Fachgruppe Kampfmittelräumdienst

Im Bundesland Niedersachsen ist die Beseitigung von Kampfmitteln eine Aufgabe der Gemeinden. Diese werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unterstützt. Vorrangig ist in Farnheim dafür der Fachbereich Feuerwehr zuständig. Farnheim war im zweiten Weltkrieg, bedingt durch seine Hafen- und Werftanlegen und nicht zuletzt als Stützpunkt der ehemaligen Kriegsmarine, ein bevorzugtes Angriffsziel alliierter Bomberangriffe. Bei den insgesamt 235 Angriffen sollen nach Schätzungen rund 33.000 Tonnen Bomben abgeworfen sein, von denen man animmt, dass rund 10 Prozent nicht explodiert sind und bis heute eine mögliche und tw. erhebliche Gefahrenquelle darstellen. Es ist davon auszugehen, dass noch zahlreiche Verdachtspunkte über das Stadtgebiet Farnheims verteilt sind.

Da das Land Niedersachsen zum 02.01.2012 das Landesräumprogramm für die Gefahrenabwehrbehörden eingestellt hatte, wurde in Farnheim zuletzt nicht mehr präventiv nach Kampfmitteln gesucht. Die Maßnahmen beschränkten sich lediglich auf Vorgaben im bauordnungsrechtlichen Verfahren bzw. auf Spontanfunde. In einer Ratsversammlung im August 2018 erfolgte schließlich der Beschluss für eine systematische flächendeckende Suche nach Kampfmitteln bedingt durch das nach wie vor vorherrschende unkalkulierbare Risiko für die Bevölkerung. Ziel des Beschlusses ist es, die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und pro Jahr bis zu vier geplante Kampfmittelbeseitigungen (ausgenommen sind Spontanfunde) durchzuführen.

Der städtischen Feuerwehr fällt hierbei eine wesentliche Rolle zu. Seit dem 01.01.1996 ging der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes an die Zuständigkeiten der Gemeinden und damit an die Feuerwehren. Seitdem wurde die Feuerwehr um eine weitere Fachgruppe personell und materiell erweitert. Rund 100 Einsätze absolviert die Fachgruppe KRD so jedes Jahr. Zu den Aufgaben zählen das Sicherstellen und Entschärfen bzw. Sprengen der Kampfmittel sowie der Abtransport und deren endgültige thermische Vernichtung. Ferner ist sie verpflichtet geeignete Unternehmen der Kampfmittelbeseitung zu kontrollieren und zu registerführen.

Die Fachgruppe ist auf der Feuer- und Rettungswache 2 im Stadtteil Breedebeker Markt untergebracht und verfügt über folgende technische Ausstattung:

  • KdoW (Bj. 2019)
  • KdoW (Bj. 2019)
  • MZF (Ex GW-KRD, Bj. 2011)
  • GW-KRD 1 (Bj. 2014)
  • GW-KRD 2 (Bj. 2020)

GW-KRD (Kampfmittelräumdienst)

Kürzlich konnte eine Ersatzbeschaffung im Fuhrpark der Berufsfeuerwehr willkommen geheißen werden. Der neue Gerätewagen der Fachgruppe Kampfmittelräumung (engl. EOD – Explosive Ordnance Disposal) wurde in den Einsatzdienst gestellt. Dabei handelt es sich, wie schon beim TLF-W, um einen UniMoc A560UF der Steiner Fahrzeugwerke, der die (antriebs-)technische Basis liefert. Als hervorzuhebene technische Ausstattung sind bspw. die an der Fahrzeugfront verbaute und unter der roten Abdeckplane verborgene Seilwinde mit 50 kN Zugkraft zu nennen sowie kann mithilfe des am Heck befindlichen Krans, der über 700 kg Hubkraft bei 4,5 Meter Ausladung verfügt, das entschärfte Kampfmittel geborgen und für die fachgerechte Entsorgung verladen werden. Zur technischen Ausstattung gehören desweiteren u.a. eine Drohne, ein fernsteuerbarer Roboter, diverse Messgeräte, Trenn- und Winkelschleifer, allerlei Werkzeug, Vollschutzanzüge, Metalldetektoren, Video- und Fotokameras sowie ein LED-Lichtmast samt Stromgenerator. Das Fahrzeug ersetzt ab sofort den alten LKW-KRD.

