GW-Kampfmittelräumdienst Klein (GW-KRD-K)

Als Ersatz für seinen Vorgänger konnte die Abt. Technik zum Ende des vergangenen Jahres noch einen neuen Gerätewagen für die Fachgruppe der Kampfmittelbeseitigung in Dienst stellen.

Dadurch, dass die Stadt gegen Ende des zweiten Weltkriegs wiederholt Ziel alliierter Bomberverbände wurde – nicht zuletzt während des verheerenden Bombardements in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1944, werden bei Bauarbeiten auch nach über 70 Jahren immer noch alte Blindgänger ans Tageslicht gefördert.

Das neue Fahrzeug ist, wie sein Vorgänger, mit Allradantrieb und Sperrdifferenzial ausgestattet und verfügt über eine besondere EX-II-Zulassung. D. h., sämtliche elektrische Leitungen sind gekapselt und erfüllen die Anforderungen, die beim Explosionsschutz an Batterien, Kraftstoffbehälter und Auspuffanlage gestellt werden. Beladen ist er mit einer ex-geschützten Sicherheitsbox für kleinere Sprengkörper sowie Pulverlöscher, Atemschutzmaske und pers. Schutzausrüstung des Kampfmittelräumers.

Als ich über ein spezielles Modell des Erbauers de-marco stieß, wollte ich das Modell nachbauen, bzw. es für meine Zwecke anpassen. Und so entwickelte sich quasi wie von allein ein neuer, kleiner Gerätwagen mit einem festen Aufbau. Er soll fortan den alten Vorgänger ablösen. Als zusätzliches Detail habe ich die gelben Streifen mit Reflexfolie versehen und dem Heck eine Diagonalschraffur verpasst.

DLK 23/12-SE (Drehleiter mit Soforteinstieg)

Die Drehleiter an sich ist sicher das markanteste Fahrzeug der Feuerwehr, das jedes Kind erkennt. 1984 orderte die Beschaffungsstelle der Feuerwehr Farnheim allerdings eine außergewöhnliche Drehleiter. Eine, die in vielen Aspekten besonders war. Durch den gegenläufig der Fahrrichtung installierten und abgelegten Leiterpark bot sie eine vollkommen andere Optik. Und nicht nur das. Durch den am Fahrzeugheck befindlichen Rettungskorb war man bei Einsätzen in der Lage, diesen unverzüglich zu bemannen und die Leiter rasch an Gebäuden anzuleitern; das brachte im Einsatzfall entscheidende Sekunden. Leider war das Fahrzeug aufgrund seiner Länge bei Rangierfahrten extrem unübersichtlich, selbst mit Einweisern. Und so kam es, wie es kommen musste, als 1992 nach einem Einsatz bei einem Wohnungsbrand in der Farnheimer Innenstadt der Maschinist bei einer Rückwärtsfahrt ein herannahendes Fahrzeug übersah und mit diesem kollidierte. Der Korb sowie Teile Leiterparks wurden dabei derart beschädigt, dass die Leiter für die Zeit der Reparatur zurück an den Hersteller musste. Auch an dem PKW entstand beträchtlicher Schaden, bei dem der Fahrzeugführer jedoch mit dem Schrecken davon kam. Zum Unfall kam es, weil er zunächst eine Polizeiabsperrung missachtete und auf Anhaltezeichen der umstehenden Beamten nicht reagierte. Die Polizei stellte bei ihm im Verlauf einen Blutalkoholwert von 2,1 Promille fest. Der Führerschein wurde noch an Ort und Stelle sichergestellt. Die weiteren Dienstjahre der DLK verliefen ohne weitere Blessuren, und nachdem sie noch einige Jahre als taktische und technische Reserve ihren Dienst versah, stellte man sie 2002 schließlich außer Dienst. Die Interessengemeinschaft der Feuerwehrhistorik übernahm das Fahrzeug und stellte es zunächst unter, ehe man es 2014 aufwändig sanierte. Die sog. DLK 23/12-SE sollte ein Einzelstück in der Jadestadt bleiben.

