TLF 24

Mal etwas anderes, das zu keinem der üblichen Kategorien passt. Durch die schrecklichen Ereignisse, die uns seit Ende Februar täglich aus der Ukraine erreichen, veranlassten mich zum Bau eines etwas anderen und nicht alltäglichen MOCs, das ich wohl unter normalen Umständen nicht gebaut hätte.

Vorbild war ein Fahrzeug, das noch immer zahlreich in Russland und (in diesem Fall) der Ukraine im Einsatz ist. In diesen Wochen wohl so häufig wie noch nie. Lange Zeit war dies dort eines der Standard-Löschfahrzeuge. Das unverwüstliche Monstrum, ein ZIL-131, wurde im Original von Sawod imeni Lichatschowa ab 1967 bis 1990 in Serie gebaut.

Die Feuerwehrversion umfasst einen 2.450 Liter fassenden Löschwasser- sowie einen 150 L großen Schaummitteltank. Die eingebaute Pumpe fördert 2.400 L/Min. und verfügt auch über ein Hochdruckteil. Diese Fahrzeuge waren auch in der ehemaligen DDR anzutreffen. Dort waren sie vornehmlich für die brandschutztechnische Sicherung in den Braunkohletagebauen vorgesehen. Später übernahmen einige Feuerwehren in den neuen Bundesländern einige der als TLF 24 klassifizierten Ungetüme und pflegen sie mitunter bis heute.

In der Ukraine leisten sie derzeit eine wichtige Aufgabe im abwehrenden Brandschutz – die vielleicht wichtigste überhaupt seit Bestehen des Landes.

будь сильною Україно!

Gerätewagen-Sanität (GW-San)

Der Massenanfall von Verletzten (kurz MANV) beschreibt eine Situation, bei der eine große Anzahl an Verletzten versorgt werden muss. Dazu gibt es, je nach Einsatzlage, verschiedene Versorgungsstufen. Die höchsten Stufen (ab einer Größenordnung von 500 Verletzten und mehr), wurden seit dem 11. September 2001 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eingeführt.

Im Rahmen des Katastrophenschutzes wurden die Schnellen Einsatzgruppen (sog. SEGs) sukzessive mit Gerätewagen-Sanität ausgestattet, die in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen können. Der Kreisverband des DRK Farnheim hat nach aktuellen Vorgaben des Landes Niedersachsen zwei baugleiche 7,5 to. LKWs mit Truppkabine beschafft. Mit jedem der beiden Fahrzeuge können zukünftig vollausgestattete Patientenablagen für bis zu 15 Personen gleichzeitig betrieben werden. Sie kommen als Kern der Teileinheit “Behandlung” der Medizinischen Task Force (MTF) zum Einsatz und lösen die alten GW-San der ersten Generation ab.

Der Groschen für den Bau des Fahrzeuges fiel, als ich mich mit MoRaSt-Mitbetreiber und Modulnachbar René alias Meisterschnorrer über die Ende Mai in Bad Zwischenahn stattfindenden „Bricks am Meer“ austauschte. Das Thema seines Modul ist ein Metal-Konzert mit allem Pipapo. Nur eines fehlt: eine Patientenablage. Und so schufen wir für die Gesamtanlage über zwei Module hinweg ein Konzert samt Notfallmanagement abseits des Trubels. Soviel dazu. Wer mehr wissen möchte, den empfehle ich persönlich in Bad Zwischenahn vorbeizukommen oder möge sich Meisterschnorrer’s YouTube-Kanals anschauen: KLICK!

Notarztwagen (NAW „Jade-Jumbo“)

Mit den Weiterentwicklungen in der Notfallmedizin in den 1960er Jahren – nach den Clinomobilen – schlug die Stunde der Notarztwagen. In den Siebziegern war sogar eine 13-teilige Dokufiktion mit Namen „Notarztwagen 7“ im TV populär, die die rettungsdienstliche Arbeit der Besatzung eines in Frankfurt am Main im Einsatz befindlichen Notarztwagens veranschaulichte.

Hier das Intro zu der Serie (Copyright Hessischer Rundfunk):

Als Nebenbemerkung sei gesagt, dass der filmische Ausschnitt durchaus ein zeithistorisches Dokument darstellt. Aus medizinischer und zeitgeistlicher Sicht. Mit u.a. Thekla-Carola Wied waren sogar einige bekannte Schauspieler jener Zeit verpflichtet worden. Interessante Funfacts: Zum einen hat der Titelsong sich die typische „Martinshorn“-Zweiton-Fanfare zum musikalischen Thema gemacht, und zum anderen hieß der im Film verwendete Notarztwagen der BF Frankfurt NAW 7, um Verwechselungen mit dem echten NAW 3, der er eigentlich war, zu vermeiden.

Aber zurück zum Fahrzeug. Ein Notarztwagen, kurz NAW, war in der Regel ein Großraumtransporter, der mit einer erweiterten medizinischen Ausstattung bestückt war und den Arzt gleich mitbrachte. Stationiert waren diese Fahrzeuge meist an den städttischen Krankenhäusern und Kliniken.