Ein Spontanbau, der dem Waldbrand-TLF nun einen Bruder zur Seite stellt. Als ich jüngst über einige Bilder und Videos des aktuellen GW-KRD der Feuerwehr Hamburg stieß, entstand der Wunsch nach einer Art Nachbau. Damit der Fahrzeugtyp auch in das Farnheim’sche Feuerwehrkonzept passte, wurde kurzerhand die obige Geschichte ersonnen. Von wegen Plausibilität und so…

Da ich mich durchaus zu den Puristen zähle; sprich ich verbaue ausschließlich orginal dänische Bausteine, habe ich durchaus immer mal wieder Wunsch nach etwas mehr Authentizität bei meinen Modellen. Dazu zählt – und das ist tatsächlich das Einzige, das ich mir in Sachen Fremdteilen erlaube – eine Reflexbeklebung mittels entsprechender Folierung. Erstmals habe ich dazu eine ausgiebige Diagonalbeklebung am Heck des Fahrzeugs angebracht. Manch ein mag sicher sagen, die Schraffur brauche es nicht, um als Feuerwehrfahrzeug zu gelten; und damit hat der/diejenige sicherlich Recht. Jedoch machen aber gerade solche Details für mich den kleinen wie feinen Unterschied aus.

TLF 3000 (Tanklöschfahrzeug)

Das TLF 3000 inmitten seiner Tanklöschkollegen

Nach vielen Fahrzeugvorstellungen aus dem Pool der Berufsfeuerwehr soll heute wieder eines aus den Reihen der Freiwilligen Wehr folgen. Dabei handelt es sich um ein TLF 3000 der aktuellen Generation. Hiervon wurden zuletzt insgesamt sechs Fahrzeuge beschafft (1x in 2018, 3x in 2019, 2x in 2020), die auf verschiedene Stützpunkte der Freiwilligen Feuerwehr verteilt wurden. Insbesondere auf solche, die in ihrem Ausrückebezirken ein besonderes Gefährdungspotenzial für Brände aufweisen. Seien es hohe Vegetationsanteile, Autobahnabschnitte oder allgemein sehr hohes Verkehrsaufkommen sowie gesonderte industrielle Gefahrenbereiche oder dort, wo eine Wasserversorgung nur umständlich über längere Wegstrecken zu gewährleisten ist.

Das Fahrzeug weicht insofern von der Norm ab, als dass der Löschwassertank 3.500 L und der separate Schaummittelbehälter 350 Liter fassen. Heckseitig ist eine Kreiselpumpe FP 10-2000 mit eingebautem Zumischer verbaut. Aufgerüstet wurden die Fahrzeuge auf jeweils 14 Tonnen. Das 6-Zylinder-Dieselaggregat treibt das allradgetriebene Fahrzeug mit 300 PS an. Da das Fahrzeug auch bei Vegationsbränden eingesetzt wird, ist es für einen Pump-and-Roll-Betrieb, d. h. der Pumpenbetrieb und das Fahren können gleichzeitig erfolgen, ausgelegt.

Der von mir lax betitelte „Geräteschuppen“, sprich der Aufbau des GW-Öl, sollte sich für diverse Fahrzeuggattungen eignen. So die Vorstellung. Mit neuem Schwung im neuen Jahr ging ich das Projekt an. Dabei sollte nicht ein weiterer Aufbau-Abklatsch entstehen, sondern etwas mit Tank in der Mitte. Und dazu am besten noch eine gesnottet eingebaute Feuerwehrfliese in der Größe 2×2. Eigentlich sind ja die Cupboards gesnottet und die Fliese wieder normal… ach, egal. Letztlich ließ sich das Vorhaben sehr gut realisieren und macht sich nun, so finde ich, ganz gut in der Seitenansicht. Unterhalb des Aufbaus griff ich die Gerätekästen des GW-Öls erneut auf, um aber diesmal mithilfe hier verwendeten angewinkelten „1×2 curved Slopes“ (links wie rechts) einen kotflügelartigen Ausschnitt zu erhalten. Auch das Heck entspricht nicht eins zu eins dem Erstling, sondern bekam auch eine in Details geänderte Darstellung. Letztlich sorgen ein paar Zubehörteile rund um den Dachwerfer für das gewohnte „Gegreebel“.

