GW-ATF (Analytische Taskforce)

Bei sog. CBRN-Lagen (solche chemischen, biologischen, radiologischen und/oder nuklearen Ursprungs) kann zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort die Analytische Taskforce hinzugezogen werden. Sie ist ein Team speziell ausgebilder Einsatzkräfte in der Bewältigung solch besonderer Gefahrenlagen. Die Task Force kann dazu auf leistungsfähige Messfahrzeuge, die vom Bund den Feuerwehren in Deutschland zur Verfügung gestellt werden, zurückgreifen.

Eines dieser Fahrzeuge ist der Gerätewagen-ATF. Das Innere des isolierten Kofferaufbaus lässt sich zur Wartung der sensiblen Messtechnik nutzen oder als Laborfahrzeug verwenden. Zudem kann er grundsätzlich zu jedweder Art von Logistikaufgaben herangezogen werden. Stationiert ist er auf der Umweltwache 4 in Farmsen.

An insgesamt neun vom BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) eingerichteten bundesweiten Standorten (Feuerwehr München, Hamburg, Essen, Köln, Dortmund und Mannheim, LKA in Berlin und das Institut der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt sowie nun auch bei der Feuerwehr Farnheim) sind die Spezialeinheiten tätig, deren zentraler Aufgabenbereich es ist, CBRN-Gefahren zu analysieren und Gegenmaßnahmen anzuleiten. In einem Umkreis von bis zu 200 km können die ATF-Züge innerhalb Deutschlands eingesetzt werden. Die präzisere CBRN-Bezeichnung löst aufgrund der sich verändernden globalen Gefahrenlage die alte ABC-Formulierung ab. Der Gerätewagen bildet mit dem ELW-ATF und zwei weiteren Messfahrzeugen laut Alarm- und Ausrückordnung den ATF-Zug.

Erneut hat die Zeit ein weiteres Fahrzeug für einen „Make over“ erwischt, denn noch immer schlummern in Kisten verpackt einige LKWs in alter, lupenreiner 4w-Breite. Nach viereinhalb Jahren seines Daseins ist nun die Zeit für diesen Gerätewagen gekommen. Da mir die Fahrzeugfront noch immer gut gefällt, entschied ich mich eine behutsame Modifizierung. Der ursprüngliche Charakter des Fahrzeugs sollte unbedingt erhalten bleiben. Also beschränkte ich mich lediglich auf die Umgestaltung des Aufbaus und das Fahrgestell mit seinen Anbauteilen. Jedoch wurde die Erweiterung des Koffers um eine Noppe insbesondere für die Schwenktüren (ein übrigens sehr wichtiges Fahrzeugdetail) am Heck anfänglich zur kniffligen Herausforderung. Denn, keine Tür ist 2,5 Noppen breit. Wirklich keine? Nicht ganz. Die sog. Hinge Train Plate, oder einfach Bracke gerufen eignet sich dafür nämlich allerbestens. Es brauchte allerdings etwas Gehirnschmalz, ehe der Geistesblitz in meiner Denkschale einschlug.

Die seitliche Aufbautür ist leider nicht zu öffnen, dafür aber komplett neu gestaltet. Um den Kofferaufbau gewohnt schnörkellos darzustellen, bekam er ein gefliestes Dach. Zusätzlich, für den erleichterten Einstieg an der Seite, bastelte noch ein kleine Treppchen, das dem originalen Alu-Gestell recht nahe kommen soll. Überhaupt setze ich diese Farbroller für Details sehr gerne ein; auch die Rückleuchten werden übrigens von diesen in der Farbe Schwarz gehalten.

Clinomobil

Bereits in 1950er Jahren machte man sich Gedanken darüber, wie sich Verletzten notfallmedizisch am besten helfen ließe. Den Anfang in derPraxis machten schließlich sog. Clinomobile – Operationssäle auf Rädern. Denn bisher erfolgte die Verletztenversorgung und die Verbringung ins Krankenhaus mittels einfach ausgestatteter Krankenwagen. An eine nottfallmedizische Erstversorgung war noch nicht zu denken. Ein absolutes Manko, dass man gegen Ende der 1950er Jahre beginnen wollte zu beheben.

