TLF-W Typ N (Erprobungsfahrzeug)

Seit 2018 haben Waldbrände nicht allein nur in Niedersachsen signifikant zugenommen. Doch dort, in der Waldbrandleitstelle in Lüneburg, wurden bis Mitte August diesen Jahres insgesamt bereits 500 Warnmeldungen alleine für Niedersachen herausgegeben, sondern warenähnlich über die gesamte Saison. Ein Neagtivrekord – und Trockenheit und Hitze sind noch lange nicht vorbei.

Damit sich die Feuerwehren des Landes dabei in naher Zukunft besser aufstellen können, hat man in Zusammenarbeit mit Ihnen und dem Landesfeuerwehrverband, gemeinsam mit einem Fahrzeug- und Aufbauhersteller, die „Fachempfehlung Pflichtenheft Waldbrand-TLF“ für einen neuen Fahrzeugtyp erarbeitet und festgeschrieben. Die ersten 10 Erprobungsfahrzeuge auf Basis dieser neuen technischen Anforderungen werden nun den Feuerwehren im Land Niedersachen zur Verfügung gestellt und ersetzen das TLF-W 3500 (Typ N). Zu den ersten Feuerwehren zählt auch die Feuerwehr Farnheim, die eines dieser Fahrzeuge zugeteilt bekam.

Es handelt sich um einen Unimoc A580UF dessen 6-Zylinder-Dieselmotor 174 KW (236 PS) leistet. Der permanente Allradantrieb macht das rund 13 Tonnen schwere Fahrzeug auch für äußerst unwegsames Gelände einsatzfähig. Der eingebaute, tiefliegende Löschwassertank fasst 3.000 L, der Sicherheitstank für die Selbstschutzanlage weitere 360 L, und der integrierte Schaummitteltank nimmt 140 L auf. Die Kreiselpumpe ist eine kombinierte Hoch-/Niederdruckpumpe und für den „Pump and Roll“-Betrieb ausgelegt. Sie fördert im Normalmodus 2.000 L/Min. bei 10 bar; im Hochdruckbetrieb 250 L/Min. bei 40 bar. Die Besatzung beträgt 1/3. Durch eine Dachluke kann mittels handgeführten Hohlstrahlrohren Löschmittel ausgebracht und/oder der Dachwerfer manuell bedient werden. Zusätzlich schützt die Besatzung in inneren eine 300bar-Atemluftflasche über Versorgungsschäuche mit Atemanschlüssen.

Neben dem Haupteinsatzgebiet bei Wald- und Flurbränden lässt sich das Fahrzeug auch bei Hochwasserlagen nutzen. Dazu ist es mit bis zu 1,2 Meter Wassertiefe watfähig und kann auf dem verstärkten Aufbaudach bei einer Evakuierung aus überschwemmten Gebieten bis zu 10 Personen befördern.

Wer hätte das gedacht. Das alte Modell war bereits auch wieder vier Jahre alt. Und natürlich blieb auch die technische Entwicklung im „real life“ nicht stehen, sodass es Zeit für eine Überarbeitung wurde. Und tatsächlich wurde die Neuauflage kein kompletter Neubau, sondern es blieben weite Teile des Vorgängers erhalten. Lediglich die Kabine wurde verlängert und der Aufbau um das vordere Gerätefachsegment gekürzt und insofern modifiziert, als dass es ein wenig dem Stuttgarter Vorbild entsprach, das in diesem Jahr auf der Interschutz in Hannpver vorgestellt wurde. Einige neue Details am Modell, wie die stilisierten Astabweiser an der Kabine, das handführbare Strahlrohr auf dem Kabinendach sowie ein paar neue Anbauteile am Fahrgestell machten letzlich das Finish aus.

Der Seehafen Farnheim

Das neue Logo mitsamt des doppeldeutigen Claims.