GW-RTB (Gerätewagen-Rettungsboot)

Gestaltungsvorschlag

Die letzte Indienststellung des aktuellen Jahres erfolgte kürzlich in Form eines weiteren Dienstfahrzeuges für die Fachgruppe Wasserrettung. Das ungewöhnliche Konzept fußt auf einen hochgeländegängigen Allradantrieb auf einem Transporterfahrgestell mit hinterer einzelbereifter Doppelachse. Das leichte wie kleine Rettungsboot ist auf dem Aufbaudach zwischen den hohen Paneelen verlastet und dient bei Einsätzen als Unterstützungseinheit für den größeren Gerätewagen-Wasserrettung. Um im Notfall auch zu den zahlreichen Farnheimer Gewässereinstiegen zu gelangen, die nur über unbefestigte Zugänge erreichbar sind, entschied sich die Abteilung Technik Zugunsten der ungewöhnlichen dritten Antriebsachse. Sie ermöglicht eine bessere Verteilung der Achslast, mehr Traktion und kann damit in morastigem Gelände noch dann unterwegs sein, wenn der schwerere und nur mit zwei Achsen ausgestattete GW-W nicht mehr weiterfahren kann.

Tatsächlich aber wurde ich animiert durch eine Indienststellung des neuen GW-Wasserrettung bei meiner Heimatstadtfeuerwehr. Das ungewöhnliche Konzept eines hochgeländegängigen, allradgetriebenen Mercedes Sprinter 519 CDI 6×6 auf einem einzelbereiften 3-Achs-Fahrgestell weckte meine modellbauerische Neugier. Klar, dass man beim Nachbau in dieser Baugröße in manchen Details Abstriche machen muss. So z.B. hat meine Version drei statt originärerweise zwei Geräteräume pro Fahrzeugseite. Weniger ließ die Teilegeometrie leider nicht zu. Ich denke, es geht auch so. Nun, es sollte ja auch kein exakter Nachbau werden, sondern lediglich durch das Vorbild inspiriert werden. Das Modell wollte ja schließlich ein waschechter Farnheimer werden.

TuLF 30/35-3 (Turbinenlöschfahrzeug)

Bedingt durch einen seit einigen Jahren festzustellenden Anstieg signifikanter Vegetationsbrände im Stadtgebiet, entschied sich die Branddirektion in Zusammenarbeit mit der Abteilung Technik und in Kooperation mit dem Aufbauhersteller BrickFire ein kompaktes Aerosollöschfahrzeug namens zu entwickeln, das hochgeländegängig ist und eine Weile autark agieren kann. Gleichzeitig verspricht man sich damit bei Groß- und Industriebränden schnellere Löscherfolge. Das Ergebnis dieser umfassenden Planung ist das kürzlich in Dienst gestellte Turbinenlöschfahrzeug, welches als erstes und einziges Fahrzeug bei einer deutschen Berufsfeuerwehr eingesetzt wird. Primus inter Pares, Erster unter Gleichen, sozusagen.

Das TuLF über einen 3.500 L Wassertank, 300 L Schaum- oder optional Netzmittel. Die eingebaute Hochdruck-Kreiselpumpe fördert 3.000 L bei 10 bar. Zudem sorgt eine Selbstschutzeinrichtung für zusätzliche Sicherheit. Auch sind sämtliche Leitungen gegen äußere Hitzeeinwirkung isoliert. Das Herzstück ist aber die Turbine, die bis zu 6.000 L Wasser in der Minute zu feinstem Wassernebel zersteuben und auf ein bis zu 90 Meter weit entfernten Brandherd werfen kann, was gerade bei Industriebränden eine optimale Unterstützung der herkömmlichen Brandbekämpfungsmaßnahmen darstellt, dabei wird der Turbinenantrieb durch einen separaten Dieseltank gespeist. Auch können Schaum- oder Netzmittel in den Abgasstrom der Turbine eingespritzt werden, um dadurch eine noch höhere Eindringtiefe als bei Wasser in das Brandgut zu erreichen. Bewährt sich dieser Fahrzeugtyp, besteht die Option auf ein weiteres Fahrzeug.