Auch in Farnheim besaßen das Deutsche Rote Kreuz und der Feuerwehr solche Clinomobile. Insgesamt drei Stück (einer beim DRK und zwei bei der Feuerwehr) beschaffte man ab ab 1959 zu je etwa 33.000 D-Mark. Ausgestattet mit allerlei medizinischem Gerät und dem nötigen Platz, den Patienten von mehreren Seiten gleichzeitig zu behandeln. Das System bewährte sich derart gut, sodass sie ab 1973 durch die erste Generation der nach heutigem Verständnis gültigen Notarztwagen (NAW) abgelöst wurden. Ab 1984 erfolgte dann die systematische Umstellung auf das heute etablierte Rendevous-System bestehend aus Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und Rettungswagen (RTW).

Doch zurück zur Geschichte. Der Aufbau der Clinomobile in Farnheim war eine Sonderanfertigung der Brickmarscher Ambulanzwerke (BAW) und ist heute eine absolute Rarität. Viele Fahrzeugumbauten jener Zeit erlagen später dem Rosttod. Umso kostbarer und erhaltenswerter sind die wenigen Fahrzeuge, die es bis in unsere Zeit schafften. Eines der raren Exemplare darf die Feuerwehr Farnheim für sich beanspruchen. Dieses wurde allerdings nicht, wie die übrigen Fahrzeuge in RAL 1015 (Hellelfenbein), sondern in RAL 9003 (Signalweiß) lackiert. Dazu sorgte ein roter Steifen in RAL 3000 oberhalb der Radausschnitte über die gesamte Fahrzeuglänge laufend für eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr; eine Farnheimer Besonderheit. Dazu muss man bedenken, dass zu dieser Zeit das auffällige „Frankfurter“-Lackierschema noch nicht erfunden war und die roten Feuerwehrfahrzeuge noch mit schwarz abgesetzten Kotflügeln zum Einsatz eilten. Dennoch erprobte man auch hier bereits früh die Auffälligkeit der Einsatzfahrzeuge zu erhöhen.

Zum Modell. Selbstverständlich fehlte den übrigen Oldtimern auch noch ein Fahrzeug des Rettungsdienstes aus jener Epoche. Das sei mit dem Clinomobil nun nachgereicht. Leider musste ich beim Bau auf Weiß umschwenken, da Tan, also Beige, zwar realistischer gewesen wäre, aber noch lange nicht alle benötigten Teile in dem Farbton verfügbar sind. Auch passt der „Star of Life“ historisch gesehen nicht auf solche Fahrzeuge. Da aber gesamte Farnheimer Rettungsdienst mit dem Signet ausgestattet ist, hat er hier auch seine ganz eigene historische Bedeutung. Das Fahrzeug ist allerdings derzeit so gebaut, dass sich Seitentüren und Heckklappe (noch) nicht öffnen lassen. Vielleicht hole ich das später nochmach. Aber ganz getreu dem realen Vorbild, ohne es exakt nachzubilden, sind die seitlichen Oberlichter im Hochdach sowie die heckwärts angedeutete Motorlüftung oberhalb der Rückleuchten.

GTLF 6 (Großtanklöschfahrzeug)

In den 1960er Jahren beschaffte die Feuerwehr sog. als Zubringerlöscherfahrzeug (ZB 6/24) betitelte Fahrzeuge. Ursprünglich für die Brandbekämpfung auf Flughäfen entwickelt (man bedenke, das Jet-Zeitalter hatte noch nicht begonnen), entschieden sich auch immer mehr städtische Feuerwehren, solche großen Tanker in ihren Fahrzeugpark aufzunehmen. Brachten sie nun neben einer großen Löschmittelmittelmenge auch einen deutlichen einsatztaktischen Mehrwert an die Einsatzstelle, als es gewöhnliche (tw. aus Vorkriegsbeständen umgebaute) Tankwagen zu leisten vermochten. Die für damalige Verhältnisse große Menge an an Bord befindenlichen Löschmtteln brachte ihnen bei den Wehrleuten schnell den Begriff „Wasserkühe“ ein. Doch konnten sie weit mehr, als es die despektierlich klingende Wortschöpfung vermuten lässt. Intern liefen unter der Bezeichnung Großtanklöschfahrzeug (GTLF).