Natürlich gab es zu dem Modell auch ein Vorbild, sehr genau genommen derer 14. Auch die echte Drehleiter war optisch zweifelsohne ein Hingucker, aber mich persönlich hat ihre Silhouette nie überzeugen können. Bis heute. Dabei ist sie konzeptionell und technisch gesehen außergewöhnlich. Gerade deswegen ein erheblicher Grund mehr, solch großartigen technischen Pioniergeist auch der Feuerwehr Fahrnheim zuzugestehen. Natürlich musste auch ein Fahrerhaus her, das einen mittelschweren LKW jener Zeit interpretiert und ebenso älter wirkt, als meine derzeitigen Feuerwehrwehrmodelle. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Da ja immer irgendwas ist, musste ich bei der Baugröße leider auf die Funktion der typischen Waagerecht-/Senkrecht-Abstützung verzichten. Ab es ging mir in erster Linie um die Wiedergabe eines Vorbildes mit untergeordneter Funktionsdarstellung. Apropos Vorbild. Im Anschluss folgt in aller Kürze die Geschichte einer ebenso kurzen Schaffensperiode zum originalen Ideengeber.

In den 1980er Jahren versuchte sich der Karlsruher Feuerwehrgerätehersteller Carl Metz (heute in den österreichischen Weltkonzern Rosenbauer eingegliedert) an einer Innovation, die in der Fachwelt ein großes Medienecho nach sich zog. Das Unternehmen Metz, seit Anbeginn eine Institution in Sachen Hubrettung dachte in der zweiten Hälfte der Siebziger Jahre das Drehleiterkonzept neu und stellte 1980 dem verdutzten Fachpublikum auf der Interschutz in Hannover ein Leiterfahrzeug vor, das über einen entgegengesetzt montierten Leiterpark verfügte, d. h. der Leitersatz samt Rettungskorb an dessen Ende lagerte nicht wie gewöhnlich auf dem Fahrhausdach, sondern war nun am hinteren Fahrzeugende zu finden. Dadurch konnte im Einsatzfall dieser sofort bestiegen werden, daher auch das Kürzel „SE“ für Soforteinstieg. Das sollte am Einsatzort entscheidende Sekunden bringen, denn bislang musste der Leiterpark zunächst seitlich verschränkt und abgesenkt werden, um den Rettungskorb zu besteigen, ehe sie einsatzbereit war. Mitunter musste man bei noch älteren Fahrzeugen den Rettungskorb sogar erst noch einhängen, ehe er betriebsbereit war. Hierin war lag der wesentliche Vorteil der Drehleiter mit Soforteinstieg. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Pluspunkt war die wesentlich niedrigere Gesamthöhe des Fahrzeugs, was sie mit damaligen Drehleitern niedriger Bauart von Magirus konkurrenzfähig machte. Gewöhnlich sind Drehleitern etwa 3,30 Meter hoch, die Leiter niedriger Bauart und die SE-Leiter maßen lediglich 2,85 bzw. 2,88 Meter. Ein wichtiger Aspekt, wenn es um das Passieren niedriger Durchfahrten geht. Allerdings ragte der vierteilige Leiterpark samt fest montiertem Korb über 1,5 Meter über das Fahrzeugheck hinaus, was das Manövrieren und Rangieren, gerade in engen Innenstädten, sehr schwierig gestaltete. Neben den höhreren Beschaffungskosten gegenüber herkömmlichen Drehleiterfahrzeugen einer der Gründe, weshalb der Innovation kein großer durchschlagender Erfolg vergönnt war. Schlussendlich produzierte Metz bis etwa 1987 nur 14 Stück dieses Typs. Danach war Schluss. Jedoch setzte sich das ungewöhnliche Technik-Konzept allerdings erst rund drei Jahrzehnte später in abgewandelter Form als bekannte Gelenkteil-Drehleiter durch. Erst das Gelenkteil machte es möglich, den Korb über das Fahrerhaus hinaus und ohne zeitraubendes Verschränken des Leiterparks auf Straßenniveau abzusenken.

