DLA(K) 23/12 (L32 XS 3.0)

Die Unterschiede von alter und neuer Generation könnten größer kaum sein

Eine neue Drehleiter-Generation hält in Farnheim Einzug. Nach zwei Jahren intensiver Planung und Realisierung konnte nun das erste Exemplar beim Fahrzeughersteller in Empfang genommen werden. Die exakte Bezeichnung (siehe Überschrift) wird intern ein simples DLK 23/12 abgekürzt. Als Besonderheit verfügt das Fahrzeug über einen Gelenk-Leitersatz, bei dem das letzte Leitersegment samt Rettungskorb absenkbar ausgeführt ist. Das sorgt für noch mehr Variabilität bei insgesamt geringerem Platzbedarf. So ist diese Drehleiter auch hervorragend in beengten Innenstadtgebieten einsetzbar. Der Leiterpark kann in eine Höhe von bis 32 Metern ausgefahren werden. Das Fahrzeug selbst leistet 290 PS. Allerdings werden in Zukunft nicht alle neuen Drehleitern mit dem Gelenk ausgestattet sein. Für Wachbezirke, in denen offenere und großzügig bemessenere Grundstückbebauungen vorherrschen, werden auch weiterhin herkömmliche Drehleitern ohne Gelenk beschafft. Außerdem gilt in der Bauordnung nach wie vor, dass der zweite Rettungsweg über eine Drehleiter OHNE Gelenkleitersatz erfolgen muss.

Wer hätte das gedacht, dass die alte Drehleiter-Generation fast auf den Tag genau sieben Jahre alt wird. So war es nur eine Frage der Zeit, bis dass auch hier eine Auffrischung erfolgen sollte und die sog. 5er-Breite Anwendung fand. Nicht, dass sie das bei der Flughafenfeuerwehr schon tat. Allerdings ist für die städtische Feuerwehr ein Novum. Nun ist also auch der städtische Löschzug insofern komplettiert, als dass er jetzt in Gänze den aktuellen Baustandard beschreibt. Notiz an mich: Ich sollte kurzfristig mal ein aktuelles Foto vom Löschzug anfertigen und nachliefern.

Leider ließ sich aufgrund des Platzmangels und der bautechnischen Gegebenheiten keine heckseitige Abstützung realisieren. Die vordere muss für Showzwecke ausreichen. 😉

Prototyp Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)

Die Anforderungen, die an den Rettungsdienst und damit auch an dessen Träger, die Berufsfeuerwehr, gestellt werden, unterliegen stetem Wandel. Sie erfüllen und den Änderungen Rechnung tragen zu können bedeutet eine enge Zusammenarbeit mit dem Leiter Rettungsdienst und dem Planungsausschuss der Feuerwehr. Das neueste Ergebnis aus diesem intensiven Verbund ist die künftige Generation an Notarzteinsatzfahrzeugen. In Kooperation mit dem langjährigen Partner, dem Aufbauhersteller BSA (Brickmaster System Ambulanzen), entstand über das vergangene Jahr ein völlig neues Fahrzeugkonzept, das in Hinblick auf Zuladung, Stauraum und Platzangebot konsequent auf die Bedürfnisse der Einsatzkräfte geplant und realisiert wurde.

Augenscheinlichste Veränderung ist der Fahrzeugtyp. Man entschied sich bei dem Prototypen für einen geländegängigen Leichttransporter. Dieser bietet mit seiner Doppelkabine ausreichend Mitnahmemöglichkeiten für weiteres Personal sowie einen größeren Gerätekoffer für eine erweiterte notfallmedizinische Austattung. Zudem ist der Koffer klimatisiert bzw. beheizt, um die mitgeführten Medikamente nicht allzu großen Temperaturschwankungen auszusetzen. Der Allradantrieb soll, da das Fahrzeug auch ins benachbarte St. Joostersiel ausrückt, insbesondere bei Einsätzen abseits befestigter Wege helfen. So können fortan auch Notfälle in den Dünen oder in Strandnähe unmittelbarer erreicht werden. Außerdem ist der Kofferaufbau leicht auf einen anderes Chassis umzurüsten. Die Testphase wurde zunächst auf sechs Monate terminiert. Sollte sich der Prototyp, der an allen NEF-Standorten gestestet wird, im Einsatzdienst bewähren, werden sechs weitere Fahrzeuge beschafft und als Nachfolger für die aktuelle Fahrzeuggeneration dienen.

Dieses Fahrzeugkonzept ist in der Wirklichkeit bereits in einigen Gemeinden und Kreisen in Deutschland, so z. B. in Wernigerode, DRK-Region Hannover oder im Oberbergischen Kreis sowie beim Österreichischen Roten Kreuz im Einsatz. Die Idee, hierbei keinen typischen Kleintransporter zu nutzen, gefiel mir. Also begutachtete ich kurz meine Modelle, welches wohl die passende Basis dafür bieten würde, und fand in dem New World Blackhound HyEV eine geeignete Wahl. Da das Fahrzeug bereits über einen großen Passagierraum und eine Pickup-ahnliche Gesamtoptik verfügt, konnte leicht, anstelle des Kombihecks, ein Kofferaufbau installiert werden. Da ich auch unbedingt wieder das traditionelle Farbschema für den Rettungsdienst etablieren wollte (die damalige Versuchslackierung hat sich nicht durchgesetzt), entschied ich mich, Geräteklappen nicht in grau, sondern in Wagenfarbe einzusetzen. Das Heck allerdings erhielt ein Custom-Beklebung aus roter und Retroreflexfolie in silberweiß. Auch die Fahrgastraumtüren bekamen einen reflektierenden Abbinder – wie auch schon bei den aktuellen Rettungswagen. Diese eigene, unpuristische Beklebung mag jeder für sich finden, wie er will. Für mich persönlich ergibt sie aber eine insgesamt  realistischere Optik und gestaltet das ansonsten sehr karge Heck deutlich abwechslungsreicher.