1963 entschied sich die Branddirektion für den Kauf über vier dieser Fahrzeuge. Der gemeinhin als Rundhauber bekannte Fahrzeugtyp war mit Allradantrieb ausgestattet; sein luftgekühlter 6-Zylinder-Diesel in V-Form leistete 125 PS (zum Vergleich haben heutige vergleichbare Fahrzeuggattungen mehr als doppelt so viel Leistung; sie sind auch einige Tonnen schwerer). Mitgeführt wurden 5.500 L Wasser und 500 L Schaummittel in einem separaten Tank auf dem Aufbaudach. Die Kreiselpumpe förderte 1.600 L/Min. bei 8 bar. Bei allen Fahrzeugen war der heckseitige Pumpenstand der Einfachheit halber offen gestaltet. Das GTLF empfahl sich in Einsätzen bei der Wasserversorgung, bei autarken Löschangriffen oder als wirkungsvolles Mittel bei Vegetations- und Mineralölbranden. Um den Einsatzwert noch weiter zu steigern, entschied man sich beim Kauf für zwei Schnellangriffseinrichtungen an den Aufbauseiten. Auch erhielt dieses Fahrzeug nach einigen Dienstjahren die auffällige rotweiße Lackierung nach dem bekannten Frankfurter Vorbild.

Dies stellt das erste in Farnheim je beschaffte Fahrzeug dieses Typs dar und wurde bis heute gehegt und gepflegt. Das Besondere hierbei ist, dass es unrestauriert ist und (selbstverständlich mit einer gewissen Patina) im originalen Lackkleid erstrahlt. Dieses Fahrzeug ging 1981 außer Dienst und wurde durch ein TLF 24/50 ersetzt, welches geheimhin als entwicklungstechnischer Nachfolger dieser außergewöhnlichen Fahrzeuge gilt.

Die Museumsidee liefert derzeit den persönlichen Antrieb den Fahrzeugbestand um ein paar Oldtimer zu erweitern. Zwar ist auch hier der Quell an Vorbildern nahezu unerschöpflich, dennoch muss ein altes Fahrzeug nicht nur schön aussehen, sondern auch möglichst plausibel in das Fahrzeugkonzept meiner Großstadtfeuerwehr Farnheim vor 50 oder 60 Jahren passen. Das gerade in diesem Baumaßstab Herausvordernde ist, den Modellen einen erkennbar antiken Touch zu verpassen, vom Farbschema mal abgesehen. Die sanfte Rundungen älterer Formengebungen sind bei Lego von Natur aus etwas schwierig umzusetzen. Zum Glück aber bieten die alten Vorbilder noch genügend andere Merkmale, um sie von heutigen Fahrzeugen – gerade in eben jenem Baumaßstab – unterscheidbar zu machen.

Auch wenn das Modell stark an ein ehemaliges Fahrzeug aus Ulm erinnert, ist es dennoch ein Eigenbau, der kein Marken-Vorbild für sich beansprucht. Durch die hierbei stärkere Anlehnung an das Vorbild fällt zugegebener Weise die geschichtliche Einordnung noch etwas leichter.

SLF 48/60-10 (Sonderlöschfahrzeug)

Lange bevor es in Serie gefertige Großtanklöschfahrzeuge speziell für den urbanen Raum gab, besaß die Berufsfeuerwehr Farnheim bereits ein erstes, für große Brände ausgerichtetes Sonderfahrzeug. Rechtzeitig fertiggestellt und endabgenommen konnte es 1972 auf der Interschutz in Frankfurt am Main dem interessierten Fachpublikum vorgestellt werden.