Der Vollständigkeit halber liste ich für den interessierten Technikfreund die 14 produzierten Drehleitern und ihre Standorte, soweit bekannt, auf. Aufgebaut wurden sie allesamt auf Mercedes-Benz-Fahrgestellen der NG-Klasse (Neue Generation) mit 14 bzw. 16 to. zGm. Die verbauten Dieselmotoren leisteten zwischen 190 bis 320 PS.

  1. BF Hamburg, MB 1419 F (Bj. 1980), verkauft an die FF Glückstadt
    (bis 1994 in HH, bis 2005 in Glückstadt)
  2. BF Stuttgart, MB 1419 F (Bj. 1980), verkauft an die FF Zeven, verkauft an die FF Werlte
    (bis 1996 in S, bis 1997 in Zeven, bis 2014 in Werlte)
  3. BF Ludwigshafen, MB 1632 F (Bj. 1980) verkauft an die FF Großheubach
    (bis 1994 in LU, bis 2007 in Großheubach)
  4. FF Villingen-Schwenningen, MB 1419 F (Bj. 1981) verkauft an einen Privatbesitz
    (bis 2002 in VS)
  5. BF Stuttgart, MB 1632 F (Bj. 1981), verkauft an die FF Wanzleben
    (a. D. unbekannt)
  6. BF Regensburg, MB 1419 F (Bj. 1982), verkauft an einen Privatbesitz
    (bis 2009 in R)
  7. BF Wuppertal, MB 1632 F (Bj. 1983), verkauft an die FF Rheinbach
    (bis 2003 in W, bis 2013 in Rheinbach)
  8. BF Göttingen, MB 1422 F (Bj. 1983) verkauft an die FF Hilter
    (bis 1997 in GÖ, a. D. in Hilter unbekannt)
  9. FF Radolfzell, MB 1419 F (Bj. 1984)
    (bis 2009)
  10. FF Neuss, MB 1419 F (Bj. 1984), vermutl. verkauft an die FF Grevenbroich
    (a. D. Daten unbekannt)
  11. BF Oldenburg, MB 1622 F (Bj. 1986)
    (bis 2009)
  12. FF Gerlingen, MB 1422 F (Bj. 1986)
    (bis 2015)
  13. FF Altötting, MB 1422 F (Bj. 1987)
    (bis 2013)
  14. BF Wuppertal, MB 1628 (Bj. 1987)
    (bis 2006)

Neue Feuerwehrhelme

Die Beschaffungsstelle der städtischen Feuerwehr Farnheim bezieht derzeit neue Helme für sämtliche Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr. Die Wahl fiel nach der Ausschreibung auf den F.1000 von Fengler, der neben einer spürbaren Gewichtsersparnis auch mit intregalen Komfort- und Sicherheitsmerkmalen gegenüber seinem Vorgänger aufwarten kann. Neben einem Nackenschutz ist auch eine Funksprecheinheit integriert, zudem fallen seine Abmessungen kompakter aus. Auch schützt die Helmstruktur dank neuer Verbundmaterialien besser gegen Schläge, Hitze und sonstige äußere Einflüsse, was nicht nur ein erheblich Sicherheitplus bedeutet, sondern auch gleichzeitig ein wesentlich komfortableres Tragegefühl bedeutet. Das Visier und somit das Gesicht kann zudem hinter einem ausklappbaren verspiegelten Hitzeschutz verborgen werden.

Dankenswerterweise hat TLC nun endlich den alten Feuerwehrhelm überarbeitet und ihn gleichzeitig auch etwas „europäisiert“. Das alte Modell, das unübersehbar amerikanische Vorbilder hatte, wird wohl nach und nach ausgedient haben. Einziger Wehrmutstropfen: Noch sind die Helme lediglich in weiß zu haben. Meine zuvor praktizierte Unterscheidung der Dienstgrade durch verschiedenfarbige Kopfbedeckungen funktioniert somit leider erst einmal nicht mehr.