Auch wenn in diesem Jahr die internationale Feuerwehrmesse Interschutz in Hannover pandemiebedingt nicht stattfinden konnte, gehen die Entwicklung in der Industrie natürlich weiter. Und so stellte Magirus kürzlich das sog. TLF AirCore vor, dass ich hierfür freilig als Ideengeber herangezogen habe. Um dieselbe, oder besser besser gesagt, annähernde Kompaktheit zu erreichen, gingen schon einige Stunden Denksportarbeit ins Land, um dieser mächtigen Turbine (entliehen von einem etwas älteren City-Passagierflieger stammend) trotz allem Raum für ihre Beweglichkeit zu geben. Der recht lange Überhang hinter der Hinterachse entspricht zwar nicht ganz dem Vorbild, aber leider lässt die vorhandene Teilegeometrie – wenn man einen funktionalen Geräteraum (selbst hochkant gesnottet) installieren möchte – keine andere Wahl. Dennoch wirkt er nicht zu hecklastig in meinen Augen. Der Rest ist bekannte Kost. Die Kabine entspricht, dem, wie es gerne nenne, „Familiengesicht“ meiner Wehr. Ein paar hinzugefügte Details und Aufkleber entsprangen als Finish dem geistigen Freiraum des Erbauers.

Zugkombinationen – Teil 6

Für die Wasserrettung ist in Farnheim die städtische Feuerwehr zuständig. Genauer gesagt obliegt die Schwerpunktaufgabe taktisch den Feuer- und Rettungswachen 3 in Westerwede und 5 in Lohstedt. Das bedeutet, dass permanent zwei Wasserrettungszüge für Notfälle auf, im und unter Wasser vorgehalten werden. Der größere, weil technisch umfangreicher ausgestattete der beiden Züge ist auf der Hafenwache F13, der FRW 3 stationiert. Der zweite Zug rückt derzeit noch von der FRW 5 (F15) im Farnheimer Süden, in Lohstedt, zu Einsätzen aus. Die speziell ausgebildeten Feuerwehrtaucher sind zugleich Teil der Fachgruppe Wasserrettung.

Laut Alarmierungs- und Ausrückeordnung (AAO) rückt der von Hafenwache grundsätzlich ein ELW, ein FLF (Farnheimer Löchfahrzeug), der intern Bootswagen genannte Gerätewagen-Boot, der als Taucherwagen bezeichnete GW-Taucher sowie ein Rettungswagen aus. Der WRZ in Lohstedt rückt im Alarmfall indes standardmäßig mit einem ELW, einem eigenen FLF, dem Gerätewagen-Wasserrettung mitsamt auf einem Anhänger verlasteten Mehrzweckboot und einem Rettungswagen aus. Auch hier können die Züge, je nach Einsatzstichwort, um weitere Fahrzeuge ergänzt, aber auch verkürzt dargestellt eingesetzt werden. Für die technische Rettung bspw. wird der Zug um eine Drehleiter, einen Rüstwagen und ggf. und ein weiteres FLF ergänzt. Bei der medizinischen Rettung werden lt. AAO ein Notarzteinatzfahrzeug und mind. zwei Rettungswagen alarmiert. Mindestausrückeanforderung neben den Gerätewagen ist aber jedesmal ein RTW.

Bei größeren Einsatzszenarien wird auch die Freiwillige Feuerwehr, die zudem z. T. auch über auf Trailer verlastete Rettungsboote verfügt, die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes sowie die DLRG in das Einsatzgeschehen integriert. Außerdem kann auch der Rettungshubschrauber Christoph 50 die Rettungsmaßnahmen unterstützen.

Die ersten beiden Motivzeilen zeigen die beiden Standardkonfigurationen der Wasserrettungszüge. Die letzte Zeile zeigt den ersten Zug einmal ergänzt um einmal die Hilfeleistungskomponente (bestehend aus RW und DLK) sowie die medizinische Rettung (mit einem weiteren RTW und einem NEF).

Gerätewagen-Wasserrettung

Für den zweiten Wasserrettungszug – stationiert im Süden Farnheims, in Lohstedt – steht den Wehrfrauen- und männern im Einsatzfall ein Gerätewagen-Wasserrettung (kurz GW-W) zur Verfügung. Er ist gleichzeitig Zugfahrzeug für ein auf einem Trailer verlastetes Mehrzweckboot mit Aluminiumrumpf. In der klimatisierten und beheizbaren Kabine im Heck des Fahrzeugs können sich die Taucher witterungsunanängig umkleiden. Gleichzeitig findet sich dort auch ein Trockenschrank für nasse Anzüge. Die Basis bildet ein hochgeländegängiges Fahrgestell mit Allradantrieb und entsprechend profilierter Singlebereifung, um auch weniger gut zugängliche Uferstellen erreichen zu können.

