RW (Rüstwagen)

Der zweite Rüstwagen für umfangreiche technische Hilfeleistungen wurde 2015 beschafft und ist seitdem auf der Feuerwache 4, der Technik- und Umweltwache (intern F14), stationiert. Der ältere RW 2 versieht seinen Dienst nach einer Umverlegung derzeit auf der FRW 2 (F12). Ähnlich wie die Berufsfeuerwehr Düsseldorf verfolgt die BF in Farnheim das Konzept mit zwei Rüstwagen. Grund ist die weitläufige Größe des Stadtgebietes , bei der, bei nur einem Fahrzeug, die gesetzlich geforderte Maximalzeitspanne bis zum Erreichen der Einsatzstelle nicht mehr gewährleistet ist. Zudem entwickelte sich das Einsatzgebiet der FRW 2 im Nordosten der Stadt (dort kreuzen sich auch zwei hochfrequentente Autobahnen in einem Kreuz, das täglich rund 350.000 Fahrzeuge passieren) in den letzten Jahren zu einem Unfallschwerpunkt, so dass sich die Branddirektion zum Handeln veranlasst sah.

Technisch gesehen entspricht er einem RW 3 nach DIN vor der Novellierung von 2007. Jedoch wurde aufgrund der Neufassung auf die Kennungszahl verzichtet. Er rückt gemäß der AAO im Rüstzugverbund je nach Einsatzanforderung mit mind. dem ELW, einem FLF (Farnheimer Löschfahrzeug), dem FwK60 und einen RTW für den Eigenschutz aus. Weitere Komponenten können jederzeit den Zugverband ergänzen.

Der alte Rüstwagen, auch schon aus 2013, stand gedanklich bereits eine ganze Weile zur Überarbeitung an. War er doch optisch und technisch zu klein geraten für eine angenommenerweise fast 600.000 Einwohner fassende Metropole. Aber anstelle das Modell auseinanderzunehmen entschied ich mich, ihm einen weiteren und weitaus größeren Rüstwagen zur Seite zu stellen. Keine Unüblichkeit, denn viele Berufsfeuerwehren deutscher Großstädte halten nicht nur einen einzigen Rüstwagen vor. Düsseldorf ist dabei eben nur ein genanntes Beispiel von etlichen weiteren. Und so entstand ein MOC, das nicht alleine durch seine Bereifung und entsprechender Hochbeinigkeit größer wirkt, sondern auch der Aufbau – weil länger – bietet mehr Platz für die gerätetechnische Ausstattung. Auch hierbei entschied ich mich für einen heckseitigen Laderaum mit Bordwand, der je nach Einsatzzweck mit verschieden bestückten Rollcontainern beladen werden kann. Der Lichtmast, der zu jedem Rüstwagen gehört, wurde hierbei ins Wageninnere verlegt und ist selbstverständlich ausfahrbar.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2x10er + 2x3er + 1×2 auf 1x4er Bracket)

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TdoT bei der Feuerwehr Mülheim 2016

Einmal mehr bot der Tag der offenen Tür bei der Mülheimer Feuerwehr 2016 bestes Ausflugswetter. Demnach fanden sich auch zahlreiche Besucher auf dem Hof der FRW 1 an der alten Dreherei in Broich ein. Leider ist die geplante Neuanschaffungen noch nicht in Sicht. Somit bot der Tag in Sachen Fahrzeugtechnik persönlich auch nichts neues. Jedoch gelang mir nochmals Blick auf allmählich scheidende Fahrzeuge, wie bspw. der Gerätewagen-Wasserrettung. Auffällig war allerdings, dass der GW-Mess und die Fiat Doblos, in Gestalt des GW-Tier und als PKW für den Tagesdienst nicht mehr vorzufinden waren. Jedoch konnte ich noch einen interessierten Blick in die Werkstätten werfen.

Rüstwagen Umweltschutz (RW-U)

Als Ersatz für den alten GW-U aus dem Jahr 2001 beschaffte die Wehr ein neuen Rüstwagen, der neben Gerätschaften für große technische Hilfeleistungen mit einer umfangreichen Beladungsergänzung für den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern ausgestattet ist. Im Rahmen des TUIS-Abkommens kann er bei größeren Schadenfällen somit auch von der städtischen Feuerwehr zur Unterstützung herangezogen werden. Bspw. wurde im Jahr 2013 TUIS zu bundesweit 866 Einsätzen von öffentlichen Gefahrenabwehrkräften (Feuerwehr, Polizei, etc.) angefordert. Allerdings nicht immer in Form von Personal und Material direkt vor Ort. Das aber nur am Rande.

Das Fahrzeug stellt einen Komplettumbau dar. Sowohl von außen als auch innen wurde das Fahrzeug gründlich optimiert. Das Ausgangsmodell war nun mittlerweile annähernd fünf Jahre alt – Zeit also für ein sog. „Make over“.

