FwK 60 (Feuerwehrkran)

Als Ersatz für den altersschwachen Kranwagen FwK 25, der 28 Jahre in den Reihen der Berufsfeuerwehr seine Arbeit versah, trat 2013 sein dringend benötigter Nachfolger den Dienst an. Aufgrund des intensiven Übungsbedarfes an und mit dem Spezialfahrzeug wies der Vorgänger mittlerweile eine außerordentliche hohe Anzahl an Betriebsstunden auf, die nicht zuletzt immer ohne Ausfälle blieben. Somit kam es mitunter immer wieder zu reparaturbedingten Zwangspausen und die Berufsfeuerwehr musste im Falle spontan auf eine Sein Nachfolger ist nicht nur technisch auf dem aktuellsten Stand der Technik, er übertrifft auch die Leistungskapazitäten des alten Krans bei weitem. So kann der FwK 60 im optimalsten Fall bis zu 60 Tonnen Last heben. Dazu führt das Fahrzeug im Straßenbetrieb bis zu 10 Tonnen Ballast mit sich, was ihn an der Einsatzstelle sofort einsatzbereit macht. Gerade bei Unfällen und der Beseitigung schwerer Hindernisse stieß der alte Kran hier oftmals an seine Grenzen. Darüber hinaus war auch eine anderweitige einsatztaktische Verwendung weitestgehend ausgeschlossen. Mit dem neuen Fahrzeug wurde hierbei Abhilfe geschaffen: So kann der Kranwagen auch bei Großfeuern zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. Dazu ist am Auslegerende ein kombinierter Schaum-/Wasserwerfer montiert, der variabel zwischen 1.000 L bis zu 4.000 L/Min. auf den Brandherd abgeben kann. Versorgt wird der Monitor über drei B-Schläuche, die dazu materialschonend am Ausleger eingehängt werden können.

In der Ausrückeordnung ist festgelegt, dass der Kran immer im Rüstzugverbund, bestehend aus einem HLF und einem RW 2, ausrückt. Nicht selten wird das Spezialfahrzeug auch durch ein WLF mit aufgesatteltem AB-Kran mit zusätzlichem Krangeschirr und -gewichten unterstützt. Der überarbeitete Rüstzug, inkl. des neuen Krans, ist auch bildlich im Ramen der Zugkombinationen aktualisiert.

Als mein Feuerwehrkran im vergangenen Jahr auf dem Berliner SteineWAHN beim Auspacken zu Bruch ging, meinte ich zu einem der Mitaussteller, dass ich nun einen guten Grund hätte, (endlich) einen neuen zu bauen. Tatsächlich war ich mit ihm schon etwas länger nicht mehr recht zufrieden. Zu fummelig der Aufbau und überhaupt stimmte die Größenverhältnismäßigkeit im Vergleich zu meinen mittlerweile gewachsenen LKW-Modellen auf 5w nicht mehr. Denn der Kran zählte bis dato doch nur 4 Noppen in der Breite. Es dauerte wiederum über ein weiteres halbes Jahr, bis dass es der in Bruchstücken in seiner Tüte schlummernde Feuerwehrkran auf meinen Bautisch schaffte.

Ich zwar gerade dabei ein neues Flughafenlöschfahrzeug zu bauen, bei dem das Fahrgestell samt Kabine in 6er Breite auf dem Bautisch meinem prüfenden Blicken standhalten musste. Genehmigt. Nur wollte kein Aufbau so recht dazu passen. Dieses Bauprojekt war aus einer Ich-bau-mal-wieder-was-Laune entstanden; also kein wirkliches „must have“ für meinen Fuhrpark. Dann erinnerte ich mich an die sterblichen Überreste meines Krans, und dachte, dass hierfür sehr wohl vordringlicher Ersatz erforderlich sei. Also ran ans Werk. Zunächst habe ich das Fahrgestell meines Flughafenlöschfahrzeugs verlängert und ausgelotet, inwieweit sich die alte Abstützung noch verwenden ließe. Überhaupt wollte ich auch den gesnotteten Kranausleger weiter verwenden. Dieser musste im Verlauf jedoch um einige Noppen verlängert werden, denn auch hier gilt die simple Rechenformel Länge mal Breite. Legt ein Auto in der Breite zu, so logischerweise es auch entsprechend in der Länge. Als schließlich klar war, wie sich die alte Abstützung beim Nachfolger verbauen ließ, konnte ich allmählich Gedanken an die Aufbauplattform verschwenden. Auch hierbei sollte wieder eine Motornachbildung unter einer zu öffnenden Abdeckung/Klappe stecken. Ein verborgenes, aber reizvolles Detail, wie ich finde.