Um das nebulöse Bild des Lesers über die Stadt Farnheim ein wenig mehr zu klären, möchte ich die Gelegenheit nutzen und etwas über den Seehafen Farnheims erzählen. Wenn der große Stadtplan mal fertiggestellt ist, wir alles klar. Bis es aber soweit, ist gibt hiermit ein weiteres, kleines Stadtgebietshäppchen.

DER HAFEN

Der Farnheimer Hafen, ein tideunabhängiger Seehafen und deutschlands zweitgrößter Universalhafen, ist weit über die Regionsgrenzen das Tor in die Welt. Seine geografische Lage und die ausgezeichnete Performance der Hafenwirtschaft machen aus dem Farnheimer Hafen eine attraktive Außenhandelsdrehscheibe. Er ist für die Versorgung der europäischen Binnenmärkte somit von entscheidender Bedeutung. Der FarnheimPort beschäftigt direkt und indirekt rund 50.000 Menschen.

DIE INFRASTRUKTUR

Der Freihafen prägt seit jeher die Stadt. Heute ist er bedeutender Wirtschaftsstandort dank zahlreicher hochmoderner Hafenanlagen und leistungsstarker Umschlagbetriebe, Werften sowie einer umfassenden maritimen Serviceindustrie. Schwerpunkte sind neben dem Schiffsbau der Warenumschlag für die Bereiche Energie und Chemie, die Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie der Maschinen-, Anlagen- sowie Automobilbau. Eine moderne Tankfarm bietet große Lagerkapazitäten für Rohöl, Treibstoffe und weitere petrochemische Erzeugnisse.

Modernste Infrastruktur, effiziente und großzügig ausgebaute Verkehrswege mit exzellenter Hinterlandanbindung und eine leistungsfähige Warenverteilung schaffen die Voraussetzungen für den Warenaustausch mit Handelspartnern in aller Welt. Darüber hinaus übernimmt der Freihafen eine zentrale Funktion in der Ex- und Importlogistik für Industrie und Handel in Farnheim und der Metropolregion.

Die Farnheim Port Authority (FHPA) verwaltet das gesamte Hafengebiet, verpachtet dortige Flächen und kümmert sich um die Instandhaltung und Modernisierung der Infrastruktur, wie z. B. Kaianlagen, die Straßen, Brücken oder auch das Ausbaggern der Fahrrinne. Rund 800 ansässige Unternehmen kümmern sich indes um ihre Gebäude und Krananlagen.

Das aktuelle Logo der Farnheim Port Authority.

DIE ZUKUNFT

Durch die voranschreitende Digitalisierung sind die Akteure im Farnheimer Hafen bereits jetzt sehr gut für die Zukunft vorbereitet. Die FHPA und die Hafenunternehmen verschaffen dem Standort Farnheim eine Führungsrolle in den Bereichen Nachhaltigkeit und Innovationen. Das neugeschaffene Farnheim Vessel Coordination Center (FVCC) übernimmt die komplexe wassergestützte Verkehrssteuerung.

DIE GESCHICHTE

Bereits im 13. Jahrhundert existierte an der Beevemündung ein Anlandeplatz für eine kleine Siedlung sowie Wege ins Hinterland. Das Hafenrecht bekam der Jadehafen am Ostufer schließlich ab 1655 übertragen. Ein Hafen mit einigen Becken existierte ab etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zu der Zeit focierte die Stadt den Ausbau größeren Hafenanlagen am Westufer der Jade, während sich infolge dessen zahlreiche Quartiermannsbetriebe und Werfen ansiedelten und für eine florierende Handelswirtschaft sorgten.

Mit Beginn der Industrialisierung verdrängten leistungsfähigere Dampfschiffe die alten Lastensegler. Schon jetzt zeichnete der Farnheimer Hafen ein Bild großer Geschäftigkeit. Der Stückgutumschlag fand in immer tieferen Hafenbecken an immer ausgedehnteren Kais mittels Dampf- und Elektrokränen statt.

