Interschutz 2015

Interschutz2015001 Nach einem Besuch der Internationalen Messe für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz 1988, war es abermals an der Zeit für einen neuerlichen Messerundgang in Hannover. Nach Intermezzi in Augsburg und Leipzig findet die Interschutz nun im Fünf-Jahres-Rhythmus bis 2025 in Hannover statt. Auf dem Außengelände spielte sich erwartungsgemäß das Meiste ab.

Während hinter der zentralen Halle 26 auf Freigelände Hersteller ihre Innovationen im Praxiseinsatz vorführten, reckten sich die Hubretter in einem wahren „Drehleiterpark“ gen Himmel und konkurierten mit dem knapp 89 Meter hochgewachsenen Hermesturm. Gleich nebenan, unter dem atemberaubenen, hölzernen Expodach präsentierten sich die „Big 5“ mit ihren Ausstellungsfahrzeugen: Rosenbauer, Ziegler, Magirus, Schlingmann und Gimaex. In den umliegenden Hallen bot eine Vielzahl an Unternehmen und Zulieferer eine große Produktschau ihrer neuesten Innovationen.

Apropos Drehleiter. An den Fahrzeugen aus dem Rosenbauer-Konzern konnte man beobachten, dass das Metz-Logo beinahe vollständig verschwunden ist. Grund ist, dass sich der österreichische Feuerwehrgerätehersteller ab Juni 2015 neu positioniert. Somit soll ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet werden, und Feuerwehren in Deutschland haben fortan nur noch einen Ansprechpartner für alle Bereiche. Hubrettungsprodukte von Rosenbauer bekommen zukünftig das Siegel „Metz Technology“ versehen. Zur Erinnerung: 1998 ging der Feuerwehrgerätehersteller in die österreichische Rosenbauer Holding über. Während Rosenbauer die Entwicklung und den Bau sämtlicher Feuerwehrfahrzeuge übernahm, oblag die Produktion von Hubrettungsfahrzeugen markentechnisch getrennt weiterhin bei Metz. Künftig firmiert die Metz Aerials GmbH & Co. KG unter dem neuen Namen Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG.

Mit Pomp und einer gewissenen schauspielerischen Dramaturgie wurde von den Verantwortlichen der Berufsfeuerwehr Hannover und der Firma Magirus explarisch eines von 16 neuen HLF 20 auf Mercedes Econic-Fahrgestell feierlich enthüllt. Inklusive symbolischer Schlüsselübergabe in luftiger Höhe. Die Kombination klassischer Tanklöschfahrzeuge und LKWs für Logistikzwecke waren sicher einer der Trends auf der Interschutz 2015. Dieses ungewöhnliche Fahrzeugkonzept sieht neben einem großen Wassertank, Platz für eine Staffel (1+5 Mann), sowie – dank mittschiffs verbauter Pumpe – zusätzlichen Stauraum für diverse Rollcontainer im Heck vor.

Dass die Weltleitmesse in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfand, erkannte man auch daran, dass die Feuerwehr Hannover auf dem Gelände omnipräsent war: Neben zahlreichen Neufahrzeugen war sie auch abseits des Ausstellungstrubels anzutreffen, so bspw. beim Wiederherrichten des Vorführgeländes.

Lokalpatriotischerweise sei zu erwähnen, dass auch die Feuerwehr Mülheim mit einem Fahrzeug auf der Messe vertreten war: Mit ihrem nagelneuen ELW auf Mercedes-Benz Sprinter mit 4matic. Den Ausbau übernahm der französische Hersteller Gimaex. Hierüber berichtete ich etwas ausführlicher in einem separaten Artikel. Ein Fahrzeug war mir allerdings entgangen. Die neue Drehleiter-Generation niedriger Bauart der Berufsfeuerwehr München.

Insgesamt war es eine rekordverdächtige Messe: 157.000 Besucher informierten sich bei den rund 1.500 Aussteller aus über 51 Ländern an den sechs Ausstellungstagen. Somit war die 2015er Ausgabe die größte und best besuchte Interschutz aller Zeiten.

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Blaulichttag 2015

Alle zwei Jahre findet im Mai der sog. „Tag der Mülheimer Hilfsorganisationen“ statt. Dieses Jahr fand er unter neuem Namen gleich auch an neuer Wirkungsstätte statt: am neuen Mülheimer Stadthafen. Jenes Becken, mit dessen Hilfe Mülheim noch näher an den Fluss rücken möchte. Und tatsächlich bietet dieses umgestaltete Areal dem lustwandelnden Naherholer eine durchaus angenehme Atmosphäre.

Somit hatten sich bei Kaiserwetter um das Becken auch die Feuerwehr, das DRK, passenderweise mitsamt der Wasserwacht, der DLRG, dem THW, die lenzten, was das Zeug hielt, die Johanniter, sowie einige Stände fürs leibliche Wohl drapiert.