Das Fahrzeug war für damalige, städtische Verhältnisse ein echter Löschriese. Der Aufbau war zunächst eine Einzelanfertigung und wurde extra nach den Bedürfnissen der Farnheimer Feuerwehr geplant und entwickelt. Die Brandbekämpfung im Allgemeinen sah seinerzeit vor, den Löschangriff über die damalig weitverbreiteten Standard-LF 16 vorzunehmen. Unterstützt wurden sie, je nach Alarmierungsgrad durch sog. Zubringerlöschfahrzeuge (intern scherzhaft „Wasserkühe“ genannt), die einzig mit größeren Löschmittelmengen aufwarten konnten. Das neue Fahrzeug galt als einsatztaktische Weiterentwicklung dieser in Farnheim eingesetzten Zubringerlöschfahrzeuge. DieTanks des neuen SLFs fassten je 6.000 L Wasser und 1.000 L Schaum. Die auf hohen Wasserdurchfluss ausgerichtete Kreiselpumpe förderte 4.800 L in der Minute und der gewaltige kombinierte Schaum-Wasserwerfer, der vom Fahrerhausinneren aus bedient werden konnte, schoss rund 3.000 L Löschmittel/Minute etwa 70 Meter weit dem Brandherd entgegen.

Der Fahrzeugtyp bewährte in der Farnheimer Einsatzpraxis so gut, dass die Feuerwehr im folgenden Jahr noch ein weiteres Fahrzeug beschaffte. Heute steht der Fahrzeugtyp gewissermaßen in dritter Generation im Einsatzdienst. 1990 erfolgte mit der Beschaffung zweier Nachfolger die schrittweise Ausmusterung der Fahrzeuge, bei der sie zunächst bis 1993 als Reservere fungierten, ehe sie schlußendlich außer Dienst gingen. 1995 wurde eines der beiden Fahrzeuge an einen kleinen Flugplatz in Hessen verkauft, das zweite Fahrzeug schenkte man einer Feuerwehr in Dalmatien/Kroatien. Dort wurde nach einigen Dienstjahren kurz nach der Jahrtausendwende offenbar verschrottet, denn hier vierliert sich seine Spur. Als die im Jahr 2008 neugegründete Abteilung der Feuerwehrhistorik begann nach dem Verbleib einiger ehemaligen Fahrzeuge zu forschen, stieß man bei der Recherche bei einem Händler für gebrauchte Nutzfahrzeuge in Bayern auf das besagte SLF, das mittlerweile in einem bemitleidenswerten Zustand war. Nachdem der Ursprung aus Farnheim zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte und man mit dem Händler handelseinig wurde, holte man das Fahrzeug wieder zurück an die Jade. In über vielen hundert Stunden Sanierung und Restaurierung erstrahlt das erste Sonderlöschfahrzeug der Feuerwehr heute wieder stolz im Auslieferungszustand von 1972 und darf neben vielen anderen Exponaten in dem künftigen neuen Feuerwehrmuseum bestaunt und seine wechselhafte Geschichte erfahren werden.

Als vorbildhafter Ideenlieferant gilt ein altes Sonderlöschmittelfahrzeug, das seinerzeit tatsächlich auf der Interschutz 1972 in Frankfurt am Main der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es basierte einst auf einem Mercedes-Benz LP, wurde von Ziegler aufgebaut und anschließend an die Berufsfeuerwehr Antwerpen (sechstes Fahrzeug von oben in der Verlinkung) geliefert. Ich habe meine Version aber bewusst anders und kürzer gestaltet. Farnheim ist halt nicht Antwerpen 😉

Um die Anzahl der alten Fahrzeuge (für ein tatsächliches Farnheimer Feuerwehrmuseum) voranzubringen, bin ich ständig auf der Suche nach besonderen Vorbildern. Eines dieser Besonderheiten war eben jenes Fahrzeug, das ich im Vordergrund auf einem alten Foto in einem Artikel des Feuerwehrmagazins entdeckte. Die Recherche ergab das o. g. Fahrzeug. Leider sind die technischen Spezifikationen dazu nicht mehr auffindbar.