Mit der Zeit der Kolonialisierung änderte sich auch das Angebot der Waren. Nun wurden Gewürze, Tee und Seide zum Hauptwarenumschlag. Der Welthandel und die Gründung von Reedereien und Schifffahrtslinien führten zu erheblichem Reichtum, Aufstieg und Berühmtheit einiger Farnheimer Reeder- und Kaufmannsfamilien. In den 1920er Jahren begann man mit dem Ausbau der Hafenanlagen und dem Aushub zahlreicher Verbindungskanäle und der Errichtung von größeren Schleusenanlagen.

In der folgenden Zeit legten die Werften vermehrt Schiffe für die Kriegsmarine auf Kiel. Während des zweiten Weltkrieges sah sich der Farnheimer Hafen mehr und mehr großen Flächenbombardements ausgesetzt. In der Nacht vom 13. auf 14. Juli 1944 wurden bei einem alliierten „1000-Bomber-Angriff“ die Hafen- und Werftanlagen beinahe vollständig zerstört. Bei Kriegsende waren rund 80 % der Hafenanlagen, die Speicherstadt zu drei Vierteln und die Hälfte sämtlicher Hafenbrücken zerstört. In den Hafenbecken und Wasserwegen lagen ingesamt über 1.500 Schiffswracks.

Nachdem die Herkulesaufgabe, die Beseitung der Kriegsschäden, erledigt war, begann mit dem Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren auch der erneute Aufstieg des Farnheimer Hafens. Er wurde Zollfreigebiet und der Warenausstausch in alle Welt war in voller Blüte. Er hatte sich durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder, vor allem in Asien, wirtschaftlich wieder zu einem Hafen von Weltruhm entwickelt. Allein von 1994 bis 2007 hatte man den Warenumschlag mit 80 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt.

Trotz aller Krisen der letzten Jahre stehen die Weichen weiter auf Wachstum. Heute sind im Hafen Dependancen fast aller großen internationalen Reedereien zu finden. Die Fahrrinnenvertiefung wurde bereits 2019 beschlossen und bis 2021 umgesetzt. Somit ist der FarnheimPort fortan Megaship-ready.

Einige der Unternehmen, die im Farnheimer Hafen ansässig sind.

DIE SICHERHEIT

Neben einer Station der Wasserschutzpolizei gibt es im Hafen auch eine Wache der Berufsfeuerwehr, die Feuer- und Rettungswache 3 oder auch Hafenwache genannt. Dort befindet sich auch der Anleger für das Feuerlöschboot 1 „Oberbranddirektor Lübben“. Neben Fahrzeugen zur Absicherung des Grundschutzes sind dort Spezialgerätschaften zur Schiffsbrandbekämpfung und andersartige Zwischenfälle auf, in und an den Wasserstraßen stationiert. Auch wird bei drohenden Sturm- und Springfluten von hier aus die Deichverteidigung koordiniert.

GW-W (Gerätewagen-Wasserrettung)

1957 beschaffte die Berufsfeuerwehr Farnheim ihren ersten auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Gerätewagen für die Wasserrettung nach dem zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte noch ein in Eigenregie umgebautes LLG (Leichtes Löschfahrzeug), das den 2. Weltkrieg überlebte, als Einsatzfahrzeug genüge getan. Auf einem 5to-Fahrgestell von HanoMOC F35 baute die Feuerschutzfabrik Steinle einen sehr flachen Aufbau auf dessen Dach im Fahrbetrieb ein Aluminiumboot verlastet war. Mittels am Heck montierten Spindeln war die Fahrzeugbesatzung in der Lage, das Boot vom Fahrzeugdach zu holen und Klarschiff zu machen. Der 4-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor des HanoMOC enwickelte bei 2.800 U/Min 51 kW (70 PS).

