Alarmierungen reagiert. In der AAO für die Berufsfeuerwehr Farnheim ist festgelegt, dass im Falle eine Strukturbrandes, oder auch einer unklaren Rauchmeldung ein kompletter Löschzug ausrückt. Dieser besteht IMMER aus einem Einsatzleitwagen (ELW), mind. einem Löschfahrzeug (HLF), einer Drehleiter, einem Rettungswagen (RTW) für evtl. notfallmedizinische Maßnahmen bei der eigenen Mannschaft, sowie einem weiteren HLF oder in ländlicheren oder industriell geprägten Gebieten mit einem Tanklöschfahrzeug (kurz TLF). In einer Personalstärke von bis zu acht Minifiguren.

Die Feuerwehr hatte erst vor wenigen Jahren das Löschzugprinzip zwar abgeschafft, doch aufgrund der Einsatzszenarien in den vergangen Monaten und der daraus hervorgegangenen Ergebnisse, z. B. Erkenntnisse für das Alarmierungsschema, der Ausrückezeiten und der Koordination der eingesetzten Kräfte vor Ort, entschied die Branddirektion, seit dem 01. Juli 2012 wieder zurück zum bewährten Ausrückeordnung zurückzukehren.

Bebildert sieht also demnach eine aktueller (städtischer) Löschzug wie folgt aus (Zum vergrößern auf die Bilder klicken):

LLZ02

Der industriell/ländlich geprägte Löschzug setzt sich aus folgenden Fahrzeugen zusammen:

LLZ03

Welche allerdings auch mit wechselseitig mit Sonderfahrzuegen angereichert werden können:

LLZ05

LLZ04

Weitere Kombinationen folgen.

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Rettungswache 1

Neben fünf Unterkünften der Berufsfeuerwehr, sind auch 3 Rettungswachen über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Sie dienen ausschließlich der notfallmedizinischen Versorgung der Einwohner. Die heute hier vorgestellte Rettungswache befindet sich im nördlichen Stadtteil Beklum. An ihr sind zwei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert und rund um die Uhr vom Rettungsdienstpersonal der Feuerwehr besetzt.

Das notfallmedizinische Konzept der BF Farnheim, das in seinen wesentlichen Strukturen mit Beginn des 21. Jahrhunderts Start der Realisierung fand, beinhaltet die strategische Verteilung von medizinischem Personal und Material, neben der bisherigen Unterbringung an den Feuerwachen, in speziell errichteten über das Stadtgebiet verteilten Rettungswachen. Mit dieser Umstrukturierung sollten die Anfahrtswege auf ein mögliches Minimum verkürzt werden, was auch entlegene Gebiete einschließt. Mit den zusätzlichen drei permanent besetzten Rettungswachen ist im Einsatzfall jeder Ort Farnheims innerhalb von 6 Minuten erreichbar. Das verkürzte die Anfahrtszeit mitunter um bis zu 5 Minuten.

Neben der umfangreichen Überarbeitung der kürzlich vorgestellten Rettungsdienstfahrzeuge sollte zudem ein Modell einer eigenen Rettungswache entstehen. Da mir noch diverses Baumaterial aus einigen Sets älterer Feuerwachen aus dem 2010er Programm vorlag ging ich ans Werk. Die Optik orientiert sich ein wenig an die käuflich zu erwerbenden Wachgebäuden, ohne diese kopieren zu wollen. Der neugestaltete Gebäudekomplex bietet Platz für drei Fahrzeuge (einem NEF und zwei RTWs), sowie komplett eingerichtete Sozialräume für das Personal. Hierunter findet sich ein Computerarbeitsplatz, Büromöbel, Küchenzeile, Aufenthalts- sowie Ruheraum, Toilette und Möglichkeiten der Umkleide. Das große beleuchtete Dachtransparent macht weithein sichtbar, um welche Art öffentlicher Einrichtung es sich hierbei handelt.