Spannend war für mich die Staffelkabine in Kombination mit einem Aufbau, der im Bereich des Löschwassertanks wie beim Vorbild abgerundet ausfällt. Außerdem sollte das Fahrzeug mit seinem gewaltigen Dachwerfer auch für Laien schon als Spezialfahrzeug erkennbar sein. Das Finish erfolgte im damaligen Farbkleid der Berufsfeuerwehr nach Frankfurter Vorbild mit weiß abgesetzten Fahrzeugecken, Kabinendach und Kotflügeln.

Fahrzeugtyp: Brickmeister SF 26016 4×2 (S = Schwere Ausführung, F = Feuerwehrausführung)

GW-Kampfmittelräumung 1 (KRD)

Als Ersatz für einen der beiden ehemaligen Gerätewagen, der vor einigen Jahren bei einer Alarmfahrt verunfallte, beschaffte die Wehr im darauffolgenden Jahr einen Ersatz, der allerdings wesentlich größer ausfiel. Die Größe des gewählten Fahrzeugs bot den Vorteil die benötigte Ausrüstung, die zuvor (je nach Einsatzanforderung) mit einem weiteren Fahrzeug an die Einsatzstelle gebracht werden musste, nun noch mit nur einem zu transportieren. Außerdem lassen sich nun auch entschärfte Kampfmittel sicher im Fahrzeuginneren für den Abtransport verstauen, um sie im Anschluss der thermischen Vernichtung zuzuführen.

Neben dem GW-FMT ist dies der zweite Kleinbus mit langem Radstand, mittelhochem Dach sowie seitlichen Gerätefächern in Reihen der Feuerwehr – allerdings mit geänderter Heckpartie. Auch dieses Modell stellt ein real gebaute Umsetzung, aber in Details meinen Zwecken angpassten digitalen Idee von Dorothea Williams auf 1000steine dar.

KdoW

Der diensthabende Wachleiter der Flughafenfeuerwehr kann seit Beginn des Jahres auf ein neues, geländegängiges SUV zurückgreifen. Das Fahrzeug verfügt wegen des tw. nicht unwesentlich unbefestigten Flughafenareals über Allradantrieb und damit über eine hohe Geländegängigkeit. Zudem ist er mit einem Unfalldatenspeicher ausgestattet, der im Falle eines Unfalls alle relaventen Fahrzeugdaten zur besseren Ursachenermittlung aufzeichnet. Die Beladung ist rein auf die Ersterkundung von Einsatzstellen ausgelegt: u. a. bestehend aus Helm, Laptop mit elektronischen Datenbanken und Lageplänen, Digitalkamera, Handsprechfunkgerät, Feuerlöscher oder auch EL-Weste.

Dieses Modell wurde beim Bau ein echter Brecher. Im Vergleich zu anderen PKWs erreicht er in etwa das Niveau, das ein Audi Q7 oder BMW X7 im echten Straßenverkehr haben. Natürlich kommt auch er im passenden Airport-Farbkleid daher. Beachtenswert wären die gesnotteten Flanken – ein Versuch den langen Seitenflächen etwas mehr Struktur zu verleihen – und ein gebautes Dach – also kein Formteil. Als Gestaltungselement wird die schwarze B-Säule durch die getönten Scheiben beinahe unsichtbar, was den Eindruck einer großenflächigen Verglasung verstärkt.

DL 30 K

Die Feuerwehr Farnheim legt großen Wert auf ihr historisches Erbe. Dazu kümmert die als Feuerwehrhistorik eingegliederte Abteilung des Brand- und Katastrophenschutzamt 37 der Stadtverwaltung Farnheim eigens um die Aufbereitung der Geschichte und Traditionspflege der Feuerwehr. Neben der digitalen Erfassung analoger Quellen und der Sortierung, Archivierung solcher oder auch dem Bereitstellen von entsprechenden Unterlagen auf Anfragen sorgt sich die technische Abteilung, bestehend aus einer Gruppe von aktiken und ehemaligen Wehrfrauen und -männern um die Restauration, Wartung und Instandsetzung ausgewählter ausgemusteter Fahrzeuge, hält diese betriebsbereit und somit das technologische Erbe am Leben. Seit Gründung der Abteilung Feuerwehrhistorik im Jahr 1996 verfügt man mittlerweile über einen veritablen Fahrzeugpark. Die ganze Geschichte der Feuerwehr Farnheim soll nach Planungen der Stadtväter in einigen Jahren in einem eigens dafür errichteten Museum für die Öffentlichkeit erlebbar werden.