Das Fahrzeug ging 1972 außer Dienst und wurde an die Freiwillige Feuerwehr Marktmaschenroth verkauft. Dort leistete es noch einige Jahre wertvolle Dienste, ehe es auch dort endgültig in den verdienten Ruhestand wechselte. Eine private Sammlergemeinschaft aus Hessen kaufte das Fahrzeug von der Feuerwehr auf und restaurierte es im Rahmen ihrer Möglichkeiten. So fuhr es bis in 1990er Jahre hinein bei Oldtimer-Sternfahrten mit oder war Teil historischer Fahrzeugausstellungen. 2002 trennte sich sich die Sammlergemeinschaft von zahlreichen Exponaten, zu denen auch der alte HanoMOC gehörte. Er fand bei einem Gebrauchtwagenhändler für Nutzfahrzeuge in Leopoldstadt ein neues Zuhause. Dort stand das Fahrzeug über eineinhalb Jahrzehnte letztlich vergessen in einer abgelegenen Ecke des weitläufigen Betriebsgeländes. 2016 kaufte schließlich die feuerwehrhistorische Abteilung das Fahrzeug für den symbolischen Wert von einem 1 Euro auf und restaurierte es in den kommenden vier Jahren von Grund auf. Viele Ersatzteile, die mittlerweile, selbst gebraucht, nicht mehr zu beschaffen waren, wurden entweder in Eigenregie oder von Formen- und Machinenbauern aus Farnheim angefertigt.

Vor wenigen Wochen verließ das Fahrzeug schließlich nach mehreren hundert Stunden Aufwand im bestmöglichen Retaurationszustand die heiligen Hallen der Zentralwerkstätten an der Feuerwache 4 und wurde im Anschluss interessierten Medienvertretern präsentiert.

Auf der Suche nach weiteren interessanten Oldtimern fiel die Wahl auf einen Gerätewagen-Wasserrettung (GW-W). Hat diese Fachgruppe doch bedingt durch die Nähe zu Fluss und Meer in Farnheim eine lange Tradition, an die im kommenden Museum hinreichend erinnert werden soll. Als Ideengeber lässt sich zweifelsohne der Gerätewagen-Wasserrettung der Berufsfeuerwehr Hannover benennen, der zwischen 1961 und 1970 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Dienst tat. Nur der Vollständigkeit halber aber sei gesagt, das der Hanomag L28 ursprünglich und viele Jahre vorher als Gerätewagen-Atemschutz angeschafft wurde.

Sei’s drum. Klassisch 4-Noppen breit ist dieses Modell, wenn man den seitlich angeflanschten Kleinkram mal außer Acht lässt. Das ist auch insoweit konsistent, da auch sämliche Kleintransporter (bis auf die Kofferaufbauten der Rettungswagen) mit vier Studs in der Breite auskommen. Wie beim Hannoveraner Vorbild sind sämtliche Gerätschaften sowie der Außenborder im Aufbau verstaut. Aus Ermangelung an Vorbildfotos ist die heckseitig installierte Abrollvorrichtung eine Eigenkreation. Keine Ahnung, ob so etwas tatsächlich am Vorbild existierte. Und wenn nicht, ist es auch egal, denn dieses MOC ist schließlich ein Farnheimer Original. 😉

Da das Fahrzeug vor Einführung des „Frankfurter“ Lackierschemas mit seinen weiß abgesetzten Koflügeln, Fahrerhausdächern und Aufbauecken beschafft wurde, entschied ich mich für eine durchgängig rote Farbgesteltung. Evtl. nehme ich das rot/weiße Schema später noch einmal auf – alleine schon deshalb, um zu sehen, wie es an diesem Modell wirkt.