So auch in Farnheim. 1970 beschaffte die Feuerwehr für den Rettungsdienst den ersten NAW für die Jadestadt. Stationiert wurde er am Universitätsklinikum Rechts der Jade (RDJ), aufgrund seiner zentralen Lage. Die Entscheidung den Notarztwagen auf ein 7-to-Chassis zu setzen bot gleich mehrere Vorteile: robuste LKW-Technik, ein größeres Platzangebot und eine höhere Nutzlast für das Plus an zusätzlich verlasteter notfallmedizinischer Ausstattung.

In den Jahren zuvor, ab 1967, gingen in der bayrischen Landeshauptstadt drei vergleichbare Fahrzeuge auf Magirus-Deutz-Fahrgestellen 110 D7 F mit Bonner Miesen-Aufbau in Dienst. An der Isar taufte man sie, wegen ihres Erscheinungsbildes, „Jumbo“, wobei man in Farnheim, in Anlehnung an die Münchner, den eigenen fortan als „Jade-Jumbo“ betitelte. Während die NAWs aus Bayern jeweils nur recht wenige Jahre im Einsatzdienst verblieben, war dem Farnheimer Pendant, bis einschließlich 1981, eine deutlich längere Dienstzeit beschienen. Sein langer Einsatzzeitraum war als Erfolg zu bewerten, denn er ebnete schließlich den Weg für zwei Nachfolge-Generationen, ehe die Feuerwehr ab 1995 auf das sog. „Rendevous-System“, bestehend aus einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und einem Rettungswagen (RTW), umstellte und den letzten verbliebenen NAW 1998 aus dem aktiven Dienst entließ.

Noch unwissend über welches technische Schmankerl man zu jener Zeit verfügte, wurde der NAW zunächst ab 1982 noch einige Jahre als zweiter Wasserrettungswagen eingesetzt. Die vollständige Außerdienststellung erfolgte schließlich 1987. Mit der FF Reuschenberg fand sich ein Käufer für das robuste Fahrzeug, die ihn bis etwa 1996 als in Eigenregie umgebauten Gerätenwagen-Atemschutz nutzte.

Als ihn die neugegründete Abteilung der Feuerwehrhistorik wieder aufspürte, zeigte sich bei der Besichtigung vor Ort, dass die Zeit ihm arg zugesetzt hatte. Die vollständige Restaurierung lässt ihn heute wieder im Auslieferungszustand erstrahlen. Die sog. „Frankfurter Lackierung“ bekam der NAW übrigens erst ein Jahr später.

Bei der Suche nach besonderen Fahrzeugen längst vergangener Zeiten stieß ich u.a. auf diesen NAW. Leider sind die historischen Details, die das Internet und die mir vorliegende Fachliteratur bereithält, nur wenig erschöpfend. Insofern können manche Details am Modell nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben sein. Aber, es soll ja schließlich auch ein Farnheimer sein und kein Münchner.

Dieses Modell baute ich zunächst vollständig in der 4er Breite (siehe Bilder weiter unten), bis ich auf ein Modellfoto stieß, das mir die Größe und vor allem die Breite des Fahrzeugs nachvollziehbarer machte. So baute ich kurzerhand alles ab der B-Säule auf 5w um. Dabei konnte ich glücklicherweise die zuvor in 4w festgelegten Proportionen in Punkto Länge und Höhe beibehalten. Lediglich den hinteren Hochdachabschluss und die Heckklappe musste ich aufgrund der neuen Baubreite ändern.

GW-Kampfmittelräumdienst Klein (GW-KRD-K)

Als Ersatz für seinen Vorgänger konnte die Abt. Technik zum Ende des vergangenen Jahres noch einen neuen Gerätewagen für die Fachgruppe der Kampfmittelbeseitigung in Dienst stellen.

Dadurch, dass die Stadt gegen Ende des zweiten Weltkriegs wiederholt Ziel alliierter Bomberverbände wurde – nicht zuletzt während des verheerenden Bombardements in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1944, werden bei Bauarbeiten auch nach über 70 Jahren immer noch alte Blindgänger ans Tageslicht gefördert.

Das neue Fahrzeug ist, wie sein Vorgänger, mit Allradantrieb und Sperrdifferenzial ausgestattet und verfügt über eine besondere EX-II-Zulassung. D. h., sämtliche elektrische Leitungen sind gekapselt und erfüllen die Anforderungen, die beim Explosionsschutz an Batterien, Kraftstoffbehälter und Auspuffanlage gestellt werden. Beladen ist er mit einer ex-geschützten Sicherheitsbox für kleinere Sprengkörper sowie Pulverlöscher, Atemschutzmaske und pers. Schutzausrüstung des Kampfmittelräumers.

Als ich über ein spezielles Modell des Erbauers de-marco stieß, wollte ich das Modell nachbauen, bzw. es für meine Zwecke anpassen. Und so entwickelte sich quasi wie von allein ein neuer, kleiner Gerätwagen mit einem festen Aufbau. Er soll fortan den alten Vorgänger ablösen. Als zusätzliches Detail habe ich die gelben Streifen mit Reflexfolie versehen und dem Heck eine Diagonalschraffur verpasst.

Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 30/20)

An die Farnheimer Feuerwehr wurden kurz vor Weihnachten noch drei sog. Farnheimer Löschfahrzeuge vom Typ (HLF30/20) ausgeliefert. Es sind die ersten einer neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug-Generation in der Jadestadt. Der Fahrzeughersteller hatte im Rahmen der IAA, im Herbst 2021, seine neue mittelschwere Nutzfahrzeugklasse dem Fachpublikum vorgestellt. Nun sind die ersten Fahrzeuge mit bereits nach Euro 7 reglementierten Dieselmotoren ausgestattet und ausgeliefert worden. Die zwangsbeatmeten 6-Zylinder-Motoren arbeiten noch effizienter und verfügen leistungsgesteigert statt über 299 nun über 312 PS. Der hier vorgestellte Neuzugang wird zunächst an der Hauptfeuerwache, der FRW 2 im Nordosten der Stadt gelegen in Dienst gehen.

Wir erinnern uns: 2018-2019 befanden sich im Verlaufe bis zu drei potenzielle Nachfolgerfahrzeuge für das Modernisierungsprojekt „FLF25“ im ausführlichen Testbetrieb. Diese verfügten über größere Löschwassertanks von insgesamt 2.000 L statt 1.600 L sowie eine leistungsfähigere Pumpe (FP 10/3.000). Das Konzept hat sich in der Praxis hervorragend bewährt, sodass mittlerweile die Beschaffung über insgesamt 30 Fahrzeuge angelaufen ist, wobei 13 Stück von ihnen auf die Freiwillige Feuerwehr entfallen werden, sodass erstmalig in der Geschichte der gesamten Farnheimer Feuerwehr auf einen einheitlichen Fahrzeugtypus zurückgegriffen werden kann. Das gestaltet Fahrzeugrotationen effizienter, da sich die Manschaften nicht mehr auf andere Fahrzeugbedienungen ein- bzw. umstellen müssen. Voraussichtlich 2024 sollen die letzten Exemplare der neuen „FLFs“ ausgeliefert und indienstgestellt sein. Somit wird neben der vereinfachten Fahrzeugausbildung auch die Wartung und Instandsetzung, Ersatzteilbevorratung und die Anschaffung aller Fahrzeug überhaupt erheblich günstiger.

Die Finanzierung des Gesamtinvestitionsvolumens von über rund 11 Millionen Euro in die Modernisierung des abwehrenden Brandschutzes in Farnheim übernimmt zu einem Drittel das Land.

Zum Modell. An einem wolkenbedeckten Tag Mitte Dezember entstand auf meinem Bautisch ein vollkommen neues Fahrzeuggesicht. Ich war dabei eine Ablösung für mein bisheriges, auch nach einem erfolgten Facelift, nun in die Jahre gekommenes Frontdesign zu finden. Ein sog. Hausfrauentest bei Freunden ergab, dass die neue Optik offensichtlich Anklang fand. Also entschied ich mich als erstes mein „Mädchen für Alles“, das HLF damit auszustatten. Und es passte auch ganz gut in die zeitliche Abfolge, denn gemäß eines alten Artikels sollte nun ein Generationswechsel bei der Fahrzeuggattung anstehen.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Nachfolger, mal abgesehen von dem neuen Frontdesign, nur in Details vom (Testfahrzeug-)Vorgänger. Allerdings konnte ich dabei ein paar konstruktive Schwächen abstellen und fand noch ein wenig Raum für Modernierungen. So ist die Dachbeladung mit nun 2 (!) Leitern eine völlig andere, die Gruppenkabine geräumiger, die Geräteräume G1/G2 um eine Plattenhöhe tiefer platziert und die Haspelaufnahmen ansatzweise stabiler gehalten. Neben einer komplett neuen Sondersignalanlage bietet die das neue Frontdesign die gesetzmäßig folgerichtige Umsetzung von nur noch einem erlaubten Paar Straßenräumern. Es könnte aber sein, dass hierüber noch nicht das letzte Wort – trotz erfolgter Gesetzesnovellierung – gefallen ist. Und auch darüber, ob ich hiervon tatsächlich mal 30 Fahrzeuge bauen werde und will…

DLK 23/12-SE (Drehleiter mit Soforteinstieg)

Die Drehleiter an sich ist sicher das markanteste Fahrzeug der Feuerwehr, das jedes Kind erkennt. 1984 orderte die Beschaffungsstelle der Feuerwehr Farnheim allerdings eine außergewöhnliche Drehleiter. Eine, die in vielen Aspekten besonders war. Durch den gegenläufig der Fahrrichtung installierten und abgelegten Leiterpark bot sie eine vollkommen andere Optik. Und nicht nur das. Durch den am Fahrzeugheck befindlichen Rettungskorb war man bei Einsätzen in der Lage, diesen unverzüglich zu bemannen und die Leiter rasch an Gebäuden anzuleitern; das brachte im Einsatzfall entscheidende Sekunden. Leider war das Fahrzeug aufgrund seiner Länge bei Rangierfahrten extrem unübersichtlich, selbst mit Einweisern. Und so kam es, wie es kommen musste, als 1992 nach einem Einsatz bei einem Wohnungsbrand in der Farnheimer Innenstadt der Maschinist bei einer Rückwärtsfahrt ein herannahendes Fahrzeug übersah und mit diesem kollidierte. Der Korb sowie Teile Leiterparks wurden dabei derart beschädigt, dass die Leiter für die Zeit der Reparatur zurück an den Hersteller musste. Auch an dem PKW entstand beträchtlicher Schaden, bei dem der Fahrzeugführer jedoch mit dem Schrecken davon kam. Zum Unfall kam es, weil er zunächst eine Polizeiabsperrung missachtete und auf Anhaltezeichen der umstehenden Beamten nicht reagierte. Die Polizei stellte bei ihm im Verlauf einen Blutalkoholwert von 2,1 Promille fest. Der Führerschein wurde noch an Ort und Stelle sichergestellt. Die weiteren Dienstjahre der DLK verliefen ohne weitere Blessuren, und nachdem sie noch einige Jahre als taktische und technische Reserve ihren Dienst versah, stellte man sie 2002 schließlich außer Dienst. Die Interessengemeinschaft der Feuerwehrhistorik übernahm das Fahrzeug und stellte es zunächst unter, ehe man es 2014 aufwändig sanierte. Die sog. DLK 23/12-SE sollte ein Einzelstück in der Jadestadt bleiben.