Der Bestand an alten komplett in der 4er Breite gebauten Feuerwehrmodelle schrumpft zusehens. Dennoch fallen mir immer noch ein paar wesentliche Fahrzeuge in die Hände, die einer dringenden Überarbeitung bedürfen. So erwischte es diesmal meinen alten GW-Wasserrettung – vier Jahre Dasein mussten genügen. Aber ich war versucht, das alte Fahrzeugkonzept beizubehalten, nur eben mit einem nun fünf Noppen breiten Aufbau. Dieser erhielt von der Wirklichkeit entliehene Details, wie ein anklipsbares Vordach samt Ständerwerk und Hängearbeitsleuchte sowie eine kleine Klimaanlage auf dem Kabinendach. Den Anhänger des Vorgängermodells mitsamt des Rettungsbootes ließ ich erst einmal unangetastet.

GW-Taucher (Taucherwagen)

Ein wichtiger Bestandteil des ersten Wasserrettungszuges ist der intern als Taucherwagen bezeichnete Gerätewagen-Taucher. Er führt neben der kompletten persönlichen Taucherausrüstung für bis zu vier Taucher auch Kälteschutz- und Trockentauchanzüge, Sicherungsleinen, Stromerzeuger, ausreichend Druckluftflaschen sowie technisches Gerät zum Befüllen ebensolcher u.v.m. mit. Gemäß AAO kann er auch autark eingesetzt werden, insbesondere dann, wenn die Taucher zur Bergung oder zur Suche eingesetzt werden, bei der bspw. kein Boot notwendig ist.

Ein Wasserrettungszug (WRZ) ist erst dann komplett, wenn sich zu dem Bootswagen auch der Taucherwagen gesellt. So konnte ich nun endlich auch einen solches Fahrzeug fertigstellen. Die Feuerwehr Frankfurt a. M. war Inspirationsgeber für einen der beiden WRZ in Farnheim, die seit jeher Rettungsboot und Taucher in getrennten Fahrzeugen zum Einsatz ausrücken lassen. Nachdem ich mir einige Taucherwagen von deutschen Feuerwehren angesehen habe, legte ich mit dem Bau eines klassischen Kofferaufbaus los. Im Zuge dessen veränderte ich den Aufbau immer wieder (Fenster wanderten von hinten nach vorn, kamen mit dem Gerätefach hinzu), bis ich mit dem Resultat zufrieden war. Schlussendlich ergänzte ich das Modell noch um ein paar elementare Details, wie Antriebsstrang und Seitenkästen, Dachbeladung und ein wenig Gegreeble an der Rückseite. Ach ja, der erneut recht undeckend klebende Aufkleber entstammt, wie auch die Banane, dem xtra-Aufkleber-Set #853921.

ÖSWF (Ölschaden-Waschfahrzeug)

Auch Fahrzeuge, die keine hohe Einsatzhäufigkeit vorweisen können, haben zwar eine deutlich höhere Laufzeit, bis sie ausrangiert werden, irgendwann aber müssen sie es. Und wenn weiterhin eine Notwendigkeit für eine Ersatzbeschaffenheit besteht, folgt ein Nachfolger. Wie in diesem Fall, bei dem kürzlich der designierte Nachfolger beim Feuerlöschgerätehersteller abgeholt werden konnte. Die Abteilung Technik entschied für einen leicht vergrößerten Aufbau mit einem Wasser- und einem Edelstahl-Abwassertank mit höherem Fassungsvermögen (1.000/1.500 Liter). Neu ist übrigens auch die hochaufragende Verkehrswarnanlage in LED-Technik. Das steht ab sofort auf der Technik- und Umweltwache (F14) in Farmsen bereit.