FwK 60 (Feuerwehrkran)

Als Ersatz für den altersschwachen Kranwagen FwK 25, der 28 Jahre in den Reihen der Berufsfeuerwehr seine Arbeit versah, trat 2013 sein dringend benötigter Nachfolger den Dienst an. Aufgrund des intensiven Übungsbedarfes an und mit dem Spezialfahrzeug wies der Vorgänger mittlerweile eine außerordentliche hohe Anzahl an Betriebsstunden auf, die nicht zuletzt immer ohne Ausfälle blieben. Somit kam es mitunter immer wieder zu reparaturbedingten Zwangspausen und die Berufsfeuerwehr musste im Falle spontan auf eine Sein Nachfolger ist nicht nur technisch auf dem aktuellsten Stand der Technik, er übertrifft auch die Leistungskapazitäten des alten Krans bei weitem. So kann der FwK 60 im optimalsten Fall bis zu 60 Tonnen Last heben. Dazu führt das Fahrzeug im Straßenbetrieb bis zu 10 Tonnen Ballast mit sich, was ihn an der Einsatzstelle sofort einsatzbereit macht. Gerade bei Unfällen und der Beseitigung schwerer Hindernisse stieß der alte Kran hier oftmals an seine Grenzen. Darüber hinaus war auch eine anderweitige einsatztaktische Verwendung weitestgehend ausgeschlossen. Mit dem neuen Fahrzeug wurde hierbei Abhilfe geschaffen: So kann der Kranwagen auch bei Großfeuern zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. Dazu ist am Auslegerende ein kombinierter Schaum-/Wasserwerfer montiert, der variabel zwischen 1.000 L bis zu 4.000 L/Min. auf den Brandherd abgeben kann. Versorgt wird der Monitor über drei B-Schläuche, die dazu materialschonend am Ausleger eingehängt werden können.

In der Ausrückeordnung ist festgelegt, dass der Kran immer im Rüstzugverbund, bestehend aus einem HLF und einem RW 2, ausrückt. Nicht selten wird das Spezialfahrzeug auch durch ein WLF mit aufgesatteltem AB-Kran mit zusätzlichem Krangeschirr und -gewichten unterstützt. Der überarbeitete Rüstzug, inkl. des neuen Krans, ist auch bildlich im Ramen der Zugkombinationen aktualisiert.

Als mein Feuerwehrkran im vergangenen Jahr auf dem Berliner SteineWAHN beim Auspacken zu Bruch ging, meinte ich zu einem der Mitaussteller, dass ich nun einen guten Grund hätte, (endlich) einen neuen zu bauen. Tatsächlich war ich mit ihm schon etwas länger nicht mehr recht zufrieden. Zu fummelig der Aufbau und überhaupt stimmte die Größenverhältnismäßigkeit im Vergleich zu meinen mittlerweile gewachsenen LKW-Modellen auf 5w nicht mehr. Denn der Kran zählte bis dato doch nur 4 Noppen in der Breite. Es dauerte wiederum über ein weiteres halbes Jahr, bis dass es der in Bruchstücken in seiner Tüte schlummernde Feuerwehrkran auf meinen Bautisch schaffte.

Ich zwar gerade dabei ein neues Flughafenlöschfahrzeug zu bauen, bei dem das Fahrgestell samt Kabine in 6er Breite auf dem Bautisch meinem prüfenden Blicken standhalten musste. Genehmigt. Nur wollte kein Aufbau so recht dazu passen. Dieses Bauprojekt war aus einer Ich-bau-mal-wieder-was-Laune entstanden; also kein wirkliches „must have“ für meinen Fuhrpark. Dann erinnerte ich mich an die sterblichen Überreste meines Krans, und dachte, dass hierfür sehr wohl vordringlicher Ersatz erforderlich sei. Also ran ans Werk. Zunächst habe ich das Fahrgestell meines Flughafenlöschfahrzeugs verlängert und ausgelotet, inwieweit sich die alte Abstützung noch verwenden ließe. Überhaupt wollte ich auch den gesnotteten Kranausleger weiter verwenden. Dieser musste im Verlauf jedoch um einige Noppen verlängert werden, denn auch hier gilt die simple Rechenformel Länge mal Breite. Legt ein Auto in der Breite zu, so logischerweise es auch entsprechend in der Länge. Als schließlich klar war, wie sich die alte Abstützung beim Nachfolger verbauen ließ, konnte ich allmählich Gedanken an die Aufbauplattform verschwenden. Auch hierbei sollte wieder eine Motornachbildung unter einer zu öffnenden Abdeckung/Klappe stecken. Ein verborgenes, aber reizvolles Detail, wie ich finde.