Natürlich gab es zu dem Modell auch ein Vorbild, sehr genau genommen derer 14. Auch die echte Drehleiter war optisch zweifelsohne ein Hingucker, aber mich persönlich hat ihre Silhouette nie überzeugen können. Bis heute. Dabei ist sie konzeptionell und technisch gesehen außergewöhnlich. Gerade deswegen ein erheblicher Grund mehr, solch großartigen technischen Pioniergeist auch der Feuerwehr Fahrnheim zuzugestehen. Natürlich musste auch ein Fahrerhaus her, das einen mittelschweren LKW jener Zeit interpretiert und ebenso älter wirkt, als meine derzeitigen Feuerwehrwehrmodelle. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Da ja immer irgendwas ist, musste ich bei der Baugröße leider auf die Funktion der typischen Waagerecht-/Senkrecht-Abstützung verzichten. Ab es ging mir in erster Linie um die Wiedergabe eines Vorbildes mit untergeordneter Funktionsdarstellung. Apropos Vorbild. Im Anschluss folgt in aller Kürze die Geschichte einer ebenso kurzen Schaffensperiode zum originalen Ideengeber.

In den 1980er Jahren versuchte sich der Karlsruher Feuerwehrgerätehersteller Carl Metz (heute in den österreichischen Weltkonzern Rosenbauer eingegliedert) an einer Innovation, die in der Fachwelt ein großes Medienecho nach sich zog. Das Unternehmen Metz, seit Anbeginn eine Institution in Sachen Hubrettung dachte in der zweiten Hälfte der Siebziger Jahre das Drehleiterkonzept neu und stellte 1980 dem verdutzten Fachpublikum auf der Interschutz in Hannover ein Leiterfahrzeug vor, das über einen entgegengesetzt montierten Leiterpark verfügte, d. h. der Leitersatz samt Rettungskorb an dessen Ende lagerte nicht wie gewöhnlich auf dem Fahrhausdach, sondern war nun am hinteren Fahrzeugende zu finden. Dadurch konnte im Einsatzfall dieser sofort bestiegen werden, daher auch das Kürzel „SE“ für Soforteinstieg. Das sollte am Einsatzort entscheidende Sekunden bringen, denn bislang musste der Leiterpark zunächst seitlich verschränkt und abgesenkt werden, um den Rettungskorb zu besteigen, ehe sie einsatzbereit war. Mitunter musste man bei noch älteren Fahrzeugen den Rettungskorb sogar erst noch einhängen, ehe er betriebsbereit war. Hierin war lag der wesentliche Vorteil der Drehleiter mit Soforteinstieg. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Pluspunkt war die wesentlich niedrigere Gesamthöhe des Fahrzeugs, was sie mit damaligen Drehleitern niedriger Bauart von Magirus konkurrenzfähig machte. Gewöhnlich sind Drehleitern etwa 3,30 Meter hoch, die Leiter niedriger Bauart und die SE-Leiter maßen lediglich 2,85 bzw. 2,88 Meter. Ein wichtiger Aspekt, wenn es um das Passieren niedriger Durchfahrten geht. Allerdings ragte der vierteilige Leiterpark samt fest montiertem Korb über 1,5 Meter über das Fahrzeugheck hinaus, was das Manövrieren und Rangieren, gerade in engen Innenstädten, sehr schwierig gestaltete. Neben den höhreren Beschaffungskosten gegenüber herkömmlichen Drehleiterfahrzeugen einer der Gründe, weshalb der Innovation kein großer durchschlagender Erfolg vergönnt war. Schlussendlich produzierte Metz bis etwa 1987 nur 14 Stück dieses Typs. Danach war Schluss. Jedoch setzte sich das ungewöhnliche Technik-Konzept allerdings erst rund drei Jahrzehnte später in abgewandelter Form als bekannte Gelenkteil-Drehleiter durch. Erst das Gelenkteil machte es möglich, den Korb über das Fahrerhaus hinaus und ohne zeitraubendes Verschränken des Leiterparks auf Straßenniveau abzusenken.

Der Vollständigkeit halber liste ich für den interessierten Technikfreund die 14 produzierten Drehleitern und ihre Standorte, soweit bekannt, auf. Aufgebaut wurden sie allesamt auf Mercedes-Benz-Fahrgestellen der NG-Klasse (Neue Generation) mit 14 bzw. 16 to. zGm. Die verbauten Dieselmotoren leisteten zwischen 190 bis 320 PS.