Eines der kommenden Exponate wird diese Drehleiter aus dem Jahr 1968 und damit elementarer Teil eines komplett restaurierten Löschzuges jener Zeit. Dieses Fahrzeug wurde auf einem damals weitverbreiteten sog. Eckhauber-Fahrgestell aufgebaut und wird seither von einem unverwüstlichen 6-Zylinder-Diesel angetrieben, der 150 PS leistet. Gleich mehrere mehr oder weniger augenscheinliche Besonderheiten zeichnet dieses Fahrzeug aus, von dem die Berufsfeuerwehr Ende der 1960er Jahre insgesamt sechs baugleiche Exemplare beschaffte. Ungewöhnlich ist bspw. die kurze Fahrerhauskabine für nur einen Trupp (1/2). Die Mehrzahl der damals ausgelieferten Drehleitern verfügten über eine Staffelkabine für eine Besatzung von 1/5 Personen. Die größte Besonderheit ist allerdings der mitgeführte Rettungskorb. Damals in Farnheim ein Novum. Dieser ruht während der Fahrt seitlich am Leiterstuhl und muss(te) jedes Mal am Einsatzort zunächst von zwei Feuerwehrleuten eingehangen und gesichert werden, ehe die Personenrettung oder Brandbekämpfung beginnen kann bzw. konnte. Heute unvorstellbar. Wie alle Fahrzeuge der Feuerwehr Farnheim aus jener Zeit wurde auch die Drehleitern zur verbesserten Wahrnehmung im Straßenverkehr mit weiß abgesetzten Fahrzeugecken, Kotflügeln sowie Dachflächen versehen. Die Lackierung basiert im Wesentlichen auf dem Frankfurter-Farbschema, das der Visionär und damalige Leiter der hiesigen Berufsfeuerwehr Ernst Achilles entwickelte.

So weit, so Geschichte. Tatsächlich aber baute ich die Drehleiter für einen Bauwettbewerb auf 1000steine anlässlich des 50. Geburtstags der Sendung mit der Maus. Mein Modell nimmt Bezug auf einen alten Beitrag, der damals in einer der Maus-Sendungen lief und im Verlauf eine Drehleiter der Berufsfeuerwehr Köln zeigt. Weil ich aber mein Fahrzeug nicht gleich wieder zerlegen wollte, wurde es durch ein paar (farbliche) Änderungen von der Feuerwehr Farnheim assimiliert und kurzerhand obige Geschichte herumgedichtet. Für den Wettbewerb wollte ich zugunsten der Akkuratesse – natürlich, so weit dies in dem Maßstab möglich ist – Funktionen hinten anstellen. So können z. B. die Stützen leider nicht ausgefahren werden, das Fahrerhaus verfügt über keine Türen und auch die Haspel am Heck dient eher dekorativen Zwecken.

LF 20-KatS (Katastrophenschutz)

Das Ersteinsatzfahrzeug für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr ist in der aktuellen Generation ein sog. LF 20-KatS. In einem Zeitraum zwischen 2016 und 2017 wurden insgesamt 17 Fahrzeuge in drei Tranchen beschafft. Diese stellen eine weitestgehende Eigenentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Aufbauhersteller dar, um entsprechende lokale Anforderungen realisieren zu können. So sind auch alle Fahrzeuge mit einer Komponente für die Technische Hilfeleistung kleineren Umfangs ausgestattet. Mit ihm kann die FF in ihren Ausrückebezirken selbsttätig Einsätze, auch geringe technische Hilfeleistungen, abarbeiten. Es ist übrigens der Großfahrzeugtyp, über den die Feuerwehr Farnheim am meisten verfügt.