Nachdem der Kran nun einen ersten Eindruck davon vermitteln konnte, wie er sich denn später einmal präsentieren würde, wurde mir bewusst, dass ich mich auch noch einmal an das Fahrerhaus setzen musste. Denn das sah zuvor noch wenig nach tiefergelegter Kran- denn nach typischer LKW-Fahrerkabine aus – blockig-würfelig. Allerdings dauerte diese Anpassung beinhae bis zum Ende des Bauvorhabens. Erst der Einsatz der Windschutzscheibe des Safari-Jeeps (#60267) brachte den optischen Durchbruch. Viel weitere Zeit nahm auch das Drehgestell ein. Hier musste unbedingt eine stabilere Lösung für die Hydraulikzylinder her (ein wesentliches Manko des Vorgängers) sowie überhaupt eine realistischere Gestaltung mitsamt einer Kanzel für den Maschinisten. Als auch hier die Lösung gefunden war, erfolgte als Finish ein noch wenig Detailing. So ist er nun das derzeit größte Fahrzeug im Fuhrpark der Berufsfeuerwehr und wird es vermutlich auch bleiben.

Nicht, dass ein neuer Kran aufgrund seiner Laufleistung lt. Beschaffungsplan wirklich nötig gewesen wäre, aber das „Upscaling“ war nun doch unvermeidbar, wenn der gewaltige Kran wieder zum Rest passen sollte. Kaum zu Glauben, denn der Vorgänger war auch schon wieder über sieben Jahre alt. Dann darf er ruhigen Gewissens auch als Modell modernisiert werden.

ELW (Einsatzleitwagen)

Damals wie heute eilte der Zugführer mit seinem Fahrer dem Löschzug voraus, um meist als erster an der Einsatzstelle einzutreffen und die Lage zu erkunden. In den 1960er und 1970er Jahren setzte die Berufsfeuerwehr dazu geräumige Kombis ein. SUVs waren schließlich noch nicht erfunden und Kleintransporter hatten sich bis dahin für eine Einsatzleitung vor Ort noch nicht wirklich etabliert.

1968 beschaffte die Feuerwehr sechs Kombis vom Typ Consol der Steinstedter Automobil- und Motorenwerke, kurz Stamo. Der 1,6 Liter Motor leistete 73 PS und das Fahrverhalten ist nach heutigem Verständnis als eher schaukelig oder schwammig zu beschreiben. Dennoch leistete der Stamo Consol gute Dienste, da er sehr zuverlässig war. Jedoch nagte aufgrund der damals nicht existenten Rostvorsorge der Lochfraß stark an ihnen. Insbesondere die Mitarbeiter in der Zentralwerkstatt spotteten, dass, wenn man ein Loch geflickt hatte, anderswo zwei neue auftaten. So gingen sie zwischen 1975 und 1979 außer Dienst. Ein Fahrzeug konnte die Feuerwehr allerdings vor dem Rosttod bewahren und als Ausstellungsexemplar im authentischen Farbkleid in die Gegenwart retten.

Natürlich benötigt die Feuerwehrhistorik auch ein Führungsfahrzeug in – für diesen Baumaßstab einigermaßen darstellbaren – zeitgemäßen Oldie. Neue Teile machen’s möglich. Die Erstellung einer entsprechenden Museumsflotte wächst derzeit. Schließlich soll, wie im Artikel der Drehleiter angekündet, später ein kompletter zeitgenössischer Löschzug der 1960er/70er Jahre enstanden sein. Und allen voran fährt eben jener Cosol.

GW-Kampfmittelräumung 1 (KRD)

Als Ersatz für einen der beiden ehemaligen Gerätewagen, der vor einigen Jahren bei einer Alarmfahrt verunfallte, beschaffte die Wehr im darauffolgenden Jahr einen Ersatz, der allerdings wesentlich größer ausfiel. Die Größe des gewählten Fahrzeugs bot den Vorteil die benötigte Ausrüstung, die zuvor (je nach Einsatzanforderung) mit einem weiteren Fahrzeug an die Einsatzstelle gebracht werden musste, nun noch mit nur einem zu transportieren. Außerdem lassen sich nun auch entschärfte Kampfmittel sicher im Fahrzeuginneren für den Abtransport verstauen, um sie im Anschluss der thermischen Vernichtung zuzuführen.