  1. BF Hamburg, MB 1419 F (Bj. 1980), verkauft an die FF Glückstadt
    (bis 1994 in HH, bis 2005 in Glückstadt)
  2. BF Stuttgart, MB 1419 F (Bj. 1980), verkauft an die FF Zeven, verkauft an die FF Werlte
    (bis 1996 in S, bis 1997 in Zeven, bis 2014 in Werlte)
  3. BF Ludwigshafen, MB 1632 F (Bj. 1980) verkauft an die FF Großheubach
    (bis 1994 in LU, bis 2007 in Großheubach)
  4. FF Villingen-Schwenningen, MB 1419 F (Bj. 1981) verkauft an einen Privatbesitz
    (bis 2002 in VS)
  5. BF Stuttgart, MB 1632 F (Bj. 1981), verkauft an die FF Wanzleben
    (a. D. unbekannt)
  6. BF Regensburg, MB 1419 F (Bj. 1982), verkauft an einen Privatbesitz
    (bis 2009 in R)
  7. BF Wuppertal, MB 1632 F (Bj. 1983), verkauft an die FF Rheinbach
    (bis 2003 in W, bis 2013 in Rheinbach)
  8. BF Göttingen, MB 1422 F (Bj. 1983) verkauft an die FF Hilter
    (bis 1997 in GÖ, a. D. in Hilter unbekannt)
  9. FF Radolfzell, MB 1419 F (Bj. 1984)
    (bis 2009)
  10. FF Neuss, MB 1419 F (Bj. 1984), vermutl. verkauft an die FF Grevenbroich
    (a. D. Daten unbekannt)
  11. BF Oldenburg, MB 1622 F (Bj. 1986)
    (bis 2009)
  12. FF Gerlingen, MB 1422 F (Bj. 1986)
    (bis 2015)
  13. FF Altötting, MB 1422 F (Bj. 1987)
    (bis 2013)
  14. BF Wuppertal, MB 1628 (Bj. 1987)
    (bis 2006)

GW-W (Gerätewagen-Wasserrettung)

1957 beschaffte die Berufsfeuerwehr Farnheim ihren ersten auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Gerätewagen für die Wasserrettung nach dem zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte noch ein in Eigenregie umgebautes LLG (Leichtes Löschfahrzeug), das den 2. Weltkrieg überlebte, als Einsatzfahrzeug genüge getan. Auf einem 5to-Fahrgestell von HanoMOC F35 baute die Feuerschutzfabrik Steinle einen sehr flachen Aufbau auf dessen Dach im Fahrbetrieb ein Aluminiumboot verlastet war. Mittels am Heck montierten Spindeln war die Fahrzeugbesatzung in der Lage, das Boot vom Fahrzeugdach zu holen und Klarschiff zu machen. Der 4-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor des HanoMOC enwickelte bei 2.800 U/Min 51 kW (70 PS).

Das Fahrzeug ging 1972 außer Dienst und wurde an die Freiwillige Feuerwehr Marktmaschenroth verkauft. Dort leistete es noch einige Jahre wertvolle Dienste, ehe es auch dort endgültig in den verdienten Ruhestand wechselte. Eine private Sammlergemeinschaft aus Hessen kaufte das Fahrzeug von der Feuerwehr auf und restaurierte es im Rahmen ihrer Möglichkeiten. So fuhr es bis in 1990er Jahre hinein bei Oldtimer-Sternfahrten mit oder war Teil historischer Fahrzeugausstellungen. 2002 trennte sich sich die Sammlergemeinschaft von zahlreichen Exponaten, zu denen auch der alte HanoMOC gehörte. Er fand bei einem Gebrauchtwagenhändler für Nutzfahrzeuge in Leopoldstadt ein neues Zuhause. Dort stand das Fahrzeug über eineinhalb Jahrzehnte letztlich vergessen in einer abgelegenen Ecke des weitläufigen Betriebsgeländes. 2016 kaufte schließlich die feuerwehrhistorische Abteilung das Fahrzeug für den symbolischen Wert von einem 1 Euro auf und restaurierte es in den kommenden vier Jahren von Grund auf. Viele Ersatzteile, die mittlerweile, selbst gebraucht, nicht mehr zu beschaffen waren, wurden entweder in Eigenregie oder von Formen- und Machinenbauern aus Farnheim angefertigt.

Vor wenigen Wochen verließ das Fahrzeug schließlich nach mehreren hundert Stunden Aufwand im bestmöglichen Retaurationszustand die heiligen Hallen der Zentralwerkstätten an der Feuerwache 4 und wurde im Anschluss interessierten Medienvertretern präsentiert.

Auf der Suche nach weiteren interessanten Oldtimern fiel die Wahl auf einen Gerätewagen-Wasserrettung (GW-W). Hat diese Fachgruppe doch bedingt durch die Nähe zu Fluss und Meer in Farnheim eine lange Tradition, an die im kommenden Museum hinreichend erinnert werden soll. Als Ideengeber lässt sich zweifelsohne der Gerätewagen-Wasserrettung der Berufsfeuerwehr Hannover benennen, der zwischen 1961 und 1970 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Dienst tat. Nur der Vollständigkeit halber aber sei gesagt, das der Hanomag L28 ursprünglich und viele Jahre vorher als Gerätewagen-Atemschutz angeschafft wurde.