Nachdem der Kran nun einen ersten Eindruck davon vermitteln konnte, wie er sich denn später einmal präsentieren würde, wurde mir bewusst, dass ich mich auch noch einmal an das Fahrerhaus setzen musste. Denn das sah zuvor noch wenig nach tiefergelegter Kran- denn nach typischer LKW-Fahrerkabine aus – blockig-würfelig. Allerdings dauerte diese Anpassung beinhae bis zum Ende des Bauvorhabens. Erst der Einsatz der Windschutzscheibe des Safari-Jeeps (#60267) brachte den optischen Durchbruch. Viel weitere Zeit nahm auch das Drehgestell ein. Hier musste unbedingt eine stabilere Lösung für die Hydraulikzylinder her (ein wesentliches Manko des Vorgängers) sowie überhaupt eine realistischere Gestaltung mitsamt einer Kanzel für den Maschinisten. Als auch hier die Lösung gefunden war, erfolgte als Finish ein noch wenig Detailing. So ist er nun das derzeit größte Fahrzeug im Fuhrpark der Berufsfeuerwehr und wird es vermutlich auch bleiben.

Nicht, dass ein neuer Kran aufgrund seiner Laufleistung lt. Beschaffungsplan wirklich nötig gewesen wäre, aber das „Upscaling“ war nun doch unvermeidbar, wenn der gewaltige Kran wieder zum Rest passen sollte. Kaum zu Glauben, denn der Vorgänger war auch schon wieder über sieben Jahre alt. Dann darf er ruhigen Gewissens auch als Modell modernisiert werden.

Einsatzbereitschaften der Feuerwehr

In der jüngeren Vergangenheit konnte man desöfteren das Wort „Einsatzbereitschaft“ aus der Presse vernehmen, insbesondere dann, wenn die Bilder dazu eine schier endlose Kolonne an Feuerwehreinsatzfahrzeugen zeigten. Eilten diese dann zur überörtlichen Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort. Eines der bekanntesten Ereignisse der letzten Jahre war sicherlich die Elbe-Hochwasserkatastrophe von 2013, als Feuerwehren, Bundeswehreinheiten und Kräfte des THW und der Hilfsorganisationen aus ganz Deutschland entlang der Elbe im Einsatz waren.

Aber was sind eigentlich Einsatzbereitschaften?

Einsatzbereitschaften sind ein Zusammenschluss taktischer Einheiten von Einsatzmitteln aus benachbarten Städten oder Landkreisen eines Regierungsbezirkes eines Bundeslandes zu einem autark agierenden Verband. Ein solcher Zusammenschluss beeinhaltet für gewöhnlich vier Löschzüge, ein Logistikzug und ein FüKom-Zug (Führung und Kommunkation) und besteht aus etwa 25-30 Fahrzeugen mit ca. 150 Einsatzkräften. Je nach Lage und Einsatzanforderungsprofil können weitere Zusatzmodule, wie Waldbrand, Hochwasserschutz, Technische Hilfeleistung, ABC und Instandsetzung hinzugezogen werden. Angefordert und alarmiert werden diese Bereitschaften über die Bezirksregierungen.

In Nordrhein-Westfalen ist jeder Regierungsbezirk in bis zu fünf Bereitschaften aufgeteilt, die sich aus Kräften benachbarter Städte und Gemeinden zusammenstellen. Alarmiert über die Bezirksregierungen können im Einsatzfall folgende Einsatzbereitschaften zusammengezogen werden:

Regierungsbezirk Düsseldorf
Bereitschaft I      Duisburg, Kreis Kleve, Kreis Wesel
Bereitschaft II     Mülheim, Essen, Oberhausen
Bereitschaft III    Mönchengladbach, Krefeld, Kreis Viersen
Bereitschaft IV    Düsseldorf, Rheinkreis Neuss, Kreis Mettmann
Bereitschaft V     Wuppertal, Remscheid, Solingen