LF 20-KatS (Katastrophenschutz)

Das Ersteinsatzfahrzeug für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr ist in der aktuellen Generation ein sog. LF 20-KatS. In einem Zeitraum zwischen 2016 und 2017 wurden insgesamt 17 Fahrzeuge in drei Tranchen beschafft. Diese stellen eine weitestgehende Eigenentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Aufbauhersteller dar, um entsprechende lokale Anforderungen realisieren zu können. So sind auch alle Fahrzeuge mit einer Komponente für die Technische Hilfeleistung kleineren Umfangs ausgestattet. Mit ihm kann die FF in ihren Ausrückebezirken selbsttätig Einsätze, auch geringe technische Hilfeleistungen, abarbeiten. Es ist übrigens der Großfahrzeugtyp, über den die Feuerwehr Farnheim am meisten verfügt.

Der Nebenantrieb des 280-PS-Dieselmotors treibt die im Aufbauheck verbaute FP 10-2000 an. Der Löschwasssertank fasst 1.600 L. Das Schaummittel befindet sich in sechs Kanistern à 20 L. Ebenso gehört traditionell eine Tragkraftspritze TS 10-1500 zur feuerlöschtechnischen Ausstattung. Als Besonderheiten verfügt das Fahrzeug zum einen über keine Schnellangriffvorrichtung, sondern stattdessen über die Möglichkeit der sog. schnellen Wasserabgabe mittels zweier vorgekuppelter C-Schläuche samt Strahlrohr und zum anderen sind im heckseitigen Geräteraum 360 Meter vorgekuppelte B-Schläuche in Buchten verlastet, sodass sich eine schnelle Löschwasserversorgung über längere Wegstrecken innerhalb kurzer Zeit sicherstellen lässt.

Der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr zu Farnheim modernisiert sich zusehens. So habe ich nun ein gesondertes LF fertiggestellt, das mit einem anderen Aufbau bestimmt zwei Wochen auf dem Bautisch von einer in die andere Ecke geschoben wurde, weil mir keine ansehnliche Aufbaulösung einfallen wollte. Der ursprüngliche Aufbau war mir im Vergleich zur Kabine zu groß, war überaus zu hoch und Vergleich mit anderen Fahrzeugen überhaupt zu gewaltig – und dann kam die Dachbeladung sprichwörtlich „on top“ (siehe Foto). Also, alles auf Anfang. Nicht ohne vorher ein paar Fotos des Aufbaus anzufertigen. Man kann ja nie wissen. Mir geisterten bei diesem Projekt ständig Vorbilder aus Hamburg durch den Kopf. So etwas sollte sich in Farnheim doch auch gut machen und zur neuen Allzweckwaffe für die freiwilligen Helfer dieseits der Stadtgrenzen werden. Dabei eigneten sich erneut die Cupboards in der hochkanten Anordnung hervorragend. Leider aber hat LEGO keine entsprechend mittlere (Schrank-)Größe im Portfolio. Hier sollte meiner Meinung mal dringend nachgebessert werden. Die alte ausziehbare Leiter (gibt es nur in altellgrau) in der Länge von 9,6 cm liefert gute Dienste für eine üppige Dachbeladung, da sie nicht so breit ist wie die aktuelle Bauform. Am Heck habe ich zwei Trittbretter installiert, um die auch am Vorbildfahrzeugen befindlichen Plattformen anzudeuten. Auf ihnen stehend verlegen die Wehrleute die B-Schlauchleitung aus dem Fahrzeugheck, während es sich mit Schrittgeschwindigkeit vorwärts bewegt. Zahlreiches „Gegreeble“ rundet das Modell schließlich ab.