Der Nebenantrieb des 280-PS-Dieselmotors treibt die im Aufbauheck verbaute FP 10-2000 an. Der Löschwasssertank fasst 1.600 L. Das Schaummittel befindet sich in sechs Kanistern à 20 L. Ebenso gehört traditionell eine Tragkraftspritze TS 10-1500 zur feuerlöschtechnischen Ausstattung. Als Besonderheiten verfügt das Fahrzeug zum einen über keine Schnellangriffvorrichtung, sondern stattdessen über die Möglichkeit der sog. schnellen Wasserabgabe mittels zweier vorgekuppelter C-Schläuche samt Strahlrohr und zum anderen sind im heckseitigen Geräteraum 360 Meter vorgekuppelte B-Schläuche in Buchten verlastet, sodass sich eine schnelle Löschwasserversorgung über längere Wegstrecken innerhalb kurzer Zeit sicherstellen lässt.

Der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr zu Farnheim modernisiert sich zusehens. So habe ich nun ein gesondertes LF fertiggestellt, das mit einem anderen Aufbau bestimmt zwei Wochen auf dem Bautisch von einer in die andere Ecke geschoben wurde, weil mir keine ansehnliche Aufbaulösung einfallen wollte. Der ursprüngliche Aufbau war mir im Vergleich zur Kabine zu groß, war überaus zu hoch und Vergleich mit anderen Fahrzeugen überhaupt zu gewaltig – und dann kam die Dachbeladung sprichwörtlich „on top“ (siehe Foto). Also, alles auf Anfang. Nicht ohne vorher ein paar Fotos des Aufbaus anzufertigen. Man kann ja nie wissen. Mir geisterten bei diesem Projekt ständig Vorbilder aus Hamburg durch den Kopf. So etwas sollte sich in Farnheim doch auch gut machen und zur neuen Allzweckwaffe für die freiwilligen Helfer dieseits der Stadtgrenzen werden. Dabei eigneten sich erneut die Cupboards in der hochkanten Anordnung hervorragend. Leider aber hat LEGO keine entsprechend mittlere (Schrank-)Größe im Portfolio. Hier sollte meiner Meinung mal dringend nachgebessert werden. Die alte ausziehbare Leiter (gibt es nur in altellgrau) in der Länge von 9,6 cm liefert gute Dienste für eine üppige Dachbeladung, da sie nicht so breit ist wie die aktuelle Bauform. Am Heck habe ich zwei Trittbretter installiert, um die auch am Vorbildfahrzeugen befindlichen Plattformen anzudeuten. Auf ihnen stehend verlegen die Wehrleute die B-Schlauchleitung aus dem Fahrzeugheck, während es sich mit Schrittgeschwindigkeit vorwärts bewegt. Zahlreiches „Gegreeble“ rundet das Modell schließlich ab.

GW-KRD (Kampfmittelräumdienst)

Kürzlich konnte eine Ersatzbeschaffung im Fuhrpark der Berufsfeuerwehr willkommen geheißen werden. Der neue Gerätewagen der Fachgruppe Kampfmittelräumung (engl. EOD – Explosive Ordnance Disposal) wurde in den Einsatzdienst gestellt. Dabei handelt es sich, wie schon beim TLF-W, um einen UniMoc A560UF der Steiner Fahrzeugwerke, der die (antriebs-)technische Basis liefert. Als hervorzuhebene technische Ausstattung sind bspw. die an der Fahrzeugfront verbaute und unter der roten Abdeckplane verborgene Seilwinde mit 50 kN Zugkraft zu nennen sowie kann mithilfe des am Heck befindlichen Krans, der über 700 kg Hubkraft bei 4,5 Meter Ausladung verfügt, das entschärfte Kampfmittel geborgen und für die fachgerechte Entsorgung verladen werden. Zur technischen Ausstattung gehören desweiteren u.a. eine Drohne, ein fernsteuerbarer Roboter, diverse Messgeräte, Trenn- und Winkelschleifer, allerlei Werkzeug, Vollschutzanzüge, Metalldetektoren, Video- und Fotokameras sowie ein LED-Lichtmast samt Stromgenerator. Das Fahrzeug ersetzt ab sofort den alten LKW-KRD.