Sei’s drum. Klassisch 4-Noppen breit ist dieses Modell, wenn man den seitlich angeflanschten Kleinkram mal außer Acht lässt. Das ist auch insoweit konsistent, da auch sämliche Kleintransporter (bis auf die Kofferaufbauten der Rettungswagen) mit vier Studs in der Breite auskommen. Wie beim Hannoveraner Vorbild sind sämtliche Gerätschaften sowie der Außenborder im Aufbau verstaut. Aus Ermangelung an Vorbildfotos ist die heckseitig installierte Abrollvorrichtung eine Eigenkreation. Keine Ahnung, ob so etwas tatsächlich am Vorbild existierte. Und wenn nicht, ist es auch egal, denn dieses MOC ist schließlich ein Farnheimer Original. 😉

Da das Fahrzeug vor Einführung des „Frankfurter“ Lackierschemas mit seinen weiß abgesetzten Koflügeln, Fahrerhausdächern und Aufbauecken beschafft wurde, entschied ich mich für eine durchgängig rote Farbgesteltung. Evtl. nehme ich das rot/weiße Schema später noch einmal auf – alleine schon deshalb, um zu sehen, wie es an diesem Modell wirkt.

TLF 8/16 (Tanklöschfahrzeug)

Für zumeist kleine Freiwillige Feuerwehren gestaltet es sich besonders schwierig gerade neue technische Ausrüstung finanziert zu bekommen, insbesondere dann, wenn kostspielige Fahrzeugbeschaffungen getätigt werden müssen. So sind Fahrzeuglaufzeiten dort meist erheblich länger, als bei Behörden in großen Städten und Kreisen. Noch etwas schwieriger wird es damit für die Feuerwehr Utgast, der im Norden auf der Insel Jaderoog gelegenen kleinen Ortschaft mit rund 1.200 Einwohnern. Hier leben die Bewohner mehrheitlich von der Landwirtschaft und dem Tourismus. Da der „Heile Welt“-Ort ziemlich abgeschieden liegt und das alljährliche Einsatzgesehen dadurch bedingt recht übersichtlich ist, kommt neues Material hier auch immer erst recht spät an. Nichtsdestotrotz hat die kleine Ortswehr aus der Not eine Tugend gemacht.

Die Gemeinde Utgast befindet sicham nördlichen Ende der Insel Jaderoog. während sich am unteren Bildrand die nördlichen Stadtteile Farnheims zeigen.

Die Freiwillige Feuerwehr Utgast setzt sich aus 37 motivierten Kamerad:innen zusammen, die im Ernstfall über ein LF 8/6-TH, einen Kleinbus als MTF und ein TLF 8/16 verfügen können. Letzteres soll im weiteren Verlauf genauer vorgestellt werden. Das TLF 8/16 entstand auf Weisung des Landes Niedersachsen nach dem verheerenden Flächen- und Wladbränden in der Lüneburger Heide im Sommer 1975 und wird offziell als TLF 8 Typ N(iedersachsen) geführt. Aufgebaut auf einem UniMoc GL565 aus dem Jahr 1979, dessen 6-Zylinder-Diesel 59 kW (80 PS) leistet, über Allradantrieb verfügt und extrem geländegängig ist. Den Aufbau fertigte dereinst die mittlerweile Konkurs gegangene Feuerlöschgerätefabrik Bricksbach (kurz FGB) in Noppau. Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg erfuhr das Fahrzeug immer wieder einsatzztaktische Aufwertungen, um auch an dem recht abgeschiedenen Fleckchen den dennoch stetig wachsenden Aufgaben gerecht zu werden. Zuletzt wurde das Fahrzeug 2016 für kommende Dienstjahre rundherum generalüberholt.

Auf die insgesamt 6 to. zGM verteilen sich eine heckseitig verbaute Pumpe FP 8/8, die 800 L Wasser/Min. bei 8 bar fördert, ein 1.600 L fassender Wassertank und sonstige Gerätschaften zur Brandbekämpfung. Als Besonderheit sind sämtliche wasserführenden Armaturen, die Pumpe und der Tank seewasserbeständig. Die Pumpe bietet zudem einen Hochdruckteil, der 300 L in der Minute bei 30 bar fördert. Mit der speziellen Bereifung, mit moderner variabler Luftdrucksteuerung, ist die Wehr mit dem Fahrzeug in der Lage selbst weiche Untergründe, wie bspw. Sand, ohne die Gefahr des Einsinkens, zu befahren.

Während mittlerweile die Ausschreibung für den Nachfolger des 1988 in Dienst gestellten LF 8/6 angelaufen ist, stellt sich nach den umfangreichen Instandhaltungsmaßnahmen die Frage nach einer Ersatzbeschaffung für das TLF vorerst nicht. Für den interessierten Leser sei gesagt, dass sich die Wehr als Nachfolger für das LF 8 für ein Mittleres Löschfahrzeug, kurz MLF entschieden hat.