PKW

Mit dem kürzlich gezeigten Stufenheck-PKW beschaffte die Wehr auch insgesamt drei baugleiche Fahrzeuge in der Kombiversion. Auf Basis eines Brickolino Stradale 1,2 FlexFuel der italienischen Automobilschmiede Fabbrica Automobili e Motori, Mailand, kurz FAMM unternahmen dieZentralwerkstätten der Berufsfeuerwehr den Eigenausbau. Eingesetzt werden sie im Vorbeugenden Brandschutz sowie der Gefahrenvorbeugung und sind auf der FRW 2 (F12) stationiert.

Zur Kombiversion kam es während des vorletzten Stammtisches, als wir herumprobierten, wie sich eine Kombiversion realisieren ließe. Schnell wurden wir uns einig, dass es mit ein paar entsprechenden Bauteilen gehen müsse. Das probierte ich gleich zuhause aus, und ja, es funktionierte. Ansonsten blieb alles beim Alten.

KdoW

Eine ungewöhnliche Beschaffungsmaßnahme stellt dieser Kommandowagen auf Basis eines New World Blackhound HyEV dar. Das Produkt transatlantischer Ingenieurskunst bekam wegen seines Raumangebots und der ungeheueren Zuladung und schließlich aufgrund seines unschlagbaren Kaufpreises gegenüber vergleichbarer teutonischer und europäischer Mitbewerber den Zuschlag. Weil der Erprobungs-Stromer Volta iMPULS-E zufriedenstellende Ergebnisse lieferte, entschied man sich hierbei für einen Plug-in-Hybriden. Er fährt rund 50 km rein elektrisch und wird ansonten von einem 3,0-L-V6-Turbodiesel, der systemisch 452 PS bereitstellt, über alle vier Räder angetrieben. Zugewiesen ist er der Fachgruppe Kampfmittelräumung.

Inspiriert durch die Vorstellung des neuen US-Riesen-SUVs Ford Explorer auf der diesjährigen IAA in Frankfurt am Main und den ungezählten MOCs dazu in der Lego-Emergency-Car-Gruppe auf Facebook versuchte ich mich mit einer gewollt freien Interpretation an einem solchen Fahrzeug. Seine steinige Stilistik sollte er sich als „kleine“ Version von dem kürzlich vorgestellten VRW sowie dem etwas länger bekannten RIV entnehmen, um somit Teil einer angedachten Fahrzeugfamilie zu werden.

VRW (Vorausrüstwagen)

Noch immer kommen in Deutschland pro Jahr etwa 3.200 Menschen im Verkehr ums Leben. Allein 2,6 Millionen Unfälle mit rund 400.000 Personenschäden wurden 2018 abgearbeitet, zu denen vielfach auch die Feuerwehr ausrückt. Zum heutigen Weltgedenktag der Unfallopfer ergänzt ein neues Fahrzeug die Flotte der Berufsfeuerwehr. Und passenderweise ist es eines, mit dem die technische Hilfeleistung nach Unfällen in Farnheim von nun an noch schneller erfolgen soll. Als sog. VRW wurde dieses Fahrzeug kürzlich neu in Dienst gestellt und ergänzt damit den traditionellen Rüstzug. Man verspricht sich davon eine noch schnellere Reaktionsfähigkeit. Der Vorausrüstwagen ist als kleines, flinkes und hochgeländegängiges Fahrzeugkonzept ausgelegt, das mit Mitteln beladen ist, um erste technische Hilfe leisten zu können, bis der Rüstzug vor Ort ist. Neben einem akkubetriebenen hyraulischen Rettungssatz (Schere und Spreizer) sind u. a. allerlei Werkzeuge und Hebekissen, Ketten, ein Notfallrucksack, zwei Schaumlöscher und ein Lichtmast sowie Generator an Bord. Stationiert ist er fortan auf der F14, der kombinierten Feuer- und Rettungswache 4 in Farmsen.

Der aufmerksame Leser hat bestimmt erkannt, dass es sich bei diesem Fahrzeug um eine Variante des 2017 vorgestellten RIV 1200/300 handelt. Denn da ich Wert auf eine (je nach Verwendungszweck) häufige Wiederverwendung der Fahrzeugdesigns lege, wie es auch in der Wirklichkeit vorkommt, entschied ich mich hierbei für eben jenes Fahrzeug. Diesmal im Look der städtischen Feuerwehr. Der Aufbau basiert zwar auf dem des RIV ist aber ansonsten eine komplette Neukontruktion. Überhaupt sollte er sich, nicht zuletzt durch die Beladung von dem flinken Flughafenlöscher unterscheiden. Ob mir das geglückt ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. Die teils üppige Dachbeladung ist dem Feature des ausklapp-/zusammenbaubaren Lichtmastes geschuldet.