Regierungsbezirk Arnsberg
Bereitschaft I      Bochum, Herne, Gelsenkirchen, Recklinghausen
Bereitschaft II     Dortmund, Ennepe-Ruhrkreis
Bereitschaft III    Hagen, Märkischer Kreis
Bereitschaft IV    Unna, Hamm, Kreis Soest
Bereitschaft V     Hochsauerlandkreis, Olpe, Siegen

Regierungsbezirk Köln
Bereitschaft I      Kreis und Stadt Aachen, Kreis Heinsberg
Bereitschaft II     Kreis Düren, Kreis Euskirchen
Bereitschaft III    Köln, Rhein-Erft-Kreis
Bereitschaft IV    Bonn, Rhein-Sieg-Kreis
Bereitschaft V     Leverkusen, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis

Regierungsbezirk Detmold
Bereitschaft I      Stadt Bielefeld
Bereitschaft II     Kreis Minden-Lübbecke/Kreis Herford
Bereitschaft III    Kreis Paderborn, Kreis Höxter
Bereitschaft IV    Kreis Lippe, Kreis Gütersloh

Regierungsbezirk Münster
Bereitschaft I      Kreis Borken, Stadt Bottrop
Bereitschaft II     Kreis Coesfeld, Stadt Gelsenkirchen
Bereitschaft III    Kreis Recklinghausen
Bereitschaft IV    Kreis Steinfurt
Bereitschaft V     Kreis Warendorf, Stadt Münster

Weiterführende Infos:

TdoT bei der Feuerwehr Mülheim 2018

Der erneute Tag der offenen Tür (TdoT) auf der Hauptfeuer- und Rettungswache 1 in Mülheim an der Ruhr bot für die Besucher dieses Mal eine echte Überraschung: Sehr präsent stellte die Feuerwehr einen kürzlich neu beschafften Teleskoplader der Öffentlichkeit vor. Ein Manitou MRT 2740 mit einer max. Hubleistung von bis zu 25 Metern und bis zu 7.000 kg. Angetrieben wird der neue Allrad-Allzweckkönner von einem 129 kW (176 PS) starken 5.130 ccm-Turbodiesel.

  • ausklappbare Arbeits- und Rettungsbühne (bis 1.000 kg)
  • Arbeitskorb (bis 365 kg belastbar)
  • Seilwinde (bis 7.200 kg)
  • Lasthaken (bis 2.000 kg)
  • Stapelgabel (bis 5.000 kg)
  • Schaufel mit Übergreifer
  • Generator 14 kVA

Vornehmliche Einsatzgebiete sind die Personenrettung, insbesondere solcher aus schwierigen Lagen oder adipöser Notfallpatienten aus oberen Stockwerken. Desweiteren kann er zu Tierrettungsnotfällen (auch bei verunglückten Großtieren) herangezogen werden. Seine Stärken wird er aber sicherlich in der technischen Hilfeleistung ausspielen. Da die Berufsfeuerwehr Mülheim seit vielen Jahren nicht mehr über ein eigenes Kranfahrzeug mehr verfügt, war man beim Heben von schweren Lasten meist auf externe Dienstleister angewiesen. Kleinere Hebemöglichkeiten übernahmen später zwei WLFs mit Ladekran. Nun aber können auch mittelschwere Lasten bis zu 7.000 kg umbewegt werden. Ebenso lässt sich mit dem Lader unter Atemschutz verunfalltes Gefahrgut bergen, bei Sturmeinsätzen zur Räumung oder Baumsägearbeiten etc. nutzen, ihn als Stapler mit Fassgreiferfunktion einsetzen sowie Brandschutt beseitigen. Sogar der Einsatz als Löschmonitor ist möglich.

Zudem wuchs die Flotte an KdoW/PKWs weiter an. Neben den bereits bekannten Opel Zafira B stehen der Feuerwehr mittlerweile auch vier VW Touran zur Verfügung. Auch die Flotte der MTFs wurde modernisiert: drei VW Bulli T6 mit langem Radstand stehen im Fuhrpark – allesamt ausgerüstet mit Warnbalken von Standby.