Gleich, und doch nicht gleich

Seit mittlerweile über 11 Jahren entwickle ich für meine Feuerwehr Farnheim Fahrzeugdesigns, die in erster Linie an die klassischen Town-Zeiten während der 1980er und 1990er Jahre erinnern. Gleichzeitig soll der Fahrzeugpark mit wenigen Fahrzeugtypen relativ vereinfacht werden, und damit in der Summe der viele verschiedenen Einsatzfahrzeuge ein recht einheitliches Gesamtbild abgeben. Daher schuf ich vor einigen Jahren ein sog. „Familiengesicht“, bei dem die klassischen LKWs ein überwiegend einheitliche, immer wiederkehrende Kabinengestaltung bekamen. Standen meine ersten Jahre nach den Dark Ages noch unter dem Motto: „Je abwechslungsreicher desto besser“, modifizierte ich meine damalige Überzeugung schon recht bald an noch heute für die Farnheimer geltenden Grundsätze an. Denn auch bei den deutschen Feuerwehren ließen und lassen sich durchaus überwiegend einheitliche Fuhrparks erkennen: Karlsruhe (Scania, heute), Nürnberg (MAN, damals und heute), Stuttgart und Hamburg (Mercedes-Benz, damals), Düsseldorf, München und Frankfurt/Main (Magirus-Deutz/Iveco Magirus, damals).

Den Anfang machten damals der mittelschwere LKW-Typus bis etwa 18 Tonnen. Also der Typ Fahrzeug, auf den man Drehleitern und Löschfahrzeuge aufbaut. Ein Facelift vor wenigen Jahren fügte ein weiteres paar Fronblitzer hinzu und änderte die Scheinwerferdarstellung.

DLA(K) 23/12 (L32 XS 3.0)

 

ITW (Intensivtransportwagen)

HLF 20/16 NG

Bis zum Facelift haben es die Gesichter der schweren Fahrgestelle allerdings noch nicht gebracht. Die heute aktuellen LKWs über 18 Tonnen gibt es in zwei Versionen, um dem Fahrzeugpark trotz aller visuellen Gleichzeit etwas Abwechselung zu gönnen. Denn auch in der Realität finden sich immer auch ein paar Fahrzeuge anderer Hersteller im Fuhrpark – europaweite Ausschreibungspflicht und klamme Stadtsäckel sei Dank.

TLF 30/50-SL

GW-L2

WLF schwer (Ex-geschützt)

GW-Boot (intern Bootswagen)

GTLF 9000

Vor allem, wenn Fahrzeuge z. B. Teil des Katastrophenschutzes sind, bei dem die Bundesbehörde f. Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) größere Chargen eines Typs ordert und an Wehren in ganz Deutschland verteilt, wird spätestens dadurch der eigene Fahrzeugpark in meisten Fällen zum „Gemischtwarenhandel“. So gibt es auch Farnheim vereinzelt in Dienst stehende mittelschwere Fahrzeuge eines gedachten, weiteren Fahrzeugherstellers.

GW-Mess

GW-ATF (Analytische Task Force)

Aber auch bei den Pkws und Kleintransportern fand und findet eine Vereinheitlichung statt. Egal, ob PKWs, SUVs oder Geländewagen. Als Insprirationsquell für den hier abgebildetetn SUV-Typ diente der in den USA sehr beliebte (und seit letztem Jahr auch wieder in Deutschland angebotene) Ford Explorer.

KdoW KRD (Kampfmittelräumdienst)

NEF (Erprobungsfahrzeug)

PKW

PKW

Das aktuell wandlungsfreudigste und mengenmäßig häufigst eingesetzte Fahrzeug ist der folgende Kleintransporter. Er lässt sich in alle Richtungen beliebig erweitern. Die Familie umfasst etwa 20  Fahrzeuge für verschiedenste Einsatzwecke. Aufgrund seiner hohen Beliebtheit erfuhr er ebenfalls mit den Jahren ein Facelift, das in Punkto Scheinwerfer, Kühlergrill und Kennzeichen Modernisierungen erfuhr. Die abgebildeten Varianten zeigen jeweils die Facelift-Versionen.