S-RTW (Sonder-Rettungswagen)

Die Modernisierung des Rettungsdienst-Fahrzeugparks schreitet zügig voran. So erhielt die Berufsfeuerwehr kürzlich ihren ersten S-RTW, der so mittlerweile bei zahlreichen Feuerwehren Deutschlands zu finden ist. Dieses Fahrzeug wurde für unterschiedliche Einsatzanforderungen und -szenarien der Berufsfeuerwehr Farnheim konzipiert. Auf einem leichten LKW-Fahrgestell mit ausreichender Motorisierung setzte man einen in sich abgeschlossenen Kofferaufbau samt Hebehühne, um mit ihm vor allem adipöse Nottfallpatienten zu transportieren. Ein spezielle Schwerlasttrage kann Gewichte bis zu 700 kg aufnehmen. Der so konstruierte Fahrzeugaufbau lässt somit auch den Transport höchst infektiöser Patienten zu. Sein spartanisches Inneres lässt sich zudem einfach und schnell reinigen. Die Verbindung vom Patientenraum zum Fahrer erfolgt hierbei über eine Gegensprechanlage. Der Patientenraum ist überdies klimatisiert.

Viele Feuerwehren in Deutschland verfügen in ihrem Fuhrpark mittlerweile über ein ähnliches Exemplar für ebensolche Aufgaben. Bei der Recherche dieses Fahrzeugtyps stieß ich auf den Mehrzweck-Rettungswagen der Berufsfeuerwehr Herne, der meinen Vorstellungen eines solchen Fahrzeugs am meisten entsprach. Bei meiner Umsetzung kam natürlich auch wieder das neue Farbschema zum tragen, dass, wie ich finde, auch an einem Fahrzeug mit solch großen Seitenflächen hervorragend funktioniert. Die Fahrerkabine trägt erneut das schon bekannte „Familiengesicht“, um die optische Vereinheitlichung des Fahrzeugparks zu versinnbildlichen. Details wie eine Ladebühne, Gerätefächer, eine umfangreiche Sondersignalanlage, Dachlüfter, Umfeldbeleuchtung und eine spezielle Trage runden das Modell ab.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2 x 8er + 1 x 2er Platte + 2 Stück 1 x 2er Fingerscharnier für den Ladebordwandmechanismus)

Rettungswagen

Die Berufsfeuerwehr Farnheim stellte Ende des vergangenen Jahres als letzte Fahrzeugbeschaffungen zwei neue Rettungswagen in Dienst. Diese ersetzen die bisherigen RTWs und NAWs. Zu Notfalleinsätzen wird zukünftig nur noch das sog. und allgemein übliche „Rendevous-System“ mit Notarzt-Einsatzfahrzeug und Rettungswagen praktiziert. Ein ständige Vorhaltung spezieller Notartwagen (also Rettungswagen, die permandent auch mit einem Notarzt besetzt sind) an verschiedenen Klinikstandorten der Stadt wird es nicht mehr geben.

Diese beiden neuen Fahrzeuge sind auch in einem komplett neuen Farbschema gehalten, das von nun an sämtliche neuen Rettungsmittel bekommen werden. Eine groß angelegte Versuchsreihe mit zwei umgestalteten (alten) Rettungswagen und eine zusätzliche (repräsentative) Umfrage bei den Verkehrsteilnehmern empfand dieses Farbschema als aufmerksamkeitsstärksten.

Die Rettungsdienstfahrzeuge in meinem Bestannd waren mir, ehrlich gesagt, von von Beginn an ein optischer und bautechnischer Dorn im Auge. So zerlegte ich kurzhand die bestehenden Modelle (KTW, RTW und NAW) und schlachtete sie für eine Reihe an neuen Fahrzeugen aus. Der/die Rettungswagen machen dabei den Anfang. Zudem erhielten sie ein neues Farbschema, welches sich dankenswerterweise auch bei allen ürigen Fahrzeugen realisieren lässt. Was mir bei der Farbgestaltung wichtig war, ist die Abgrenzung dieser Modelle von den Standard-roten Feuerwehrfahrzeugen – was zunächst mal keine Kunst darstellt 😉 – aber gleichzeitig auch eine visuelle Unterscheidung zu den Rotkreuz-Fahrzeugen möglich macht.