Die Organisationen informierten u. a. mit einer Fahrzeugschau und ihrer Ausrüstung umfangreich über ihre Tätigkeitsfelder. Wer interesse hatte, konnte sich noch an Ort und Stelle bewerben.

Rettungsübung der Feuerwehr Mülheim und des Rettungsdienstes

Am Samstag mittag, den 12. Oktober, gegen kurz nach zwölf Uhr wurde die Feuerwehr Mülheim zu einem Unfall auf der Eltener Straße gerufen. Als die ersten Kräfte eintrafen, stellte sich die Situation recht unübersichtlich dar. Mehrere Autos, darunter auch ein vollbesetzter Linienbus waren stadtauswärts verunfallt. Einer der PKWs lag auf dem Dach. Eine eingangs noch nicht genau zu beziffernde Anzahl an Verletzten und einige schockig umherirrende Menschen machten die Erfassung der Situation zunächst nicht gerade einfach. Schnell aber war klar, hier muss mehr Material und Rettungspersonal her. Umgehend alarmierte die Einsatzleitung den Rüstzug und den Zug I&K (Information und Kommunikation) der BF Mülheim, beide Züge der freiwilligen Feuerwehr, sowie ein Großaufgebot an Rettungsdienstkräften – auch aus den umliegenden Städten Duisburg, Essen und Oberhausen.

Der Einsatzort wurde umgehend in mehrere Abschnitte unterteilt, mit hydraulischen Rettungsgerät befreite man eingeklemmte Personen, die SEGs des DRK und der Johanniter richteten indes eine Patientenablage ein, eine eigens eingerichtete Fahrspur für Rettungsfahrzeuge sorgte für einen reibungslosen Abtransport der Verletzten, und die Notfallseelsorge des DRK übernahm in einem von der MVG bereitgestellten Linienbus die Betreuung der unverletzten Unfallbeteiligten.

Zum Glück war alles nur eine Großübung, um die koordinierte Abarbeitung einer unübersichtlichen Einsatzstelle bei einem sog. MANV, einem Massenanfall an Verletzten zu trainieren. Daran beteiligten sich neben der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr (mit den Zügen Broich und Heißen) der Rettungsdienst von Feuerwehr, DRK und JUH auch die Rettungsdienste der BF Oberhausen, Essen, sowie der JUH und des ASB Essen. Geübt wurde auf einem abgesperrten Straßenabschnitt unter möglichst realistischen Bedingungen – nicht zuletzt unter Zuhilfenahme zahlreicher Unfallfahrzeuge, 25 geschminkter Verletztendarsteller und 12 weiterer Statisten. Gegen 13:40 Uhr rückten die ersten Kräfte wieder ab.

Ich konnte bei der Gelegenheit gleich auch einige Fahrzeuge ablichten, die entweder neu in Dienst stehen, oder in absehbarer Zeit ihrer Ausmusterung entgegensehen.

Tag der Hilfsorganisationen

Zwei Jahre sind seit der letzten Veranstaltung vergangen, bei dem sich Mülheimer und Essener Hilfsorganisationen mit ihrer Arbeit in der MüGa einem breiten Publikum präsentierten. Nun war es wieder soweit. Leider spielte das Wetter nicht so wirklich mit. Dennoch bekamen die Besucher einiges geboten: die Feuerwehr löschte an der Ruhr, eine große Übung hatte einen Massenanfall an Verletzten (kurz MANV) zum Thema und das DRK, die JUH, Feuerwehr und THW auf den Plan rief, eine Besichtigung des einfliegenden Rettungshubschraubers Christoph 9 aus Duisburg, sowie jede Menge Fahrzeuge und Ausrüstungen der Verbände. Ein Comedy-Duo sorgte für entsprechend thematische Unterhaltung.

Tag der Hilfsorganisationen

Einmal jährlich stellen sich die Träger des städtischen Rettungsdienstes bei einem eigens organisierten Tag der breiten Öffentlichkeit dar. Teilnehmer sind die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, die Malteser und die DLRG, sowie das THW. All diese Hilfsorganisationen präsentieren sich und ihre „alltäglichen“ Tätigkeiten und Einsatzspektren der jeweiligen Fachbereiche dabei vor.

Neben zahlreichen Fahrzeugen und Rettungsmitteln wird dem Besucher auch einiges an Programm geboten: das THW lädt zur Schiffstour auf der Ruhr, die Feuerwehr lässt löschen, oder benötigt Hilfe beim Getränkekästenstapeln, und das DRK und die JUH zeigen in einer großen Übung die Patientenversorgung bei einem evtl. MANV (Massenanfall an Verletzten). Highlight ist sicher aber der Einflug des Rettungshubschraubers Christoph 9 aus Duisburg, bei dem anschließend die Besatzung den interessierten Zuschauern Rede und Antwort steht. Leider dauert die lockere Gesprächsrunde kürzer als erhofft: schon nach knapp 40 Minuten wird er zu einem neuerlichen Notfall gerufen.