Neben dem GW-FMT ist dies der zweite Kleinbus mit langem Radstand, mittelhochem Dach sowie seitlichen Gerätefächern in Reihen der Feuerwehr – allerdings mit geänderter Heckpartie. Auch dieses Modell stellt ein real gebaute Umsetzung, aber in Details meinen Zwecken angpassten digitalen Idee von Dorothea Williams auf 1000steine dar.

DL 30 K

Die Feuerwehr Farnheim legt großen Wert auf ihr historisches Erbe. Dazu kümmert die als Feuerwehrhistorik eingegliederte Abteilung des Brand- und Katastrophenschutzamt 37 der Stadtverwaltung Farnheim eigens um die Aufbereitung der Geschichte und Traditionspflege der Feuerwehr. Neben der digitalen Erfassung analoger Quellen und der Sortierung, Archivierung solcher oder auch dem Bereitstellen von entsprechenden Unterlagen auf Anfragen sorgt sich die technische Abteilung, bestehend aus einer Gruppe von aktiken und ehemaligen Wehrfrauen und -männern um die Restauration, Wartung und Instandsetzung ausgewählter ausgemusteter Fahrzeuge, hält diese betriebsbereit und somit das technologische Erbe am Leben. Seit Gründung der Abteilung Feuerwehrhistorik im Jahr 1996 verfügt man mittlerweile über einen veritablen Fahrzeugpark. Die ganze Geschichte der Feuerwehr Farnheim soll nach Planungen der Stadtväter in einigen Jahren in einem eigens dafür errichteten Museum für die Öffentlichkeit erlebbar werden.

Eines der kommenden Exponate wird diese Drehleiter aus dem Jahr 1968 und damit elementarer Teil eines komplett restaurierten Löschzuges jener Zeit. Dieses Fahrzeug wurde auf einem damals weitverbreiteten sog. Eckhauber-Fahrgestell aufgebaut und wird seither von einem unverwüstlichen 6-Zylinder-Diesel angetrieben, der 150 PS leistet. Gleich mehrere mehr oder weniger augenscheinliche Besonderheiten zeichnet dieses Fahrzeug aus, von dem die Berufsfeuerwehr Ende der 1960er Jahre insgesamt sechs baugleiche Exemplare beschaffte. Ungewöhnlich ist bspw. die kurze Fahrerhauskabine für nur einen Trupp (1/2). Die Mehrzahl der damals ausgelieferten Drehleitern verfügten über eine Staffelkabine für eine Besatzung von 1/5 Personen. Die größte Besonderheit ist allerdings der mitgeführte Rettungskorb. Damals in Farnheim ein Novum. Dieser ruht während der Fahrt seitlich am Leiterstuhl und muss(te) jedes Mal am Einsatzort zunächst von zwei Feuerwehrleuten eingehangen und gesichert werden, ehe die Personenrettung oder Brandbekämpfung beginnen kann bzw. konnte. Heute unvorstellbar. Wie alle Fahrzeuge der Feuerwehr Farnheim aus jener Zeit wurde auch die Drehleitern zur verbesserten Wahrnehmung im Straßenverkehr mit weiß abgesetzten Fahrzeugecken, Kotflügeln sowie Dachflächen versehen. Die Lackierung basiert im Wesentlichen auf dem Frankfurter-Farbschema, das der Visionär und damalige Leiter der hiesigen Berufsfeuerwehr Ernst Achilles entwickelte.