ELW (Kurzer Radstand, ohne Hochdach)

GW-Fernmeldetechnik (langer Radstand, mittleres Hochdach)

MLF (langer Radstand, Staffelkabine und Geräteaufbau)

RTW (langer Radstand, mittleres Kabinen-Hochdach und Kofferaufbau)

GW-Logistik (mittlerer Radstand, Portalachsen, Standard-Allradkabine mit höherer Wattiefe)

Familienclan: Die Geschwister beim Gruppenbild

 

GW-L2

Mit dem Gerätewagen-Logistik (GW-L2), stationiert auf der Wache Farmsen der Freiwilligen Feuerwehr, ergänzt ein weiteres Einsatzmittel das umfassende Logistikkonzept der Feuerwehr. Bei entsprechender Alarmierung  der Fachgruppe Logistik rückt dieser mit aus. Gleichzeitig macht sich auch ein dortig stationierter Wechsellader mit entsprechend der Einsatzanforderung aufgelastetem Abrollbehälter auf den Weg.

Der GW-L2 verfügt über einen Kofferaufbau, der im vorderen Bereich ein Gerätefach aufweist. Dort finden sich ein Generator für einen LED-Lichtmast sowie Absperrmaterial, Werkzeugkann mit unterschiedlichen Rollcontainer für jeden erdenklichen Einsatzzweck schnell und einfach beladen werden. Dafür stehen derzeit folgende Rollcontainer zur Verfügung:

  • 4x Schlauch á 500 Meter
  • 3x Class A Schaummittel
  • 3x AFFF Schaummittel
  • 2x Sturmschaden
  • 1x TS 8 + wasserführende Armaturen
  • 1x Löschwasserrückhaltung (LöWaRüHa)
  • 1x Hochwasser
  • 1x Wasserschaden
  • 1x Atemschutz
  • 1x Universal
  • 1x Betreuung

Durch die modulare Beladung ist es möglich den Gerätewagen auch als Schlauchwagen einzusetzen.

Da die augenblickliche Ausstattung an LKWs bei der Feuerwehr eher unter „Nicht weiter zeigenswert“ fallen, nahm ich mir zum Anlass einen neuen solchen zu bauen. Während der Enstehungsphase kristallisierte sich immer mehr der jetzige GW-L2 heraus. Waren zu Beginn noch ein Truppfahrerhaus und einer reiner Kofferaufbau formgebend, modellierte sich immer mehr der hier zu sehende Aus- und Umbaustand mit Geräteraumsegment und Staffelkabine heraus. Ganz nebenbei fiel mir auf, dass ich die FF konzeptionell arg vernachlässigt habe. So muss ich mir recht zügig einmal intensiv Gedanken machen, welche Einheiten an welchem Stützpunkt in welchem Stadtbezirk für welche Aufgaben stationiert sind.

PKW

Der Pool an Fahrzeugen der Flughafenfeuerwehr für den täglichen Gebauch, z. B. für Dienst- und Botenfahrten auch außerhalb des Areals, Fahrten des Vorbeugenden Brandschutzes, für Presse und Öffentlichkeitsarbeit, etc. wurde jüngst um zwei neue Kleinwagen modernisiert. Erstmals sind dazu Plugin-Hybride beschafft worden. Die ersten ihrer Art bei der Flughafenwehr sollen bei ihren zahlreichen täglichen Fahrten helfen die Umwelt zu schonen. Die alten Fahrzeuge waren mittlerweile schon arg in die Jahre gekommen und wiesen eine mittlerweile hohe Kilometerlaufleistung auf. Natürlich sind auch die Neuen mit dem bekannten Farbschema für den Flughafen versehen. Ja, Corporate Identity ist auch Einrichtungen, wie eine Feuerwehr ein ernst zu nehmendes Thema.

Die Scheiben mit der bedruckten A- bzw. C- oder Irgendwas-Säule auch noch in rot aus dem Mini-Speed-Champions-Sets waren für mich eine der hilfreichsten Teileneuschöpfungen der jüngeren Vergangenheit. Dazu habe ich mich erst bei meiner letzten Teilebestellung beim Kundenservice nochmals mit zahlreichen Scheiben eingedeckt. Denn auch sie sind nicht ewig lieferbar.
Zum Design. Was in Punkto Abrundung vorn am Fahrzeug möglich ist, würde ich mir auch am Heck wünschen, bspw. mit abgerundeten Platten, die den Radius der Rundung an den Scheibenecken wieder aufgreifen. Bis es soweit ist, muss das Heck weiterhin Kante zeigen.