Ein Spontanbau, der dem Waldbrand-TLF nun einen Bruder zur Seite stellt. Als ich jüngst über einige Bilder und Videos des aktuellen GW-KRD der Feuerwehr Hamburg stieß, entstand der Wunsch nach einer Art Nachbau. Damit der Fahrzeugtyp auch in das Farnheim’sche Feuerwehrkonzept passte, wurde kurzerhand die obige Geschichte ersonnen. Von wegen Plausibilität und so…

Da ich mich durchaus zu den Puristen zähle; sprich ich verbaue ausschließlich orginal dänische Bausteine, habe ich durchaus immer mal wieder Wunsch nach etwas mehr Authentizität bei meinen Modellen. Dazu zählt – und das ist tatsächlich das Einzige, das ich mir in Sachen Fremdteilen erlaube – eine Reflexbeklebung mittels entsprechender Folierung. Erstmals habe ich dazu eine ausgiebige Diagonalbeklebung am Heck des Fahrzeugs angebracht. Manch ein mag sicher sagen, die Schraffur brauche es nicht, um als Feuerwehrfahrzeug zu gelten; und damit hat der/diejenige sicherlich Recht. Jedoch machen aber gerade solche Details für mich den kleinen wie feinen Unterschied aus.

TLF 3000 (Tanklöschfahrzeug)

Das TLF 3000 inmitten seiner Tanklöschkollegen

Nach vielen Fahrzeugvorstellungen aus dem Pool der Berufsfeuerwehr soll heute wieder eines aus den Reihen der Freiwilligen Wehr folgen. Dabei handelt es sich um ein TLF 3000 der aktuellen Generation. Hiervon wurden zuletzt insgesamt sechs Fahrzeuge beschafft (1x in 2018, 3x in 2019, 2x in 2020), die auf verschiedene Stützpunkte der Freiwilligen Feuerwehr verteilt wurden. Insbesondere auf solche, die in ihrem Ausrückebezirken ein besonderes Gefährdungspotenzial für Brände aufweisen. Seien es hohe Vegetationsanteile, Autobahnabschnitte oder allgemein sehr hohes Verkehrsaufkommen sowie gesonderte industrielle Gefahrenbereiche oder dort, wo eine Wasserversorgung nur umständlich über längere Wegstrecken zu gewährleisten ist.

Das Fahrzeug weicht insofern von der Norm ab, als dass der Löschwassertank 3.500 L und der separate Schaummittelbehälter 350 Liter fassen. Heckseitig ist eine Kreiselpumpe FP 10-2000 mit eingebautem Zumischer verbaut. Aufgerüstet wurden die Fahrzeuge auf jeweils 14 Tonnen. Das 6-Zylinder-Dieselaggregat treibt das allradgetriebene Fahrzeug mit 300 PS an. Da das Fahrzeug auch bei Vegationsbränden eingesetzt wird, ist es für einen Pump-and-Roll-Betrieb, d. h. der Pumpenbetrieb und das Fahren können gleichzeitig erfolgen, ausgelegt.

Der von mir lax betitelte „Geräteschuppen“, sprich der Aufbau des GW-Öl, sollte sich für diverse Fahrzeuggattungen eignen. So die Vorstellung. Mit neuem Schwung im neuen Jahr ging ich das Projekt an. Dabei sollte nicht ein weiterer Aufbau-Abklatsch entstehen, sondern etwas mit Tank in der Mitte. Und dazu am besten noch eine gesnottet eingebaute Feuerwehrfliese in der Größe 2×2. Eigentlich sind ja die Cupboards gesnottet und die Fliese wieder normal… ach, egal. Letztlich ließ sich das Vorhaben sehr gut realisieren und macht sich nun, so finde ich, ganz gut in der Seitenansicht. Unterhalb des Aufbaus griff ich die Gerätekästen des GW-Öls erneut auf, um aber diesmal mithilfe hier verwendeten angewinkelten „1×2 curved Slopes“ (links wie rechts) einen kotflügelartigen Ausschnitt zu erhalten. Auch das Heck entspricht nicht eins zu eins dem Erstling, sondern bekam auch eine in Details geänderte Darstellung. Letztlich sorgen ein paar Zubehörteile rund um den Dachwerfer für das gewohnte „Gegreebel“.