So weit, so Geschichte. Tatsächlich aber baute ich die Drehleiter für einen Bauwettbewerb auf 1000steine anlässlich des 50. Geburtstags der Sendung mit der Maus. Mein Modell nimmt Bezug auf einen alten Beitrag, der damals in einer der Maus-Sendungen lief und im Verlauf eine Drehleiter der Berufsfeuerwehr Köln zeigt. Weil ich aber mein Fahrzeug nicht gleich wieder zerlegen wollte, wurde es durch ein paar (farbliche) Änderungen von der Feuerwehr Farnheim assimiliert und kurzerhand obige Geschichte herumgedichtet. Für den Wettbewerb wollte ich zugunsten der Akkuratesse – natürlich, so weit dies in dem Maßstab möglich ist – Funktionen hinten anstellen. So können z. B. die Stützen leider nicht ausgefahren werden, das Fahrerhaus verfügt über keine Türen und auch die Haspel am Heck dient eher dekorativen Zwecken.

Fachgruppe Kampfmittelräumdienst

Im Bundesland Niedersachsen ist die Beseitigung von Kampfmitteln eine Aufgabe der Gemeinden. Diese werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unterstützt. Vorrangig ist in Farnheim dafür der Fachbereich Feuerwehr zuständig. Farnheim war im zweiten Weltkrieg, bedingt durch seine Hafen- und Werftanlegen und nicht zuletzt als Stützpunkt der ehemaligen Kriegsmarine, ein bevorzugtes Angriffsziel alliierter Bomberangriffe. Bei den insgesamt 235 Angriffen sollen nach Schätzungen rund 33.000 Tonnen Bomben abgeworfen sein, von denen man animmt, dass rund 10 Prozent nicht explodiert sind und bis heute eine mögliche und tw. erhebliche Gefahrenquelle darstellen. Es ist davon auszugehen, dass noch zahlreiche Verdachtspunkte über das Stadtgebiet Farnheims verteilt sind.

Da das Land Niedersachsen zum 02.01.2012 das Landesräumprogramm für die Gefahrenabwehrbehörden eingestellt hatte, wurde in Farnheim zuletzt nicht mehr präventiv nach Kampfmitteln gesucht. Die Maßnahmen beschränkten sich lediglich auf Vorgaben im bauordnungsrechtlichen Verfahren bzw. auf Spontanfunde. In einer Ratsversammlung im August 2018 erfolgte schließlich der Beschluss für eine systematische flächendeckende Suche nach Kampfmitteln bedingt durch das nach wie vor vorherrschende unkalkulierbare Risiko für die Bevölkerung. Ziel des Beschlusses ist es, die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und pro Jahr bis zu vier geplante Kampfmittelbeseitigungen (ausgenommen sind Spontanfunde) durchzuführen.

Der städtischen Feuerwehr fällt hierbei eine wesentliche Rolle zu. Seit dem 01.01.1996 ging der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes an die Zuständigkeiten der Gemeinden und damit an die Feuerwehren. Seitdem wurde die Feuerwehr um eine weitere Fachgruppe personell und materiell erweitert. Rund 100 Einsätze absolviert die Fachgruppe KRD so jedes Jahr. Zu den Aufgaben zählen das Sicherstellen und Entschärfen bzw. Sprengen der Kampfmittel sowie der Abtransport und deren endgültige thermische Vernichtung. Ferner ist sie verpflichtet geeignete Unternehmen der Kampfmittelbeseitigung zu kontrollieren und zu registerführen.

Die Fachgruppe ist auf der Feuer- und Rettungswache 2 im Stadtteil Breedebeker Markt untergebracht und verfügt über folgende technische Ausstattung:

  • KdoW (Bj. 2019)
  • KdoW (Bj. 2019)
  • MZF (Ex GW-KRD, Bj. 2011)
  • GW-KRD 1 (Bj. 2014)
  • GW-KRD 2 (Bj. 2020)

GW-KRD (Kampfmittelräumdienst)