Soweit zur fantasiereichen (Lebens-)Geschichte rund um das Fahrzeug. Nun zum Modell. Es war ein wahrer Spontanbau, der an zwei Nachmittagen jene Gestalt annahm. Am erstes gab die Kabine den Ton an, wobei ich verhältnismäßig lange damit beschäftigt war, die rundliche Motorhaube einigermaßen gefällig zu gestalten. Tatsächlich half mir dabei die Platzierung einen schwarzen 1×2 Plättchens unterhalb, das von vorn gesehen die optische Verlängerung des Kühlergrills in die Haube hinein darstellt. Die rundliche Bauart inklusive Platzierung eines 1×2 Hinge-Bricks versetzte den Rest der Kabine schließlich um eine halbe Noppe nach hinten. Den halbnoppigen Versatz der Kabine konnte ich durch eine Lage Fliesen vor den vorderen Gerätefächern am durchweg gesnotteten Aufbau wieder abfangen. Die leichte Asymmetrie des Containers/Cupboards am Heck ermöglichte mir den angedeuteten Dachaufstieg aus 1×1 Plättchen mit vertikalem Clip.

Die hohe Bodenfreiheit, bedingt durch die guten, alten LKW-Reifen aus den güldenen LEGO®-80ern, ließ mir die Möglichkeit allerlei Zeugs am Fahrgestell sowie einen hinteren Unterfahrschutz mitsamt Rückleuchten, angedeuteter Anhängerkupplung und „ausklappbarer“ Trittstufe zu befestigen. Überflüssig zu erwähnen, dass das Fahrzeug auch über seitliche Begrenzungsleuchten verfügt. Wie es sich gehört sind noch klassische Blaulichter verbaut. Auch keine „Straßenräumer“ oder sonstiger LED-Schnickschnack, wie eine gleißendhelle Umfeldbeleuchtung. Die Farbgebung ist bewusst „oldschool“ gewählt. Also, Feuerrot (RAL 3000) und Tiefschwarz (RAL 9005). Schwarz auch deshalb, weil es die Kotflügel in weiß schlicht nicht gibt. Und so vermisst man auch nicht die heutzutage standardmäßig eingesetzte reflexive gelbe Konturmarkierung. Der aufmerksame Beobachter hat sicher schon bemerkt, dass in die Kabine keine Minifig Platz nehmen kann. Das ist korrekt. Aber irgendwas ist ja schließlich immer. Doch damit kann ich entspannt Leben.

RKW 10 (Rüstkranwagen)

Die Abteilung Feuerwehrhistorik der Farnheimer konnte kürzlich ein neues, altes Fahrzeug dem angeschlossenen Förderverein für das künftige Feuerwehrmuseum präsentieren. Auch dieses Fahrzeug soll künftig als Teil der Technik- und Fahrzeugschau der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

Es handelt sich dabei um einen alten Rüstkranwagen, der in der Zeit von 1961 bis 1973 im Dienst der Berufsfeuerwehr stand. Historisch waren solche Fahrzeuge die erste wirkliche ernstzunehmende Arbeitshilfe für schwere technische Hilfeleistungen. Nach dem zweiten Weltkrieg war technisches Gerät lange rar und aus ersten Autokränen (meist aus militärischen Beständen) entwickeln die Feuerhersteller, wie bspw. Metz (heute Rosenbauer) oder Magirus solche Kombifahrzeuge, die zum einen ausreichend Gerätschaft und zum anderen einen Kran an die Einsatzstelle brachten, der – je nach Ausführung – bis zu10 to. Last heben konnte. Die Hublast reichte in den 1960er Jahren bei Weitem noch aus, selbst entgleiste Straßenbahnen wieder in ihr Gleisbett zu hieven. Aber mit stetig steigenden Lasten und Fahrzeuggewichten brach schließlich die Zeit der Mobilkräne an, die fortan höhere Lasten heben und bewegen konnten und sich zudem als weitaus multifunktionaler einsetzbar erwiesen, so u. a. zur Brandbekämpfung oder zur Personenrettung.

Der Farnheimer Rüstkranwagen (kurz RKW 10), rückte zu seiner Zeit im Verband mit einem Einsatzleitwagen, einem Löschgruppenfahrzeug und einem Krankentransportwagen aus. 1971 kippte das Fahrzeug beim einem Einsatz allerdings auf die Seite. Der dabei entstandene Schaden war zwar erheblich, konnte jedoch repariert werden. Dennoch wirkte der Unfallschaden bis zu seiner Ausserdienststellung, tatsächlich aber bis zu seiner Restaurierung nach. Erst mit dieser haben die Kamerad:innen die letzten verbliebenen Schäden von einst vollends beseitigen können. Das Fahrzeug erstrahlt nun, passend zu den anderen Exponaten seiner Epoche, wieder im bekannten „Frankfurter“ Lackkleid.

Lange hegte ich persönlich den Wunsch ein solches Fahrzeug zu bauen. Tatsächlich sogar, seit ich vor wenigen Jahren den Kranausleger auf einer Teilebörse erstand. Noch eher fing ich ein, zwei Jahre zuvor mit der Gestaltung eines entsprechenden Fahrgestells und einer Fahrerhausfront im Magirus Rundhauber-Design an. Dann war erst einmal wieder Ruhe. Erst jetzt kam die Lust darüber zurück und erneuter Drive in das Projekt.