Neben den bereits bekannten vier LF 24 (wovon die zwei dienstältesten als Reserve und Ausbildungszwecken dienen) stehen der BF derzeit auch vier (!) Drehleitern zu Verfügung. Die typografische Hervorhebung durch das Ausrufezeichen habe aus dem Grunde vorgenommen, als dass die Feuerwehr Mülheim über viele Jahrzehnte mit nur drei Drehleitern ausgekommen ist. Wieso komme ich auf vier? Nun, eine war Ausstellungsstück auf dem Hof der Wache postiert, zwei als Teil der beiden Zugverbände (Alarm- und Reservezug) in der Halle stationiert und eine – die vierte – sollte sich zum Zeitpunkt des TdoT auf der zweiten Wache in MH-Heißen zum Grundschutz befunden haben. Wer weiß mehr?

AB-R (Rüst)

Der Abrollbehälter-Rüst wurde beschafft, um bei umfangreichen Einsätzen technischer Hilfeleistung, die über das normale Maß hinausgehen, ein großes Spektrum an zusätzlichem Material zur Verfügung zu stellen. Auf ihm befinden sich weitere schwere hydraulische Rettungsgeräte und Hebekissen, sowie Werkzeuge aller Art, ein mobiler Generator, Ketten, Seile etc. Er kann zwar auch allein eingesetzt werden, da er wie ein mitunter wie ein Rüstwagen nach DIN 14555-3 ausgestattet ist, versteht sich aber als Ergänzung für die Fahrzeuge des Rüstzuges. Zugeteilt ist dieser AB der Fachgruppe Bergung.

Ich hatte überlegt, ob ich meiner Wehr nicht einen RW 3 spendieren sollte. Dies wäre bei einer 500.000+ Einwohnerstadt neben einem kleineren RW 2 (jeweils nach alter Normierung) durchaus plausibel, wenn man einen Blick in den Fahrzeugpark der Feuerwehr Düsseldorf wirft. Jedoch hatte ich mich zunächst für das Stadtsäckel „günstigere“ Anschaffung eines AB-Rüst entschieden. Die Unterteilung der Gerätefächer nahm ich mittels alter 1x4x3er Zugfenster vor, was jedem Fach eine schöne optische Trennung gibt. Auch kam vorn auch wieder ein montierter Lichtmast zum Einsatz. Die umfangreiche Beladung aus stilisierten Hebekissen, Ketten und Werkzeugen, sowie einem tragbaren Generator sorgen für das „greebelige“ Finish. Allerdings ist die Idee mit dem RW 3 noch nicht ganz vom Tisch.

Zugkombinationen – Teil 4

Wie ich ja eingangs dieser Serie schrieb, soll in loser Folge über verschiedenste Zugkombinationen berichtet werden. Der vierte Teil befasst sich mit dem Rüstzug laut AAO (Alarm- und Ausrückeordnung).

Der Rüstzug ist ein spezieller Fahrzeugverband, der bei Einsatzszenarien, bei denen ein hohes Aufkommen an technischer Hilfe vonnöten ist, alarmiert wird. Unterstellt ist er den Technischen Diensten der Feuerwehr, in die u. a. auch die Höhenretter, die Fachgruppe Atemschutz, die FG Leucht, Bergung und FüKom eingegliedert sind. Zu den klassischen Einsatzszenarien des Rüstzugs zählen bspw. Bauunfälle, Verkehrs- und Bahnunfälle, Gebäudeeinstürze, Zwischenfälle auf und im Wasser oder verschiedene Arten der Rettung und Bergung, bspw. aus großen Höhen oder Tiefen. Dazu rücken neben einem Führungsfahrzeug (ELW), einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (Farnheimer FLF) für den Brandschutz der Rüstwagen und der Feuerwehrkran für die technische Hilfe aus. In den meisten Fällen ist auch ein Rettungswagen für den Eigenschutz Bestandteil des Zuges. Ggf. kann, wenn nicht schon alarmiert, auch das NEF hinzugezogen werden.

Dieser Zugverband kann je nach Einsatzbeschreibung, um weitere Spezialfahrzeuge erweitert werden. Unter anderem durch den GW-H für die Höhenrettung, einen Wechsellader mit dem AB-Kran oder AB-Bau, dem ÖWSF, oder auch ein Hubrettungsfahrzeug und/oder den RW-Schiene.