Die moderne Berliner Feuerwehr – Fahrzeuge von 1996 bis 2011

Berlin ist Weltmetropole, Hauptstadt, kultureller Schmelztiegel und hoch verschuldet. Letzteres betrifft auch die Berliner Feuerwehr. Zwar ist eine Wehr der Superlative, die aber immer seltener aus dem vollen Schöpfen darf (wenn sie es denn je konnte). Dennoch ist sie in der Pflicht den Brandschutz für ihre 3,3 Millionen Einwohner sicherzustellen. Dies stellt die Großstadtwehr vor große Herausforderungen und vielseitige Aufgaben. Wer jetzt einen unfamgreichen Gemischtwarenladen im Fahrzeugpark erwartet wird allerdings enttäuscht: die Berliner Feuerwehr hat ihren Fahrzeugpark in den vergangenen Jahren weitestgehend standardisiert. Und das ist auch gut so. Für das Personal, die Bevölkerung und den Geldbeutel.

Das Buch gibt einen prallgefüllten Einblick in den kompletten Fahrzeugpark der letzten 15 Jahre. Zeigt die (Weiter-)Entwicklung des Berliner LHF (Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugs), die in den 80er Jahren mit Mercedes-Benz und Bachert begann. Wie und wann die Folienbeklebung Einzug hielt. Wie Wehr vom Konjunkturprogramm II profitierte, und wie sich die Feuerwehr ein eigenes Corporate Identity zulegte. Für Liebhaber aktueller Fahrzeugbestände im Brand- und Rettungswesen ein Fest, da hier (wie schon im Hambugrer Buch) alle Fahrzeugtypen, angefangen bei ELWs, PKWs und RTWs, über Lösch- und Drehleiterfahrzeuge, bis hin zu Rüst- und Gerätewagen, Wechselladerfahrzeuge, Abrollbehältern und Anhängern alles dabei ist, was bei der Berliner Feuerwehr im Dienst ist, und darüber hinaus welcher Wache sie zugeordnet sind.

Der Autor Hans-Jörg Schierz ist selbst aktiver Feuerwehrmann in Diensten der Berliner Feuerwehr, passionierter Modellbauer, und Jounalist und veröffentlichte hiermit nun sein erstes Buch.

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Die Münchner Feuerwehr im Einsatz – Von den Siebzigern bis heute

Bei den aktuellen Buchneuerscheinungen in der Sparte Feuerwehr scheint sich derzeit ein Trend beim Format abzuzeichnen. So sind die bisherigen hier vorgestellten Bücher über die Feuerwehr Hamburg und den Rettungsdienst der Stadt Mülheim an der Ruhr, sowie das an dieser Stelle vorstellte Buch im handlichen DIN A5-Hardcover zu haben. Das mag ja sehr händisch sein, dennoch leiden tw. Abbildungsgrößen, die besonders bei Fahrzeugen durchaus hätten größer ausfallen können und dürfen. Sicher aber stellt hierbei die Buchgröße aufgrund der Produktionskosten dem progostizierten Verkäufen gegenüber einen Kompromiss dar. So ist das halt mit „Special Interest“-Titeln.

Nun aber zum Buch selbst. Die Münchner Berufsfeuerwehr ist eine bedeutsame. Die größte in Bayern und, hinter Berlin und Hamburg, die drittgrößte Deutschlands. Einige Einsätze haben die Wehr auch im Rest der Republik bekannt werden lassen: z. B. als 1994 ein Linienbus durch U-Bahnbauarbeiten im Erdreich versank, als ein angetrunkener Fußballfan 1982 kurz vor Anpfiff der Partie des FC Bayern gegen den HSV das Zeltdach des Olympiastations erkletterte, oder als 1986 der Löwenbräukeller ein Raub der Flammen wurde. Aber über die Jahrzehnte hatte auch immer mal wieder die Feuerwehr selbst Verluste zu beklagen. Glücklicherweise gingen diese aus personeller Sicht meist glimpflich aus.

Der Autor Thomas Gaulke, selbst aktiv im Einsatzdienst – früher als Feuerwehrmann, heute als Fotograf, hat für dieses Buch die spektakulärsten, größten und ungewöhnlichsten Einsätze seit Beginn der 70er Jahre zusammengesammelt und die Bilder mit kurzen informellen Texten ergänzt. So ergibt sich ein anschaulicher Reigen aus dem Alltag der Münchner Feuerwehr durch die Jahrzehnte; sei es bei der Brandbekämpfung, der technischen Hilfeleistung, bei Umweltschutzeinsätzen oder tierischen Rettungsaktionen.

Eine interessante Retrospektive, die neben den Einsätzen auch einen Blick auf längst vergangene Zeiten Blicken lässt.

Buch „Die Münchner Feuerwehr im Einsatz – von den Siebzigern bis heute″, gebundene Ausgabe
Verlag: Sutton Verlag
144 Seiten, 245 (zum Teil farbige) Fotos
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-86680-789-1
Größe: 25 x 17,5 x 1,2 cm
Preis: 22,90 Euro

Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr – 1960 bis Heute

Manfred Gihl, seines Zeichens 23 Jahre lang Branddirektor der Hamburger Feuerwehr, ist nach wie vor „seiner“ Wehr sehr eng verbunden und hat mit „Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr – 1960 bis Heute“ eine weitere, komplett farbig gestaltete Bilddokumentation vorgestellt, die 2011 im Sutton Verlag erschienen ist.

Dieses Buch beschäftigt sich, wie es der Titel vermuten lässt, mit dem Fahrzeugpark der hansestädtischen Feuerwehr, die zugleich die zweitgrößte Deutschlands ist, und auf nicht weniger als 517 (!) landgebundene Fahrzeuge zurückgreifen kann. Dieser große Anzahl an Fahrzeugen gliedert sich in fünf Kapitel, die die unterschiedlichen Fahrzeugsegmente ausführlich beleuchten. Beginnend mit den Standardlöschfahrzeugen auf den bekannten Mercedes-Pullman, über die klassischen Kurzhauber, dem ersten frontlenkergesteuerten „HANSA-Löschzug“ bis hin zu den heutigen HLFs, die, wie ich jetzt darin las, fälschlicher Weise oftmals als „Hilfeleistungslöschfahrzeuge“ bezeichnet werden. „HLF“ steht in diesem Zusammenhang aber schlicht für „Hamburger Löschfahrzeug“: Ein spezielle hanseatische Entwicklung, die allerdings eng mit dem allgemein bekannten HLF verwand ist. Darüber hinaus werden sämtliche Drehleitertypen und Teleskopmastbühnen, die Einsatzleitfahrzeuge und Befehlswagen, die Fahrzeuge des Rettungsdienstes und sämtliche Sonderfahrzeuge, wie Rüst- und Gerätewagen, Fahrzeuge des Kampfmittelräumdienstes, sowie WLFs und Kranfahrzeuge in Wort und vor allem Bild vorgestellt.

Kurzum, für Blaulichtfahrzeugfans ein lohnenswerter Bildband und ein großer Ideenquell für Modellbauer aller Maßstäbe.

Buch „Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr 1960 bis Heute″, gebundene Ausgabe
Verlag: Sutton Verlag
132 Seiten, 216 Fotos
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866807678
ISBN-13: 978-3866807679
Größe: 24,6 x 17,4 x 1,6 cm
Preis: 22,95 Euro