Die größte Herausforderungen waren zum einen die richtigen Proportionen wiederzugeben und dabei zum anderen auch die Funktionalität nicht außer Acht zu lassen. Ich probierte verschiedene Aufbauszenarien, auch eine mit drei nebeneinander angeordneten Cupboards/Containern. Das war aber optisch viel zu lang. Und so fiel Wahl auf eine Kombination aus den Schränkchen und angedeuteten, aus Steinen gebauten Türen. Etwas Tüftelei erforderte auch noch die Seilführung. Auch heute bin ich mit der derzeitigen Lösung noch nicht vollends zufrieden, denn gerne hätte ich die Seilrolle im Fahrzeuginneren versteckt, aber der Platz darin ist mehr als begrenzt. So dient derzeit die Technic-Spule am Kranarm als Rolle. Die Details unter dem hinteren Aufbauende durchliefen ebenfalls einen größeren Enstehungsprozess. Hier sollte es zum einen detailreich aber auch funktional zugehen. Schließlich fand ich eine recht pragmatische Lösung, um das Absenken der Rollen zu Präsentationszwecken auch darstellen zu können. Denn diese Dinge haben eine wichtige Abstützfunktion, damit das Fahrzeug unter Hebelast nicht hecklastig wird.

Der geneigte Beobachter wird evtl. erkennen, dass es sich herbei um die Allrad- und leistungsgesteigerte Variante der schon zum Maus-Gewinnspiel auf 1000steine vorgestellten Drehleiter handelt. Detail, wie ein höher gelegtes Fahrgestell und ein leichte Detailunterschiede an der Motorhaube sollen dies kennzeichnen. Übrigens, Ähnlichkeiten zu Magirus-Eckhaubern sind rein zufällig.

GW-ATF (Analytische Taskforce)

Bei sog. CBRN-Lagen (solche chemischen, biologischen, radiologischen und/oder nuklearen Ursprungs) kann zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort die Analytische Taskforce hinzugezogen werden. Sie ist ein Team speziell ausgebilder Einsatzkräfte in der Bewältigung solch besonderer Gefahrenlagen. Die Task Force kann dazu auf leistungsfähige Messfahrzeuge, die vom Bund den Feuerwehren in Deutschland zur Verfügung gestellt werden, zurückgreifen.

Eines dieser Fahrzeuge ist der Gerätewagen-ATF. Das Innere des isolierten Kofferaufbaus lässt sich zur Wartung der sensiblen Messtechnik nutzen oder als Laborfahrzeug verwenden. Zudem kann er grundsätzlich zu jedweder Art von Logistikaufgaben herangezogen werden. Stationiert ist er auf der Umweltwache 4 in Farmsen.

An insgesamt neun vom BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) eingerichteten bundesweiten Standorten (Feuerwehr München, Hamburg, Essen, Köln, Dortmund und Mannheim, LKA in Berlin und das Institut der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt sowie nun auch bei der Feuerwehr Farnheim) sind die Spezialeinheiten tätig, deren zentraler Aufgabenbereich es ist, CBRN-Gefahren zu analysieren und Gegenmaßnahmen anzuleiten. In einem Umkreis von bis zu 200 km können die ATF-Züge innerhalb Deutschlands eingesetzt werden. Die präzisere CBRN-Bezeichnung löst aufgrund der sich verändernden globalen Gefahrenlage die alte ABC-Formulierung ab. Der Gerätewagen bildet mit dem ELW-ATF und zwei weiteren Messfahrzeugen laut Alarm- und Ausrückordnung den ATF-Zug.

Erneut hat die Zeit ein weiteres Fahrzeug für einen „Make over“ erwischt, denn noch immer schlummern in Kisten verpackt einige LKWs in alter, lupenreiner 4w-Breite. Nach viereinhalb Jahren seines Daseins ist nun die Zeit für diesen Gerätewagen gekommen. Da mir die Fahrzeugfront noch immer gut gefällt, entschied ich mich eine behutsame Modifizierung. Der ursprüngliche Charakter des Fahrzeugs sollte unbedingt erhalten bleiben. Also beschränkte ich mich lediglich auf die Umgestaltung des Aufbaus und das Fahrgestell mit seinen Anbauteilen. Jedoch wurde die Erweiterung des Koffers um eine Noppe insbesondere für die Schwenktüren (ein übrigens sehr wichtiges Fahrzeugdetail) am Heck anfänglich zur kniffligen Herausforderung. Denn, keine Tür ist 2,5 Noppen breit. Wirklich keine? Nicht ganz. Die sog. Hinge Train Plate, oder einfach Bracke gerufen eignet sich dafür nämlich allerbestens. Es brauchte allerdings etwas Gehirnschmalz, ehe der Geistesblitz in meiner Denkschale einschlug.

Die seitliche Aufbautür ist leider nicht zu öffnen, dafür aber komplett neu gestaltet. Um den Kofferaufbau gewohnt schnörkellos darzustellen, bekam er ein gefliestes Dach. Zusätzlich, für den erleichterten Einstieg an der Seite, bastelte noch ein kleine Treppchen, das dem originalen Alu-Gestell recht nahe kommen soll. Überhaupt setze ich diese Farbroller für Details sehr gerne ein; auch die Rückleuchten werden übrigens von diesen in der Farbe Schwarz gehalten.