Fahrgestellbasislänge 12 Noppen (2×12 Platte)

# 6380 – Emergency Treatment Center (1987)

1987 kam dieses große Set auf den Markt. Architektonisch war es einigen anderen Gebäuden her ebenbürtig (siehe #6392 – Airport, oder dem Jahre später erschienenden #6398 – Central Precinct HQ). Nach vielen Jahren im Einsatz des Roten Kreuzes markiert dieses Hospital-Set am Ende der 80er Jahre einen Wendepunkt: Mit Beginn der 90er Jahre wird das Kreuz durch den „Star Of Life“ ersetzt und lässt die Rettungsmodelle fortan etwas neutraler erscheinen.

Das Gebäude ist dem typischen Emergency-Thema entsprechend, bedingt durch die überweigend weiße Farbgebung, sehr clean gehalten. Lediglich abgesetzte, rote Fenster sorgen für farbige Akzente an der modern gestalteten Fassade. Die großen Fensterflächen sind im unteren Bereich mit Sichtschutzstreifen (tw. mit Rot Kreuz-Symbol) beklebt und die Innenräume gegen neugierige Blicke geschützt. Der Gebäudegrundriss fällt sehr verwinkelt aus, was die Optik des Gebäudes sehr spannend gestaltet. So findet man zum einen eine überdachte Notfallaufnahme, über dessen Zufahrt die Krankenwagen die Patienten anliefern können. Daran schließt sich das eigentliche Hauptgebäude an, das im Parterre ein Büro und in der ersten Etage ein Krankenzimmer beherrbergt. Im linken Trakt befindet sich der mit Computer, Sauerstoffflaschen und Röntgengerät ausgestattete Behandlungsraum. Einige hübsche Assesoires, wie eine kleine Parkanlage mit Sitzgelegenheiten, sowie ein straßenseitig angebrachtes und beleuchtetes Krankenhausschild vervollständigen die Set-Szenerie.

Zu dem Gebäude gehört auch ein Krankenwagen. Dieser kann sehr wohl als eine moderne Variante des alten KTW von 1981 (#6680 – Ambulance) angesehen werden, da hier unter anderem auch die großen bedruckten Fensterpanele und ein ähnlicher Leuchtbalken Verwendung finden. Gleichzeitig verfügt die moderne Version über eine nahezu identische rotweiße Farbgebung. Jedoch fällt die Fahrzeuglänge auf Grund anderer, bzw. neuer Bauteile kürzer aus.

Das Set beinhaltet zu guter Letzt fünf Minifigs. Zwei der Figuren (Frau und Mann) sind unterschiedlich zivil bekleidet und stellen die Patienten dar. Die drei übrigen Minifigs stellen das Ärztekontigent, das aus einem Chefarzt (Oberteil mit Stethoskop-Aufdruck), einer Arzthelferin und einem Sanitäter und Krankenwagenfahrer besteht.

Die Farbe Weiß kann ja bei LEGO nach einigen Jahren zu ungewünschten Vergilbungserscheinungen führen. Sei es durch direkte UV-Einstrahlung oder auch durch Nikotin. Es gibt Möglichkeiten vergilbte Steine wieder in der alten Ursprungsfarbe erstrahlen zu lassen. Glücklicherweise halten sich die Verfärbungen hierbei aber in Grenzen und sorgen somit für einen recht guten Gesamteindruck.

Kleine Ergänzung: der große Tannenbaum vor dem Gebäude wurde im nachhinein durch ein dem Original entsprechend kleineres Exemplar getauscht. Nun stimmt also wieder alles, wenn auch noch nicht auf folgenden Fotos.

Jahr: 1987
Teile: 308
Minifigs: 5

RTW

Das Rote Kreuz als weitere Hilfsorganisation der Stadt beteiligt sich neben der Feuerwehr als Hauptträger des städtischen Rettungswesens an den Aufgaben des täglichen Rettungsdienstes. Zu diesem Zwecke stehen mehrere Rettungswagen (RTW) bereit, die von der eigenen Rettungswache im Zentrum gelegen zu ihren Einsatzorten im gesamten Stadtgebiet auszurücken.