Obwohl dieses Fahrzeug schon lange im Pool verweilt, stand es nach weiteren sieben (!) Jahren erneut zur Revision an. Die mittlerweile dritte Überholung (siehe 1. Generation und 2. Generation) kam einem Neubau gleich. Lediglich die Kabine blieb im Wesentlichen erhalten. Neben Reinigungsaparatur an der Fahrzeugfront ist auch der Aufbau eine Neuentwicklung. Dazu zog ich mir Vorbildfotos des (2017 außer Dienst gestellten) Düsseldorfer Pendants zurate und versuchte mich erneut in der hochkantigen Snot-Bauweise der Container/Cubcoards. Ein sog. „funny Detail“ ist der Bananen-Aufkleber auf den Seiten. Da Öl und sonstige ausgelaufene Betriebsmittel durchaus rutschig sein können, erschien mir dieser Sticker sehr passend. Darüberhinaus ist er gar ein offizieller Aufkleber. Leider bin ich mit seiner Beschaffenheit nicht zufrieden. Während die schwarze Kontur durch die Stanzform auf der Fahrerseite sehr gleichmäßig getroffen wurde, passt es auf der Beifahrerseite leider gar nicht. Zudem ist der Aufkleber ursprünglich gelb. Mangels weißdeckender Unterdruckung mischt sich der nur bedingt deckende Sticker-Farbton auf den Steinen zu diesem eher nur halbschönen Orange. Dem aufmerksamen Leser mag sicher nicht entgangen sein, dass das neue Fahrzeug anders heißt. Mit der neuen Benamung ist es zwar ungenauer beschrieben, aber es spricht sich besser. Da der Fahrzeugtyp eh nicht genormt ist, kann man es durchaus nennen, wie man möchte.

Gerätewagen-Öl

In das Tätigkeitsfeld der Feuerwehr gehört u. a. auch die Ölwehr – zu Land und auch zu Wasser. Zur Bekämpfung von ausgelaufenen mineralölhaltigen Substanzen hält die Berufsfeuerwehr einen gesonderten Gerätewagen vor, der mit umfangreichem Spezialgerät beladen ist. Zwar wurde die Norm mittlerweile zugunsten des Gerätwagen-Gefahrgut zurückgezogen, aber gerade die Einsatzhistorie in Farnheim belegt, das darüber hinaus die Beschaffung eines speziellen Ölwehrfahrzeugs nach wie vor notwendig macht.

Das Fahrzeug verfügt beladen über eine Gesamtmasse von 9,5 Tonnen. Aufgrund seines Einsatzspektrums und zugunsten des Mehrgewichts für die feuerwehrtechnische Beladung beschränkte man sich bei der Beschaffung auf ein Straßenfahrgestell. Die Feuerlöschgerätefabrik Brickfire in Colm fertigte den geräumigen Kofferaufbau. In diesem werden allerlei Auffangbehältnisse, säure- und ölfeste Schläuche und Armaturen, Pumpen, Absperrmaterial, Werkzeuge und leichte Schutzanzüge sowie Bindemittel mitgeführt. Im Einsatz wird er meist er laut AAO (Alarmierungs- und Ausrückeordnung) von einem HLF zur Sicherung des Brandschutzes unterstützt. Außerdem kann er, je nach Einsatzstichwort, in den Gefahrgutzug integriert werden.

Nach und nach und zwischendurch arbeite mich an den alten Fahrzeugen ab, die noch keine entsprechede 5w-Erweiterung erhalten haben. So wollte ich eigentlich auch mein altes ÖWSF überarbeiten. Eigentlich. Doch erstens kam es anders, als zweitens man es dachte. So verselbständigte sich der Aufbau weg von einem „Irgendwas mit Tank“ hin zu einem „Geräteschuppen“, der wohl an weiteren Fahrzeugetypen Verwendung finden kann und soll. Besonderheit ist hierbei gesnottete Aufbau, um die Klappen der Cupboards realistischer nach oben schwenken zu können, aber ungleich komplizierter in der Verbindung mit dem Fahrgestell und in der Rasterfindung bei der Länge. Denn lange blieb zwischen Heckabschluss und Aufbauseiten eine unschöne Fuge. Mit einer weiteren Plattenreihe nach dem letzten Container heckseits konnte diese schließlich geschlossen werden. Zu guter Letzt staffierte ich das Fahrzeug noch mit allerei (hoffentlich identifizierbarem) Zubehör aus. So wurde also kurzerhand aus dem ÖWSF und reiner GW-Öl. Aber: Ersteres steht nach wie vor zur Revision an.