VRW (Vorausrüstwagen)

Noch immer kommen in Deutschland pro Jahr etwa 3.200 Menschen im Verkehr ums Leben. Allein 2,6 Millionen Unfälle mit rund 400.000 Personenschäden wurden 2018 abgearbeitet, zu denen vielfach auch die Feuerwehr ausrückt. Zum heutigen Weltgedenktag der Unfallopfer ergänzt ein neues Fahrzeug die Flotte der Berufsfeuerwehr. Und passenderweise ist es eines, mit dem die technische Hilfeleistung nach Unfällen in Farnheim von nun an noch schneller erfolgen soll. Als sog. VRW wurde dieses Fahrzeug kürzlich neu in Dienst gestellt und ergänzt damit den traditionellen Rüstzug. Man verspricht sich davon eine noch schnellere Reaktionsfähigkeit. Der Vorausrüstwagen ist als kleines, flinkes und hochgeländegängiges Fahrzeugkonzept ausgelegt, das mit Mitteln beladen ist, um erste technische Hilfe leisten zu können, bis der Rüstzug vor Ort ist. Neben einem akkubetriebenen hyraulischen Rettungssatz (Schere und Spreizer) sind u. a. allerlei Werkzeuge und Hebekissen, Ketten, ein Notfallrucksack, zwei Schaumlöscher und ein Lichtmast sowie Generator an Bord. Stationiert ist er fortan auf der F14, der kombinierten Feuer- und Rettungswache 4 in Farmsen.

Der aufmerksame Leser hat bestimmt erkannt, dass es sich bei diesem Fahrzeug um eine Variante des 2017 vorgestellten RIV 1200/300 handelt. Denn da ich Wert auf eine (je nach Verwendungszweck) häufige Wiederverwendung der Fahrzeugdesigns lege, wie es auch in der Wirklichkeit vorkommt, entschied ich mich hierbei für eben jenes Fahrzeug. Diesmal im Look der städtischen Feuerwehr. Der Aufbau basiert zwar auf dem des RIV ist aber ansonsten eine komplette Neukontruktion. Überhaupt sollte er sich, nicht zuletzt durch die Beladung von dem flinken Flughafenlöscher unterscheiden. Ob mir das geglückt ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. Die teils üppige Dachbeladung ist dem Feature des ausklapp-/zusammenbaubaren Lichtmastes geschuldet.

Zugkombinationen – Teil 4

Wie ich ja eingangs dieser Serie schrieb, soll in loser Folge über verschiedenste Zugkombinationen berichtet werden. Der vierte Teil befasst sich, nach Lösch- und Wasserrettungs-, mit dem Rüstzug laut AAO (Alarm- und Ausrückeordnung).

Der Rüstzug ist ein spezieller Fahrzeugverband, der bei Einsatzszenarien, bei denen ein hohes Aufkommen an technischer Hilfe vonnöten ist, alarmiert wird. Unterstellt ist er den Technischen Diensten der Feuerwehr, der u. a. auch die Höhenretter, die Fachgruppe Atemschutz, die FG Leucht, Bergung und FüKom unterstellt sind. Zu den klassischen Einsatzszenarien des Rüstzugs zählen bspw. Bauunfälle, Verkehrs- und Bahnunfälle, Gebäudeeinstürze, Zwischenfälle auf und im Wasser oder verschiedene Arten der Rettung und Bergung, bspw. aus großen Höhen oder Tiefen. Dazu rücken neben einem Führungsfahrzeug (ELW), einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (Farnheimer FLF) der Rüstwagen und der Feuerwehrkran aus. In den meisten Fällen ist auch ein Rettungswagen für den Eigenschutz Bestandteil des Zuges. Ggf. kann, wenn nicht schon alarmiert, auch das NEF hinzugezogen werden.

Dieser Zugverband kann je nach Einsatzbeschreibung, um weitere Spezialfahrzeuge erweitert werden. Unter anderem durch den GW-H für die Höhenrettung, einen Wechsellader mit dem AB-Kran oder AB-Bau, dem ÖWSF, oder auch ein Hubrettungsfahrzeug und/oder den RW-Schiene.

De Zoch kütt…

Die BF rückt, je nach Einsatzanforderung, in verschiedenen Zugverbänden aus. Zwar wurde der bekannte Löschzug in seiner eigentlichen Struktur aufgelöst, dennoch – um die Stärkeanforderungen der Kräfte am Einsatzort zu gewährleisten, rücken die Wehrleute u. U. von verschiedenen Wachen an, um dann am Einsatzort aufeinander zu treffen.

Bei kleineren Bränden oder Hilfeleistungen rücken somit meist nur noch ein KEF, ein HLF und ein RTW  aus.

Jedoch gibt es sie noch immer: die verschiedenen Zugverbände. Den Anfang macht traditionell der gute alte Löschzug, so wie er Einsatzort am nach wie vor vorzufinden ist. Er setzt sich aus dem ELW, einem HLF 20/16, einer DLK 23/12 CC, einem TLF 24/48 und einem RTW zusammen. Personenstärke: 7 Minifigs. Bei Unfällen auf der Autobahn rückt grundsätzlich ein weiteres HLF mit aus.

Der zweite Zugverband dient der technischen Hilfeleistung und ist als Rüstzug sicher bekannter. Er wird aus dem bekannten ELW, dem HLF 20/16, einem RW 2, dem FwK 25 und einem RTW zusammengestellt. Personenstärke: 7 Minifigs. Ergänzt werden kann der Zug mit einem WLF und aufgesatteltem AB-Kran.

Die dritte Variante kommt bei Unfällen am, im und auf dem Wasser zum Einsatz. Der ELW fährt auch hier wieder voran, gefolgt von dem HLF 20/16, dem Taucherwagen, dem Bootswagen mit RTB und einem RTW. Personenstärke: 7 Minifigs.

Die vorerst letzte Variante, die hier vorgestellt wird, ist der Umweltschutzzug, der aus dem ELW, dem HLF 20/16, WLF mit AB Gefahrgut, dem Saugwagen und einem RTW besteht. Personenstärke: 7 Minifigs. Je nach Gefahrenlage kann dieser Zug auf um ein weiteres WLF mit einem entsprechenden Abrollbehälter (Atemschutz, Umweltschutz, Tank, etc.) und einen RW erweitert werden.

Die Galerie musste aus Platzgründen entfallen.