Kürzlich konnte eine Ersatzbeschaffung im Fuhrpark der Berufsfeuerwehr willkommen geheißen werden. Der neue Gerätewagen der Fachgruppe Kampfmittelräumung (engl. EOD – Explosive Ordnance Disposal) wurde in den Einsatzdienst gestellt. Dabei handelt es sich, wie schon beim TLF-W, um einen UniMoc A560UF der Steiner Fahrzeugwerke, der die (antriebs-)technische Basis liefert. Als hervorzuhebene technische Ausstattung sind bspw. die an der Fahrzeugfront verbaute und unter der roten Abdeckplane verborgene Seilwinde mit 50 kN Zugkraft zu nennen sowie kann mithilfe des am Heck befindlichen Krans, der über 700 kg Hubkraft bei 4,5 Meter Ausladung verfügt, das entschärfte Kampfmittel geborgen und für die fachgerechte Entsorgung verladen werden. Zur technischen Ausstattung gehören desweiteren u.a. eine Drohne, ein fernsteuerbarer Roboter, diverse Messgeräte, Trenn- und Winkelschleifer, allerlei Werkzeug, Vollschutzanzüge, Metalldetektoren, Video- und Fotokameras sowie ein LED-Lichtmast samt Stromgenerator. Das Fahrzeug ersetzt ab sofort den alten LKW-KRD.

Ein Spontanbau, der dem Waldbrand-TLF nun einen Bruder zur Seite stellt. Als ich jüngst über einige Bilder und Videos des aktuellen GW-KRD der Feuerwehr Hamburg stieß, entstand der Wunsch nach einer Art Nachbau. Damit der Fahrzeugtyp auch in das Farnheim’sche Feuerwehrkonzept passte, wurde kurzerhand die obige Geschichte ersonnen. Von wegen Plausibilität und so…

Da ich mich durchaus zu den Puristen zähle; sprich ich verbaue ausschließlich orginal dänische Bausteine, habe ich durchaus immer mal wieder Wunsch nach etwas mehr Authentizität bei meinen Modellen. Dazu zählt – und das ist tatsächlich das Einzige, das ich mir in Sachen Fremdteilen erlaube – eine Reflexbeklebung mittels entsprechender Folierung. Erstmals habe ich dazu eine ausgiebige Diagonalbeklebung am Heck des Fahrzeugs angebracht. Manch ein mag sicher sagen, die Schraffur brauche es nicht, um als Feuerwehrfahrzeug zu gelten; und damit hat der/diejenige sicherlich Recht. Jedoch machen aber gerade solche Details für mich den kleinen wie feinen Unterschied aus.

GW-RTB (Gerätewagen-Rettungsboot)

Gestaltungsvorschlag

Die letzte Indienststellung des aktuellen Jahres erfolgte kürzlich in Form eines weiteren Dienstfahrzeuges für die Fachgruppe Wasserrettung. Das ungewöhnliche Konzept fußt auf einen hochgeländegängigen Allradantrieb auf einem Transporterfahrgestell mit hinterer einzelbereifter Doppelachse. Das leichte wie kleine Rettungsboot ist auf dem Aufbaudach zwischen den hohen Paneelen verlastet und dient bei Einsätzen als Unterstützungseinheit für den größeren Gerätewagen-Wasserrettung. Um im Notfall auch zu den zahlreichen Farnheimer Gewässereinstiegen zu gelangen, die nur über unbefestigte Zugänge erreichbar sind, entschied sich die Abteilung Technik Zugunsten der ungewöhnlichen dritten Antriebsachse. Sie ermöglicht eine bessere Verteilung der Achslast, mehr Traktion und kann damit in morastigem Gelände noch dann unterwegs sein, wenn der schwerere und nur mit zwei Achsen ausgestattete GW-W nicht mehr weiterfahren kann.

Tatsächlich aber wurde ich animiert durch eine Indienststellung des neuen GW-Wasserrettung bei meiner Heimatstadtfeuerwehr. Das ungewöhnliche Konzept eines hochgeländegängigen, allradgetriebenen Mercedes Sprinter 519 CDI 6×6 auf einem einzelbereiften 3-Achs-Fahrgestell weckte meine modellbauerische Neugier. Klar, dass man beim Nachbau in dieser Baugröße in manchen Details Abstriche machen muss. So z.B. hat meine Version drei statt originärerweise zwei Geräteräume pro Fahrzeugseite. Weniger ließ die Teilegeometrie leider nicht zu. Ich denke, es geht auch so. Nun, es sollte ja auch kein exakter Nachbau werden, sondern lediglich durch das Vorbild inspiriert werden. Das Modell wollte ja schließlich ein waschechter Farnheimer werden.