Im Grunde blieb außer der Kabine und dem vorderen Teil des Geräteraumes nichts erhalten. Der Radstand des Fahrgestells zwischen erster und zweiter Achse wuchs um eine Noppe. Das schuf Platz für den heckseitigen Geräteraum inkl. Platzierung einer Ladebordwand. Den so gewonnen Platz am Fahrgestell ließ sich mit allerei Trittbrettern und Anbauteilen füllen. Die Dachaufbauten wurden dank eines Windabweisers um einiges aerodynamischer, und am Heck kamen einige neue Warneinrichtungen hinzu. Neu ist allerdeings der auf dem Dach verlastete und üppig dimensionierte Lichtmast, der Einsatzstellen in der Nacht ausreichend dankbare Helligkeit spendiert. Das rote Etwas an der Fahrzeugfront soll, wie schon beim TroLF 1500, eine Seilwinde in abgedeckter Form darstellen. Zu sehen übrigens im Original auch an den neuen LF24 der BF Mülheim.

Die Beladung wurde den neuen Bedürfnissen angepasst und aufgestockt. Neben Kettensäge, Absperrpilonen, Werkzeugkoffern, Hebekissen, einem Generator, finden sich im Heck gelben Tonnen zur sicheren Aufnahme von Gefahrgut.

Fahrgestellbasislänge: 16 Noppen (2x16er Platte)

Zugkombinationen – Teil 4

Wie ich ja eingangs dieser Serie schrieb, soll in loser Folge über verschiedenste Zugkombinationen berichtet werden. Der vierte Teil befasst sich, nach Lösch- und Wasserrettungs-, mit dem Rüstzug laut AAO (Alarm- und Ausrückeordnung).

Der Rüstzug ist ein spezieller Fahrzeugverband, der bei Einsatzszenarien, bei denen ein hohes Aufkommen an technischer Hilfe vonnöten ist, alarmiert wird. Unterstellt ist er den Technischen Diensten der Feuerwehr, der u. a. auch die Höhenretter, die Fachgruppe Atemschutz, die FG Leucht, Bergung und FüKom unterstellt sind. Zu den klassischen Einsatzszenarien des Rüstzugs zählen bspw. Bauunfälle, Verkehrs- und Bahnunfälle, Gebäudeeinstürze, Zwischenfälle auf und im Wasser oder verschiedene Arten der Rettung und Bergung, bspw. aus großen Höhen oder Tiefen. Dazu rücken neben einem Führungsfahrzeug (ELW), einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (Farnheimer FLF) der Rüstwagen und der Feuerwehrkran aus. In den meisten Fällen ist auch ein Rettungswagen für den Eigenschutz Bestandteil des Zuges. Ggf. kann, wenn nicht schon alarmiert, auch das NEF hinzugezogen werden.

Dieser Zugverband kann je nach Einsatzbeschreibung, um weitere Spezialfahrzeuge erweitert werden. Unter anderem durch den GW-H für die Höhenrettung, einen Wechsellader mit dem AB-Kran oder AB-Bau, dem ÖWSF, oder auch ein Hubrettungsfahrzeug und/oder den RW-Schiene.

Fahrzeuge der BF Essen

Auf dem Heimweg fiel der überraschte Blick auf einige Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr Essen, die ich bei einem spontanen Pitstop fotografisch einfangen konnte. Offensichtlich waren die Damen und Herren von der nahen Feuer- und Rettungswache 1 an der Eisernen Hand gelegen zum Betriebssport ausgerückt.

Neben dem (fast) kompletten Löschzug samt brandneuer Drehleiter und dem Fahrzeug des WAL (Wachabteilungsleiter), fand sich mit dem Rüstwagen noch ein wahrlich spektakulär ausschauendes Fahrzeug am Straßenrand.

Die Feuerwehr Essen verfolgt mit dem LRF (Löschrettungsfahrzeug) ein recht ungewöhnliches wie interessantes Konzept zur Personenrettung. In der mittlerweilen zweiten Fahrzeuggeneration ist das LRF zum einen wie ein Vorausrüstwagen, zum anderen wie ein Rettungswagen ausgestattet. Damit kann bei Verkehrsunfällen eine sog. „Crashrettung“ – das Herausschneiden eingeklemmter Personen aus den Unfallfahrzeugen, oder eine mögl. Brandbekämpfung – unmittelbar vorgenommen werden. Dazu sind ein hydraulischer Hilfeleistungssatz sowie ein 400 L-Löschwassertank (Unterflur verbaut) samt Schnellangriff auf dem Fahrzeug verlastet. Den Ausschlag für dieses Fahrzeugkonzept gab vor einigen Jahren ein schwerer Verkehrunfall, bei dem eine eingeklemmte Person vor den Augen der RTW-Besatzung im Fahrzeug verbrannte. Nach wie vor gibt es in Essen für die gängige Notfallrettung aber auch das sog. Rendevous-System, bestehend aus Noteinsatzfahrzeug und gewöhnlichem Rettungswagen.