Nachfolgend der Vergleich mit einem Modell, das vor etwa acht Jahren entstand, zeigt gut, wie sehr neue Teile über die Jahre in meine Werkstatt Einzug gehalten haben und wie sehr sich die Modelle dadurch optisch veränderte. Dabei sind hierbei noch nicht einmal fancy Bautechniken zur Anwendungen kommen. Alleine die abgekanteten Slopes an der Fahrzeugfront oder die gewölbte Speedchampions-Windschutzscheibe sorgen für einen zeitgemäßeren Auftritt. Dennoch verwende und mixe ich nach wie vor gerne alte, nicht mehr produziert werdende Teile, wie das Klappdach oder die Autotüren mit Feuerwehrsymbolaufdruck.

 

Der Vorgänger (r.) ist deutlich in die Jahre gekommen und steht nun vor seiner Ausmusterung.

10 Jahre Feuerwehr Farnheim auf WordPress

Der Löschzug im Jahr 2019

Heute genau vor zehn Jahren ging der erste Blogeintrag hinaus in die Welt. Die Feuerwehr Farnheim startete ihre Online-Präsentation und durchlebte bis heute eine wandlungsreiche Entwicklung. Die ersten Modelle erschienen noch hochklassisch in strikter 4er-Noppen-Breite. Viele alte Bauteile ergänzten die Modelle und ließen das Gesamtbild von einem einheitlichen Fahrzeugpark noch gänzlich vermissen. Erst mit den Jahren folgte zunächst ein neues Farbschema für die Rettungsdienstfahrzeuge, dann, Anfang 2011, ergänzte die gelbe Konturmarkierungen die Feuerwehrfahrzeuge. Später war farblich auch etwas Experimentelles darunter zu finden. Und zuletzt wuchsen die Aufbauten, insbesondere bei LKW auf fünf Noppen. Für eine besseres Größenverhältnis zu den kleineren PKWs.

Heute ist die städtische Feuerwehr mitsamt der FF zu einer modernen Großstadtwehr herangewachsen. Zudem schlagkräftig unterstützt von einer Flughafen- und einer Werkfeuerwehr bei täglichen Gefahrenabwehr.

Sonderlöschmittelfahrzeug aus 2009

Kleineinsatzfahrzeug aus 2009

Auch das aktuelle Zeitgeschehen griff der Blog auf. Etwa als im April 2011 ein gewaltiges Erdbeben Japan erschütterte und im Atomkraftwerk Daichi in Fukushima für eine folgenschwere Kernschmelze sorgte. Oder als sich 2016 die verheerenden Terroranschläge vom 11. September zum 15. Mal jährten. Aber auch erfreuliches nahm sich die Feuerwehr Farnheim zum Thema: Etwa als die deutsche Fußballnationalmannschaft 2014 in Brasilien Weltmeister wurde.

Was noch? Es gab Comics, ein umfangreiches Städtebauthema, Berichterstattungen von besuchten Ausstellungen, spektakuläre Einsätze, die Geschichte Farnheims und ihrer Feuerwehr zum Nachlesen, die Feierlichkeiten zum 30. Geburtstag der Feuerwehr, ein Stadtlogo, ein Organigramm, Vorstellungen alter LEGO-Sets, reale Blaulichtthemen und Einsatzberichte und vieles, was sonst noch zum Thema LEGO® und Feuerwehr passte.

Zusammengefasst sammelte sich viel an in den vergangenen zehn Jahren. Vor allem viel Spaß. Bleiben wir gespannt, was die kommenden zehn Jahre für die Feuerwehr Farnheim bereithalten werden.