Ein derartiger RTW – der Kreisverband in Farnheim verfügt über sechs solcher Fahrzeuge – wurde im Herbst letzten Jahres in Dienst gestellt. Er ist, wie die Fahrzeuge von der BF auch, mit u. a. Defibrillator, Beatmungsgerät oder auch Vakuummatratze für einen schonenenden Transport von Patienten mit Verdacht auf Wirbelsäulenfrakturen notfallmedizinisch komplett ausgestattet.

Als ich ein MOC eines Wohnmobils von Grimer im Eurobricks-Forum sah, wurde ich unweigerlich an die allgegenwärtigen „Spinter“-RTWs in natura erinnert. Da dachte ich, sowas braucht meine Stadt auch. Also baute ich die Frontpartie einfach nach und der Rest ergab sich. Allerdings wollte ich meinen neuen RTW mit einer seitlichen Aufbautür versehen und ihn mit einem neuen Patiententragesystem, was ich in einem älteren LEGO-Set gesehen hatte, ausstatten.

Der Aufbau stellt ein Novum bei meinen Modellen dar: ist er komplett in einer 5-Noppen-Breite gehalten. Die Wahl für diese Breite hat folgende Gründe: mehr Platz im Innenraum und vor allem eine dem Original entsprechend realistische Wiedergabe im Minifig-Maßstab. Jedoch bringt die ungerade Erweiterung auf fünf Noppen eine Vielzahl an Problemen mit sich, wobei die geringe Festigkeit noch das kleinste Übel darstellt.

Die größte Herausforderung war die Gstaltung der Hecktüren und dabei vor allem deren Beweglichkeit. Nach Wochen der Tüftelei und tatkräftiger Unterstützung bei der Lösungsfindung dank einiger 1000steine-Mitglieder habe ich mich nun für eine, ich nenne sie mal „Clip-Lösung“ entschieden, wobei ein jeder Türflügel mit einem 1×1 Plättchen mit waagerechtem Clip befestigt ist. Dieser kann sich in der Seitenwand nach außen drehen und öffnet somit die Tür. Damit jedoch die Drehung funktioniert muss hinter dem clip eine 1×1 Plättchenlücke verbleiben (siehe Bilder). Nicht schön, aber so passt die Trage hinein. Und das wichtigste: ich kann damit Leben… 😀

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2x12er)

Die Galerie musste aus Platzgründen entfallen.

RTW

Dieses Fahrzeug markiert den Standardtyp des Rettungswagens bei der Feuerwehr. Von ihm sind derzeit insgesamt 17 Stück, verteilt auf die verschiedenen Feuer- und Rettungswachen, im Einsatz. Wenn irgendwo im Stadtgebiet gemeldeter Notfall mit Personen bei der Zentrale der Feuerwehr aufläuft, wird eines dieses Fahrzeuge alarmiert. Je nach Art und Schwere der Verletzung rückt auch das NEF im sog. „Rendevousverfahren“ mit aus.

Ich war schon immer auch der Suche nach einer Idee für einen geeigneten Rettungswagen, der sich von den bislang vorgestellten Fahrzeugen (NAW und KTW) deutlich abheben sollte. Inspiration hierfür war schließlich ein MOC des 1000steine.de-Mitglieds „legoloke“ (Ich hoffe, Du hast nichts dagegen? ;-)), welches ich für meine Zwecke (Farbschema, Innenausbau, Fensterdarstellung) modifizierte. Anzumerken ist diesmal, dass der Behandlungsraum komplett von der Fahrerkabine abgeschottet ist, und an dessen Rückwand zahlreiches medizinisches Gerät in Form zweier Bildsteine angebracht wurde. Das Heck schließt mit einer verlängerten Heckklappe + am Fahrgestell angebrachtem Trittbrett ab. Später soll auf der Heckklappe noch eine 2x2er Fliese mit dem „Star of life“-Symbol angebracht werden.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2x12er)